Versprechen eines Sommers

 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. Oktober 2011
  • |
  • 464 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86278-110-2 (ISBN)
 
Manchmal hält das Leben ganz überraschend eine zweite Chance für uns bereit.

Camp Kioga - der Name weckt in Olivia Erinnerungen an die unbeschwerten Sommer ihrer Kindheit, den Duft von Pinien und das klare Wasser des Willow Lake. Doch der einstige Sommersitz der reichen New Yorker ist inzwischen völlig verwildert und zugewachsen. Um ihn für die große Familienfeier der Bellamys im Sommer wieder herzurichten, engagiert Olivia den örtlichen Bauunternehmer. Und kann es nicht glauben, wer da mit einem Mal vor ihr steht: Connor Davis, ihre Jugendliebe. Ihre Gefühle für einander sind nie wirklich erloschen, auch wenn sie sich damals gegenseitig sehr verletzt haben. Gemeinsam schaffen sie es, dem Camp neues Leben einzuhauchen - und geben sich dabei ein Versprechen, das weit über das Ende des Sommers hinaus halten wird.
  • Deutsch
  • Köln
  • 1,33 MB
978-3-86278-110-2 (9783862781102)
3862781100 (3862781100)
weitere Ausgaben werden ermittelt

PROLOG


O livia Bellamy konnte sich nicht entscheiden, was schlimmer war. Auf der Spitze des Fahnenmastes gefangen zu sein, ohne Hilfe in Sicht, oder mit Hilfe in Form eines Hells Angels im Anmarsch.

Ihr Plan, das erste Mal seit zehn Jahren die Flaggen über Camp Kioga zu hissen, war ihr so einfach vorgekommen. Dann war das Seil von der Rolle gerutscht, aber Olivia hatte sich davon nicht aufhalten lassen. Sie hatte die Aluminiumleiter gegen den Mast gelehnt und war bis ganz nach oben geklettert, nur um dort festzustellen, dass sie den Haken nicht erreichen konnte. Das kleine Stück den Mast hinaufzuklettern konnte ja nicht so schwer sein, hatte sie sich gesagt - bis sie dann aus Versehen mit einem Fuß die Leiter umgestoßen hatte.

Dumme Kuh, schimpfte sie sich und klammerte sich mit aller Kraft an den Fahnenmast. Der Weg nach unten war weit, und das hier war nicht gerade die Rutschstange einer Feuerwache. Der galvanisierte Stahl war alt und rostig, und wenn sie daran herunterrutschte, würde sie sich die Haut an Oberschenkeln und Händen aufreißen.

Sie hatte gerade angefangen, sich ganz langsam in Richtung Boden vorzutasten, als von der Straße her das tiefe Dröhnen eines ungedämpften Auspuffs herüberschallte. Sie war so überrascht, dass sie beinahe ihren Griff gelockert hätte. Instinktiv klammerte sie sich fester an den Fahnenmast und schloss die Augen. Geh weg, dachte sie. Wer auch immer du bist, ich kann mich gerade nicht mit dir beschäftigen.

Das Motorengeräusch wurde lauter, und sie öffnete ihre Augen. Der Eindringling entpuppte sich als Motorradfahrer in schwarzer Lederkluft. Sein Gesicht wurde von einem bedrohlich aussehenden Helm und einer Sonnenbrille verdeckt. Hinter dem in schwarzem Lack und Chrom gehaltenen Motorrad erhob sich eine Staubwolke in die Luft.

Was hab ich nur wieder für ein Glück, dachte Olivia. Hier stecke ich mitten im Niemandsland, und der Easy Rider eilt zu meiner Rettung.

Ihre Arme und Schultern fingen unter der ungewohnten Anstrengung an, zu zittern. So viel zu den vielen Stunden Krafttraining im Fitnesscenter.

Der Motorradfahrer hielt am Fuß des Fahnenmastes an, stieg ab und stellte sein Motorrad auf den Ständer. Dann lehnte er sich zurück, um zu ihr hochzuschauen.

Trotz der widrigen Umstände machte sich Olivia Gedanken, wie ihr Po wohl von da unten aussah. So wie sie aufgewachsen war - als Kind, das sich mit Essen tröstete und sich dadurch in der Schule eine ganze Reihe von wenig schmeichelhaften Spottnamen verdient hatte -, war sie nie ganz darüber hinweggekommen, sich Gedanken über ihre Figur zu machen.

