Bindungswirkung kartellbehoerdlicher Entscheidungen im Zivilprozess

Zur Verzahnung von Kartellverwaltungs- und Kartellprivatrecht
 
 
JCB Mohr (Paul Siebeck) (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. August 2018
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-155919-8 (ISBN)
 
Der Nachweis des Kartellrechtsverstosses bildet einen neuralgischen Punkt bei der Durchsetzung kartellrechtlicher Schadensersatzanspruche. Der durch den Beibringungsgrundsatz gepragte Zivilprozess erweist sich insofern gegenuber dem kartellbehoerdlichen Verfahren, das den Wettbewerbsbehoerden weitreichende Ermittlungsbefugnisse an die Hand gibt, als strukturell unterlegen. Die Bindungswirkung schafft hier Abhilfe, indem sie die private mit der behoerdlichen Kartellrechtsdurchsetzung verzahnt und den Klager vom Nachweis des Kartellrechtsverstosses befreit. Dirk Wiegandt beleuchtet das Instrument der Bindungswirkung kartellbehoerdlicher Entscheidungen im Zivilprozess und zeigt zugleich, dass es seinerseits auf die behoerdliche Kartellrechtsdurchsetzung zuruckwirkt.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 3,70 MB
978-3-16-155919-8 (9783161559198)

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Geboren 1984; Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, Genf und Cambridge (LL.M.); Referendariat am Hanseatischen Oberlandesgericht; Assistent am Max-Planck-Institut fur auslandisches und internationales Privatrecht, Hamburg; 2017 Promotion; Rechtsanwalt in Hamburg.
  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Einführung
  • A. Anlass der Untersuchung
  • B. Gegenstand und Ziel der Untersuchung
  • C. Gang der Darstellung
  • Kapitel 1 - Grundlagen
  • A. Zweispurigkeit der Kartellrechtsdurchsetzung in Europa
  • I. Behördliche Durchsetzung (public enforcement)
  • 1. Durchsetzung durch die Europäische Kommission
  • a) Internationale Zuständigkeit
  • b) Durchsetzungsinstrumentarium
  • aa) Entscheidungstypen
  • bb) Sanktionstypen
  • 2. Durchsetzung durch die nationalen Wettbewerbsbehörden
  • a) Internationale Zuständigkeit
  • aa) Bedeutung des Auswirkungsprinzips
  • bb) Fallallokation im Europäischen Wettbewerbsnetz
  • cc) Territoriale Reichweite der Entscheidungs- und Sanktionszuständigkeit
  • b) Durchsetzungsinstrumentarium
  • aa) Entscheidungstypen
  • bb) Sanktionstypen
  • II. Private Durchsetzung (private enforcement)
  • 1. Dezentrale Anwendung der europäischen Wettbewerbsregeln durch die nationalen Zivilgerichte
  • a) Unmittelbare Wirkung und individualschützender Charakter der europäischen Wettbewerbsregeln
  • b) Grundsatz der Verfahrensautonomie unter dem Vorbehalt der Äquivalenz und Effektivität
  • aa) Anforderungen des Äquivalenzgrundsatzes
  • bb) Anforderungen des Effektivitätsgrundsatzes
  • 2. Erscheinungsformen
  • a) Defensive und offensive Geltendmachung
  • b) Initiativ- und Folgeklagen
  • 3. Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht
  • a) Internationale Zuständigkeit
  • b) Anwendbares Recht
  • B. Genese der zweispurigen Kartellrechtsdurchsetzung in Europa
  • I. Traditionelles Primat der behördlichen Durchsetzung
  • II. Impulse für die Belebung der privaten Durchsetzung
  • 1. Dezentralisierung der Kartellrechtsanwendung
  • 2. Die EuGH-Urteile Courage und Manfredi
  • 3. Weitere Impulse
  • III. Gesetzgeberische Folgemaßnahmen zur Effektivierung der privaten Durchsetzung
  • 1. Gesetzgeberische Maßnahmen auf nationaler Ebene
  • 2. Gesetzgeberische Maßnahmen auf europäischer Ebene: Der Weg zur Kartellschadensersatzrichtlinie 2014/104/EU
  • C. Verhältnis von behördlicher und privater Kartellrechtsdurchsetzung
  • I. Ausgangslage
  • 1. Unabhängigkeit der Durchsetzungsspuren
  • 2. Wechselwirkungen
  • II. Verzahnung der Durchsetzungsspuren mittels Bindungswirkung kartellbehördlicher Entscheidungen im Zivilprozess
  • 1. Bindungswirkung von Kommissionsentscheidungen als Mittel zur Sicherung einer kohärenten Anwendung der europäischen Wettbewerbsregeln
  • 2. Bindungswirkung von Entscheidungen nationaler Wettbewerbsbehörden als Antwort auf zivilprozessuale Hürden beim Nachweis eines Wettbewerbsverstoßes
  • a) Zivilprozessuale Hürden beim Nachweis eines Verstoßes
  • aa) Aus der Darlegungslast resultierende Hürden
  • bb) Aus der Beweislast resultierende Hürden
  • cc) Insbesondere: Nachweis eines Verstoßes im more economic approach
  • b) Fruchtbarmachung kartellbehördlicher Entscheidungen in der follow on-Situation
  • 3. Fazit
  • Kapitel 2 - Voraussetzungen und Anwendungsbereich der Bindungswirkung
  • A. Adressaten
  • I. Private Schiedsgerichte
  • II. Zwischenergebnis
  • B. Voraussetzungen und Anwendungsbereich in sachlicher Hinsicht
  • I. Erfasste Entscheidungsstellen
  • 1. Nationale Wettbewerbsbehörden
  • 2. Nationale Gerichte
  • II. Erfasste Entscheidungen
  • 1. Entscheidungen der nationalen Wettbewerbsbehörden
  • a) Allgemeine Anforderungen
  • aa) Feststellung eines Verstoßes
  • bb) Verstoß gegen Art. 101 oder 102 AEUV oder parallel anwendbares nationales Wettbewerbsrecht
  • cc) Abschließende Prüfung und Bewertung des Verstoßes
  • b) Erfasste Entscheidungstypen
  • aa) Vorfrage: Art. 5 VO Nr. 1/2003 als Ermächtigungsgrundlage?
  • (1) Das EuGH-Urteil in der Sache Tele2 Polska
  • (2) Stellungnahme
  • bb) Entscheidungstypen der nationalen Wettbewerbsbehörden im Einzelnen
  • (1) Abstellungsentscheidungen und isolierte Feststellungsentscheidungen
  • (2) Anordnung einstweiliger Maßnahmen
  • (3) Annahme von Verpflichtungszusagen
  • (4) Bußgeldentscheidungen und sonstige im innerstaatlichen Recht vorgesehene Sanktionsentscheidungen
  • (5) Einstellungsentscheidungen
  • (6) Entscheidungen über den Entzug des Rechtsvorteils einer Gruppenfreistellungsverordnung
  • cc) Zusammenfassung
  • c) Voraussetzungen für den Eintritt der Bindungswirkung
  • aa) Wirksamkeit der kartellbehördlichen Entscheidung
  • bb) Bestandskraft der kartellbehördlichen Entscheidung
  • cc) Verfahrensaussetzung bei noch fehlender Bestandskraft?
  • 2. Entscheidungen der nationalen Gerichte
  • a) Anwendungskonstellationen
  • aa) Unzulässigkeit der gerichtlichen Anfechtung
  • bb) Aufhebung der kartellbehördlichen Entscheidung
  • cc) Bestätigung der kartellbehördlichen Entscheidung
  • dd) Feststellung der Rechtmäßigkeit einer bereits erledigten kartellbehördlichen Entscheidung
  • b) Rechtskraft als Erfordernis für den Eintritt der Bindungswirkung
  • III. Erfordernis der Sachverhaltsidentität
  • IV. Erfasste Kartellzivilverfahren
  • 1. Beschränkung auf den Schadensersatzprozess
  • 2. Analoge Anwendung in anderen Kartellzivilverfahren?
  • C. Anwendungsbereich in persönlicher Hinsicht
  • I. Beschränkung auf am behördlichen Kartellverfahren beteiligte Beklagte
  • II. Bindung von Kronzeugen
  • III. Bußgeldbescheid gegenüber einer Muttergesellschaft für den Verstoß einer Tochtergesellschaft
  • 1. Diskussion um eine kartellzivilrechtliche Konzernhaftung
  • 2. Folgen der Bindungswirkung eines Bußgeldbescheides gegenüber der Konzernmuttergesellschaft
  • D. Anwendungsbereich in zeitlicher Hinsicht
  • I. Intertemporaler Anwendungsbereich
  • II. Zeitliche Dimension des festgestellten Verstoßes
  • E. Anwendungsbereich in räumlicher Hinsicht
  • Kapitel 3 - Rechtsfolgen der Bindungswirkung
  • A. Bindungswirkung nach § 33b GWB
  • I. Tatbestandswirkung oder Feststellungswirkung?
  • 1. Begriffsbestimmungen
  • a) Tatbestandswirkung
  • aa) Tatbestandswirkung im engeren Sinn
  • bb) Tatbestandswirkung im weiteren Sinn
  • b) Feststellungswirkung
  • aa) Feststellungswirkung im Sinne der Zivilprozesslehre
  • bb) Feststellungswirkung im Sinne der Verwaltungsrechtslehre
  • 2. Auslegung des § 33b GWB im Lichte von Art. 9 Abs 1 Kartellschadensersatzrichtlinie
  • a) Kein Fall der Tatbestandswirkung im engeren Sinn
  • b) Kein Fall der Tatbestandswirkung im weiteren Sinn
  • c) Ergebnis: § 33b GWB als Anordnung einer Feststellungswirkung
  • 3. Beschränkung der Feststellungswirkung auf den Kartellrechtsverstoß
  • a) Grenzziehung zwischen bindungsfähigen und nicht bindungsfähigen Entscheidungsinhalten
  • aa) Marktabgrenzung
  • bb) Betroffenheit
  • cc) Verschulden
  • b) Zusammenfassung
  • II. Folgen für den Zivilprozess
  • 1. Berücksichtigung von Amts wegen
  • 2. Entfallen der Darlegungs- und Beweisbedürftigkeit des Kartellrechtsverstoßes
  • 3. Entzug der richterlichen Kompetenz zur selbstständigen Beurteilung der Kartellrechtswidrigkeit
  • 4. Zusammenfassung
  • III. Qualifikation
  • IV. Rechtsstaatliche Bedenken
  • 1. Grundsatz der Gewaltenteilung und der richterlichen Unabhängigkeit
  • a) Grundlagen und Gewährleistungsgehalt
  • b) Vereinbarkeit
  • 2. Gebot effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes und Anspruch auf rechtliches Gehör
  • a) Grundlagen und Gewährleistungsgehalt
  • b) Vereinbarkeit
  • V. Besonderheiten der Feststellungswirkung von Entscheidungen anderer Wettbewerbsbehörden
  • 1. Anerkennungspflicht bereits nach dem acquis communautaire?
  • a) Herleitung aus dem Primärrecht
  • b) Herleitung aus dem Sekundärrecht
  • c) Zwischenergebnis
  • 2. Erfordernis und Zulässigkeit eines immanenten Anerkennungsvorbehalts
  • VI. Möglichkeit der Vorlage an den EuGH nach Art. 267 AEUV
  • 1. Keine Überprüfung der Gültigkeit der Entscheidung durch den Gerichtshof
  • 2. Beschränkung der Vorabentscheidung auf die abstrakte Auslegung des Unionsrechts
  • 3. Abweichungsmöglichkeit infolge einer Vorabentscheidung durch den EuGH
  • 4. Keine Beschränkung der gerichtlichen Vorlagekompetenz durch die Grundsätze der TWD-Rechtsprechung
  • B. Bloße prima facie-Beweiswirkung ausländischer Entscheidungen im Recht anderer Mitgliedstaaten
  • I. Mindestvorgabe des Art. 9 Abs. 2 Kartellschadensersatzrichtlinie
  • II. Qualifikation
  • III. Eingeschränkter Harmonisierungseffekt und forum shopping
  • IV. Zusammenfassung
  • Kapitel 4 - Rückwirkungen auf und Schlussfolgerungen für die behördliche Durchsetzungsspur
  • A. Veröffentlichungspraxis der Wettbewerbsbehörden
  • B. Entscheidungspraxis der Wettbewerbsbehörden
  • I. Feststellungsentscheidungen
  • II. Entscheidungen über die Annahme von Verpflichtungszusagen
  • C. Territoriale Reichweite und gegenseitige Anerkennung der Entscheidungen der nationalen Wettbewerbsbehörden
  • I. Grenzüberschreitende Entscheidungs- und Sanktionszuständigkeit
  • II. System gegenseitiger Anerkennung
  • Zusammenfassung
  • A. Grundlagen
  • B. Voraussetzungen und Anwendungsbereich der Bindungswirkung
  • C. Rechtsfolgen der Bindungswirkung
  • D. Rückwirkungen auf und Schlussfolgerungen für die behördliche Durchsetzungsspur
  • Literaturverzeichnis
  • Rechtsprechungsverzeichnis
  • Sachverzeichnis
DNB DDC Sachgruppen

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