The Lost Prophecy - Zu Staub zerfallen

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 311 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-5293-1 (ISBN)
 
Die Zeit der Kriege in Andurion ist vorbei. Die Völker der vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft leben seit Tausenden von Jahren in Frieden - ein jedes für sich. Kaum jemand kann sich daran erinnern, dass es ein fünftes Volk gab - vom Element des Lebens.

Doch eine alte Prophezeiung kündigt ein großes Unheil an - dieses wird in vier Wellen über Andurion hereinbrechen, und nichts wird mehr sein wie zuvor. Nur ein Held, der alle fünf Elemente in sich vereint, kann die Welt noch retten ...



ÜBER DIESEN BAND:

Auf ihrer Reise in die Kristallwüste haben sich die Botschafter der vier Elemente noch mühsam zusammengerauft. Doch das endet schlagartig, als das Luftmädchen Vela die Kunde vom Angriff der Feuermenschen auf sie und ihren Begleiter verbreitet. Für Letitia, die Königin des Luftvolks, kann das nur eins bedeuten: Die Feuermenschen haben ihnen den Krieg erklärt.

Währenddessen versuchen die Wasserbotschafter Lorena und Waris, das Volk der Erde zu erreichen, um es vor der bedrohlichen Lage in Andurion zu warnen. Doch gerade an ihrem Ziel angekommen erschüttert ein gewaltiges Erdbeben die unterirdische Stadt, in der die Erdmenschen leben. Auch hier scheint sich wieder das Element gegen das eigene Volk zu richten.

Und während sich die Völker in den Kampf ums Überleben stürzen, bemerken sie nicht, dass die größte Gefahr vor den Toren Andurions lauert ...



Erlebe, wie die Reise der Botschafter weitergeht. Der packende zweite Teil der "The Lost Prophecy"-Reihe. Jetzt als eBook von beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen.

Carina Zacharias wurde 1993 in Aachen geboren. Sie erzählt und schreibt Geschichten seit ihrer frühesten Kindheit, und Autorin zu werden war schon immer ihr größter Traum. Mit einem Studium der Landschaftsökologie orientierte sie sich allerdings in Richtung ihrer zweiten großen Leidenschaft, dem Umweltschutz.

Vela


Sie musste bis weit vor die Stadt fliegen, um ein ruhiges Fleckchen zu finden. Levenyos war selbst in dieser späten Nachtstunde noch von rastlosem Treiben erfüllt, das Barackenfeld ihrer ehemals imposanten Hauptstadt summte geradezu von tausend flüsternden Stimmen. Hier jedoch, wo der Blick weit über das umliegende Weideland ging und die Luft nur vom Schein der Monde und dem Plätschern eines kleinen Bachlaufs erfüllt war, konnte Vela in der Stille endlich ihre eigenen Gedanken hören. Sie hoffte inständig, dass sie hier niemand der Königsgarde suchen würde.

Mit einem Seufzen ließ sie sich am Ufer des Bachs nieder und verschränkte die Beine in der hellblauen Kriegeruniform zu einem Schneidersitz.

Kaum zu glauben, dass ihr Volk erst in der vergangenen Nacht noch getanzt und gesungen hatte. Nun dachte niemand mehr ans Feiern, die ganze Stadt war von Kriegsvorbereitungen eingenommen. Und Vela wusste, dass es schon am nächsten Tag in keinem Ort des Luftreiches anders sein würde. Sie war höchstpersönlich dabei gewesen, als die Königin den Befehl zum Versenden der Seidentauben gegeben hatte. So wie sie bei jeder Entscheidung der Königin während der letzten vierundzwanzig Stunden hautnah dabei gewesen war. Letitia hatte sich nicht nur in den Kopf gesetzt, dass Vela das fähigste und vertrauenswürdigste Mitglied der Kriegerlehrlinge war. Sie schien außerdem der festen Überzeugung zu sein, Vela sei aufgrund ihres Botenflugs die Expertin für die Menschen des Feuers. Den ganzen Tag und die halbe Nacht lang hatte sie Vela in ihrem Beratungszelt vor den obersten Generälen ihrer Garde mit Fragen bombardiert. Was für Waffen nutzten sie? Wie war ihre Hauptstadt aufgebaut? Wie würden sie sich verteidigen?

Vela mochte noch so oft beteuern bei ihrem misslungenen Besuch nicht genug Einblick in das Leben der Feuermenschen erhalten zu haben, um sichere Auskünfte geben zu können, ihre Worte stießen bei Letitia nur auf taube Ohren. So saugte sie sich Antworten aus den Fingern, die die Königin begierig aufnahm und augenblicklich in ihre Angriffsstrategie umzusetzen versuchte.

»Habt Ihr das notiert?«, fragte sie immer wieder die oberen Heerführer und gab in einem fort Anweisungen wie: »Wir brauchen also feuerfeste Lederkleidung. Schlachtet so viele Gemmlahar wie möglich. Das Fleisch soll gepökelt werden, als Wegzehrung.« Oder: »Wir müssen einen weiten Bogen um diese Brandechsen-Löcher machen, schärft das den Soldaten ein!« Die Blicke, die sich die Männer und Frauen hinter ihrem Rücken zuwarfen, entgingen ihrer Majestät, Vela hingegen nicht. Erst recht nicht die grimmigen Seitenblicke, die für sie gedacht waren, als wäre sie persönlich schuld für diesen Krieg.

Doch niemand widersprach.

Erst als ihr Kopf wegsackte und sie mit einem Ruck wieder hochschreckte, wurde Vela klar, dass sie eingenickt war. Erschöpft rieb sie sich die Augen. Sie war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihr Bett in dem Mädchen-Schlafsaal der Kriegerschule aufzusuchen, und der Angst, auf dem Weg dorthin von jemandem aufgegriffen und zurück ins Zelt der Königin abkommandiert zu werden. Es war schwer genug gewesen, sich wegzustehlen.

Von irgendwo her rief ein Nachtvogel. Vela wollte ihm zuhören, erkennen, um welche Art es sich handelte, doch schon fielen ihr wieder die Augen zu. Es hatte keinen Zweck. Sie musste aufstehen oder sie würde an Ort und Stelle einschlafen. Widerwillig rappelte sie sich auf und machte sich auf den Weg in Richtung Stadt, diesmal zu Fuß, am Fluss entlang.

Das Ziehen in ihrer Brust, als wäre dort etwas mit einem langen Lasso gefangen worden und würde nun in weiter Ferne eingeholt werden, ließ sich nun nicht mehr länger ignorieren. Es war so viel in so kurzer Zeit passiert, dass Vela kaum Gelegenheit gehabt hatte, an Corin zu denken. Doch die Erinnerung an ihn war die ganze Zeit über da gewesen, neben ihr im Zelt der Königin, wie ein Geist, den nur sie sehen konnte. Sie hätte alles darum gegeben zu wissen, wie es ihm jetzt ging. Die Aussicht, ihn wiedersehen zu können war das einzig Positive, das sie diesen wahnsinnigen Angriffsplänen der Königin abgewinnen konnte. Es musste eine Möglichkeit geben, das Krankenzimmer in den Tiefen der schwarzen Stadt aufzuspüren, ohne gesehen zu werden. Sicher wäre er wieder kerngesund und würde ihr mit seinen albernen Witzen auf die Nerven gehen. Sie konnte sich in diesem Augenblick nichts Schöneres vorstellen.

»Vela? Vela Bachstelze!«

Vela rutschte das Herz in die Magengrube. Sie war so in Gedanken gewesen, dass ihr der dunkle Schemen entgangen war, der ihr am Bach entgegenkam. Doch als das Mondlicht auf das blasse Gesicht und die dunklen Haare fiel, erkannte sie, dass es niemand der Königsgarde war, der sie entdeckt hatte.

»Marcella.« Vela war zu erschöpft, um die Kraft aufzubringen, ihre matte Begrüßung erfreut klingen zu lassen.

»Bitte, nenn mich Lorena.«

Sie waren einen Schritt voneinander entfernt stehen geblieben. Lorena? Erst bei ihrer letzten Begegnung hatte die Botschafterin darum gebeten, sie Marcella zu nennen. Doch was wusste Vela schon von den Gebräuchen und Namensgebungen der Wassermenschen?

»Wie gut, dass ich dich treffe«, sagte die junge Frau voller Hast. »Niemand will uns helfen .«

Vela unterbrach müde: »Und ich will es vielleicht, kann es aber nicht. Entschuldige, ich brauche dringend etwas Schlaf.« Innerlich verfluchte Vela sich dafür, nicht daran gedacht zu haben, dass sie außerhalb der Stadt und an diesem Gewässer auf das Lager der Wasserbotschafter stoßen könnte. Vermutlich war es nicht weit entfernt im Gestrüpp am Ufer verborgen.

