Der Arzt im Konflikt zwischen Fehleroffenbarungspflicht und Selbstbelastungsfreiheit

 
 
Nomos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. September 2021
  • |
  • 294 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7489-2706-8 (ISBN)
 
Lange bestand hinsichtlich der ärztlichen Pflicht zur Offenbarung von Behandlungsfehlern in Literatur und Rechtsprechung ein diffuses Meinungsbild. Mit Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes 2013 hat sich eine weitere Diskussion erübrigt. Im Zuge der Gesetzesreform wurde ein entsprechender behandlungsvertraglicher Informationsanspruch des Patienten in das BGB aufgenommen. Angesichts des früheren Meinungsstreits zu dieser Thematik verwundert es jedoch kaum, dass es sich um eine der umstrittensten Vorschriften des Patientenrechtegesetzes handelt. Die Arbeit liefert neben der Klärung etlicher Rechtsunsicherheiten auch eine Verfassungsmäßigkeitsprüfung dieser Regelung sowie alternative Anreize zu einem offenen Umgang mit Behandlungsfehlern.
  • Deutsch
  • Baden-Baden
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  • Deutschland
  • 2,28 MB
978-3-7489-2706-8 (9783748927068)
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  • Cover
  • Einleitung
  • § 1: Problemaufriss
  • § 2: Gang der Untersuchung und Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
  • 1. Teil: Der Nemo tenetur-Grundsatz und seine Geltung außerhalb des Strafverfahrens
  • § 1: Die historische Entwicklung des Nemo tenetur-Grundsatzes
  • I. Die Entwicklung in England
  • II. Die Entwicklung in Nordamerika
  • III. Die Entwicklung in Deutschland
  • IV. Ergebnis
  • § 2: Rechtsgrundlagen
  • I. Rechtsgrundlagen im nationalen Recht
  • 1. Einfachgesetzliche Vorschriften
  • a) Strafverfahrensrechtliche Vorschriften
  • b) Vorschriften außerhalb des Strafverfahrensrechts
  • aa) Zivil- und Zivilverfahrensrecht
  • bb) Öffentliches Recht
  • 2. Grundgesetz
  • a) Verfahrensrechtliche Garantien
  • aa) Das Rechtsstaatsprinzip
  • aaa) Das Rechtsstaatsprinzip als allgemeiner Grundsatz
  • bbb) Das Fairnessgebot als Teilelement des Rechtsstaatsprinzips
  • ccc) Die Unschuldsvermutung als Teilelement des Rechtsstaatsprinzips
  • bb) Anspruch auf rechtliches Gehör
  • b) Materielle Bestimmungen
  • aa) Glaubens- und Gewissensfreiheit
  • bb) Allgemeine Handlungsfreiheit
  • cc) Allgemeines Persönlichkeitsrecht
  • aaa) Funktion des Menschenwürdegehalts
  • bbb) Ausprägungen
  • ccc) Die Selbstbelastungsfreiheit als weitere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts
  • II. Rechtgrundlagen im internationalen Recht
  • 1. Art. 14 Abs. 3 lit. g) IPBPR
  • 2. Art. 6 EMRK
  • III. Ergebnis
  • § 3: Der Nemo tenetur-Satz im Spiegel höchstrichterlicher Rechtsprechung
  • I. Der Gemeinschuldnerbeschluss des BVerfG
  • 1. Inhalt
  • 2. Sondervotum des Richters Heußner
  • 3. Grundrechtsdogmatische Eckpunkte der Entscheidung
  • a) Grundrechtseingriff
  • b) Eingriffsrechtfertigung
  • aa) Schranken
  • bb) Schranken-Schranken
  • 4. Reaktion des Gesetzgebers
  • a) Einführung des § 97 Abs. 1 S. 3 InsO
