Margarets Traummann

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5526-3 (ISBN)
 
Er ist ihr Traummann - Tucker Hollis, der unkomplizierte neue Nachbar. Noch nie hat sich Margaret bei einem Mann so glücklich gefühlt wie bei ihm. Sie genießen sieben Tage voller Lust und Leidenschaft, bis die ersten Probleme ihre Liebe auf die Probe stellen: Margaret und Tucker scheinen in viel zu unterschiedlichen Welten zu leben ...
  • Deutsch
  • 1,55 MB
978-3-7337-5526-3 (9783733755263)
373375526X (373375526X)

1. KAPITEL

Seufzend holte Margaret Miller die Samstagszeitung aus den Büschen vor dem Haus und schimpfte wie immer über die schlechte Wurftechnik des Zeitungsboten. Seit Wochen fand sie die Zeitung in den Büschen, in den Beeten, im Brunnen oder auf dem Dach, nur nicht auf der Veranda, wo sie eigentlich sein sollte.

Ein pummeliger schwarzer Welpe jagte wedelnd und mit flatternden Ohren an ihr vorbei. Wenn sie sich nicht täuschte, gehörte er dem kleinen Jungen von nebenan. Tatsächlich stand nebenan die Gartenpforte offen, so dass der Hund alle Freiheiten hatte. Margaret schüttelte bloß den Kopf. Kinder sollten keine Tiere haben, wenn sie nicht auf sie aufpassen konnten.

Plötzlich hörte sie das näher kommende Geräusch eines Motors, ließ die Zeitung fallen und lief hinter dem Tier her. "Komm, mein Kleiner, komm her zu mir!" Dabei bemühte sie sich um einen lockenden Tonfall, obwohl sie keine Erfahrung mit Hunden besaß und sie auch nicht sonderlich mochte. Aber sie konnte doch nicht tatenlos zusehen, wie das junge Tier womöglich von einem rücksichtslosen Autofahrer überfahren wurde. "Komm her, mein Kleiner!"

Endlich hörte der Hund auf sie, blieb stehen, legte den Kopf schief und ließ die Zunge heraushängen, während er sie betrachtete.

Margaret kniete sich hin und streckte die Hände aus. "Komm zu mir, Hundchen. Ich bringe dich nach Hause."

Im nächsten Moment warfen sich sechs Pfund weiches Fell mit schlappender Zunge auf sie. Hastig drehte sie den Kopf weg, um nicht abgeleckt zu werden, hielt den Welpen fest und stand auf. Der Kleine drehte und wand sich so energisch, dass sie ihn beinahe wieder hätte fallen lassen. Deshalb klemmte sie ihn sich energisch unter den Arm und ging nach nebenan.

Bisher hatte Margaret die neuen Nachbarn noch nicht richtig kennen gelernt. Nur ein einziges Mal hatte sie den Jungen gebeten, keine Abkürzung durch ihre Blumenbeete zu nehmen, wenn er seinen Freund weiter unten in der Straße besuchte. Bei einer anderen Gelegenheit hatte sie seinen Baseball aus dem Brunnen holen und über den Zaun zurückwerfen müssen. Auf eine Ermahnung hatte sie zwar verzichtet, aber sie hatte den Jungen gebeten, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Der Ball hätte schließlich auch ein Fenster zerschlagen können.

Beide Male hatte der Junge den Kopf gesenkt und etwas Unverständliches gemurmelt. Margaret musste jedoch zugeben, dass sie von Kindern genauso wenig verstand wie von Hunden.

Nun klingelte sie an dem Haus aus roten Ziegeln, das ihrem und den meisten anderen in dieser hübschen Wohngegend am Rand von Dallas ähnelte. Schon vor etwa drei Wochen waren die neuen Nachbarn hier eingezogen.

In letzter Zeit hatte Margaret viel gearbeitet und sich daher wenig um die Neuankömmlinge gekümmert, abgesehen von den beiden zufälligen Begegnungen mit dem Jungen. Sie wusste nicht mal, wie die Eltern aussahen. Zahlreiche Menschen gingen dort ein und aus, und Margaret hatte sich nicht die Mühe gemacht, herauszufinden, wer dort eigentlich wohnte.

Die Tür wurde geöffnet, und besagter Junge, stämmig, dunkelhaarig und zwischen acht und neun, richtete die großen grünen Augen auf sie, stieß einen Schrei aus, wirbelte herum und verschwand blitzartig.

"Daddy!", brüllte er. "Daddy, das ist sie! Das ist die gemeine Alte von nebenan! Sie hat sich Boomer geschnappt!"

Verdutzt schloss Margaret den Mund, nachdem ihr zunächst vor Erstaunen der Unterkiefer heruntergeklappt war. Was hatte das denn zu bedeuten?

"Hallo!", rief sie, während der Hund wie verrückt strampelte. Sollte sie ihn auf den Boden setzen, weggehen und hinter sich die Tür schließen, oder sollte sie warten?

Jetzt winselte und kläffte der Hund auch noch. Im Haus schrie der Junge, und eine tiefe Stimme sagte: "Ganz ruhig, Sam."

"Aber Daddy, sie hat Boomer!"

Margaret schüttelte den Kopf. So ging das nicht. Entschlossen drückte sie den Welpen fester an sich, trat ein und sah sich nach dem Mann um.

Genau wie bei ihr gelangte man von der Diele in ein großes Wohnzimmer. Margaret blieb stehen. Ein Mann saß im Schneidersitz auf dem Teppich. Als Erstes fielen ihr das zerzauste dunkle Haar, die Sonnenbräune, die unglaublich breiten Schultern und das attraktive und energisch geschnittene Gesicht auf. Er versuchte offenbar, dem kleinen dunkelhaarigen Mädchen vor ihm auf dem Boden einen Zopf zu flechten.

Daneben lag ein aufgeschlagenes Buch über Frisuren. Der Mann wirkte reichlich unschlüssig. Der Junge hüpfte neben seinem Vater auf und ab und versuchte verzweifelt, auf sich aufmerksam zu machen. Der Hund auf Margarets Arm kläffte wie wild und wollte offenbar mit dem Jungen spielen.

"Sam, geh mit dem Hund nach draußen", sagte der Mann und starrte angestrengt auf das Buch. "Und du musst stillhalten, Kitten, sonst schaffe ich das nie."

"Aber du ziehst mich an den Haaren, Daddy", klagte das Mädchen.

"Du wolltest doch unbedingt . oh!"

Vielleicht war er endlich durch das Gebell aufmerksam geworden. Jedenfalls richtete er erstaunlich grüne Augen auf Margaret und betrachtete sie neugierig.

Sogar Margarets sorgfältig abgeschirmtes Herz schlug bei seinem unwiderstehlichen Lächeln schneller. Grübchen, dachte sie. Genau dafür hatte sie eine Schwäche, die sie jedoch für gewöhnlich ignorierte.

"Hallo", sagte der Mann und neigte den Kopf seitlich, was sie an den Welpen erinnerte. "Können Sie zufällig Zöpfe flechten?"

"Ich . also .", stammelte Margaret verwirrt. "Ja, aber ."

Er atmete erleichtert auf. "Würden Sie es mir zeigen? Sie will unbedingt einen Zopf für eine Geburtstagsfeier haben, aber ich verstehe dieses blöde Buch nicht. Das wurde bestimmt nicht für allein erziehende Väter geschrieben."

Margaret war keinesfalls hier, um Unterricht im Zöpfe flechten zu erteilen. Außerdem hatte sie nicht gewusst, dass ihr neuer Nachbar allein stehend war.

"Ihr Hund ist aus Ihrem Garten auf die Straße gelaufen", erklärte sie, weil der Mann offenbar den eigentlichen Grund für den Besuch noch nicht begriffen hatte. "Ich wollte ihn zurückbringen, damit er nicht überfahren wird."

"Das ist sehr freundlich von Ihnen", erwiderte er und zog vorsichtig die langen Finger aus dem Haar des Mädchens. "Sollte ich zuerst einen Pferdeschwanz machen? Das steht zwar nicht so im Buch, aber ."

"Nein", wehrte Margaret ab. "Mister ."

"Hollis." Er stand auf. "Tucker Hollis. Meine Freunde nennen mich Tuck."

Als er ihr die Hand reichte, gab sie ihm den Welpen, und er hatte Mühe, den strampelnden Hund festzuhalten.

"Ich bin Margaret Miller", sagte sie steif. "Ihre Nachbarin."

"Freut mich, Sie kennen zu lernen." Tucker wandte sich an seinen Sohn, der sich hinter einem Sessel verstecken wollte. "Sam, bring den Hund hinaus und achte darauf, dass von jetzt an die Gartenpforte geschlossen bleibt, hörst du? Oder willst du, dass Boomer überfahren wird?"

"Nein, Dad", murmelte der Junge, warf Margaret einen kurzen Blick zu, griff nach dem Hund und jagte aus dem Zimmer.

Margaret hatte ihn neulich vielleicht doch strenger als beabsichtigt ermahnt. Jedenfalls führte er sich auf, als wäre sie eine böse Nachbarin, die ihm seinen Hund wegnehmen wollte.

Tucker Hollis stützte die Hände in die Hüften und betrachtete Margaret lächelnd. "Sie sind also die gemeine Alte von nebenan. Ich muss sagen, dass ich Sie mir nach den Schilderungen meines Sohnes ganz anders vorgestellt habe."

"Ich bin absolut keine gemeine Alte", gab sie gereizt zurück. Schließlich war sie erst dreißig.

Forschend betrachtete er seine schlanke Nachbarin von ihrem ordentlich gekämmten kastanienbraunen Haar bis zu den praktischen Schuhen, als wollte er sich ihr Äußeres genau einprägen. Braune Augen, eine leicht nach oben gebogene Nase, ein geschwungener, ungeschminkter Mund, lange Beine und kaum vorhandene Rundungen. Seine ungenierte Musterung war Margaret äußerst unangenehm, auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen wollte.

"Nein, Sie sind wirklich keine alte Frau", stellte er fest.

Deutlich spürte sie, dass sie rot wurde, was ihr schon seit Jahren nicht mehr passiert ist.

"Daddy", drängte das Mädchen, das noch immer auf dem Boden saß. "Mein Haar!"

"Ach ja." Er sah Margaret flehend an. "Könnten Sie .?"

Hätte sie ihm die Hilfe verweigert, dann wäre sie wahrscheinlich wirklich eine gemeine Alte gewesen. Da ihr Zeitplan für diesen Samstagvormittag sowieso schon durcheinander geraten war, kam es auf einige Minuten mehr nun auch nicht mehr an, und da sie Hose und Pulli trug, konnte sie sich auch hinter das Kind knien, ohne auf die Kleidung achten zu müssen.

"Wie heißt du?", fragte sie das Mädchen.

"Christine, aber alle nennen mit Kitten. Ich bin fünf, fast schon sechs. Wie heißen Sie?"

"Margaret Miller."

"Und wie werden Sie genannt?" Kitten sah sie neugierig an. "Haben Sie auch einen Spitznamen?"

"Nein. Man nennt mich einfach Margaret."

"Oh." Kitten war mit der Antwort gar nicht zufrieden.

Margaret drehte das Gesicht des Kindes behutsam nach vorn und strich mit dem Kamm durch das seidige Haar. Tucker Hollis stand direkt neben ihr. "Sie gucken doch hoffentlich zu?", fragte sie, weil er schließlich lernen wollte, einen Zopf zu flechten.

"Aber natürlich", bestätigte er, obwohl er nicht ihre Hände,...

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