»Ich bitte dich!« Lorena trat ihr in den Weg, als Vela sich an ihr vorbeischieben wollte. Ihre großen grünen Augen sahen sie flehentlich an. »Wir wollen so bald wie möglich zu den Erdmenschen aufbrechen. Wir verstehen, dass ihr allen Proviant für eure Armee braucht. Aber wenn wir zwei oder drei Pferde bekommen könnten, würde das unsere Reise erheblich beschleunigen.«

Vela unterdrückte einen tiefen Seufzer. »Also gut. Ich werde sehen, was ich tun kann. Aber ich weiß, dass die Königin den Großteil der Streitmacht zu Pferde in Richtung des Feuerlandes schicken will. Und unsere Viehbestände sind ohnehin knapp seit dem Wirbelsturm.« Sie versuchte mit einem schwachen Schulterzucken ihr Bedauern und ihre geringe Hoffnung auf Erfolg auszudrücken. So leid es ihr tat, mehr konnte sie wahrlich nicht versprechen. Und in diesem Augenblick wollte sie nur noch schlafen.

»Danke.« Marcella - oder Lorena? - trat beiseite, und Vela ging an ihr vorbei, fest entschlossen, sich nicht länger von der Einkehr in ihr Bett abhalten zu lassen. Noch nie hatte sie sich so sehr nach der dünnen, kratzigen Strohmatratze in dem von Atem- und Schnarchgeräuschen erfüllten Schlafsaal gesehnt.

Doch die Nacht hielt noch eine weitere Überraschung für sie bereit. Vela hatte gerade das Gelände der Kriegerschule erreicht oder zumindest den Platz und die Baracken, die nach dem Sturm zu dieser erklärt worden waren, als eine laute Stimme aus der Dunkelheit sie erneut aufschrecken ließ: »Na, wenn das nicht meine kleine Schwester ist!«

Vela sah auf, und ihr Herz machte einen Satz. »Calim!« Erst dann sah sie das Schwert, das er sich umgeschnallt hatte.

»Jetzt guck nicht so erschrocken, Schwesterchen. Hast du gedacht die Königin würde einen sportlichen und gut aussehenden jungen Kerl wie mich zu Hause lassen, während ihr im Feuerland den ganzen Spaß für euch habt?«

Es gefiel Vela nicht, wie er die Sache ins Lächerliche zog, doch sie musste zugeben, dass er Recht hatte. »Und Mama, Viana, die Kinder .?«

»Werden sicher Zuhause darauf warten, dass ich wiederkomme. Dass wir wiederkommen. Mach dir keine Sorgen, Vela. Ihnen wird hier nichts geschehen.« Er zwinkerte ihr unbekümmert zu.

Trotz seiner Größe und obwohl er mittlerweile verheiratet und Vater zweier kleiner Söhne war, schien Calim doch nie ganz erwachsen geworden zu sein. Vela sah ihren großen Bruder an und hatte auf einmal einen Kloß im Hals. »Du siehst Papa verdammt ähnlich, wenn du so guckst, weißt du?«

Ehe sie sich versah, hatte er sie auch schon so fest in den Arm genommen, dass sie still und heimlich ein paar Tränen in sein Hemd weinen konnte und er so tun konnte, als hätte er nichts gemerkt. Als sie sich wieder voneinander lösten, wischte Vela sich verstohlen über das Gesicht und er bedachte sie mit einem Blick, der sagte: Du musst nicht immer so stark tun, weißt du? Doch laut sagte er: »Man kriegt dich ja gar nicht mehr zu Gesicht! Ich habe gehört, du bist jetzt so etwas wie die erste Beraterin der Königin. Stimmt das? Ich muss es wissen, sonst könnte es peinlich werden, wenn ich vor meinen Freunden damit angebe.«

Vela musste gegen ihren Willen schmunzeln. »Ach, die Königin tut so, als wäre ich die Expertin in Sachen Feuermenschen. Dabei habe ich eigentlich überhaupt keine Ahnung.«

»Tja«, machte Calim. »Unter den Blinden ist der Einäugige König, würde ich sagen. Kopf hoch, kleine Schwester, du solltest lieber stolz auf dich sein. Und irgendwann, wenn wir alt und grau sind, werden wir unseren Enkelkindern von diesem Feldzug erzählen und bezüglich unserer Heldentaten maßlos übertreiben.« Er zwinkerte.

»Ich weiß ja nicht.« Vela schüttelte den Kopf, doch irgendwo tief in ihr drin taten Calims Worte ihr gut.

Ich hab dich lieb, großer Bruder.

Calim nickte ihr zum Abschied mit ironischer Nonchalance zu. »Gute Nacht, königliche Beraterin. Und falls Euch die Königin einmal eine Atempause lässt, schaut doch mal auf einen Tee vorbei.«

»Mache ich.« Vela lächelte....

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