Eroberer - Die Rache

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Mai 2017
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-21248-3 (ISBN)
 
Friede mit den Eroberern? Ausgeschlossen!

Im 23. Jahrhundert kommt eine lange Ära des Friedens in der Galaxis abrupt zu einem Ende, als die Raumschiffe der Zhirrzh eine Flotte des Commonwealth - des Bundes zwischen Menschen und humanoiden Aliens - angreifen. Der Konflikt eskaliert, beide Seiten erheben massive Vorwürfe und Anschuldigungen gegen die andere, und ein Friedensvertrag ist nicht in Sicht. Menschen und Zhirrzh stehen kurz davor, sich gegenseitig zu vernichten. Das Commonwealth bittet Lord Steward Cavanagh, wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren. Er soll die Friedensverhandlungen leiten. Uneinigkeiten zwischen den Führungsclans der Eroberer erschweren die Gespräche zusätzlich. Zeitgleich entdeckt eine kleine, aber hochspezialisierte Elitetruppe, dass der Grund für den Konflikt möglicherweise ein großes Missverständnis ist .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,88 MB
978-3-641-21248-3 (9783641212483)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die »Thrawn«-Trilogie, die mehrere Jahre nach dem Ende von »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« spielt und die Geschichte des »Star Wars«-Universums in eine neue Zeit vorantreibt (»Expanded Universe«). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer »Star Wars«-Romane. Für seine Novelle »Cascade Point« wurde Zahn mit dem renommierten Hugo Award ausgezeichnet.

1

Der Himmel direkt voraus erstrahlte in einem wolkenlosen Blau. Und zu allen Seiten, bis hin zur fernen Krümmung des Horizonts, verschmolzen die Braun- und Grau- und pastellzarten Grüntöne der Landschaft des Planeten wie in einem surrealistischen Bildnis mit dem Blau des Himmels. Hinten - gewissermaßen schräg oben - hing die Sonne des Planeten wie eine fahle blutorangefarbene Kugel.

Und direkt darunter befand sich das feindliche Territorium.

»Samurai, ich registriere eine Reaktions-Aktivität«, ertönte die Stimme des Kampfbeobachters der Corvine in Commander Rafe Taokas Ohr. »Vierunddreißig Kilometer achtern. Ich weiß noch nicht, um welche Art von Geräten es sich handelt, aber ich habe fünf Einheiten aufgefasst.«

»Bestätigung«, meldete Juggler, Taokas Kampfbeobachter. »Ich bestätige ebenfalls Talismans Zählung.«

»Verstanden«, sagte Taoka und rief mit einer Bewegung des linken Augenlids die taktische/Sensoren-Ansicht für den Bereich hinter seinem Catbird-Jäger auf. Die Abbildung wurde in die grafisch verstärkte Abbildung des Terrains in Flugrichtung eingeblendet, das unter ihm vorbeiraste; und er nahm sich einen Moment Zeit für die Untersuchung der blinkenden Kreise, die Juggler markiert hatte. Es waren zwar noch keine Fluggeräte zu sehen, aber die Falschfarbendarstellung zeigte definitiv thermische und Turbulenz-Signaturen. »Gusto, geh noch einen halben Kilometer höher - ich möchte, dass Talisman ein Auge auf die Signaturen da unten hat. Juggler, Argus: Ihr beiden bleibt am vorderen Abtastkegel dran.«

»Verstanden«, sagte Gusto von der Corvine; seine Stimme klang etwas belegt. »Sollten wir aber nicht nach X fliegen?«

»Strategische Order Drei, Gusto«, sagte Crossfire aus dem anderen Catbird, das ein Dutzend Meter neben Taokas Flügelspitze herflog. »Wir werden erst nach X fliegen, wenn die unbekannten Flugobjekte identifiziert wurden.«

»Das ist keine Übung, Crossfire«, sagte Gusto in einem Ton, als ob er eine Rüge aussprechen wollte. »Das ist ein echter Einsatz.«

»Ja, wissen wir«, sagte Crossfire geduldig. »Immer mit der Ruhe. Wir kriegen das schon hin.«

»Jawohl, Sir«, murmelte Gusto. »Immer mit der Ruhe.«

»Glücklich klingt er aber nicht gerade, oder?«, meinte Juggler vom Sitz des Kampfbeobachters hinter Taoka.

»Ich kann's ihm auch nicht verdenken«, erwiderte Taoka knurrend. Das war nämlich eine völlig sinnlose Vorschrift, diese Strategische Order Drei, und jedermann - von der Friedenstruppen-Triade abwärts - wusste das auch. Level X, die vollständige MindLink-Integration zwischen dem Piloten, dem Kampfbeobachter und dem Raumjäger selbst war das Basiskonzept der Copperheads. Die Level A-Verknüpfung, mit der sie im Moment arbeiten, war im Grunde kaum besser als die standardmäßigen Head-up-Displays, mit denen die Poppers ausgerüstet wurden, die Axeheads oder Dragonflies flogen.

Allerdings war die Strategische Order Drei auch nicht von Militärs erlassen worden. Es handelte sich vielmehr um eine politische Maßnahme, zu der die Copperheads vor ein paar Jahren vom NorCoord-Parlament vergattert worden waren - eine Art Kurzschlussreaktion wegen der dramatisierten Meldungen über den Burnout der Copperheads. Eine Meldung, die vom damaligen ehrgeizigen Parlimin Lord Stewart Cavanagh lanciert und aufgebauscht worden war.

Von Politikern erwartete man schließlich nichts anderes als hirnrissigen und kurzsichtigen Aktionismus. Was Taoka dann aber als einen Schlag ins Kontor empfunden hatte, war der Umstand, dass Cavanaghs Kreuzzug von einem ehemaligen Copperhead unterstützt und befürwortet wurde. Und noch schlimmer, von einem Copperhead, der einmal fast eine Legende gewesen war. Adam Quinn: Maestro.

Oder, wie Taoka ihn heute einschätzte: Adam Quinn, der Verräter.

Es war eine schmerzliche Zeit der Demütigung gewesen, und Taoka hatte sich geschworen, diesen Schmerz niemals zu vergessen. Doch vielleicht war ihnen nun späte Gerechtigkeit widerfahren. Laut letzter Nachricht des Schnellboots, die die Einsatzgruppe Trafalgar vor dem Abflug aus dem Raumsektor des Commonwealth noch erreicht hatte, war Quinn verhaftet und des Diebstahls von Eigentum der Friedenstruppen angeklagt worden. Und mit etwas Glück würde Lord Cavanagh vielleicht auch noch dafür zur Verantwortung gezogen werden; Taoka hatte nämlich gehört, dass Quinn damals für Cavanagh gearbeitet hatte. Wenn die beiden dann für die nächsten zwanzig Jahre in Tiefkühl-Haft kämen, würde ihn das wieder mit seinem Schicksal versöhnen.

Unter den drei Raumjägern schoss eine Gruppe von Gebäuden der Eroberer vorbei. Sie hatten die gleiche Architektur aus verbundenen Sechsecken, wie sie auch für die Kriegsschiffe der Aliens charakteristisch war. Er erhaschte einen Blick auf einen Hof zwischen zwei der Gebäude - die Wärmesignatur eines einzelnen Eroberers, der dort draußen im Freien stand und ohne Zweifel mit einer Hightech-Optik-Brille zu ihnen heraufschaute -, und dann befanden sie sich auch schon über einem großen Landefeld, an dessen einem Ende mehrere kleine Luft- oder Raumfahrzeuge abgestellt waren.

»Ich habe ein paar Wärmesignaturen«, meldete Juggler hinter ihm. »Ein paar dieser Fluggeräte da unten fahren bereits die Triebwerke hoch.«

»Sieht ganz so aus, als ob unsere Ankunft sich schon herumgesprochen hätte«, merkte Gusto an.

