Das Ende der Einsamkeit

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. September 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-86349-751-4 (ISBN)
 
Die hübsche Lehrerin Megan traut ihren Augen nicht: Das ist doch Alessandro! Was macht er hier bei der Schulaufführung? Sieben Jahre ist es her, seit er Megan um seiner Karriere Willen verlassen hat. Ihr Herz klopft plötzlich zum Zerspringen. Hoffentlich hat er sie nicht erkannt! Aber kaum verlässt sie das Gebäude, hält seine Luxuskarosse neben ihr, und der Multi-Millionär verlangt, dass sie einsteigt. Megan ist innerlich zerrissen: Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als in seinen Armen zu liegen. Gleichzeitig quält sie die bange Frage: Wird sie am Ende wieder einsam sein?

PROLOG

"Und was, zum Teufel, hast du dir dabei gedacht?"

Alessandro stürmte ins Schlafzimmer. Anders ließ es sich nicht beschreiben. Sein schönes, markantes Gesicht war wutverzerrt, und Megan verstand nicht, warum. Nun ja, sie konnte sich den Grund schon denken, aber das Ausmaß seines Zornes war ihr ein Rätsel.

"Dabei gedacht?", wiederholte sie matt, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.

Nachdem sie eine Stunde zuvor ziemlich unsanft ins Schlafzimmer von Alessandros Studentenwohnung abgeschoben worden war, war sie halb eingenickt, aber erschrocken vom Bett aufgesprungen, als sie die stampfenden Schritte hörte. So stand sie nun fast in Habachtstellung vor dem Fenster. Nach Alessandros Reaktion auf ihre völlig arglose und gutgemeinte Geburtstagsüberraschung hatte sie zwar nicht damit gerechnet, ihn strahlend und begeistert zu sehen, aber dass er so zornig war, irritierte sie doch.

"Du hast mich gut verstanden! Ich rede von deinem lächerlichen Gag!"

Die Stimme, die ihr sonst unvergleichlich sanft Zärtlichkeiten zuflüsterte, sodass Megan vor Sehnsucht dahinschmolz, klang jetzt eisig und abweisend.

"Das war kein lächerlicher Gag", protestierte Megan gekränkt, "sondern eine Geburtstagsüberraschung. Ich dachte, sie würde dir gefallen."

"Es sollte mir gefallen, dass du in ein wichtiges Treffen mit Leuten hineinplatzt, die mein Leben entscheidend verändern können, und aus einer Geburtstagstorte springst?"

Megan blickte stumm zu ihm auf. Himmel, er war so unglaublich schön! Selbst jetzt, da er so aussah, als wollte er sie erwürgen, war er geradezu sündhaft sexy. Ganze ein Meter neunzig atemberaubende Männlichkeit, nach der sich jede Frau umdrehte. Megan wollte ihm nur allzu gern seine schlechte Laune nehmen, denn es war doch sein Geburtstag, auch wenn er offensichtlich keine Lust hatte zu feiern.

Sie wagte ein kleines Lächeln. "Du hast ja keine Ahnung, wie anstrengend es ist, sich in so eine Geburtstagstorte zu zwängen. Ich kann dir die Narben zeigen!" Was nicht übertrieben war.

Nach Megans genialem Plan hatte ihre Freundin Charlotte aus zwei Pappkartons ein tortenähnliches Gebilde gebastelt und ihr versichert, der eingebaute Klappmechanismus würde wie ein Uhrwerk funktionieren. Ein Knopfdruck und - Bingo! - Megan würde in ihrer ganzen Pracht erscheinen! Die blonden Locken zu schmeichelnden Wellen à la Marilyn Monroe gezähmt, ein Schönheitsfleck kokett auf eine Wange platziert, die vollen Lippen zu einem scharlachroten Schmollmund geschminkt.

