Lippen wie Samt - Haut wie Seide

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5507-2 (ISBN)
 
Die schüchterne Kellnerin Kim kann kaum glauben, dass sich der vielbegehrte Feuerwehrmann Zach ausgerechnet für sie interessiert. Er ahnt jedoch, dass ihre sinnlichen Lippen halten, was sie versprechen ...
  • Deutsch
  • 1,18 MB
978-3-7337-5507-2 (9783733755072)
3733755073 (3733755073)

1. KAPITEL

Selbst wenn sie mit dem Rücken zur Tür stand, wusste Kim Berry immer, wann "sie" das Red Hog Diner am Rande von Fayetteville in Arkansas betraten. Sie konnte es nicht genau erklären, aber es geschah fast jedes Mal. Sie empfand ein merkwürdiges Prickeln, drehte sich um, und da waren sie wieder - die Goldjungen, die Helden der Stadt.

Mit einem Tablett voll leerer Kaffeetassen in den Händen sah Kim sie durch die Glastür lässig hereinschlendern.

Zuerst trat Zach McCain ein, die Daumen in die Schlaufen seiner Jeans eingehakt, das dunkle Haar fiel ihm jungenhaft in die gebräunte Stirn. Sein viel sagendes Lächeln war jedoch alles andere als jungenhaft. Mit seinen hellblauen Augen erfasste er rasch den gesamten Raum, einschließlich Kim.

Tom Lowery folgte Zach. Er war blond, braun gebrannt, ein paar Zentimeter kleiner als Zach, aber ebenso schlank und durchtrainiert. Und genauso übermütig, dachte Kim mit einem unterdrückten Seufzer.

Als Berufsfeuerwehrleute und freiwillige Retter waren die beiden berühmt für ihre eindrucksvolle Zahl an Lebensrettungen in diesem Teil von Nordwest-Arkansas, der ausgesprochen beliebt war für waghalsige Freiluftsportarten wie Wildwasser-Kanufahren, Felsklettern, Wandern und Höhlenerforschung.

Sie schienen immer gerade auf der Suche nach einem neuen Abenteuer, oder - wie Kim argwöhnte - nach einer neuen Frau.

Maggie Warner, die Wirtin des Diners und Kims Chefin, blickte von der Kasse auf und brummte in ihrer typisch mürrischen Art: "Los, weiter, Kim. Die Jungs wollen ihren Kuchen."

Kim stellte das Tablett in der Küche ab, griff nach der Kanne mit frisch aufgebrühtem Kaffee und ging damit an den Tisch der beiden Männer.

"Womit kann ich Ihnen heute dienen?" erkundigte sie sich, während sie die Kaffeebecher füllte.

"Ein Lächeln wäre schon mal ein guter Anfang", antwortete Tom prompt und strahlte sie an.

"Für mich das Gleiche, bitte", kam es sofort von Zach.

Kim strich sich eine Strähne ihrer braunen Haare in den streng geflochtenen Zopf zurück und lächelte unsicher.

"Wir haben Schokolade, Kokosnuss, Zitronen-Baiser, Pecan und Kirsch", zählte sie auf. "Apfel ist aus."

"Sie sollten sich wirklich etwas mehr auf Ihre Arbeit konzentrieren", meinte Zach mit gespielt ernster Miene. "All dieser Smalltalk ist eine solche Zeitverschwendung."

Tom lachte.

Kim reagierte auf ihre Neckereien, wie sie es immer tat - sie versteifte sich, und ihre Finger krampften sich um den Bleistift, den sie über ihrem Notizblock gezückt hielt. Sie wusste nicht, was sie sagen oder wie sie reagieren sollte, wenn die beiden sie derartig aufzogen. Gelegentlich scherzte sie mit anderen Kunden, doch bei diesen beiden erstarrte sie einfach.

Vor allem bei Zach McCain. Wenn der Blick seiner durchdringend blauen Augen auf ihr ruhte, merkte Kim förmlich, dass sie zu keinem intelligenten Satz mehr in der Lage war. Nicht eine Sekunde lang glaubte sie, er sei an ihr interessiert. Wahrscheinlich belustigte es ihn lediglich, sie dabei zu beobachten, wie sie unsicher wurde.

"Welchen Kuchen kann ich Ihnen bringen?", wiederholte Kim. Und hätten Sie ihn gern auf einem Teller oder lieber im Gesicht? hätte sie am liebsten hinzugefügt, wenn sie den Mut gehabt hätte.

Achselzuckend tauschten Zach und Tom amüsierte Blicke, so dass Kim sich mehr als unbehaglich fühlte, und grinsten dann.

"Kokosnuss", antwortete Zach.

Tom wollte Schokolade.

Kim nickte, machte auf ihrem flachen Absatz kehrt und ging steif zur Theke. Sie hörte die Männer hinter sich lachen und reden. Und obwohl sie sich sagte, dass sie alle beide nicht leiden konnte, wünschte sie sich doch insgeheim, die Art Frau zu sein, die sie dazu veranlassen konnte, mit ihr zu lachen, anstatt über sie.

An diesem letzten Mittwoch im August musste Kim eine Doppelschicht machen, da eine der Abend-Kolleginnen sich krank gemeldet hatte. Kim machte die zusätzliche Arbeit nicht allzu viel aus; außerdem konnte sie das Geld gut gebrauchen. Allerdings gefiel es ihr nicht sonderlich, erst so spät zu gehen. Es war fast neun Uhr, ehe sie fort konnte.

Der Mond war hinter den Wolken verborgen, daher war es relativ dunkel, als sie aus dem Lokal trat. Es hatte leicht zu regnen begonnen, so dass ihr Haar ein wenig feucht wurde, während sie über den fast völlig verlassenen Parkplatz zu ihrem Wagen eilte. Noch ehe sie den Motor anließ, nahm der Regen zu, und es sah so aus, als würde er noch zu einem richtigen Wolkenbruch, bevor Kim ihre Wohnung erreichte.

Vorsichtig fuhr sie an, wobei sie angestrengt zwischen den heftig hin und her fuhrwerkenden Scheibenwischern hindurch spähte und hoffte, dass der launische Motor ihres alten Wagens nicht ausgerechnet an diesem Abend verrücktspielen würde. As ihr bewusst wurde, wie nervös sie war, schnitt Kim sich selbst eine Grimasse im Rückspiegel. Sie ähnelte manchmal wirklich eher ihrer ängstlichen, kleinen Tante, bei der sie aufgewachsen war, als einer vierundzwanzig Jahre alten, unabhängigen jungen Frau.

Kein Wunder, dass Zach und Tom mich so komisch finden. Männer wie die beiden, die vor nichts Angst haben, können niemanden verstehen, der sich vor allem und jedem fürchtet.

Soweit Kim sich zurück erinnern konnte, hatte sie schon immer Angst gehabt. Angst davor, verletzt zu werden, sei es körperlich oder emotional; Angst, sich zu verirren; Angst vor Käfern, Spinnen, Hunden und wilden Tieren; Angst davor, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren.

Man musste es nur benennen, und sie fürchtete sich davor. Und sie verabscheute sich dafür. Oh ja, in den vergangenen Jahren hatte sie sich durchaus schon etwas gebessert. Sie war von St. Louis nach Fayetteville gezogen, wo sie keine Menschenseele kannte, und hatte sich für den Vormittagskurs im Buchhaltungswesen an der Universität von Arkansas eingeschrieben. Sie hatte einen Job als Kellnerin gefunden, der sie täglich zum Umgang mit häufig anspruchsvollen und ungeduldigen Kunden zwang.

Kim bog auf die lange, einsame, von Bäumen gesäumten Straße ein, die zu ihrer Seite der Stadt führte. Glücklicherweise schien der Motor ruhig zu laufen, und so sang sie gut gelaunt bei den Songs aus dem Autoradio mit.

Es traf sie völlig überraschend, als auf einmal ihr rechter Hinterreifen platzte. Auf der nassen Fahrbahn geriet der Wagen gefährlich ins Schleudern. Kims Herz schlug ihr wild bis zum Hals, als sie ihn wieder unter Kontrolle hatte. Es gab kaum eine Standspur zum Anhalten, lediglich einen schmalen Kiesstreifen, der die Straße vom Wald trennte.

Kim stellte den Motor ab. Die Scheibenwischer blieben quer über der Windschutzscheibe stehen, und das Radio ging aus. Der aufs Dach trommelnde Regen war das Einzige, was zu hören war, und Kim stieß gequält einen tiefen Seufzer aus.

Die zitternden Hände um das Lenkrad gelegt, ließ sie ihren Kopf darauf sinken. Noch nie in ihrem Leben hatte sie einen Reifen gewechselt. Der nächste Laden, der rund um die Uhr geöffnet hatte, lag fast einen Kilometer weit entfernt an der nächsten großen Kreuzung, und die Vorstellung, auszusteigen und die dunkle Landstraße entlang zu laufen jagte ihr Schauer über den Rücken. Sie dachte an Blitzeinschläge, Tiere, Serienmörder .

Daher beschloss sie, lieber im Wagen zu warten, bis jemand vorbeikam - vorzugsweise eine Polizeistreife. Aber was ist, wenn es keine Polizei ist? Kim hatte davon gehört, dass Frauen einfach verschwanden und ihre Wagen leer am Straßenrand gefunden wurden. Tante Pearl hatte kaum eine Gelegenheit ausgelassen, ihr derlei Artikel aus der Zeitung vorzulesen, als Warnung, was einer Frau alles zustoßen konnte, die sich allein in die weite Welt hinauswagte.

"Sei nicht albern", ermahnte sie sich jetzt streng. "Dies ist eine nette Stadt. Du kennst fast jeden hier in der Gegend. Die Leute sind alle freundlich, du bist also absolut sicher." Aber hatten jene unglücklichen vermissten Frauen sich das nicht vielleicht auch gesagt? Kim schluckte.

Und sie zuckte entsetzt zusammen, als es plötzlich an das Seitenfenster klopfte. Ängstlich versuchte sie durch den strömenden Regen etwas zu erkennen. Eine große, dunkle Gestalt stand dort draußen. Offenbar ein Mann, aber war er Freund oder Feind?

Er beugte sich dichter ans Fenster und leuchtete sich mit der Taschenlampe ins Gesicht, um zu zeigen, wer er war. Kim erkannte ihn sofort. Zach McCain.

Sie kurbelte das Fenster ein klein wenig herunter.

"Kim?", fragte er und bückte sich noch tiefer zu ihr herab. "Ich dachte mir doch, dass ich Ihren Wagen erkannt hätte. Ist alles in Ordnung?"

"Ich glaube, mir ist das Hinterrad geplatzt."

"Da haben Sie aber Glück gehabt, dass Sie nicht die Kontrolle über den Wagen verloren haben", erwiderte Zach, dem es anscheinend nicht das Geringste ausmachte, dass ihm der Regen übers Gesicht lief und ihn vollkommen durchnässte.

Kim nickte, ihr Herz raste noch immer vor Schreck.

"Geben Sie mir den Kofferraumschlüssel, damit ich an das Ersatzrad komme", forderte er sie auf.

"Aber Sie werden völlig durchgeweicht!", widersprach sie.

Er zuckte die Achseln. "Nass bin ich schon."

Verlegen nahm Kim den Schlüssel von ihrem Schlüsselbund und gab ihn ihm. "Ich helfe Ihnen", sagte sie und wollte die Tür öffnen.

"Vergessen Sie's. Wir müssen uns ja nicht alle beide durchweichen lassen. Ich bin an so was gewöhnt."

Mit langen Schritten lief er...

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