»Ihre Kommunikation scheint jedenfalls zu funktionieren«, sagte Taoka und rief die Abbildung der Fluggeräte auf, die sie gerade überflogen hatten. »Wir können von Glück sagen, dass sie den Alarmstart noch ein bisschen üben müssen.«

»So ganz ungeübt sind sie aber doch nicht«, sagte Crossfire. »Argus meldet zwei sich nähernde Gruppen: zwanzig und vierundzwanzig Grad, Entfernung zweihundert Kilometer. Abfangvektoren.«

Taoka lächelte grimmig. Nun hatten sie endlich direkten Feindkontakt. »In Ordnung, Gruppe Samurai. Ihr habt es so gewollt: alle Copperheads auf X.«

»Funkspruch von der Gruppe Samurai, Commodore«, rief der Kommandeur der Raumjäger durch die Brücke der Trafalgar. »Sie haben Kontakt mit unbekannten Flugobjekten. Samurai hat ihnen befohlen, auf Level X zu gehen.«

»Verstanden, Schweighofer.« Commodore Lord Alexander Montgomery ließ vielleicht zum hundertsten Mal seit dem Start der Sonden-Teams den Blick über die Anzeigen der Fernaufklärung schweifen. Das Friedenstruppen-Kommando hatte ihm zwar versichert, dass ihr plötzliches Auftauchen den Feind wahrscheinlich überraschen würde, aber die Sesselpupser des Friedenstruppen-Kommandos mussten hier schließlich nicht ihren Hals riskieren. Er trug das Risiko, und er hatte auch nicht die Absicht, die Sonden-Teams oder seine Einsatzgruppe an die Zhirrzh zu verlieren. Bestimmt nicht so, wie Trev Dyami die Jütland verloren hatte. »Smith, haben wir noch Sichtkontakt mit den Aufklärern?«, rief er quer durch die Brücke.

»Jawohl, Sir«, rief der Koordinierungsoffizier der Einsatzgruppe zurück. »Sowohl optisch als auch per Laserverbindung. Noch immer keine Reaktion des Feinds.«

»Die wird aber nicht mehr lange auf sich warten lassen«, murmelte Captain Thomas Germaine auf dem Sitz des Stabschefs der Flotte neben Montgomery. »Sie müssen doch irgendetwas in diesem System haben, womit sie einen Kampf führen können. Die Frage ist nur, wo sie es gebunkert haben.«

»Das sehe ich auch so.« Montgomery strich sich nachdenklich mit dem Zeigefinger über die tiefe Kerbe im Kinn. Die Aufklärer lieferten deutliche visuelle Darstellungen beider Monde und des ganzen Weltraumschutts im weiteren Umkreis. Es sei denn, der Feind hatte noch etwas unter der Oberfläche versteckt .

»Die Antilope meldet den Start eines feindlichen Schiffs vom Planeten«, rief Smith. »Koordinate Fünfzig-Fünf-Delta.«

Germaine hatte das Hauptdisplay bereits für die Übertragung der Daten von der Antilope eingerichtet. Das Zhirrzh-Schiff, das zu ihnen aufstieg, war nicht allzu groß; vielleicht halb so groß wie die Schiffe, mit denen die Jütland ein paar Lichtjahre vor Dorcas aneinandergeraten war.

Wenn man aber bedachte, mit welcher Leichtigkeit diese vier fremden Raumschiffe die aus acht Schiffen bestehende Einsatzgruppe der Jütland vernichtet hatten, war die Präsenz auch nur eines Kriegsschiffs der Zhirrzh etwas, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen durfte.

Und die Antilope, die zweitausend Kilometer entfernt den Planeten in einer Aufklärungsbahn umkreiste, hätte da draußen genauso gut als Zielscheibe dienen können, wenn man bedachte, dass der Rest der Einsatzgruppe sie kaum zu schützen vermochte. »Mendoza, Sie sollten lieber von dort verschwinden«, befahl er dem Kapitän der Antilope. »Gehen Sie in den Hyperraum und warten Sie bei Punkt Victor auf uns.«

Wie um den Befehl zu unterstreichen, sprühte das aufsteigende Ensemble aus Sechsecken plötzlich Laserfeuer und erzeugte kleine Wolken aus dem verdampften Metall der...

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