Reich & Schön - Best of Julia 2016

 
 
HarperCollins (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Januar 2017
  • |
  • 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-7572-8 (ISBN)
 
Mit diesem eBundle präsentieren wir Ihnen die schönsten und erfolgreichsten Julia-Romane aus 2016.

EIN BOSS FÜR GEWISSE STUNDEN

Sie wird auf gar keinen Fall zu einer weiteren Kerbe in seinem Bettpfosten werden! Als Alice ihre neue Stelle als persönliche Assistentin von Gabriel Cabrera antritt, weiß sie um den Ruf ihres Chefs: Eiskalt und berechnend soll er sein und seine bisherigen Sekretärinnen mehr nach dem Aussehen als nach ihrem Können ausgesucht haben. Doch Alice ist gewarnt! Auch wenn Gabriels aufreizende Blicke ihr wahre Schauer der Lust über den Rücken jagen - sie wird ihm bestimmt nicht nachgeben. Schade nur, dass ihre Ablehnung den Millionär immer mehr zu reizen scheint ...

DER MILLIARDÄR UND DIE SCHÖNE DIEBIN

Milliardäre bestiehlt man nicht! Diese Lektion muss die schöne Charity erst lernen. Denn nachdem die Ex-Diebin ihrem Vater bei einem letzten Coup geholfen hat, rächt sexy Tycoon Rocco Amari sich auf seine Art . und raubt ihr die Unschuld! Eigentlich sollten damit ihre Schulden beglichen sein, aber die gefährlich heiße Nacht hat unerwartete Folgen. Und obwohl Charity die sinnlichen Küsse Roccos nicht vergessen kann - ein Familienleben mit diesem arroganten Playboy? Einfach absurd! Das sieht Rocco ganz anders, denn der stolze Italiener hat Pläne . mit ihr und seinem Erben!

JETZT UND FÜR ALLE ZEIT!

Als Charlotte die Nachricht erhält, dass Rafael Revaldi einen schweren Unfall nur knapp überlebt hat, bebt ihr ganzer Körper. Denn auch wenn ihre Ehe nur noch auf dem Papier existiert, denkt sie mit jedem Atemzug an ihn! Ausgerechnet jetzt verlangt Rafael, sie zu sehen, und Lottie ahnt, was er von ihr möchte: die Scheidung! Dabei hat der stolze Conte ganz andere Pläne: Er will ein Kind! Für Lotti eine völlig absurde Idee, denn seit einem tragischen Schicksalsschlag herrscht zwischen ihnen eisiges Schweigen . oder will Rafael ihrer Liebe wirklich eine zweite Chance geben?

1. KAPITEL

Alice Morgan verlor zunehmend die Nerven. Jetzt war es schon halb elf! Seit eineinhalb Stunden saß sie in diesem Büro, und niemand konnte ihr sagen, wie lange sie hier noch abwechselnd mit dem Fuß wippen und auf die Uhr sehen würde . Zwei Stunden, drei Stunden oder vielleicht den ganzen Tag lang?

Offenbar hatte man sie schlicht vergessen. Mr Big spielte eben nach seinen eigenen Regeln, das hatte man ihr unter der Hand schon verraten. Er kam und ging, wie es ihm passte. Und er tat nur das, was er wollte. Ein unberechenbarer Mann, der seine eigenen Gesetze schrieb. All diese vertraulichen Informationen stammten von der zierlichen, blonden Barbiepuppe, die Alice vor fast zwei Stunden in das leere Büro geführt hatte.

"Vielleicht ist er bei einem anderen Termin?", hatte Alice hoffnungsvoll gefragt. "Oder er hat vergessen, dass ich um neun komme? Wenn Sie seinen Kalender kurz überprüfen könnten? Dann wüsste ich wenigstens, wie lange ich hier noch auf ihn warten muss."

Aber, nein! Mr Big hielt sich an keine Terminpläne oder Kalender. Augenscheinlich hatte er das nicht nötig, weil er clever genug war, sich alle wichtigen Dinge im Kopf zu merken. Laut der Barbie war er viel zu brillant, um sich auf schnöde schriftliche Erinnerungen zu verlassen.

Zweimal hatte sie bisher ihren Kopf zur Tür hereingesteckt, entschuldigend gelächelt und ihren kleinen Vortrag wiederholt. Dabei tat sie so, als wären Unpünktlichkeit und Unhöflichkeit vollkommen vertretbar. Und da die gesamte Mitarbeiterschaft es gelassen akzeptierte, wurde das Gleiche auch von Alice erwartet.

Missmutig presste sie die Lippen aufeinander und sah sich um. Aus ihrem kleinen Büro konnte sie durch eine Glaswand in das wesentlich größere, moderne Büro von Gabriel Cabrera blicken.

Als Alice gehört hatte, wo sie als Aushilfe eingesetzt werden sollte, war sie begeistert gewesen. Die Büros lagen nämlich in dem eindrucksvollsten Gebäude der ganzen Stadt. Das Shard war ein Meisterwerk architektonischer Baukunst und bot einen gigantischen Blick über London. Viele Menschen zahlten dafür, einmal nach oben ins Gebäude zu dürfen. Die Bars und Restaurants dort waren regelmäßig auf Wochen im Voraus ausgebucht.

Und nun würde sie dort arbeiten. Gut, ihr Vertrag war auf sechs Wochen befristet, aber es bestand die Chance, dass sie übernommen wurde, wenn sie sich bewährte. Der Chef stand zwar in dem Ruf, genauso schnell Leute zu feuern, wie er sie einstellte - auch das hatte sie von der Barbie erfahren -, aber Alice war gut in dem, was sie tat. Mehr als gut. Und seit sie um Punkt Viertel vor neun einen Fuß in dieses Gebäude gesetzt hatte, stand ihr Entschluss fest: Sie würde alles daran setzen, aus diesem vorübergehenden Aushilfsjob ein festes Arbeitsverhältnis zu machen.

Ihre letzte Anstellung war in Ordnung und auch anständig bezahlt gewesen. Allerdings hatte es so gut wie keine Aufstiegsmöglichkeiten gegeben. Sollte sie sich aber diesen Arbeitsplatz hier langfristig sichern können, würde das ihrer Karriere den ultimativen Schub geben.

Doch im Augenblick sah es aus, als müsste sie irgendwann wieder unverrichteter Dinge in ihr kleines Häuschen nach Shepherd's Bush zurückkehren - falls ihr neuer Boss nicht doch noch auftauchte. Wie frustrierend! Wahrscheinlich feuerte er seine Sekretärinnen gar nicht am laufenden Band, sondern sie verließen ihn, weil sie ihn und seine vermeintliche Brillanz nicht länger aushielten!

Nachdenklich betrachtete sie sich in der Spiegelwand am hinteren Ende des Büros. Ihre strenges Kostüm und ihr unauffälliges Äußeres passten nicht zu den mondänen, gestylten Mitarbeitern, die ihr bisher auf den Fluren der Geschäftsleitung über den Weg gelaufen waren. Man bekam fast den Eindruck, auf einem Filmset gelandet zu sein. Die Männer trugen lässige, teure Anzüge, und die Frauen waren meistens blond, umwerfend hübsch und nach der neuesten Mode gekleidet. Junge, urbane Karrieremenschen, die Schönheit, Ehrgeiz und Köpfchen in sich vereinten. Selbst die Sekretärinnen und das Empfangspersonal, die für den reibungslosen Ablauf in dem großen Bürokomplex sorgten, wirkten auffallend glamourös.

Alice dagegen .

Braune Augen, braunes schulterlanges Haar, und selbst in ihren flachen Schuhen war sie noch überdurchschnittlich groß. Ihrem grauen Kostüm und der schlichten weißen Bluse fehlten jegliches Flair, obwohl Alice heute Morgen beim Anziehen noch gefunden hatte, dass sie darin ausgesprochen professionell wirkte. Das Outfit war zwar anders als die legere Aufmachung, die an ihrem vorherigen Arbeitsplatz üblich gewesen war. Aber in diesen extravaganten Räumen sah es einfach nur noch langweilig aus!

Hastig verdrängte sie den Anflug von Minderwertigkeitsgefühl. Dies war schließlich keine Modenschau, und sie musste sich optisch mit niemandem vergleichen. Es war nur ein Job, und sie zweifelte absolut nicht an ihren beruflichen Fähigkeiten - allein darauf kam es an. Sie lernte schnell dazu und war in der Lage, eigenständig und gewissenhaft zu arbeiten. Disziplinen, die in jedem Büro zählten.

Karrieretechnisch arbeitete Alice auf den ganz großen Sprung hin. Sie wollte etwas erreichen, je früher, desto besser.

Es war fast Mittag, als sie beschloss, sich noch einmal nach dem Verbleib des Big Boss zu erkundigen, da wurde plötzlich die Tür geöffnet.

Und dort stand er: ihr neuer Chef Gabriel Cabrera. Auf jemanden wie ihn war sie absolut nicht gefasst gewesen! Groß - beeindruckend groß - und attraktiver als jeder Mann, der ihr jemals unter die Augen gekommen war. Sein Haar war einen Tick zu lang, was ihn leicht verrucht aussehen ließ, und sein schönes Gesicht wirkte makellos. Er strahlte Macht und Stärke aus . und eine prickelnde Energie, die Alice für einen Moment sprachlos machte.

Dann riss sie sich zusammen und streckte zur Begrüßung ihre rechte Hand aus.

"Wer sind Sie?", fragte er und blieb unschlüssig vor ihr stehen. "Und was machen Sie hier?"

Alice ließ die Hand sinken und setzte ein höfliches Lächeln auf. Für diesen Mann würde sie in Zukunft arbeiten, und sie wollte ihre Beziehung nicht auf dem falschen Fuß beginnen. In ihrem Kopf wuchs die Liste mit seinen weniger wünschenswerten Eigenschaften allerdings in diesem Moment um die Eigenschaften rüde und überheblich.

"Ich bin Alice Morgan, Ihre neue Sekretärin. Die Agentur, mit der Ihre Firma zusammenarbeitet, hat mich verständigt. Meinen Lebenslauf habe ich auch dabei, und ."

"Nicht nötig." Er trat einen Schritt zurück, um sie genauer betrachten zu können. In aller Ruhe verschränkte er die Arme und legte den Kopf schief, während sie diese demütigende Prozedur schweigend über sich ergehen ließ.

Behandelt er etwa alle seine weiblichen Mitarbeiter so unmöglich? Mittlerweile hatte sie ja verstanden, dass er nur tat, was ihm passte. Ganz egal, was andere dazu sagten. Aber das hier ging eindeutig zu weit!

Sie könnte einfach gehen. Dafür hätte die Agentur bestimmt Verständnis, immerhin hatte Alice mehr als zwei Stunden auf ihn gewartet. Andererseits wurde dieser Job außerordentlich gut bezahlt, weit über dem Durchschnitt, und falls sie übernommen würde, bot ihr der langfristige Vertrag erstklassige Konditionen.

Wie auch immer dieser Kerl sich als Chef gebärdete, der Lohn stimmte jedenfalls. Darauf würde Alice sich eben konzentrieren müssen. Seit sie vor drei Jahren von Devon - wo ihre Mutter lebte - nach London gezogen war, wohnte sie gemeinsam mit einer anderen jungen Frau zur Miete in einem kleinen Haus. Sie wünschte sich sehnlichst ihre eigenen vier Wände, aber ihre monatlichen Ausgaben ließen diesen Traum nicht zu.

Am Ende siegte das pragmatische Denken über den Impuls, die Flucht zu ergreifen.

Sie straffte die Schultern. "Ich bin seit Viertel vor neun hier."

"In dem Fall hatten Sie ja reichlich Gelegenheit, sich über meine verschiedenen Firmen zu informieren." Mit dem Kopf nickte er in Richtung eines Aktenschranks, den Alice tatsächlich schon genauer unter die Lupe genommen hatte.

Ihre Nackenhaare stellten sich auf. "Vielleicht können Sie mir einen kurzen Überblick hinsichtlich meiner Pflichten geben?", bat sie steif. "Normalerweise werde ich am Arbeitsplatz von meiner Vorgängerin in die laufenden Prozesse eingewiesen, aber ." Aber seine letzte Sekretärin war anscheinend davongelaufen, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen.

"Ich habe keine Zeit, Ihnen zu erklären, was hier alles von Ihnen erwartet wird. Sie werden es sich beim Arbeiten selbst aneignen müssen. Ich gehe davon aus, dass die Agentur mir eine kompetente Kraft geschickt hat, die eigenständig zurechtkommt?"

Er beobachtete, wie sich ihre Wangen rot färbten und ihre Haltung noch etwas steifer als vorher wurde.

Alles in allem war das nicht die Reaktion, mit der Gabriel gerechnet hatte oder die er vom anderen Geschlecht gewöhnt war. Andererseits war es ein geschickter Zug der Agentur, ihm zur Abwechslung einmal jemanden zu empfehlen, der am Ende nicht sein Herz an ihn verlor. Miss Alice Morgan wirkte trotz ihrer Jugend nicht wie ein schwärmerisches Mädchen, sondern eher wie eine strenge Gouvernante!

"Punkt eins auf der Agenda ist: eine schöne Tasse Kaffee. Sie werden bald feststellen, dass diese Aufgabe von essentieller Bedeutung ist. Ich trinke meinen stark, schwarz und mit zwei Stück Zucker. Wenn Sie sich mal etwas locker machen und nach rechts drehen, sehen Sie...

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