Leider hatten die beiden Freundinnen nicht mit dem Berufsverkehr in Edinburgh gerechnet, der die Auslieferung zu einer Tortur von über einer Stunde machte. Außerdem hatte sich der ausgetüftelte Klappmechanismus als höchst widerspenstig erwiesen, sodass Megan trotz tauber Glieder in Alessandros engem Wohnzimmer eine verbissene Schlacht mit Unmengen Kreppband ausfechten musste.

Alles zusammengenommen führte zu einem unrühmlichen, reichlich chaotischen Auftritt, als sie aus einer Masse von verknäueltem Klebeband und zerknülltem rosa Seidenpapier hervorkroch - und sich peinlicherweise drei Herren im Nadelstreifenanzug neben ihrem sehr, sehr wütenden Freund gegenübersah.

"Ich sollte Marilyn Monroe darstellen", erklärte sie nun forsch, als ihr Lächeln nicht die erhoffte Wirkung erzielte. Dabei deutete sie auf ihre Aufmachung, die allerdings sehr gelitten hatte.

Drei Stunden zuvor war ihr der schwarze Badeanzug mit dem aufregenden Dekolleté, kombiniert mit schwarzen Netzstrümpfen, hochhackigen schwarzen Pumps und langen schwarzen Handschuhen, noch sehr sexy vorgekommen. Aber ein Handschuh war irgendwo in den Überresten der Geburtstagstorte verloren gegangen, die Pumps hatte sie abgestreift, und die Netzstrümpfe waren zerrissen. Die glamouröse Marilyn-mit-dem-gehauchten-Geburtstagsständchen war zu einer traurigen Witzfigur mutiert.

"Ich dachte, du würdest dich freuen." Ihre Stimme klang schon deutlich weniger zuversichtlich. "Oder es zumindest lustig finden."

"Megan ." Alessandro seufzte. "Wir müssen . reden."

Sie atmete auf. Ja, natürlich, reden. Er war der faszinierendste Mann, den sie kannte, und sie war gern bereit mit ihm zu reden, solange er nur wollte. Vor allem, weil er sie schon nicht mehr so eisig und abweisend ansah. "Sicher, natürlich können wir reden. Obwohl .", sie ging langsam zu ihm, ". ich könnte mir auch Aufregenderes vorstellen."

Zärtlich und bewundernd streichelte sie seine breite Brust. "Habe ich dir eigentlich schon gesagt, dass ich es vorziehe, wenn du Hemden trägst? Ich liebe es, sie aufzuknöpfen. Wobei dieses schwarze T-Shirt zugegebenermaßen auch sehr sexy ist." Das war es zweifellos. Eng anliegend, betonte es Alessandros muskulösen Oberkörper auf atemberaubende Weise.

Alessandro nahm ihre Hände und hielt sie fest. "Ich sagte, reden, Megan. Und hier drinnen können wir nicht reden."

"Sind deine Freunde fort?"

"Das waren keine Freunde." Er ließ sie los, wandte sich ab und verließ das Schlafzimmer, sodass sie gezwungen war, ihm zu folgen. Megan in der Nähe eines Bettes war eine Kombination, die es ihm unmöglich machte, einen klaren Gedanken zu fassen. Zumal, wenn sie ein sexy Outfit trug, das jede Rundung ihres hinreißenden Körpers unterstrich. "Und zieh dir etwas an", fügte Alessandro deshalb, ohne sich umzublicken, hinzu.

"Schon gut, also die Leute, die deinem Leben eine neue Richtung geben werden." Im Vorbeigehen griff sich Megan eines seiner Hemden. Alessandro trug nur weiße Hemden, was sie eigentlich sehr langweilig fand. Zu Abwechslung hatte sie ihm ein schreiend buntes Hawaii-Hemd geschenkt, das er allerdings bislang noch nie angezogen hatte. Vermutlich hatte er es ganz hinten in seinem Schrank vergraben.

Wortlos ließ er sich jetzt auf dem Sofa nieder, das eine ganze Seite des bescheidenen Raumes einnahm, den nur ein sehr optimistischer Mensch als "Wohnzimmer" bezeichnen konnte. Tatsächlich war es kaum mehr als ein winziger Schuhkarton. Aber Alessandro hatte ihr oft genug gesagt, dass er nicht umsonst wie ein Sklave schuftete, um sich sein Studium zu finanzieren. Sobald er seinen Abschluss in der Tasche hatte, würde er sein Schicksal in die Hand nehmen und nicht mehr zurückblicken.

Megan wiederum wollte nicht allzu intensiv darüber nachdenken, wohin ihn dieses "Schicksal-in-die-Hand-Nehmen" führen würde. Aller Wahrscheinlichkeit nach geradewegs aus ihrem Leben. Aber wer konnte es wissen? Grenzenlos optimistisch und zum ersten Mal bis über beide Ohren verliebt, schob sie alle Gedanken an die Zukunft beiseite. Sie war neunzehn und hatte mit ihrer eigenen College-Ausbildung genug zu tun. Da lag es ihr fern, an den Tag zu denken, da sich ihre und Alessandros Wege trennen würden.

"Schön, wer waren die überhaupt?" Sie setzte sich neben ihn und schlug die Beine übereinander. Es kribbelte ihr in den Fingern, seine Wange zu berühren. Noch immer konnte sie es kaum glauben, dass sie sich gleich beim ersten Mal in einen Mann verliebt hatte, der in jeder Hinsicht so perfekt war.

Das Liebesleben ihrer Freundinnen schien dagegen völlig chaotisch - ihre Gemütszustände schwankten ständig zwischen Euphorie und Depression, während sie unaufhörlich darauf zu warten schienen, dass irgendein Typ anrief. Alessandro hatte ihr das nie zugemutet. Er hatte ihre Unschuld als ein Geschenk angenommen, das er zu schätzen wusste, hatte ihre Liebe nie als selbstverständlich hingenommen und ihr keinerlei Versprechungen gemacht, die er nicht zu erfüllen beabsichtigte.

"Das waren . ziemlich wichtige Leute, Megan." Er wandte sich ihr zu, um sie eingehend zu betrachten. Seidiges flachsblondes Haar umschmeichelte zerzaust ihr Gesicht. Die Wangen waren zart gerötet, denn offensichtlich hatte er sie bei einem Nickerchen ertappt. Nur Megan konnte innerhalb von Sekunden einschlafen, egal, was um sie her passierte. In einer völlig lächerlichen Aufmachung. Nachdem sie sich kurz zuvor restlos zum Gespött der Leute gemacht hatte.

"Tut mir leid", sagte sie zerknirscht, bevor sie sich doch vorbeugte und seine Wange streichelte. "Ich kann ja verstehen, dass du etwas verärgert warst, als ich so unangemeldet aufgetaucht bin. Das hätte jedem einen Schreck versetzt . schon gar einem so alten Mann, wie du es jetzt bist, Alessandro!", fügte sie augenzwinkernd hinzu. "Fünfundzwanzig! Praktisch schon passé! Ist dir eigentlich klar, dass du in null Komma nichts die Rente beantragen wirst?"

Ihr warmes, herzliches Lachen hatte er von Anfang an unwiderstehlich gefunden, als er es zum ersten Mal in dem überfüllten Club gehört hatte, in den ihn einer seiner Studienkollegen abgeschleppt hatte, um ihn von seinen Büchern wegzulocken. Wann immer er seitdem dieses Lachen hörte, und das war ziemlich oft, musste er selber lächeln. Jetzt allerdings nicht.

"Also, idealerweise hätte ich einen dramatischen Auftritt gehabt. Ich wäre wie ein Schachtelmännchen in Gestalt von Marilyn Monroe anmutig herausgesprungen und hätte dich mit meinem sexy Outfit umgehauen. Dann hätte ich 'Happy Birthday' für dich gesungen ."

"Leider .", Alessandro rückte mit verschlossener Miene von ihr ab, ".leider hättest du für deine kleine Überraschung keinen schlechteren...

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