Gesetzgebungsoutsourcing im verfassungstheoretischen Kontext

Erörterung der Geltungskraft der Verfassung im Bereich externer Politikberatung
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im März 2021
  • |
  • XVII, 330 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-160089-0 (ISBN)
 
Das sogenannte Gesetzgebungsoutsourcing ist ein relativ junges Phänomen der legistischen Praxis. Dabei wird die genuin staatliche Aufgabe der Erstellung von Gesetzentwürfen an externe Berater delegiert. Während diesbezüglich der Diskurs bisher mit nahezu ausschließlich (verfassungs-)rechtlichem Fokus geführt wurde, beleuchtet Hannes Wörner darüber hinaus auch das verfassungstheoretische Fundament, das als maßgebliches "Dahinter" der eigentlichen Verfassungsanwendung die kontrovers geführte Debatte prägt. Konkret erörtert er die Praxis der Entwurfsdelegation aus der Perspektive sowohl eines extensiven als auch eines restriktiven Verfassungsverständnisses. Anschließend zeigt der Autor auf, dass die Verfassung durchaus eine normative Strukturierung der Entwurfserstellung beinhaltet. Er plädiert für die Etablierung spezifischer Verfahrensanforderungen, die eine tatsächliche Entscheidungsherrschaft der zuständigen staatlichen Stellen sichern sollen. Den Abschluss bildet ein eigener rechtspolitischer Entwurf zur Gewährleistung eines verfassungsmäßigen Gesetzgebungsoutsourcings.
 
Das sogenannte Gesetzgebungsoutsourcing ist ein relativ junges Phänomen der legistischen Praxis. Dabei wird die genuin staatliche Aufgabe der Erstellung von Gesetzentwürfen an externe Berater delegiert. Während diesbezüglich der Diskurs bisher mit nahezu ausschließlich (verfassungs-)rechtlichem Fokus geführt wurde, beleuchtet Hannes Wörner darüber hinaus auch das verfassungstheoretische Fundament, das als maßgebliches "Dahinter" der eigentlichen Verfassungsanwendung die kontrovers geführte Debatte prägt. Konkret erörtert er die Praxis der Entwurfsdelegation aus der Perspektive sowohl eines extensiven als auch eines restriktiven Verfassungsverständnisses. Anschließend zeigt der Autor auf, dass die Verfassung durchaus eine normative Strukturierung der Entwurfserstellung beinhaltet. Er plädiert für die Etablierung spezifischer Verfahrensanforderungen, die eine tatsächliche Entscheidungsherrschaft der zuständigen staatlichen Stellen sichern sollen. Den Abschluss bildet ein eigener rechtspolitischer Entwurf zur Gewährleistung eines verfassungsmäßigen Gesetzgebungsoutsourcings.
  • Dissertationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 2,07 MB
978-3-16-160089-0 (9783161600890)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Geboren 1988; Studium der Rechtswissenschaft an den Universitaten Konstanz und Dusseldorf; 2014 Erste Juristisches Staatsexeman; 2017 LL.M.; 2019 Promotion (Bochum); 2020 Zweite Juristische Staatsprufung.
  • Cover
  • Titel
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1. Teil: Einleitung und Arbeitsgang
  • 1. Kapitel: Einführung in die Problematik
  • 2. Kapitel: Gang der Untersuchung
  • 2. Teil: Gesetzgebungsoutsourcing
  • 1. Kapitel: Konkretisierung des Gesetzgebungsoutsourcings
  • A. Ausgangspunkt der Problematik: "Linklaters-Fall"
  • B. Semantik
  • C. Verortung im Gesetzgebungsprozess
  • D. Einordung in den Gesamtkontext externer Politikberatung
  • I. Abgrenzung zum Lobbyismus
  • II. Abgrenzung zur sachverständigen Beratung
  • E. Stellenwert des Gesetzes
  • F. Tatsächliche Konkretisierung
  • I. Motivlage und situativer Kontext
  • II. Gegenstand und Ablauf des Gesetzgebungsoutsourcings
  • III. Daten und Statistiken
  • IV. Benennung der Auftragnehmer
  • G. Entscheidungspräjudizierung
  • I. Beratung und Entscheidung
  • II. Ankereffekt
  • III. Verstärkende Faktoren
  • H. Fazit
  • 2. Kapitel: Juristische Würdigung des Gesetzgebungsoutsourcings
  • A. Vorbemerkung
  • B. Regelung des Gesetzgebungsoutsourcings
  • I. Initiativrecht nach Art. 76 Abs. 1 GG
  • II. Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG
  • 1. Ausübung hoheitsrechtlicher Befugnisse
  • 2. Ständige Aufgabe
  • III. Geschäftsordnungsrecht
  • C. Gesetzgebungsoutsourcing im Lichte sonstiger Verfassungsbindungen
  • I. Gesetzgebungsoutsourcing als informaler Prozess der Entscheidungsfindung
  • 1. Begriff der Informalität
  • 2. Spezifische Eigenart informaler Entscheidungsprozesse
  • 3. Gesetzgebungsoutsourcing als informales Element im Entscheidungsfindungsprozess
  • 4. Systemwidrigkeit als Grenzziehung informeller Praktiken
  • II. Verfassungsrechtliche Eingrenzung des Gesetzgebungsoutsourcings
  • 1. Demokratieprinzip
  • a) Legitimation der Staatsgewalt
  • aa) Funktionell-institutionelle Legitimation
  • bb) Personell-organisatorische Legitimation
  • cc) Sachlich-inhaltliche Legitimation
  • dd) Legitimationsniveau
  • ee) Staatsgewalt als Legitimationsobjekt
  • b) Gesetzgebungsoutsourcing im Lichte der Legitimationsdogmatik
  • 2. Gemeinwohl
  • a) Verpflichtung des Staates auf das Gemeinwohl
  • b) Begriff des Gemeinwohls
  • aa) Gemeinwohl a priori
  • bb) Gemeinwohl a posteriori
  • c) Gemeinwohl als Verfahrensproblem
  • d) Gesetzgebungsoutsourcing im gemeinwohlorientierten Gesetzgebungsverfahren
  • D. Fazit
  • 3. Teil: Gesetzgebungsoutsourcing im verfassungstheoretischen Kontext
  • 1. Kapitel: Verfassung
  • A. Die normative Verfassung
  • B. Funktion der Verfassung
  • I. Verfassung als rechtliches Instrument zur Beschränkung staatlicher Macht
  • II. Verfassungsaufgaben in der modernen Staatlichkeit
  • C. Verfassung als "gute Ordnung"
  • 2. Kapitel: Verfassungsverständnis
  • A. Einleitung
  • I. Formelle Geltungskraft und materielle Normierungsdichte
  • II. Expansion und Konstitutionalisierung
  • III. Grundverständnis der Verfassung
  • 1. Relevanz des Grundverständnisses
  • 2. Restriktives und extensives Verfassungsverständnis
  • 3. Wertordnung und Rahmenordnung
  • 4. Prinzipientheorie nach Alexy und Rahmenordnungstheorie nach Böckenförde
  • B. Werttheorie des Bundesverfassungsgerichts
  • I. Nachzeichnung der verfassungsgerichtlichen Judikatur
  • 1. Parteiverbotsurteile
  • 2. Elfes-Urteil
  • 3. Steuersplitting
  • 4. Lüth-Urteil
  • 5. Nachfolgende Entscheidungen
  • a) Blinkfüer-Beschluss
  • b) Schwangerschaftsabbruch I
  • c) Handelsvertreter-Beschluss
  • 6. Gesamtverfassung als Wertordnung
  • II. Abwägung und Wertrangordnung
  • III. Fazit
  • C. Rahmenordnungstheorie nach Ernst-Wolfgang Böckenförde
  • I. Kritik an der Wertordnungsrechtsprechung
  • 1. Frühe Kritik
  • 2. Kritik Böckenfördes
  • a) Rechtsphilosophische Kritik
  • b) Dogmatische Kritik
  • c) Methodologische Kritik
  • aa) Charakter der Verfassungsbestimmungen
  • bb) Kritik der Abwägung
  • cc) Kompetenzproblematik
  • II. Aussagegehalt der Rahmenordnungstheorie
  • 1. Gewährleistung der Freiheit schlechthin
  • 2. Restriktive Anwendung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes
  • 3. Stärkung der Stellung des Gesetzgebers
  • III. Begründung der Rahmenordnungstheorie
  • 1. Gesetzgebungsstaat und Jurisdiktionsstaat
  • a) Prägender Kontext
  • b) Staat und Verfassung
  • c) Verfassungsstaat und Souveränität
  • 2. Kriterium der Letztentscheidung
  • IV. Fazit
  • D. Prinzipientheorie nach Robert Alexy
  • I. Idee einer Prinzipientheorie
  • 1. Prinzipientheoretische Ansätze
  • 2. Ideengeschichtlicher Hintergrund
  • 3. Prinzipientheorie als bloße Strukturtheorie?
  • 4. Prinzipientheorie und Staatsorganisationsrecht
  • II. Konkretisierung der Prinzipientheorie
  • 1. Trennungsthese
  • a) Übereinstimmungsthese
  • b) Schwache Trennungsthese
  • c) Starke Trennungsthese
  • 2. Optimierungsthese
  • a) Kollisionsverhalten
  • aa) Regelkollision
  • bb) Prinzipienkollision
  • cc) Regel-Prinzipien-Kollision
  • dd) Prinzipien im kollisionsfreien Raum
  • b) Prima facie-Charakter
  • c) Prinzipientheorie und Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
  • d) Prinzipien und Werte
  • III. Fazit
  • 3. Kapitel: Verfassungstheoretische Kontextualisierung des Gesetzgebungsoutsourcings
  • A. Demokratieprinzip
  • I. Gesetzgebungsoutsourcing und demokratische Legitimation nach Rahmenordnungsdenken
  • 1. Rahmenordnung und politischer Prozess
  • 2. Letztentscheidungskompetenz
  • 3. Rechtsprechung
  • 4. Übertragung auf das Gesetzgebungsoutsourcing
  • II. Gesetzgebungsoutsourcing und demokratische Legitimation nach Prinzipiendenken
  • 1. Demokratie als Optimierungsgebot
  • a) Prinzipiencharakter des Demokratieprinzips
  • b) Rechtsprechung
  • aa) Jüngere Judikatur
  • bb) Anknüpfung an Wertordnungsjudikatur
  • c) Optimierungsbedürftigkeit
  • 2. Übertragung auf das Gesetzgebungsoutsourcing
  • a) Art. 76 Abs. 1 GG als Konkretisierung des Demokratieprinzips
  • b) Unmittelbare Prinzipiengeltung
  • 3. Demokratische Rückbindung
  • a) Binnendemokratisierung
  • b) Stärkung der staatlichen Legitimationsverantwortung
  • B. Gemeinwohl
  • I. Gesetzgebungsoutsourcing und Gemeinwohlverfahren nach Rahmendenken
  • 1. Gemeinwohl und Allgemeinheit der Bürger
  • 2. Rahmen der Gemeinwohlkonkretisierung
  • II. Gesetzgebungsoutsourcing und Gemeinwohlverfahren nach Prinzipiendenken
  • 1. Unzulänglichkeiten des formal-kompetenzorientierten Ansatzes
  • 2. Gemeinwohlverpflichtung als Optimierungsgebot
  • 3. Verfahrensoptimierung
  • 4. Optimal-rationale Gesetzgebung
  • 5. Verfahrenspflichten in der Rechtsprechung
  • a) Frühere Rechtsprechung
  • b) Jüngere Rechtsprechung
  • 6. Grenzen der Verfahrensoptimierung
  • 7. Gemeinwohlgefährdung durch Gesetzgebungsoutsourcing im Lichte des Optimierungsdenkens
  • C. Fazit
  • 4. Kapitel: Verfassung als Prinzipien- oder Rahmenordnung?
  • A. Rechtsphilosophische Kritik am Wertdenken
  • B. Wahrung des gesetzgeberischen Entscheidungsspielraums
  • I. Gefahr des verfassungsgerichtlichen Jurisdiktionsstaates
  • II. Lösung der Prinzipientheorie
  • 1. Entscheidung der Verfassung zugunsten einer Verfassungsgerichtsbarkeit
  • 2. Keine one-right-answer-Theorie
  • 3. Formelle Prinzipien
  • C. Rahmenordnung und Homogenität des Volkes
  • I. (Relative) Homogenität
  • II. Kritik
  • 1. Homogenität als kontrafaktisches Konzept
  • 2. Verfassungsrechtliche Wertungen
  • 3. Grundkonsens statt Homogenität
  • 4. Böckenförde-Diktum
  • D. Fazit
  • 4. Teil: Anforderungen an ein verfassungsmäßiges Gesetzgebungsoutsourcing
  • 1. Kapitel: Grundbausteine einer verfassungsmäßigen Outsourcingpraxis
  • 2. Kapitel: Umsetzungsmöglichkeiten
  • A. Entwurfsphase
  • I. Verfahren
  • II. Voraussetzungen inhaltlicher Entscheidungsherrschaft
  • 1. Personelle Ressourcen
  • 2. Fachwissen
  • 3. Bearbeitungszeit
  • III. Fazit
  • B. Parlamentarisches Verfahren
  • I. Transparenz
  • 1. Erkennbarkeit der Entwurfsdelegation
  • 2. Umfang des Transparenzgebotes
  • 3. Umsetzung des Transparenzgebotes
  • II. Sachverstand
  • III. Zeitliche Streckung des parlamentarischen Verfahrens
  • C. Regelungsvorschlag
  • D. Immunität des Ankereffekts
  • I. Robustheit
  • 1. Sachverstand
  • 2. Transparenz
  • 3. Zeitliche Dimension
  • 4. Fazit
  • II. Negatives Hypothesen-Testen als Korrekturmaßnahme?
  • III. Gesetzgebungsoutsourcing und Ankereffekt
  • Literaturverzeichnis
  • Register

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