Traditionstheorie

Eine philosophische Grundlegung
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. März 2017
  • |
  • 327 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-155182-6 (ISBN)
 
Alle Kulturleistungen des Menschen bilden sich in oder als Traditionen, seien es einfache Rituale und Bräuche oder komplexe Wissenssysteme wie Religion, Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Thomas Arne Winter legt erstmals eine systematische Traditionstheorie vor, die das Wesen hinter den vielfältigen Erscheinungsformen von Tradition ergründet. In kritischer Auseinandersetzung mit Heidegger und Gadamer entwickelt er einen neuen Ansatz, der phänomenologische, hermeneutische und strukturanalytische Verfahren zusammenführt. Genaue Analysen der Grundbegriffe Weitergabe, Wiederholung, Muster, Verstehen und Sinn erarbeiten eine Ontologie des traditionalen Phänomens. Sie zeigt, wie hermeneutische Muster die kollektive Sinngebung des menschlichen Lebens ermöglichen. Dabei geht es nicht darum, traditionalen Sinn zu verfechten, sondern über seine Generierungsprozesse aufzuklären. So wird in anthropologischer Hinsicht eine Universalgrammatik menschlicher Lebensformen entworfen.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • 4,59 MB
978-3-16-155182-6 (9783161551826)
3161551826 (3161551826)
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • § 1. Tradition als Gegenstand philosophischer Forschung
  • 1. Relevanz und Forschungsstand
  • 2. Zurückweisung der gängigsten Vorurteile
  • 3. Traditionstheorie als philosophische Aufgabe: Ansatz und Aufbau der Arbeit
  • Erster Teil: Der Traditionsbegriff in der hermeneutischen Philosophie
  • Erstes Kapitel: Heideggers phänomenologische Traditionskritik: Tradition unter der Logik der Authentizität
  • § 2. Die zeitliche Struktur: Tradition als ein bestimmtes Haben von Geschichte
  • 1. Die Bewahrung kultureller Vergangenheit
  • 2. Geschichtliche Ungeschichtlichkeit
  • § 3. Die logische Struktur: Tradition als sprachliche Übermittlung
  • 1. Heideggers Logik der Authentizität und die Möglichkeit der Verdeckung
  • 2. Das Gerede und die öffentliche Ausgelegtheit
  • § 4. Die phänomenologische Struktur: Tradition als Verdeckungsgeschichte
  • 1. Verborgenheit: Die Verdeckung alternativer Sachauslegungen
  • 2. Verschüttung: Die Verdeckung von Ursprung und Traditum
  • 3. Verstellung: Nichtursprünglichkeit und naive Evidenz
  • § 5. Die existenziale Struktur: Tradition als unauthentischer Lebensvollzug im Verfallen an die Welt
  • 1. Dasein als Möglichsein, Verstehen und Sorge
  • 2. Möglichkeitsblindheit und Vergegenständlichung. Die Uneigentlichkeit, das Man und der Tod
  • § 6. Die Entdeckung der Tradition
  • 1. Die Destruktion der Tradition
  • 2. Wiederholung und Sichüberliefern aus dem Erbe
  • Zweites Kapitel: Gadamers Rehabilitierung der Tradition: Tradition unter der Logik der Spekulation
  • § 7. Gadamers Programm einer philosophischen Hermeneutik
  • 1. Das Problem des historischen Bewusstseins und die Logik der Spekulation
  • 2. Verstehen als Geschehen. Die Umdeutung Heideggers und die Umkehrung Hegels
  • § 8. Gadamers explizite Rehabilitierung der Tradition: Tradition als Bedingung der Möglichkeit des Verstehens
  • 1. Die Rehabilitierung der Vorurteile und der Autorität
  • 2. Die Rehabilitierung der Tradition: Bewahrung des Klassischen aus freier Vernunft
  • 3. Tradition als Wahrheitsmedium: Zeitenabstand und Vorgriff der Vollkommenheit
  • § 9. Gadamers implizite Rehabilitierung der Tradition: Tradition als hermeneutisches Wahrheitsgeschehen
  • 1. Verstehen als Traditionsvorgang: Wirkungsgeschichte und Horizontverschmelzung
  • 2. Die Aneignung der Tradition: Hermeneutische Erfahrung und Applikation
  • 3. Tradition als Wahrheitsgeschehen: Sprache und hermeneutischer Idealismus
  • Drittes Kapitel: Kritik und Konsequenz
  • § 10. Fünf Leitbegriffe für eine adäquate Traditionstheorie: Sinn, Ambivalenz, Geschichtlichkeit, Pluralität und Bezugsdifferenz
  • Zweiter Teil: Grundlegung einer allgemeinen Traditionstheorie
  • Erstes Kapitel: Freilegung der traditionstheoretischen Grundbegriffe
  • § 11. Weitergabe
  • 1. Etymologische Vorbetrachtung (tradere, traditio) und erste terminologische Grundbestimmungen (Tradent, Akzipient, Traditum)
  • 2. Güter, Akt und Träger der traditionalen Übergabehandlung
  • 3. Die traditionale Weitergabe
  • § 12. Wiederholung
  • 1. Freilegung und Grundbegriff der Wiederholung
  • 2. Die Kategorien der Wiederholung: absolute, identische, isomorphe, variierende und transformative Wiederholung
  • 3. Traditionale Wiederholungen
  • § 13. Muster
  • 1. Das Problem der Sachtradition: Inwiefern können Dinge Tradita sein?
  • 2. Der Begriff des Musters und die Notwendigkeit seiner strukturalen, phänomenologischen und hermeneutischen Analyse
  • 3. Strukturale Analyse: Das Muster als bestimmtes Relationsgefüge mit den inhärenten Veränderungsmöglichkeiten der Variabilität, Transformierbarkeit und Transmedialität
  • 4. Phänomenologische Analyse: Die Ursprünglichkeit des Musters gegenüber Zeichen, Symbol und Bild in der Abgrenzung ihrer deiktischen Strukturen
  • § 14. Verstehen
  • 1. Hermeneutische Analyse: Muster als verstehbare Sinngebilde zwischen besonderer Anordnung und allgemeinem Sich-Ordnen
  • 2. Neufassung der Verdeckungsgeschichte: Über die Schematisierung der Tradita zur Konvention als traditionaler Verfallsform
  • § 15. Sinn
  • 1. Der Begriff des Sinns und die Frage nach dem traditionalen Sinn
  • 2. Tradition als Sinngabe: Das freigelegte Korrelationsgefüge der fünf Grundbegriffe
  • Zweites Kapitel: Traditionstheoretische Interpretation der Grundbegriffe
  • § 16. Die Kategorien der traditionalen Muster und ihr Zusammenspiel
  • 1. Das Traditum als Trias der Mustergattungen: Textmuster, Bezugsmuster und Vollzugsmuster
  • 2. Zu einer Taxonomie der Traditionen anhand einer medialen Unterscheidung der traditionalen Textmusterarten
  • 3. Intra- und intertraditionale Komplexitätsstufen traditionaler Muster
  • § 17. Die Dimensionen der traditionalen Weitergabe
  • 1. Vorgabe und Aufgabe: die gelingende Weitergabe
  • 2. Hingabe und Zugabe: die authentische Weitergabe
  • § 18. Die sechs Spielräume der traditionalen Wiederholungspraxis: Ausführung, Aufführung, Nachführung, Einführung, Fortführung und Überführung
  • § 19. Tradition als Sinngabe
  • 1. Die vier Stufen des traditionalen Sinns: Vom Gehaltssinn über den katagogischen und den anagogischen Sinn zum Lebenssinn
  • 2. Die Konstitution des traditionalen Sinnhorizontes in Zeit, Raum und Sozietät
  • 3. Der Sinn der Sinngabe als anthropologische Funktion von Tradition. Konklusion und Ausblick
  • Literaturverzeichnis
  • Martin Heidegger
  • Weitere Literatur
  • Personenregister
  • Sachregister

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