  • b) Meinungsstand zum sog. Verwendungsverbot des § 97 Abs. 1 S. 3 InsO und zugleich beweisrechtlicher Exkurs
  • aa) Allgemeine Struktur der Beweisverbote
  • bb) Offenbarungsverbot
  • cc) Verwendungsverbot
  • dd) Verwertungsverbot
  • ee) Ergebnis zur Reichweitenbestimmung des Verbots
  • II. Weitere höchstrichterliche Judikatur zur Ausstrahlungswirkung von "Nemo tenetur" auf außerstrafrechtliche Felder
  • 1. BGH, 19.03.1991 - 5 StR 516/90
  • a) Inhalt
  • b) Stellungnahme
  • 2. BGH, 26.4.2001 - 5 StR 587/00
  • a) Inhalt
  • b) Stellungnahme
  • 3. BGH, 15.12.1989 - 2 StR 167/89
  • a) Inhalt
  • b) Stellungnahme
  • 4. BVerfG, 07.07.1995 - 2 BvR 1778/94
  • a) Inhalt
  • b) Stellungnahme
  • III. Ergebnis und Folgerungen für die weitere Untersuchung
  • 1. Ergebnis
  • a) Ausstrahlungswirkung des Nemo tenetur-Satzes auf den außerstrafrechtlichen Bereich
  • b) Regelungsinstrumente zum Schutz der Ausstrahlungswirkung
  • c) Auswahlkriterien
  • aa) Art der Zwangslage
  • bb) Widerstreitende Interessenlage
  • cc) Entziehungsmöglichkeit des Behandelnden
  • dd) Kenntnisnahmemöglichkeit der Strafverfolgungsbehörden
  • 2. Folgerungen für die weitere Untersuchung
  • 2. Teil: Die behandlungsvertragliche Fehleroffenbarungspflicht nach § 630c Abs. 2 S. 2 BGB im Lichte des Nemo tenetur-Grundsatzes
  • § 1: Die behandlungsvertragliche Fehleroffenbarungspflicht nach § 630c Abs. 2 S. 2 BGB
  • I. Dogmatische Herleitung und Begründung der ärztlichen Fehleroffenbarungspflicht
  • 1. Rechtslage vor dem PatRG
  • a) Strafrechtliche Bewertung der (fehlerhaften) Heilbehandlung als Ausgangspunkt
  • b) Kurzüberblick zum früheren Meinungsstand in der Literatur
  • aa) Die Fehleroffenbarungspflicht als vertragliche Nebenpflicht in Anlehnung an die Rechtslage für andere freie Berufe
  • aaa) Herleitung aus ergänzender Vertragsauslegung
  • bbb) Herleitung aus § 666 Var. 1 BGB analog
  • ccc) Herleitung aus dem Grundsatz von Treu und Glauben
  • ddd) Kritik
  • bb) Das ärztliche Standesrecht als Rechtsgrundlage der Fehleroffenbarungspflicht
  • cc) Die Pflicht zur Eingriffsaufklärung als Rechtsgrundlage der Fehleroffenbarungspflicht
  • c) Rechtsprechung
  • aa) Keine Fehleroffenbarungspflicht kraft Treueverhältnis
  • bb) Entbehrlichkeit der Fehleroffenbarungspflicht vor dem Hintergrund der Dokumentationspflicht
  • 2. Die ärztliche Fehleroffenbarungspflicht im System der behandlungsvertraglichen Informations- und Aufklärungspflichten nach dem PatRG
  • II. Regelungsinhalt
  • 1. Der "Behandelnde"
  • 2. Der "Patient"
  • 3. Der Behandlungsfehler
  • a) Abweichungen vom medizinischen Standard
  • b) Fallgruppen
  • aa) Konkrete Qualitätsmängel
  • aaa) Diagnosefehler
  • bbb) Befunderhebungsfehler
  • ccc) Therapiefehler
  • bb) Generalisierte Qualitätsmängel
  • aaa) Übernahmeverschulden
  • bbb) Organisationsfehler
  • cc) Dokumentations- und Aufklärungsmängel
  • c) Vom Geltungsbereich des § 630c Abs. 2 S. 2 BGB ausgeschlossene Fallgruppen
  • 4. Die Offenbarung behandlungsfehlerbegründender Umstände
  • 5. Auslöser der Fehleroffenbarungspflicht
  • a) Erkennbarkeit
  • b) Zusätzliche Voraussetzung
  • aa) Die Tatbestandsalternative "Patientennachfrage"
  • bb) Die Tatbestandsalternative "Abwendung gesundheitlicher Gefahren"
  • III. Mögliche Rechtsfolgen der Schlecht- oder Nichterfüllung
  • 1. Keine zwangsweise Anspruchsdurchsetzung
  • 2. Zivilrechtliche Folgen
  • 3. Strafrechtliche Folgen
  • 4. Berufsrechtliche Folgen
  • IV. Ergebnis
  • § 2: Das Beweisverbot nach § 630c Abs. 2 S. 3 BGB
  • I. Hintergrund des Beweisverbots
  • 1. Selbstbelastungsgefahr durch die Erfüllung der Fehleroffenbarungspflicht nach § 630c Abs. 2 S. 2 BGB
  • a) Die Tatbestandsmäßigkeit der fehlerhaften ärztlichen Heilbehandlung
  • b) Zu befürchtende Rechtsfolgen
  • aa) Strafrechtliche Folgen
  • bb) Berufsrechtliche Folgen
  • cc) Vertragsarztrechtliche Folgen
  • aaa) Disziplinarverfahren
  • bbb) Zulassungsentziehung
  • dd) Approbationsrechtliche Folgen
  • ee) Sonstige mögliche Rechtsfolgen
  • aaa) Arbeitsrechtliche Folgen
  • bbb) Beamtenrechtliche Folgen
  • ccc) Hochschulrechtliche Folgen
  • 2. Regelungszweck
  • a) Wahrung des Nemo tenetur-Grundsatzes
  • b) Anreiz zur Erfüllung der Fehleroffenbarungspflicht
  • II. Ausgestaltung
  • 1. Beschränkung auf Straf- und Bußgeldverfahren
  • a) Vom Wortlaut erfasste Verfahren
  • b) Keine analoge Anwendung auf sonstige Verfahren
  • aa) Analogiefähigkeit des Sachverhalts
  • bb) Analogiefähigkeit der Regelung
  • 2. Geschützter Personenkreis
  • 3. Geschützte Information
  • III. Reichweite
  • 1. Auslegung des "Verwendungsverbots"
  • a) Ziel der Auslegung
  • b) Auslegungskriterien
  • aa) Grammatische Auslegung
  • bb) Systematische Auslegung
  • cc) Historisch-teleologische Auslegung
  • c) Auslegungsergebnis
  • 2. Einzelfragen zur Reichweite
  • a) Fernwirkung im Einzelfall
  • aa) Zeugen vom Hörensagen
  • bb) Behandlungsunterlagen
  • b) Frühwirkung
  • c) Fortwirkung
  • IV. Ergebnis
  • § 3: Vereinbarkeit der behandlungsvertraglichen Fehleroffenbarungspflicht nach § 630c Abs. 2 S. 2 BGB mit dem Nemo tenetur-Grundsatz
  • I. Eingriff
  • II. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
  • 1. Legitimer Zweck
  • a) Normzweck des § 630c Abs. 2 S. 2 BGB ausweislich der Gesetzesbegründung
  • b) Darüber hinausgehende Zwecke
  • 2. Geeignetheit
  • a) Die Problematik rechtlicher "Grauzonen"
  • b) Die Anreizproblematik
  • c) Die Misstrauensproblematik
  • 3. Erforderlichkeit
  • a) Alternative, weniger einschneidende Maßnahmen
  • b) Vergleichbare Effektivität
  • c) Der Einfluss von "Nemo tenetur" auf die Maßnahmenwahl
  • aa) Auswahlkriterien
  • aaa) Art der Zwangslage
  • bbb) Widerstreitende Interessenlage
  • ccc) Entziehungsmöglichkeit des Behandelnden
  • ddd) Kenntnisnahmemöglichkeit der Strafverfolgungsbehörden
  • bb) Erstreckung auf berufsrechtliche Verfahren
  • d) Zwischenergebnis
  • 4. Angemessenheit (Verhältnismäßigkeit i. e. S.)
  • II. Ergebnis
  • Schlussbetrachtung
  • § 1: Zusammenfassung
  • § 2: Ausblick
  • Literaturliste

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