St. Pöltner Straßennamen erzählen

Aktualisierte und erweiterte Neuauflage
 
 
Studien Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. November 2017
  • |
  • 446 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7065-5891-4 (ISBN)
 
Ortsnamen sind Fixpunkte der Orientierung in unserer Welt: Oft Jahrhunderte, manchmal Jahrtausende alt, bestimmen sie Regionen und Landschaften in unverwechselbarer Weise. Etwas weniger in die Vergangenheit zurückreichend, doch nicht minder charakteristisch ist die Tradition von Straßennamen: Teils auf Orts- und Flurnamen zurückgehend, teils auf historische Ereignisse und Persönlichkeiten verweisend, legen sie Zeugnis ab von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. So sind Straßennamen ein bis heute zu wenig beachteter, höchst subtiler Spiegel einer Stadt und ihrer Entwicklung. Die Benennung von Straßen nach wichtigen Gestalten der Stadt- und Landesgeschichte ist ein Zeichen des Respekts und der Würdigung herausragender Persönlichkeiten.
Auch die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten hat diesbezüglich so einiges zu bieten. Manfred Wieninger - nicht nur Sohn, sondern auch großer Kenner und Liebhaber der Stadt - hat sich auf eine Reise durch ihre Straßen begeben und Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart zu den Straßennamen zusammengetragen. Das Ergebnis ist eine vielfältige Sammlung historischer Fakten und interessanter Details, die Einblicke in eine ebenso facettenreiche Stadt geben.
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Manfred Wieninger, geboren 1963 in St. Pölten. Studium der Germanistik und Pädagogik an der Universität Wien, abgeschlossen mit einer Diplomarbeit über die Kulturgeschichte der St. Pöltner Straßennamen. Lebt als Autor in seiner Geburtsstadt. Verfasser einer bisher siebenteiligen Krimi-Reihe mit dem schrägen "Diskont-Detektiv" Marek Miert, der in einer fiktiven ostösterreichischen Bezirksstadt namens Harland sein Wesen und Unwesen treibt. Zuletzt (2015) ist in dieser Reihe "Der Mann mit dem goldenen Revolver" bei Haymon erschienen. Daneben zahlreiche Arbeiten zu Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich und darüber hinaus. 2013 wurde Manfred Wieninger mit dem Theodor Kramer-Preis ausgezeichnet. Im Februar 2018 wird sein zeitgeschichtlicher Roman "Aasplatz. Eine Unschuldsvermutung" bei Residenz erscheinen.
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  • Verzeichnis benützter Literatur
  • Impressum

A


Achleitnerstraße

Hart, 1977

Nach dem niederösterreichischen Pädagogen Karl Achleitner.

Der 1899 in Erlauf geborene Sohn eines Werkmeisters absolvierte unterbrochen durch seine Einberufung 1917 das Landeslehrerseminar in St. Pölten und legte 1920 die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen ab. 1924 erwarb er auch die Lehrberechtigung für Bürgerschulen. Ab 1919 unterrichtete der Anhänger der Glöckelschen Schulreform an der Volksschule Wieselburg, ab 1925 an der Knabenbürgerschule in St. Pölten. Nach sechs Jahren erneutem Kriegsdienst von 1939 bis 1945 kehrte er in seinen Beruf zurück und avancierte 1954 zum Bezirksschulinspektor für die Bezirke St. Pölten-Stadt und Lilienfeld. In seiner bis 1964 währenden Amtszeit baute er vor allem die Elternvereine neu auf. 1956 wurde er mit dem Titel Regierungsrat ausgezeichnet. Der Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich sowie des Ehrenringes der Stadt St. Pölten ist 1976 in St. Pölten verstorben.

Ackergasse

Oberwagram, 1927

Die Gasse führte zum Zeitpunkt der Benennung zu Äckern.

Adalbert-Jungwirth-Gasse

Oberwagram, 1964

Nach dem niederösterreichischen Lokalhistoriker, Schriftsteller und Pädagogen Adalbert Jungwirth.