Bleib ganz cool, sprach sie sich Mut zu. Laut sagte sie: "Hey."

"Hey. Wie steht's?" Auch wenn sie sein Gesicht nicht sehen konnte, vermeinte Olivia ein Grinsen in seiner Stimme zu hören. Sicher war sie sich, als er hinzufügte: "Okay, tut mir leid. Das konnte ich mir nicht verkneifen."

Großartig. Ein Klugscheißer.

Sie musste ihm zugutehalten, dass er sie nicht lange leiden ließ. Er nahm die Leiter und lehnte sie gegen den Fahnenmast. "Machen Sie langsam", sagte er. "Ich halte hier unten fest."

Inzwischen schwitzte Olivia schon. Sie hatte das Ende ihrer Ausdauer erreicht. Langsam ließ sie sich Zentimeter für Zentimeter herunter, während ihre Shorts Zentimeter für Zentimeter hochkrabbelten. Sie hoffte, dass er es nicht bemerkte.

"Sie haben es gleich geschafft", rief der Fremde. "Nur noch ein kleines bisschen."

Je weiter sie nach unten kam, desto weniger klang er wie ein Fremder. Als sie endlich mit einem Fuß die oberste Sprosse der Leiter erreichte, hatte sie eine ganz fürchterliche Ahnung, um wen es sich bei dem Typen handelte. Sie war seit Jahren nicht mal mehr in der Nähe dieses Ortes gewesen, in diesem Camp, wo sie sowohl ihre wildesten Träume als auch ihre schlimmsten Albträume gefunden hatte. Heutzutage kannte sie doch niemanden mehr hier in der einsamen Wildnis nahe den Bergen . oder doch?

Mit beinahe an Hysterie grenzender Neurotik konnte sie nicht aufhören, daran zu denken, dass sie heute Morgen nichts mit ihren Haaren gemacht hatte. Außerdem trug sie nicht ein Fitzelchen Make-up. Sie konnte sich noch nicht einmal daran erinnern, ob sie sich die Zähne geputzt hatte. Und die abgeschnittenen Jeans, die sie trug, waren definitiv zu kurz. Ganz zu schweigen von dem viel zu engen Tanktop.

Mit jedem Schritt, den sie die Leiter herunterkletterte, wurde die Gewissheit stärker, dass am Ende eine große Demütigung auf sie wartete. Um wieder sicheren Boden zu erreichen, musste sie direkt in seine wartenden Arme hinabsteigen, die die Leiter auf beiden Seiten festhielten. Er roch nach Leder und noch etwas anderem. Dem Wind vielleicht.

Ihre Muskeln, die noch vor wenigen Augenblicken protestierend aufgeschrien hatten, drohten nun vor Erschöpfung nachzugeben. Sie hatte ihre letzte Kraft darauf verwendet, seine Arme wegzuschieben, damit sie nicht zwischen ihnen gefangen wurde. Er ließ die Leiter los und streckte seine Hand mit der Handfläche nach oben aus, als wolle er zeigen, dass er in Frieden gekommen war. Seine Hände in den schwarzen Lederhandschuhen wirkten riesig. Darth-Vader-Hände. Terminator-Hände.

"Okay, jetzt sind Sie in Sicherheit", sagte er.

Sie lehnte sich rückwärts gegen die Leiter. Als sie zu ihm aufschaute, fühlte sich der Boden unter ihr nicht mehr allzu sicher an. Nichts fühlte sich sicher an.

Er war groß. Das Leder betonte seine breiten Schultern. Dann sah sie die Chaps. Ein Motorradfahrer mit Chaps über einer ausgeblichenen Levi's, das Leder an den richtigen Stellen durchs Tragen ganz weich geworden. Durch die halb geöffnete Jacke erspähte sie ein geripptes T-Shirt. Seine abgetragenen Stiefel sahen aus wie von einem Mann, der in ihnen seiner täglichen Arbeit nachgeht. Abgesehen von den Ketten. Sie konnte sich keinen irdischen Grund für diesen Schmuck vorstellen, außer dass sie sexy waren. Und wie!

