Satori

Thriller
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Mai 2011
  • |
  • 608 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05699-5 (ISBN)
 
Die Rückkehr einer Thrillerlegende ... episch, packend, gewaltig!

Tokio 1951: Das Schicksal der Welt steht auf Messers Schneide. USA und Russland kämpfen mit allen Mitteln um die Vorherrschaft in Asien. Die CIA, die Nikolai Hel inhaftiert und gefoltert hat, macht ihm ein Angebot: Seine Freiheit gegen den Tod des sowjetischen Botschafters in Peking. Getarnt als Waffenhändler gerät Hel in ein tödliches Netz politischer Intrigen und verfolgt dabei ganz eigene Ziele: Rache und den Weg zu Satori, der Erleuchtung.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,71 MB
978-3-641-05699-5 (9783641056995)
3641056993 (3641056993)
weitere Ausgaben werden ermittelt
25 (S. 111-112)

Die Speisen waren erlesen. Was die Überlegenheit der südlichen Küche gegenüber der des Nordens anbetraf, war Nikolai ein Snob, aber er musste zugeben, dass diese Mandarin-Gerichte überraschend gut waren. »Yushangfang«, erklärte Oberst Yu, als Nikolai das Essen lobte. »›Des Kaisers Küche‹. Es leuchtet ein, wenn man darüber nachdenkt – der Kaiser konnte die besten Köche in ganz China zu sich rufen. Sie kamen alle her, um zu kochen, und ihr Vermächtnis ist geblieben.« Allerdings, dachte Nikolai. Das Bankett begann mit einer scharf-sauren Suppe, Rippchen in süßem Chingkiang-Essig und zha xiao wan zi, kleinen gebratenen Fleischbällchen aus erstklassigem Schweinehack, und natürlich jiaozi, den für Peking typischen dim-sum.

Yu hatte Nikolai den Ehrenplatz an dem runden Tisch direkt zu seiner Linken zugewiesen und suchte ihm persönlich mit seinen Essstäbchen die besten Stücke heraus. Auch das eine große Ehre. Jetzt prüfte der Oberst die Platte mit den kalten Schweineohren, wählte eines aus und legte es Nikolai auf den Teller. Anschließend nahm er sich selbst eins, kostete es und nickte zustimmend. »Ich stamme aus dem Süden«, sagte er zu Nikolai. »Ein Bergaffe aus Sezchuan. Und ich habe lange gebraucht, bis ich mich an das Essen hier im Norden gewöhnt hatte. Aber es ist ganz gut, nicht wahr?«

»Es ist sehr gut«, antwortete Nikolai. Und Yu hatte nichts von einem Affen. Für einen Mann, der als General Pengs rechte Hand galt, war er überraschend jung, keineswegs ein Landei, sondern ein scharfsinniger kultivierter Stabsoffizier. Heute Abend trug er zivil: eine frisch gestärkte Maojacke mit akkuraten Bügelfalten an den Taschen. Sein volles schwarzes Haar war dem aktuellen Stil entsprechend kurz geschnitten. »Natürlich vermisse ich meinen Reis«, sagte Yu in die Tischrunde. »Diese ganzen Nudeln …« Die anderen Speisenden reagierten wie erwartet mit höflichem Gelächter. Woroschenin sagte:

»Ein Mann Ihrer Stellung könnte sich doch sicher Reis aus dem Süden bringen lassen.« Nikolai war beeindruckt von Woroschenins flüssigem Mandarin und nahm auch den entspannt vertrauten Tonfall zur Kenntnis, den er dem Oberst gegenüber anschlug. Vielleicht lag es an den drei Maotais, die sich der Mann während der Begrüßungsrunde vor dem Essen genehmigt hatte. Nikolai hatte ebenfalls höflich mitgehalten und spürte jetzt den Alkohol. »Aber ich bin kein Kaiser«, sagte Yu freundlich, obwohl keinem der am Tisch Anwesenden der leise Seitenhieb gegen Mao, der sich den besten Reis kommen und von Hand verlesen ließ, entgangen war.

Nikolai fand die Bemerkung bezeichnend – anscheinend fühlte Yu sich in seiner Stellung sicher genug, um gegen den Großen Vorsitzenden zu sticheln. Woroschenin beugte sich über den Tisch und spießte einen Schweinefuß auf. Er nutzte die Gelegenheit, um Nikolai zu fragen: »Sind Sie zum ersten Mal in Peking?« »Das bin ich.« »Zum ersten Mal in China?« »Nicht direkt«, entgegnete Nikolai. »Ich habe einen Teil meiner Kindheit in Hongkong verbracht.« »Gehört das nicht zu Großbritannien?«, fragte Woroschenin. Das war unhöflich, ein hinterhältiger Seitenhieb gegen seine chinesischen Gastgeber. »Das denken die Briten«, antwortete Nikolai. »In Wirklichkeit ist Hongkong so britisch, wie, sagen wir, die Mongolei russisch ist.« Yu lachte laut auf. »Nichts für ungut«, setzte Nikolai hinzu und sah Woroschenin dabei direkt an.

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

9,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok