Die andere Wahrheit

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. November 2021
  • |
  • 266 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7557-4319-4 (ISBN)
 
Die Suche nach der Wahrheit beginnt...

Der Vater verschwindet.
Die Mutter stirbt.
War es wirklich Selbstmord?

Rebecca Friedrichsen muss die tiefe Abneigung gegen ihre Mutter überwinden und deren geheime Arbeit fortsetzen.
Nur dann kann sie ihren Vater finden.
Bei der Suche gerät sie in ein gefährliches Netz aus Lügen und Intrigen.
Wieso ist der Kollege ihres Vaters plötzlich so verändert? Was verschweigt das Ehepaar von Stein? Steht der Journalist Marten wirklich auf ihrer Seite?

Rebecca erfährt Die andere Wahrheit, die ihr ganzes Leben erschüttert.

Wem kann sie noch trauen?
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,48 MB
978-3-7557-4319-4 (9783755743194)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Tara Winter, geboren 1976, lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Schleswig-Holstein. Wenn sie nicht von der Familie auf Trab gehalten wird, genießt sie lange Spaziergänge an der Ostsee.
Seit einigen Jahren veröffentlicht sie Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften.
Mit dem doppelbändigen Roman Schwarze Witwe - Vom Hass getrieben und Schwarze Witwe - Von Rache verzehrt, sind bereits zwei Titel von Tara Winter erfolgreich bei KDP/Amazon erschienen.

Samstagabend


Rebecca lenkte ihren Wagen aus dem Wohngebiet und bog rechts auf die Hauptstraße in Richtung Stadt ein. Kaum hatte sie das Hamburger Stadtgebiet erreicht, zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Die Scheibenwischer kämpften mühsam gegen die großen Tropfen an, die träge auf der Windschutzscheibe zerplatzten. Der Tag kam ihr unendlich lang vor und sie war erschöpft. Rebecca gähnte. Es fiel ihr zunehmend schwer, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Ihr Kopf dröhnte und die Gedanken rasten wirr durcheinander. Zwanzig Minuten später erreichte sie das zweistöckige Haus, in dem ihre Wohnung lag. Sie entdeckte ihren Nachbarn, der gerade in sein parkendes Auto einstieg. Rebecca wartete einen Moment, bis er weggefahren war. Es gab nur fünf Stellplätze vor dem Haus, die meist belegt waren. Dankbar, nicht mehrfach die Straße abfahren zu müssen, bog sie in die Lücke ein.

Rebecca lief die Treppe nach oben. Wenn ihr Kreislauf etwas angekurbelt wurde, verschwand vielleicht auch die lähmende Müdigkeit.

Kaum hatte sie den Schlüssel ins Schloss gesteckt, hörte sie das gewohnte leise Klackern von Pfoten auf dem Laminat des Flurs.

"Hey, Bug. Na, hast du mich schon vermisst?" Rebecca betrat ihre Wohnung. Der schwarze Kater mit der süßen weißen Zeichnung im Fell, strich um ihre Beine. Seine glänzenden blauen Augen blickten zu ihr hoch. Rebecca beugte sich zu ihm hinunter und strich über sein samtweiches Fell. Der Kater schnurrte genießerisch. Bug verdankte seinen Namen Rebeccas anfänglicher Unsicherheit, ob die Anschaffung einer Katze ein Fehler, im Computerjargon Bug, gewesen war. Dieses Gefühl war absoluter Liebe gewichen, seit der Kater ein T-Shirt zerfetzt hatte, das ein Ex-Freund bei ihr vergessen hatte. Seitdem wusste Rebecca, dass dieses Tier ihr ein zuverlässiger Lebenspartner sein würde.

"Wollen wir was essen, Bug?"

Der Kater maunzte fröhlich und tänzelte erwartungsvoll in die Küche.

Er setzte sich vor seinen Futternapf, reckte das Kinn. Fünf Jahre war dieser Kater schon ihr Begleiter und Rebecca hüpfte immer noch das Herz vor Freude, wenn er einfach nur dasaß und sie anblickte.

Rebecca stellte ihren Kaffeeautomaten an und entschied sich für einen Espresso. Ohne einen kleinen Koffeinschub konnte sie keinen klaren Gedanken fassen, auch wenn ihr Magen knurrend nach fester Nahrung verlangte.

Bug kommentierte diese unerwünschte Verzögerung durch klägliches Miauen, bis Rebecca eine Portion Trockenfutter in seinen Napf kullern ließ. Der Kater hockte sich über seine Mahlzeit und schmatzte genüsslich.

Rebecca prüfte den Inhalt ihres Kühlschranks und holte Kartoffelscheiben vom Vortag, eine Zucchini und den Rest einer Lauchstange heraus. Sie schnitt das Gemüse klein und gab es in eine Pfanne, in der es zischend anbriet. Dann stieg das köstliche Aroma von Lauch empor und kündigte die baldige Mahlzeit an. Rebecca zupfte Kräuterzweige aus den Töpfen von der Fensterbank, hackte sie auf einem großen Holzbrett klein und gab sie mit einem Löffel voll Crème fraîche zu dem Gemüse.

Sie setzte sich an den kleinen Küchentisch und stocherte in dem Essen herum. Ihre Gedanken waren schon bei den Unterlagen. Was auch immer sie gleich finden würde, erforderte einen klaren Kopf und einen gefüllten Magen. Rebecca aß schnell auf, ließ den leeren Teller auf dem Tisch stehen und ging ins Wohnzimmer. Bug hatte sich schon herübergeschlichen und döste auf seiner kuscheligen Lieblingsdecke, die auf dem Sofa lag. Zwischen den Pfoten klemmte seine zerschlissene Stoffmaus Molli.

Rebecca setzte sich neben ihn und strich über die weiße Fellzeichnung, die sich von der Nase bis zwischen die Augen hochzog. Rebecca genoss die Streicheleinheiten ebenso sehr wie ihr Kater. Bug schnurrte und drückte sich an Rebeccas Oberschenkel.

Für einen Moment ließ sie alle Gedanken fallen und konzentrierte sich nur auf die Wärme des Katers, der so sorglos neben ihr schlummerte. Während sie Bug die Brust kraulte, beugte sie sich zum Glastisch vor und griff nach dem Telefon. Die Papiere, die sie bei Verena gefunden hatte, mussten warten. Sie dachte an die wenigen Freunde, die Levin hatte. An wen, außer sie selbst, hätte er sich gewandt, wenn er Hilfe benötigte oder einfach einen Platz zum Schlafen?

Burkhard Schönau war der Erste, der ihr einfiel. Er hatte mit Levin zusammen studiert und seitdem waren sie befreundet. Er lebte mit seinem Lebensgefährten und zwei oder drei Hunden in Lübeck. Mehr wusste Rebecca nicht von ihm. Zuletzt hatten sie sich an Levins Geburtstag gesehen. Rebecca durchsuchte die gespeicherten Kontakte auf ihrem Smartphone und war erstaunt, dass sie seine Nummer fand. Dann erinnerte sie sich, dass Levin ihr die Nummer gegeben hatte, als er vor vier Jahren mit Burkhard ein Herren-Wochenende verbracht hatte.

"Schönau", meldete sich eine fröhliche Stimme.

"Hallo Burkhard. Hier ist Rebecca Friedrichsen, die Tochter von Levin."

"Rebecca, wie schön, einen Anruf von einer jungen Dame zu bekommen, die mir zur Abwechslung nichts verkaufen möchte." Er kicherte. Im Hintergrund bellte ein Hund.

"Levin ist verschwunden. Ist er bei dir oder hattest du in letzter Zeit Kontakt zu ihm?"

Sein lautes Ausatmen pfiff durch die Leitung.

"Du glaubst, ihm ist etwas passiert?"

Rebecca schluckte. "Hat er sich bei dir gemeldet?"

"Wir haben vor einigen Wochen zuletzt gesprochen, da schien alles in Ordnung. Mir ist an Levin nichts Außergewöhnliches aufgefallen. Aber warte mal."

Rebecca hörte Stimmen im Hintergrund, kurz darauf nahm Burkhard wieder das Gespräch an.

"Nein, er hat hier nicht angerufen, auf dem Anrufbeantworter ist auch nichts. Tut mir leid. Kann ich irgendetwas tun?"

"Nein." Rebecca zögerte kurz. "Danke."

"Bitte melde dich, wenn er von sich hören lässt."

Rebecca beendete das Gespräch.

Sie rief noch zwei weitere Bekannte ihres Vaters an. Niemand hatte mit Levin in den letzten Tagen Kontakt gehabt. Nach diesen drei Telefonaten wusste Rebecca nicht, wen sie noch ansprechen sollte. Er war in keinem Verein, machte auch keinen Sport. Er hatte nur seine Arbeit. Dann kam ihr eine Idee.

Seine Arbeitskollegen hatten ihn am Freitag bestimmt noch gesehen. Sie müssten wissen, ob es an diesem Tag besondere Vorfälle gegeben hatte oder er sich auffällig benommen hatte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war er zuletzt mit seinen Kollegen zusammen gewesen. Von Verena abgesehen, aber auf deren Informationen konnte sie sich offensichtlich nicht verlassen.

Am heutigen Samstag war Silber-Stein geschlossen. Rebecca würde diese Gespräche auf Montag verschieben müssen. Sie nahm den Kater hoch und drückte ihr Gesicht nachdenklich an Bugs weichen Bauch. Hoffentlich hatte sich bis dahin der ganze Spuk in Luft aufgelöst.

Rebecca griff nach dem Laptop, suchte die Telefonnummern der umliegenden Krankenhäuser heraus und notierte diese auf einem Zettel. Mit einem komischen Gefühl wählte sie die ersten Ziffern. Eine Telefonistin mit rauchiger Stimme meldete sich und legte den Anruf in die Warteschleife. Jazzmusik ertönte. Rebecca trommelte mit den Fingern auf Bug herum, der sich mit lautem Fauchen beschwerte. Die Mitarbeiterin teilte ihr kurz darauf mit, dass niemand mit dem gesuchten Namen eingeliefert worden war und beendete das Gespräch. Die Auskünfte der anderen Krankenhäuser waren identisch. Rebecca war erleichtert, dass er in keiner Klinik lag. Trotzdem war sie ihm oder den Gründen für sein Verschwinden noch keinen Schritt nähergekommen.

Sie richtete sich auf. Bug blickte sein Frauchen vorwurfsvoll an. Dann schnappte er sich seine Stoffmaus und verschwand in dem Korb seines Kratzbaumes, der in der Zimmerecke neben dem Wohnzimmerschrank stand.

Rebecca ging in den Flur und bemerkte den unangetasteten Espresso, der noch in der Küche stand. Sie trank den inzwischen kalten Kaffee und verzog angewidert das Gesicht. Am Garderobenständer im Flur hing ihre Tasche. Rebecca öffnete sie und zog die Papiere heraus.

Auf dem Couchtisch breitete sie die Unterlagen aus. Es waren Ausdrucke, Notizzettel und ein kleiner Block, übersät mit Notizen in Verenas krakeliger Handschrift.

Rebeccas Blick schweifte über die Papiere. Warum versteckte Verena ihre Notizen und vor wem?

Sie griff zuerst nach dem Notizblock. Als sie ihn hochhob, fielen drei kleine Blätter heraus und flatterten zu Boden. Rebecca hob sie auf. Es waren Fotos.

Die Aufnahmen waren unscharf, eine davon stark verwackelt. Bei der hohen Auflösung, die Handys und Digitalkameras inzwischen hatten, waren diese entweder mit einem Steinzeit-Modell aufgenommen worden oder der Fotograf hatte kein Interesse an guten Bildern gehabt.

Rebecca sah sich neugierig das erste Foto an.

Es zeigte einen Raum, vielleicht war er Teil einer Lagerhalle. Die Wände waren schmutzig, die Fensterscheiben schienen zerbrochen zu sein, genau war es nicht zu erkennen. In den Raum drang kaum Licht ein. Auf dem...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

5,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen