Der Wildbach Toni

Ein Bergroman
 
Moses Wolff (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 5. September 2011 | 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06546-1 (ISBN)
 
Der Wildbach-Toni, oder wie Er die Welt sieht
Als in einem kleinen Dorf mitten in den Alpen eines Tages der Dorffrieden (in Gestalt eines kleinen Fähnchens) vom Marktplatz gestohlen wird, kommt es zur alpinen Apokalypse: Die Harmonie der Bergwelt ist zerstört, das Dorf dem Untergang geweiht. Die Einheimischen gehen sich gegenseitig an die Gurgel, und der Bergführer Wildbach Toni hat bald keine Gäste mehr. Während er seinen letzten Schützlingen in einem mit waghalsigen Übungen und alpenländischen Weisheiten gespickten Seminar die Bergwelt näherbringt, legt er bei der Suche nach dem Dieb des Dorffriedens einen Zahn zu. Denn: Das Fähnchen muss wieder her!
'Der Wildbach Toni' ist eine erheiternde Reise in die Welt der Berge und gewährt einen unverstellten Blick in die Gipfel und Täler der alpenländische Seele.


Moses Wolff, geb. 1969 in München, ist Autor, Schauspieler und Kabarettist. Er schreibt regelmäßig für das Satiremagazin Titanic und ist Mitveranstalter der erfolgreichen Münchner Lesebühne »Schwabinger Schaumschläger«. Moses Wolff wohnt in der Isarvorstadt in München.
Deutsch
1,25 MB
978-3-641-06546-1 (9783641065461)
3641065461 (3641065461)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Ehrenwort (S. 188-189)

Wäre der Herr Pfarrer nicht zufällig vorbeigekommen und hätte sich zu uns in den Schankraum gesellt, hätten dem Fürst Magnus vermutlich noch mehr Zähne gefehlt. So war es nur einer, den ihm der Action Schorsch mittels eines zufällig herumliegenden Brieföffners entfernt hatte. Der Kinnbart, der Glatzkopf, seine Freundin, die Trudi, die Heidi, die Fang und ich standen um den Fürsten herum, den wir inzwischen an einen der alten Holzstühle gefesselt hatten. »Wo ist das Zacherl, du Sauhund?«, fragte barsch der Schorsch zum hundertsten Mal. »Ich weiß nicht, wovon Sie reden!«, rief der Magnus Fürst zum hundertsten Mal. »Wie kommen Sie denn darauf, dass ich es genommen haben könnte? Wildbach Toni! Ich war doch die ganze Zeit bemüht, Ihnen zu helfen, den wahren Täter zu finden …« Der Thomas kam nun auch endlich hinzu. Noch immer hatte er den Fred im Schwitzkasten.

Mit Schrecken stellte ich fest, dass er leichte Augenringe bekommen hatte. Vielleicht lag das ja am langen Körperkontakt mit dem Werbe-Gorilla? »Ja verreck! Dann hat ers gar nicht!«, sagte der Thomas in wütendem Tonfall. »Schmarrn!«, rief ich. »Garantiert hat ers! Der Breissner hats mir doch gesagt!« »Der Breissner?«, fragte der Herr Pfarrer mit hochgezogener Augenbraue. »Wo hast du den denn troffen?« Jetzt drohten einige schon wieder die Seite zu wechseln. Das war nicht zum Aushalten! Der Fürst war also doch mächtiger, als ich gedacht hatte. In einem spontanen Wutanfall packte ich ihn mit einer Hand am grauen Schopf und wandte mit der anderen Hand den alten Trick von unserem Herrn Lehrer Willumeit an, um die richtige Antwort aus dem Fürsten rauszubekommen! Denn wie unser Herr Lehrer schon immer sagte: »Der Gezwirbelte spricht wahr.«

Ich packte also mit der freien Hand die Schläfenhaare vom Fürsten und zwirbelte sie unsanft im Uhrzeigersinn, sodass er erbärmlich aufjaulte. Ich würde schon noch rausbekommen, wo er das Zacherl versteckt hatte. »Aaaaah! Auaa!«, wimmerte der Wicht. »Bitte hören Sie auf! Ich habe Ihre Fahne nicht gestohlen!!« Vielleicht funktionierte das Zwirbeln nur bei uns Bergmenschen? Oder war es möglich, dass … Ich konnte den schrecklichen Gedanken nicht zu Ende denken, da holte der Action Schorsch schon aus und schlug dem Fürst zweimal mitten ins Gesicht, sodass er heftig aus der Nase zu bluten anfing. »Jetzt ist es aber genug!«, riefen die Heidi und der Herr Pfarrer gleichzeitig. »Red! Wo hast du unser Zacherl versteckt?«, bohrte ich nach.

»Ich … ich hab Ihr Zacherl doch nicht! Wirklich! Bei allem, was mir heilig ist!« Patsch! hatte ihm der Schorsch eine gesalzene Schelle aufs rechte Ohr verpasst. Die Trudi klatschte Applaus, hörte aber sofort wieder auf, als die Heidi sie böse anschaute. »So was hab ich ja noch nie erlebt!«, schrie der Fürst, der inzwischen reichlich derangiert ausschaute. »Ich hole die Polizei! Ihr vermaledeiten Bergtölpel! Ihr zurückgebliebenen Volldeppen!! Ihr reaktionäres Pack!!!«

Der Thomas hatte alle Hände voll zu tun, weitere Nasenstüber gegen den Fürst abzuwenden, wobei er den Fred aus dem Schwitzkasten lassen musste, der daraufhin etwas linkisch dastand und nicht wusste, wie ihm geschah. »Was stehst da so bled rum und glotzt? Abmarsch, los! Geh und bau scho amal euern Krempel ab!«, fuhr die Heidi den Werbe-Lakaien an, der sich daraufhin schnell verzupfte. Ich war indes noch immer voll auf den Fürst fixiert. »Gib jetzt des Zacherl raus!«, zischte ich und beugte mich zum Fürsten runter, um ihm direkt in die eiskalten blauen Augen zu schauen. »Und zwar sofort!« Da stand plötzlich der Schipfer Päda in der Tür. Er sah völlig verzweifelt aus und schubste mich zur Seite. Seine Augenringe waren inzwischen wieder tiefschwarz."
Schweitzer Klassifikation
BISAC Classifikation
Warengruppensystematik 2.0

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

7,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen