Eroberer - Die Rückkehr

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Mai 2017
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-21249-0 (ISBN)
 
Die Eroberer sind da

Die Zhirrzh haben sich eine kurze Atempause im Krieg gegen die menschlichen Barbaren verschafft. Aber der menschliche Gefangene Pheylan Cavanagh ist entkommen - und deshalb fällt Thrr-gilag in Ungnade und wird zur Zielscheibe verborgener Mächte, die die Gesellschaft der Zhirrzh nach ihren Vorstellungen umformen wollen. Seine einzige Hoffnung ist, zu beweisen, dass die Oberclan-Behörden sich geirrt haben, und dass es nicht die Menschen waren, die den Krieg begonnen hatten. Aber ihm bleibt nur wenig Zeit: Die Zhirrzh haben ihre Frontlinien gefährlich überdehnt und müssen jederzeit mit einem Gegenangriff rechnen. Sie haben der mächtigen Armada der Menschen nur wenig entgegenzusetzen, und Thrr-gilag erkennt, dass sein Volk einer doppelten Bedrohung gegenübersteht: der Vernichtung durch die Menschen und der Zerstörung von innen .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,81 MB
978-3-641-21249-0 (9783641212490)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die »Thrawn«-Trilogie, die mehrere Jahre nach dem Ende von »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« spielt und die Geschichte des »Star Wars«-Universums in eine neue Zeit vorantreibt (»Expanded Universe«). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer »Star Wars«-Romane. Für seine Novelle »Cascade Point« wurde Zahn mit dem renommierten Hugo Award ausgezeichnet.

1

»Sucher Thrr-gilag?«

Langsam wandte Thrr-gilag den Blick von dem fleckigen Zwangsanzug ab, den er sich über die Beine gelegt und kontemplativ betrachtet hatte. »Ja, Schiffs-Kommandant Zbb-rundgi?«

»Die Diligent ist startbereit«, erwiderte Schiffs-Kommandant Zbb-rundgi. »Wir warten bloß noch auf dein Erscheinen.«

»Vielen Dank«, sagte Thrr-gilag. »Ich brauche auch nur noch ein paar Centumtakte.«

Zbb-rundgi ließ den Blick durch den privaten Besprechungsraum der Alien-Studiengruppe schweifen. »Die Demontage-Crew kann sich mit der restlichen Ausrüstung befassen, Sucher«, entschied er. »Es gibt hier nichts, das du beaufsichtigen müsstest.«

»Verstehe«, sagte Thrr-gilag. »Wie ich schon sagte, brauche ich nur noch ein paar Centumtakte.«

Zbb-rundgis Mittellicht-Pupillen schienen sich leicht zu verengen. Aus dieser Entfernung vermochte Thrr-gilag das aber nicht mit Sicherheit zu sagen. »Die Anweisungen des Oberclan-Primus waren doch recht eindeutig, Sucher«, erklärte der Schiffs-Kommandant. »Wir sollen starten, sobald wir bereit sind.«

»Aber wir sind noch nicht bereit«, beschied Thrr-gilag ihn. »Du kannst zum Schiff zurückkehren und die restlichen Vorbereitungen für den Start treffen. Ich werde in ein paar Centumtakten dort sein.«

Diesmal gab es keinen Zweifel bezüglich der Pupillen. »Wie du willst, Sucher«, sagte Zbb-rundgi steif. Er wandte sich ab und stakste aus dem Raum.

»Das war dumm«, durchbrach eine ferne Stimme die Stille. »Schiffs-Kommandant Zbb-rundgi steht bei den Anführern des Cakk'rr-Clans in hoher Gunst, wie auch die Älteren seiner Familie. Es ist nicht sehr klug von jemandem in deiner Position, sich gegen ihn zu stellen.«

»Meine Position ist die des ordnungsgemäß ernannten Sprechers dieser Mission, Chrr't-ogdano«, erinnerte Thrr-gilag diesen. Er berührte einen Dunkellicht-Sensor des Zwangsanzugs, der nach dem Fluchtversuch des Menschen Pheylan Cavanagh noch immer mit rotem Schmutz verkrustet war. »Und solange die Oberclan-Versammlung diese Ernennung nicht zurückzieht, werde ich tun, was auch immer ich für erforderlich halte. Ob es dem Schiffs-Kommandanten Zbb-rundgi nun gefällt oder nicht.«

»Thrr-gilag, sieh mich an.«

Seufzend hob Thrr-gilag den Blick zu der schemenhaften Gestalt, die vor ihm in der Luft schwebte. Chrr't-ogdano, der Ältere des Kee'rr-Clans und Chefbeobachter hier auf der Stützpunktwelt Zwölf. Und wenn der Ausdruck in seinem fast transparenten Gesicht auch nur annähernd aussagefähig war, brachte er Thrr-gilags offizieller Position im Moment noch weniger Respekt entgegen als der Schiffs-Kommandant Zbb-rundgi. »Spiel keine Spielchen mit mir«, stieß der Ältere hervor. »Dem Titel nach magst du noch immer der Sprecher der Mission sein. Die Position, die ich meine, ist die des Zhirrzh, dessen Handlungen es überhaupt erst ermöglicht haben, dass der menschliche Gefangene Pheylan Cavanagh von seinen Leuten gerettet wurde.«

»Wer dafür verantwortlich ist, wird sich noch weisen«, konterte Thrr-gilag. »Und bis dahin glaube ich, dass ein gewisses Maß an Respekt nicht zu viel verlangt ist.«

Chrr't-ogdanos Zunge schnellte verächtlich heraus. »Autorität ist etwas, das verliehen wird; doch Respekt ist etwas, das man sich erst verdienen muss. Wenn du noch zu jung bist oder zu berauscht vom Genuss der Macht, um das zu begreifen, dann hätte man dich vielleicht gar nicht erst zum Sprecher ernennen sollen.«

Thrr-gilag drückte die Zunge gegen die Oberseite des Rachens und verkniff sich die Widerworte, die er hatte geben wollen. »Ich bitte um Entschuldigung, falls ich dich enttäuscht habe«, sagte er stattdessen. »Ich habe nur mein Bestes getan.«

Chrr't-ogdanos verhärtete Gesichtszüge lösten sich etwas. »Was geschehen ist, ist nun einmal geschehen«, meinte er mit resignationsgeschwängerter Stimme. »Die Geschichte wird ein Urteil über deine Handlungen fällen.«

Was natürlich nicht bedeutete, dass Chrr't-ogdano das voraussichtliche Urteil der Geschichte nicht schon für sich vorweggenommen hätte. Oder Schiffs-Kommandant Zbb-rundgi und der Rest der Mission.

Und im Grunde vermochte Thrr-gilag es ihnen nicht einmal verdenken. Der Plan, den er zur Ergreifung von Pheylan Cavanagh ausgearbeitet hatte, hatte genauso funktioniert, wie er sich das vorgestellt hatte - ein Punkt, den er besonders betonen wollte, wenn er sich vor der Oberclan-Versammlung rechtfertigte. Sie hatten zugelassen, dass der Mensch das fremde Raumschiff betrat und es aktivierte, wodurch die Älteren, die den Vorgang verfolgten, wertvolle Informationen über seine Funktion erlangten. Und dann hatte - wie erwartet - ein plötzlicher, klarer Blick auf einen Älteren den Menschen lange genug abgelenkt, dass Thrr-gilag sich seiner Fesseln zu entledigen und ihm eine kleine Dosis Zungengift in die Schulter zu injizieren vermochte. Diese Nachricht, dass man einen Häftling mit minimalem Aufwand wieder eingefangen hätte, wäre eigentlich kaum mehr als eine Randnotiz des Tagesberichts gewesen.

Allerdings hatte keiner von ihnen gewusst, dass sozusagen über ihren Köpfen ein menschliches Kampfschiff hing, das schließlich ins Geschehen eingriff. Und es gab auch nichts daran zu rütteln, dass - wenn der Gefangene sich unter Bewachung sicher in seiner Zelle befunden hatte, als der Feind ein paar Centumtakte später angriff - die Rettung vielleicht misslungen wäre.

Oder vielleicht hätten die Menschen den Stützpunkt auch gleich zerstört, jeden Zhirrzh in der Mission in die Älterenschaft erhoben und Pheylan Cavanagh sowieso mitgenommen.

Thrr-gilag schauderte, und der Zungenrand schabte bei dieser Erinnerung leicht am Gaumen. Diese Kriegsschiffe waren einfach unglaublich gewesen. Unglaublich schnell, unglaublich wendig, unglaublich kampfstark. In Farbe und Flugeigenschaften hatten sie exakt dem Kampfschiff entsprochen, das den Versuch einer Brückenkopfbildung auf der menschlichen Welt Dorcas vereitelt hatte - ein Kriegsschiff, von dem sein Bruder Thrr-mezaz glaubte, dass es sich um die geheimnisvollen Copperhead-Krieger handelte, die vom menschlichen Aufzeichnungsgerät erwähnt wurden.

Oder war es vielleicht sogar ein- und dasselbe Kriegsschiff gewesen?

Thrr-gilag runzelte die Stirn, als dieser Gedanke ihm plötzlich kam. Falls die Copperhead-Krieger in der Lage gewesen waren, den Blockadering um Dorcas zu durchbrechen . »Ich möchte meinen Bruder sprechen«, sagte er zu Chrr't-ogdano. »Thrr-mezaz, Kee'rr, Befehlshaber der Zhirrzh-Bodentruppen auf Dorcas.«

»Jetzt gleich?«, fragte Chrr't-ogdano konsterniert. »Wäre es denn nicht besser, von der Diligent aus mit ihm zu sprechen?«

»Wohl um den Schiffs-Kommandanten Zbb-rundgi zu beschwichtigen?«, fragte Thrr-gilag pointiert.

»Um dem gesunden Menschenverstand Genüge zu tun«, erwiderte Chrr't-ogdano schroff. »Oder willst du noch hier sein, wenn die menschlichen Kriegsschiffe in größerer Anzahl zurückkehren?«

Thrr-gilag seufzte. »Sie werden so schnell nicht wieder zurückkehren«, sagte er. »Das habe ich dem Schiffs-Kommandanten Zbb-rundgi auch schon erklärt. Es sind beinahe sechs Zehntbögen seit der Rettung vergangen - wenn noch mehr menschliche Raumschiffe in der Nähe gewesen wären, hätten sie mit Sicherheit schon angegriffen. Alle weiteren Angriffe müssten deshalb von einer ihrer Welten aus erfolgen. Die mindestens einen Vollbogen entfernt sind, vielleicht noch weiter.«

»Das ist doch nur eine Vermutung.«

»Das ist die begründete Überlegung eines Spezialisten für Aliens und fremde Kulturen«, sagte Thrr-gilag barsch. Er war dieses ganzen Hickhacks plötzlich überdrüssig. Niemand hatte Svv-selic dermaßen in Frage gestellt, als er diesen Posten innegehabt hatte. »Eine Verbindung zu Thrr-mezaz, wenn ich bitten darf.«

»Zu Befehl«, sagte Chrr't-ogdano mit finsterem Blick und verschwand.

Auf der anderen Seite des Raums öffnete sich eine Tür, und eine Technikerin kam herein. Sie schob einen Wagen. »Gibt es etwas Neues bezüglich unserer Gefangenen?«, fragte Thrr-gilag sie.

»Sie schlafen noch«, sagte die Technikerin und schob den Wagen zu einem der drei Gewebeanalyseapparate, die noch übrig waren. »Aber ihr Stoffwechsel scheint sich vom Trauma des Transfers mit dem Schiff zu erholen. Die Heiler glauben, dass sie in ein paar Centumtakten wieder genesen sind.«

»Gut«, sagte Thrr-gilag und verspürte einen leichten Anflug von Zufriedenheit; wenigstens schien in dieser Hinsicht alles zu funktionieren. Es war auch nicht der Geschmack der Macht auf der Zunge, die ihren Start verzögerte, wie Chrr't-ogdano und Zbb-rundgi anscheinend glaubten. Es war vielmehr die große Besorgnis, dass ihre zwei neuen, fremden Gefangenen womöglich ihren mysteriösen Verletzungen erlagen, bevor sie transportfähig waren und den Planeten verlassen konnten. Der Transport zur Diligent war nach Ansicht der Heiler schon riskant genug gewesen, und Thrr-gilag wollte, dass sie sich möglichst gut akklimatisierten, bevor sie...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

7,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen