Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr

Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus
 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. November 2016
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-17-031533-4 (ISBN)
 
Aus den Alsterdorfer Anstalten in Hamburg sind im Nationalsozialismus über sechshundert Kinder und Erwachsene mit Behinderung in Zwischenanstalten und Tötungsanstalten der "Euthanasie" abtransportiert worden. Über fünfhundert von ihnen sind ermordet worden.



Die Vorgeschichte beginnt mit der therapeutischen Aufbruchstimmung Ende der 1920er Jahre. Auch in Alsterdorf war man von der Idee ergriffen, den "Schwachsinn" mit allen Mitteln zu heilen. Diejenigen, die man nicht mehr heilen konnte, wurden dabei frühzeitig zu "hoffnungslosen Fällen" degradiert. Die Zustimmung zur "Rassenhygiene", die Beteiligung an den Zwangssterilisationen und schließlich die Abschiebung der jüdischen Anstaltsbewohner 1938 waren weitere Schritte auf einer schiefen Ebene, auf der es kein Halten mehr gab. Am Ende standen die Transporte in die Tötungsanstalten und die "Vernichtung lebensunwerten Lebens".



Die Autoren haben je aus ihrer Sicht diese Geschichte aufgearbeitet. Im Vordergrund stehen dabei die Schicksale der Opfer: Menschen mit Behinderung, deren Lebens- und Leidensweg zum Teil bis in die Tötungsanstalten verfolgt wird. Die Verwicklung der Medizin und der Theologie wird anhand der Porträts des damaligen Anstaltsdirektors Pastor Friedrich Lensch und des Oberarztes Dr. Gerhard Kreyenberg dargestellt.
überarbeitete Auflage
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 12,88 MB
978-3-17-031533-4 (9783170315334)
3170315331 (3170315331)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dr. Michael Wunder, Dipl.-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut, Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Dr. Ingrid Genkel, evangelische Theologin, Oberstudienrätin i. R.

Dr. Harald Jenner, freiberuflicher Historiker, Archivar der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.
1 - Deckblatt [Seite 1]
2 - Titelseite [Seite 3]
3 - Impressum [Seite 4]
4 - Inhalt [Seite 5]
5 - Vorwort [Seite 6]
6 - Klaus Dörner Mythos der Heilbarkeit gestern und heute [Seite 9]
7 - Michael Wunder Die Schicksale von Opfern [Seite 14]
8 - Michael Wunder "Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr" [Seite 31]
8.1 - Die Vorgeschichte: "Der vorübergehende Schmerz eines Jahr­hunderts kann und wird Jahrtausende von Schmerzen erlösen" [Seite 34]
8.2 - Die rassenhygienische Sanierung der Gesellschaft und die Innere Mission [Seite 40]
8.3 - Das Programm der "Vernichtung lebensunwerten Lebens" Die "Kindereuthanasie" [Seite 49]
8.4 - Die "Aktion T4" [Seite 51]
8.5 - Das "Euthanasie"-Gesetz [Seite 59]
8.6 - Der offizielle Stopp der "Euthanasie" und die Neuplanung und Ausweitung der Anstaltsmorde [Seite 60]
8.7 - Die dezentrale Euthanasie [Seite 65]
8.8 - Nach 1945 - Bruch oder Kontinuität? [Seite 68]
9 - Rainer Hering Die Hamburger Landeskirche im "Dritten Reich" [Seite 74]
10 - Ingrid Genkel Pastor Friedrich Lensch - ein Beispiel politischer Theologie [Seite 78]
10.1 - Theologische Weichenstellung durch Paul Althaus [Seite 78]
10.2 - Theologische Entscheidungen in den Alsterdorfer Anstalten [Seite 87]
10.3 - Neuanfang in den Alsterdorfer Anstalten [Seite 114]
10.4 - Hintergrund: Thematische Schwerpunkte und Entscheidungen der Inneren Mission 1933-1945 [Seite 119]
11 - Michael Wunder Die Karriere des Dr. Gerhard Kreyenberg - Heilen und Vernichten in Alsterdorf [Seite 132]
11.1 - "Die Alsterdorfer Anstalten - ein Spezialkrankenhaus für alle Arten von geistigen Defektzuständen" [Seite 133]
11.2 - Alsterdorf und die Rassenhygiene [Seite 142]
11.3 - Die Praxis der Zwangssterilisation in Alsterdorf [Seite 150]
11.4 - Kreyenbergs Aufstieg [Seite 161]
11.5 - Die alltägliche Selektion [Seite 168]
11.6 - Nachgeschichte: ein ganz normaler Arzt [Seite 175]
12 - Harald Jenner Friedrich Lensch als Leiter der Alsterdorfer Anstalten 1930 bis 1945 [Seite 179]
12.1 - Die allgemeine Entwicklung der Alsterdorfer Anstalten [Seite 179]
12.2 - Augenzeugenbericht des Anstaltsbewohners Albert Huth (aus einem seiner Berichte über den Anstaltsalltag) [Seite 185]
12.3 - Schwesternschaft und Arbeitsfront [Seite 189]
12.4 - Friedrich Lensch [Seite 190]
12.5 - Die rassenhygienische Diskussion in den Alsterdorfer Anstalten bis 1933 [Seite 201]
12.6 - Die "Euthanasie"-Diskussion in den Alsterdorfer Anstalten bis 1933 [Seite 208]
12.7 - Die rassenhygienische Praxis in den Alsterdorfer Anstalten ab 1933 [Seite 210]
12.8 - Das Alsterdorfer Altarbild als Schlüssel zum Diakonieverständnis von Pastor Lensch [Seite 219]
12.9 - Das Verhalten zur "Euthanasie" nach 1939 [Seite 226]
12.10 - Nachgeschichte: ein ganz normaler Gemeindepastor [Seite 238]
13 - Harald Jenner / Michael Wunder Das Schicksal der jüdischen Bewohner der Alsterdorfer Anstalten [Seite 241]
13.1 - Das weitere Schicksal der Abgeschobenen [Seite 251]
14 - Michael Wunder Die Abtransporte von 1941 [Seite 263]
15 - Michael Wunder Der Exodus von 1943 [Seite 276]
15.1 - Augenzeugenbericht des Anstaltsbewohners Albert Huth (aus seinem Bericht über die Ereignisse von 1943) [Seite 280]
15.2 - Der Transport zum Kalmenhof [Seite 282]
15.3 - Interview mit Hans Meiners, Überlebender des Transportes zum Kalmenhof, am 19. Februar 2008 [Seite 290]
15.4 - Der Transport zum Eichberg [Seite 292]
15.5 - Der Transport nach Mainkofen [Seite 308]
15.6 - Inschrift auf einer der vier Opferstelen in der Gedenkstätte Mainkofen [Seite 320]
15.7 - Interview mit Hans Schlue, Überlebender des Transportes nach Mainkofen, am 6. Juni 1986 [Seite 321]
15.8 - Der Transport nach Wien [Seite 324]
15.9 - Interview mit Johanna Pollmann, Überlebende des Transportes nach Wien, am 8. Juni 1986 [Seite 358]
15.10 - Das ist meine Geschichte Erzählt von Wilhelm Roggenthien am 8. Mai 2001 [Seite 361]
16 - Michael Wunder Erinnern für die Zukunft - zur Kultur des Gedenkens in Alsterdorf [Seite 365]
17 - Anhang [Seite 376]
17.1 - Quellen- und Literaturverzeichnis [Seite 376]
17.2 - Abbildungsnachweise [Seite 387]
17.3 - Personenregister [Seite 388]

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