Der 1886 im böhmischen Kalist Geborene wuchs seit seinem vierten Lebensjahr in St. Pölten auf und absolvierte das hiesige Gymnasium. Ab 1909 gab er die kurzlebige Zeitschrift "Beiträge zur lokalen Kunstpflege St. Pöltens" heraus und veröffentlichte auch lokalhistorische Studien. So zum Beispiel über die "Beziehungen Schuberts zu St. Pölten" (1912) und "Beiträge zur Geschichte von Pottenbrunn" (ebenfalls 1912). Nach dem Wehrdienst im Ersten Weltkrieg ging sein Wunsch, in St. Pölten eine Stelle als Mittelschullehrer zu erhalten, nicht in Erfüllung. Stattdessen wirkte er 15 Jahre lang an der Bundeserziehungsanstalt in Wiener Neustadt und trat in dieser Zeit auch als Lyriker hervor. Erst ab dem Schuljahr 1946/47 unterrichte er an der St. Pöltner Lehrerbildungsanstalt Deutsch und Latein. 1947 erlag Professor Jungwirth einem Herzleiden.

Adolf-Sedlaczek-Gasse

St. Pölten, 1969. Von 1948 bis 1969 Propst Führer-Straße. Von 1946 bis 1948 Hans Brunner-Straße. Davor Führerstraße (nicht nach Hitler, sondern nach dem Propst Johann Michael Führer)

Nach dem St. Pöltner Politiker Adolf Sedlaczek.
Sedlaczek wurde 1877 in Groß Ullersdorf/Velké Losiny in Böhmen geboren. Der gelernte Schlosser heuerte bei der Bahn an, wurde dort vor allem als Elektriker eingesetzt und brachte es bis zum Adjunkt der Bundesbahn in St. Pölten. Als SDAP-Abgeordneter gehörte er von 1921 bis 1932 dem niederösterreichischen Landtag an. Im Zuge der Bürgerkriegsereignisse im Februar 1934 wurde der Sozialdemokrat verhaftet. Nach dem Weltkrieg gelang ihm noch eine späte Karriere: Von 26. Mai 1945 bis 1955 gehörte er dem St. Pöltner Gemeindeparlament als Stadtrat an und war zeitweilig SPÖ-Fraktionsvorsitzender. 1964 ist er in St. Pölten gestorben.

Adolf-Tobner-Gasse

Oberwagram, 1964

Nach dem niederösterreichischen Pädagogen Adolf Tobner (1865 bis 1927).

Der geborene Budweiser absolvierte die dortige Lehrerbildungsanstalt und kam nach Lehrerstellen in Gutwasser, Budweis, Türnitz, St. Veit und Fahrafeld 1897 nach St. Pölten, wo er an der Knaben-Bürgerschule bis zu seinem Tod unterrichtete. Neben seiner Lehrtätigkeit studierte er Geologie. Über die geologischen Verhältnisse St. Pöltens und der Umgebung publizierte er in Zeitschriften und in der "St. Pöltner Zeitung". Tobner repräsentiert damit den Typus des heimatforschenden Pädagogen, den es heute so nicht mehr gibt. Vier Jahre vor seinem Tod wurde sein Wirken mit dem Titel Bürgerschuldirektor gewürdigt.

Aichelburggasse

St. Pölten, 1964

Nach dem St. Pöltner Politiker Eugen Freiherr von Aichelburg.

Aichelburg wurde 1852 wahrscheinlich in Wien geboren und studierte Jus an der dortigen Universität. 1881 kam er als Notar-Substitut seines Schwiegervaters nach St. Pölten. 1885 wurde er hier Notar. 1894 wählte man ihn in die St. Pöltner Gemeindevertretung, wobei er keiner der damals in St. Pölten dominierenden politischen Richtungen, also weder den Liberal-Deutschnationalen noch den Christlich-Sozialen angehörte. Als er am 24. Februar 1898 offenbar als Kompromisskandidat zum Bürgermeister gewählt wurde, kündigte er vorsorglich seinen Rücktritt für den Fall an, dass die "unwürdige" Finanzkontrolle der Stadt St. Pölten durch den Landesausschuss nicht aufgehoben werden sollte. Als ein entsprechendes Ansuchen der Gemeinde um Aufhebung der Kuratel abgelehnt wurde, trat er am 7. April 1898 als Bürgermeister zurück, verblieb aber in der Gemeindevertretung. 1908 wurde er zum Vizebürgermeister gewählt. Nach dem Tod von Bürgermeister Eybner leitete er noch einmal für ganz kurze Zeit die Stadtgemeinde. Der Ehrenbürger der Stadt St. Pölten starb 1917.

Aicherstraße

Spratzern, 2015

Nach dem St. Pöltner Maler und Graphiker Walter Aicher. Der 1929 geborene Autodidakt war ab 1970 Direktor der Harlander Coats GmbH, einer traditionsreichen Baumwollspinnerei und Zwirnerei, in Harland. 1987 wurde das Unternehmen geschlossen. Danach begann sich Aicher intensiv mit bildender Kunst zu beschäftigen. Ab 1989 stellte er eigene Werke aus. Als zunehmend erfolgreicher Landschafts- und Städtemaler brachte es auf insgesamt 35 Einzelausstellungen in ganz Österreich. Walter Aicher ist tragischerweise bei der verheerenden Gasexplosion am 3. Juni 2010 in der St. Pöltner Munggenaststraße ums Leben gekommen.

Aitzetmüllergasse

Spratzern, 1994

Nach dem niederösterreichischen Arbeiterkämmerer und Funktionär Alois Aitzetmüller.

Geboren 1901 in Steinbach am Ziehberg im oberösterreichischen Almtal als uneheliches Kind einer Bauernmagd konnte der Bildungshunger des jungen Aitzetmüller durch die ländliche Volksschule nur sehr mangelhaft befriedigt werden und sein Wunsch, Lehrer zu werden, blieb unerfüllbar. So brachte er sich von 1913 bis 1917 als Hilfsarbeiter in einer Sichelschmiede in Scharnstein durch, wo er auch mit den Ideen der Sozialdemokratie bekannt wurde und in die Metallarbeitergewerkschaft eintrat. Nach längerer Arbeitslosigkeit und Jobs im Kohlebergwerk Köflach sowie im Warmwalzwerk Böhler bei Waidhofen an der Ybbs finden wir ihn in den Zwanziger Jahren als arbeitslosen Siedler in der Wagramer Schnofl-Siedlung. 1927 erlangte er eine Anstellung bei der Arbeiterkammer für Wien und Niederösterreich. 1934 war er wieder arbeitslos, 1935 wurde er verhaftet. 1948 trat er wieder in die Arbeiterkammer ein und avancierte 1954 zum Leiter von deren St. Pöltner Bezirksstelle. 1959 wurde er zum AK-Sekretär befördert und war als Inspektor mehrerer Amtsstellen der Kammer eingesetzt. Als Bildungsfunktionär der SPÖ St. Pölten hielt er zahlreiche Vorträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, publizierte gelegentlich regionalgeschichtliche Aufsätze und trat auch als Lyriker hervor. 1979 wurde er mit dem Ehrenzeichen der Stadt St. Pölten geehrt. Er starb 1993 in Hamburg, wohin er noch mit 90 Jahren aus familiären Gründen übersiedelt war.

AK-Platz

St. Pölten, 2015

Nach der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich (AKNÖ), deren neuen Zentrale am AK-Platz 1 im Jahr 2017 offiziell eröffnet worden ist.

Die AKNÖ übersiedelte 2016 von Wien nach St. Pölten.

Albert-Schweitzer-Gasse

Oberwagram, 1975

Nach dem deutschen Arzt, Theologen, Musiker und Philosophen Albert Schweitzer.

Der 1875 im elsässischen Kayersberg geborene Pfarrerssohn besuchte die Realschule in Münster sowie das Gymnasium in Mülhausen und maturierte 1898. Nach einem Jahr beim Straßburger Infanterieregiment 143 studierte er Philosophie und Theologie, aber auch Orgel an der Universität Straßburg und promovierte 1899 zum Doktor der Philosophie und 1900 zum Doktor der Theologie. Danach begann für ihn eine seiner Herkunft und Ausbildung gemäße Laufbahn als Vikar in Straßburg, Lehrer an der dortigen Theologischen Fakultät der Universität Straßburg, Direktor des Seminars St. Thomas ebenfalls in Straßburg und Autor des Buches "J.S. Bach, le musicien-poète". Doch im Jahr 1905 stieß er sein bisheriges Leben vollkommen um und nahm mit dem Ziel, Arzt in Afrika zu werden, sein drittes Studium, das der Medizin, auf. 1913 promovierte er mit der Dissertation "Die psychiatrische Beurteilung Jesu" und fuhr anschließend mit seiner Frau in das westafrikanische Lambarene im heutigen Staat Gabun. Dort begannen sie, ein Urwaldspital in der Missionsstation Andende aufzubauen, und verschuldeten sich dabei stark. 1914 wurden sie als deutsche Staatsbürger interniert und 1917 nach Frankreich gebracht. Nach dem Ersten Weltkrieg baute Schweitzer durch Konzerte und Vorträge...

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