"Danke", sagte sie und trat schnell einen Schritt zur Seite, um nicht länger zwischen Leiter und dem Mann gefangen zu sein. "Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn Sie nicht vorbeigekommen wären." In den verspiegelten Gläsern seiner Sonnenbrille konnte sie sich selber sehen - gerötete Wangen, windzerzaustes Haar. Sie wischte sich die Hände an ihren Shorts ab. "Was, ähm ." Sie zögerte. Vielleicht war er es gar nicht. Vielleicht hatten die frische Luft und der Sonnenschein ihr Gehirn aufgeweicht. Sie bemühte sich um einen neutralen Tonfall und entschied sich, die Sache cool anzugehen. "Kann ich Ihnen irgendwie helfen?"

"Ich denke, anders herum wird ein Schuh draus. Sie haben eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen. Irgendetwas wegen eines Bauprojekts?" Mit diesen Worten nahm er die Sonnenbrille ab, löste dann den Helm und nahm auch ihn herunter.

Oh Gott, dachte Olivia. Es sollte jeder sein, nur nicht du.

Langsam zog er die Handschuhe aus, wobei er sie nicht aus den Augen ließ. Er blinzelte. "Müsste ich . kennen wir uns irgendwoher?"

Macht er Witze? fragte sich Olivia. Weiß er es wirklich nicht?

Als sie nicht reagierte, drehte er sich um und hisste gekonnt die Fahne. Sofort flatterte sie wie ein Segel im Wind.

Olivia vergaß, sich zu bewegen, während sie ihn beobachtete. Zu atmen. Zu denken. Ein einziger Blick in diese Augen eines Herzensbrechers, und sie wurde in der Zeit zurückgeschleudert. Die Jahre fielen von ihr ab wie die Blätter eines Kalenders. Sie sah nicht Easy Rider. Sie schaute in das Gesicht eines Mannes, aber in diesen eisblauen Augen konnte sie den Jungen erkennen, der er vor so langer Zeit einmal gewesen war.

Und nicht nur irgendein Junge. Der Junge. Der eine, dem alle ersten Male gehörten, alle wichtigen Meilensteine ihrer aufgewühlten und schmerzhaften Jugend. Der erste Junge, den sie je geliebt hatte. Der erste, den sie geküsst hatte. Der erste, der . Der erste, der ihr das Herz gebrochen hatte.

Eine brennende Hitze ließ sie am ganzen Körper erröten. Vielleicht kam daher der Begriff "alte Flamme". Irgendjemand wurde von ihr immer verbrannt.

"Connor Davis." Das erste Mal seit neun Jahren sprach sie den Namen wieder laut aus. "Interessant, dich hier wiederzutreffen." Innerlich will ich sterben, dachte sie. Lieber Gott, lass mich gleich hier auf der Stelle sterben, und ich werde dich nie wieder um etwas bitten, solange ich lebe.

"Ja, das bin ich", erwiderte er unnötigerweise.

Als wenn sie ihn hätte vergessen können. Das Versprechen des Jungen von damals war in dem vor ihr stehenden Mann erfüllt worden. Er müsste jetzt achtundzwanzig sein, ein Jahr älter als sie. Die etwas schlaksige Größe war mit entsprechender Breite ausgefüllt worden. Sein kokettes Grinsen und die funkelnden Augen waren immer noch gleich, auch wenn die harte Linie seines Kiefers von einem Eintagesbart gemildert wurde. Und er trug - Olivia blinzelte, um sicherzugehen, dass sie es sich nicht nur einbildete -, ja, er trug immer noch den kleinen silbernen Ring im Ohr. Sie selbst hatte das Loch gestochen, das musste dreizehn Jahre her sein.

"Also sind Sie ." Er studierte eindringlich den Rücken seiner linken Hand, auf den er, wie es aussah, etwas mit rotem Stift notiert hatte. "Sie sind also Olive Bellamy?"

"Olivia." Sie betete, dass er sie erkennen würde, so wie sie ihn erkannt hatte, als jemanden aus der Vergangenheit, jemand wichtigen, jemanden, der großen Einfluss auf sein zukünftiges Leben gehabt hatte. Gott, jemand der...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

4,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
PDF mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
Hinweis: Die Auswahl des von Ihnen gewünschten Dateiformats und des Kopierschutzes erfolgt erst im System des E-Book Anbieters
E-Book bestellen

4,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok