Es ist nicht alles Gold was glänzt

Business und Alltag in den Emiraten
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 220 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-0263-2 (ISBN)
 
Aufgrund ihrer dreijährigen Tätigkeit rund um den Aufbau eines mittelständischen Betriebes in den Vereinigten Arabischen Emiraten konnte die Autorin spezielles Insiderwissen ansammeln und möchte mit ihrem Ratgeber Einblicke gewähren, welche Abenteuer zu erwarten sind.
Das Buch vermittelt Details hinsichtlich behördlicher Gänge samt anfallender Gebühren und Darlegungen, mit welchen unvorhergesehenen Überraschungen man kalkulieren muss.
Während klassische Business Führer sich mit der Frage beschäftigen "Was muss ich tun, um die Chance zu bekommen, überhaupt ein Business in den VAE zu starten", ist dieses Buch quasi die Weiterführung und beschäftigt sich unter anderem mit Themen wie "Was erwartet mich an Hindernissen, wenn ich ein Business starte", bzw. "Welche Perspektiven habe ich als Angestellter".
Dieses Buch berichtet jedoch nicht nur über den geschäftlichen Alltag, es vermittelt auch entsprechende Einblicke über Lebenshaltung und Lebensqualität in den VAE, fernab Dubais Glamour, und versteht sich als Planungshilfe, damit man sorgfältig abwägen und kalkulieren kann, um dort erfolgreich tätig zu sein.
Ein interessanter Einblick in die arabische Lebens- und Sichtweise, ein hilfreicher Ratgeber, nicht nur für potentielle Auswanderer!
2. Auflage
  • Deutsch
  • 4,03 MB
978-3-7407-0263-2 (9783740702632)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Geboren in München, hat die gelernte Steuerfachangestellte eine berufliche Reise hinter sich, die sie zunächst in die IT verschlug und nach jahrelanger Selbständigkeit während der Kindererziehungsphase schließlich den Schritt in die Emirate wagen ließ.
Der kaufmännische Hintergrund und die in der Selbständigkeit gesammelten Erfahrungen dienten als Grundlage für den Start ins Abenteuer VAE.
Obwohl am PC bereits seit Jahren Gedichte und Abhandlungen entstanden, die bisher unveröffentlicht blieben, so wurde eine offizielle Autorentätigkeit bislang nicht angesteuert.
Nach dem Abenteuer Emirate entstand das Bedürfnis, anderen mit den gewonnenen Erfahrungen zu helfen und dieses Buch zu veröffentlichen.
Zurück in Deutschland lebt die Autorin mit ihrer Familie im Münchner Raum und genießt den Wandel der Jahreszeiten.

Sponsor und Aufenthalt


Wenn Sie Geschäfte in den UAE planen, müssen Sie als Erstes einen Sponsor finden. Mit ihm steht und fällt das Geschäft. Das sagt sich so leicht, "einen Sponsor finden", wenn Sie nicht schon vorab Kontakte haben, suchen Sie womöglich lange. Dann folgen Gespräche, bei denen man sich erst einmal kennen lernt, danach erst beginnt man mit den Dialogen über mögliche Geschäftsbeziehungen.

Über ein Jahr bin ich, jeweils mit dreiwöchigen Hotelaufenthalten, in die Emirate geflogen, was schon eine Menge Geld im Vorlauf bedeutet. Man muss wissen, dass in drei Wochen praktisch nichts passiert. Dort dauert alles lange und kostet dadurch unglaublich viel Zeit und Geld. Man kann froh sein, wenn man den Sponsor in drei Wochen drei- bis viermal zu Gesicht bekommt.

Schon das Wort "Sponsor" ist leicht missverständlich, denn es ist in der Regel niemand, der sich finanziell an Ihrem Geschäft beteiligt, im Gegenteil! Er "sponsert" Ihnen die Aufenthaltsgenehmigung und erhält dafür Geld. D.h., der Sponsor bekundet amtlich, gegen entsprechende Vergütung, dass er bereit ist, der "Pate" Ihres Geschäftsvorhabens zu sein.

Wenn Sie Ihr eigenes Geschäft starten möchten, bedeutet das normalerweise, Sie finden einen Local, der mit 51% an Ihrem Unternehmen beteiligt ist, obwohl es üblicherweise so ist, dass Sie alle erforderlichen Investitionen alleine stemmen müssen. Sie können auch jemanden finden, der nur seinen Namen als Sponsor gibt, dafür zahlen Sie ihm dann einen monatlichen, vorher zu vereinbarenden, Betrag. Eine prozentuale oder anderweitige Beteiligung hierbei ist individuelle Verhandlungsbasis.

Es ist üblich, dass Sponsoren mit dem erforderlichen Papierkram und Bürokratismus helfen, soweit gesetzlich vorgeschrieben, um das Unternehmen zu starten. Aber es ist nicht illegal, wenn der Sponsor nicht sonderlich hilfreich ist bzw. monatelang braucht, um etwas zu Wege zu bringen. Man kann sich dann zwar mühsam einen neuen Sponsor suchen, dies bedeutet jedoch bestenfalls nochmals von Vorne zu starten, schlimmstenfalls, das bereits bestehende Business still zu legen und es komplett neu zu gründen. Praktisch sieht das so aus, dass das Visum erlischt und man unter einem neuen Sponsor ein neues beantragen (und bezahlen) muss. Die höchsten Gebühren werden jedoch bei jedem Business-Start fällig. Man sollte deshalb eine kluge Wahl treffen, sonst zahlt man wirklich viel Geld für Nichts.

Den richtigen Sponsor zu finden ist also eine sehr heikle Sache und der Erste Schritt zum Erfolg. Wenn man jemanden kennt, ist es einfach, aber wenn man jemanden finden muss, ist es schwer zu sagen, auf wen man sich verlassen kann. Eine weibliche Sponsorin ist nur indirekt zu bekommen. Wenn es unumgänglich ist, weil ein geschlechtsspezifisches Geschäft nur für Damen eröffnet wird, ist ein weiblicher Sponsor notwendig, sie ist dann Ihr Sponsor auf dem Papier; der eigentliche Mensch, mit dem man es zu tun hat, ist jedoch ihr Mann, Vater oder Vormund. Welche Geschäfte geschlechtsspezifisch zu trennen sind, da muss man sich vorher gut informieren, da die Geschlechtertrennung in vielen Bereichen erfolgen muss, wo sie bei uns unüblich ist.

Wenn das Geschäft einmal eröffnet ist, kann dieses Unternehmen wiederum selbständig als Sponsor agieren für Mitarbeiter und Familienmitglieder.

Wenn Sie für ein Unternehmen als Angestellter arbeiten, ist dieses Unternehmen Ihr Sponsor. Einen Wohnsitz, sowie die Möglichkeit eine Wohnung anzumieten, erhalten Sie nur durch einen Sponsor! Aber in diesem Fall ist es einfach, die erforderlichen Papiere werden vom lokalen Unternehmen für Sie besorgt. Sie erhalten eine schriftliche Einladung, mit der Sie das Land betreten. Aufgrund dessen erhalten Sie an der Grenze einen Augen-Scan, danach können Sie einreisen und die notwendige Bereitstellung der Papiere wird für Sie, nach erfolgreichem Gesundheitscheck, in der Regel innerhalb weniger Tage erledigt.

Während der Vorbereitung für Ihr eigenes Geschäft jedoch müssen Sie das Land alle vier Wochen verlassen, da das Besuchervisum ausläuft, denn es dauert eine sehr lange Zeit, die nötigen Papiere zu bekommen, innerhalb von vier Wochen ist, wie bereits erwähnt, nichts erledigt, denn der Sponsor hat alle Zeit der Welt und nimmt sich diese auch.

So sind Sie gezwungen, alle vier Wochen beispielsweise die Grenze nach Oman zu überqueren, um auf diese Weise, durch Verlassen und erneutes Einreisen in das Land, für weitere vier Wochen ein Visum zu bekommen. Bei mir hat es Monate gedauert, dabei muss man bedenken, dass dies mit enormen Kosten verbunden ist, da man gezwungen ist in einem Hotel zu wohnen, wenn man nicht privat unterkommt, was dort unmöglich ist, wenn man niemanden kennt. Man kann sich nicht einfach ein Zimmer mieten, man kann gar nichts mieten, solange man keine Aufenthaltsgenehmigung hat, und bei Freunden unterzukommen ist, aufgrund der in Mietshäusern anwesenden Security, praktisch nicht möglich, davon später mehr. Außerdem muss man als Erstes das Gewerbe beantragen, und ab da läuft die jährliche, nicht unerhebliche, Gebühr. Trotzdem dauert es noch einige Zeit, bis man sein Visum erhält, von dem alles andere abhängt. Bei mir hat es nach der Geschäftseröffnung drei Monate gedauert, bis ich mein Visum hatte. Nachdem man auf ein Zimmer im Hotel angewiesen ist, sollte man genügend Geld für den Vorlauf einplanen.

Das vierwöchige Überqueren der Grenze kann einfach sein, aber es kann auch zu einer sehr unangenehmen Erfahrung werden, wie folgendes Beispiel zeigt:

Üblicherweise erhält man beim Verlassen der Emirate einen Stempel im Pass, und geht damit beim Grenzpunkt Oman zur Zollbehörde. Nach einigen Formalitäten und einer geringen Gebühr (nur Bargeld, Oman Rial, sie machen immer ein Aufhebens, falls man mit UAE Dirham kommt, aber am Ende akzeptieren sie diese dann meistens doch) von umgerechnet ca. 12 ? erhält man dort zwei Stempel im Pass, einen für die Einreise ins Land und einen für die Ausreise. Vor der Einreise sollte man jedoch unbedingt sicherstellen, dass das Auto für den Oman versichert ist, sonst bekommt man Schwierigkeiten und kann nicht einreisen.

Dann kann man an der Grenze umdrehen und erneut die VAE-Grenze passieren. Dort wird überprüft, ob ein Verkehrsdelikt oder anderer Zahlungsverzug vorliegt, z.B. eine Geschwindigkeitsübertretung, und wenn ja, muss man die Strafe sofort begleichen, sonst kann man nicht einreisen. Die Daten im Pass werden gründlich geprüft, auch wenn man gerade vor 30 Minuten bei der Ausreise gesehen und freundlich gegrüßt wurde. Dies kann zwar zeitraubend sein, aber zumindest bekommt man einen neuen Stempel für die Einreise in das Land, gültig für weitere vier Wochen. Normalerweise! Denn ich hatte auch schon ganz unangenehme Erfahrungen gemacht.

Einmal wollte ich wieder in die Emirate einreisen, konnte jedoch nicht, weil derjenige, der mir gerade eben den Ausreisestempel gegeben hatte, den Computer nicht aktualisiert hatte und so war ich, zumindest im System, noch im Lande, und konnte demzufolge nicht mehr einreisen, weil ich ja offiziell niemals ausgereist war.

Nach etlichen Diskussionen meinten die Beamten, es sei sinnlos. Sie erinnerten sich sogar, dass ich gerade eben ausgereist sei, trotzdem, so meinten sie, könnten sie mich nicht wieder hereinlassen. Sie entschuldigten sich für den Fehler des Zollbeamten, aber Gesetz sei nun mal Gesetz, und sie hätten keine Chance, mich wieder einreisen zu lassen. Dieses Verhalten behördlicherseits wird uns noch manches Mal zum späteren Zeitpunkt begleiten, auch wenn es logisch ist, und der Beamte es absolut nachvollziehen kann, bleibt dennoch Gesetz eben Gesetz!

Ich rief meinen Sponsor an und dieser telefonierte mit der Grenzpolizei, aber es war ergebnislos. Sie meinten, ich müsse zurück in den Oman, dort durch das Land fahren (natürlich war es auch dort schwierig, da ich ja für sie bereits wieder ausgereist war). Aufgrund dieser akuten Schwierigkeiten und mangelnder Arabisch-Kenntnisse schickte mir mein Sponsor seinen Bruder, auf den ich an der Grenze warten musste. Mit ihm, und durch sein arabisches Verhandlungsgeschick, geleitete er mich in seinem eigenen Wagen durch den Oman, um das Land an einer anderen VAE-Grenze wieder zu verlassen, die gleiche Grenze war nicht mehr möglich. Der Bruder meines Sponsors sprach viel mit den Grenzbeamten, weniger mit mir, so fuhren wir schweigend ca. 40 Minuten durch den Oman, um das Land bei Hatta wieder zu verlassen. Dort kostete es uns wieder etliche Mühe und Zeit, nach diversen Erklärungen (jeder übergeordnete Beamte möchte den Vorgang nochmals hören), einer halben Stunde arabischer Diskussionen und telefonischen Rückrufen zur Grenze des Landeseintritts, gelang es uns schließlich, den Oman wieder zu verlassen. Wenigstens gab es dann auf der Emirati-Seite keine Probleme mehr. Somit hatten wir insgesamt einen Umweg von dreieinhalb Stunden gemacht, da wir ja mein Auto auch wieder an der vorherigen Grenze abholen mussten, aber zumindest waren die Papiere wieder in Ordnung.

Ich möchte dem Leser Details ersparen, wie mein Problem sich fortsetzte, da das Auto ja auf der falschen Grenzseite...

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