Mystic Highlands 6: Feenkampf

Knisternde Highland-Fantasy
 
 
Carlsen (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2020
  • |
  • 383 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-30221-9 (ISBN)
 
**Von Elfenmächten und anderen Sagen Schottlands**
Seit sich Ciarda für den Elfenkrieger Darach und damit auch für die Dunkelheit entschieden hat, spielt sie ein gefährliches Versteckspiel im Herzen des Elfenreichs. Jeden Tag stellen ihre Feinde ihren Entschluss auf eine harte Probe - zu Recht, da die Druidin vorhat, die Pläne von Eochu zu durchkreuzen. Aber noch weiß sie nicht, wie sie das anstellen soll. Vollkommen allein, zerbricht sie beinahe an dem Druck. Nicht einmal Darach darf sie vertrauen, denn egal wie viel sie für ihn empfindet, in der dunklen Welt der Síodhach haben Liebe und Mitgefühl nichts verloren. Und doch scheinen sie das Einzige zu sein, was Ciarda noch retten kann .
Raywen White verzaubert ihre Leser mit einer einmaligen Landschaft und einer atemberaubend romantischen Story.
Alle Bände der sagenhaften Highland-Fantasy-Reihe:?
//Die Geschichte von Rona & Sean
-- Mystic Highlands 1: Druidenblut?
-- Mystic Highlands 2: Druidenliebe?
-- Mystic Highlands: Band 1-2 der fantastischen Highland-Reihe im Sammelband (Die Geschichte von Rona & Sean) ?
//Die Geschichte von Kathrine & Logan?
-- Mystic Highlands 3: Mythenbaum
-- Mystic Highlands 4: Mythenschwert?
-- Mystic Highlands: Band 3-4 der Fantasy-Reihe im Sammelband (Die Geschichte von Kathrine & Logan)//?
//Die Geschichte von Ciarda & Darach
-- Mystic Highlands 5: Feenhügel
-- Mystic Highlands 6: Feenkampf
-- Mystic Highlands: Band 5-6 der Fantasy-Reihe im Sammelband (Die Geschichte von Ciarda & Darach)//
Diese Reihe ist abgeschlossen.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Raywen White lebt gemeinsam mit ihrem Mann im Raum Frankfurt am Main. Erst 2014 entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und erzählt nun Geschichten, in denen Liebe und Magie der Fantasie keine Grenzen setzen. Jedoch haben in ihrem Leben Bücher schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Es gibt nichts Schöneres, als in eine Geschichte einzutauchen und den Alltag vergessen zu können. Dieses Gefühl möchte sie auch ihren Lesern ermöglichen.

1


Mit einem leisen Sirren flog der Wurfdolch knapp an Ciarda vorbei und blitzte grünsilbern im Schein der Fackeln auf. Der Kopf der Wache zuckte in die Richtung des hellen Tons. Verärgert kräuselte Ciarda die Lippen.

Bevor der Mann Alarm schlagen konnte, sprang sie aus ihrem Versteck und überrumpelte ihn. Kein Laut drang aus seinem Mund, bevor er zu Boden sank.

Das Geräusch eines weiteren fallenden Körpers sagte ihr, dass der Dolch sein Ziel getroffen und die zweite Wache ebenfalls ausgeschaltet hatte.

Schemenhaft huschten die anderen Kämpfer an ihr vorbei und schwärmten aus. Das Geheul der beiden Wölfe begleitete ihr Vorrücken und warnte die Bewohner vor dem Schrecken, der sie heimsuchen würde.

Kurz warf sie einen Blick über die Schulter in die Schatten der Bäume. Tief in ihnen verborgen stand Éremón. Sie konnte ihn nicht sehen, fühlte aber seine dunkle Präsenz wie ein drohendes Unheil. Qualvolle Schreie erklangen vor ihr und sie wandte sich wieder ihrer Aufgabe zu. Ihr Herz schlug in einem gleichmäßigen Rhythmus. Gemächlich folgte sie den anderen, die bereits in das Schloss eindrangen. Vorsichtig trat sie auf den Türflügel, der der dunklen Magie von Eochus Soldaten keine Sekunde standgehalten hatte und nun quer über den Stufen lag. Durch den Ruß waren die feinen Schnitzereien im Holz kaum noch zu erkennen. Die Tür wippte leicht, während sie über das Relief des Baumes lief und am Ende mit einem leichtfüßigen Satz auf die Fliesen sprang.

Kurz verharrte Ciarda und drehte sich langsam um ihre eigene Achse. Sie erinnerte sich gut, wie sie das letzte Mal hier gestanden hatte. Fasziniert von der Schönheit der Eingangshalle. Überwältigt von den Farben, die die Kristalle an die Wände und auf den Boden warfen. Beeindruckt von dem Baum innerhalb des Baumes, der die Treppe in die anderen Etagen trug. Ihr Blick folgte ihrem Verlauf bis hoch in die Krone. Jetzt empfand sie nichts.

Nicht einmal Trauer oder Entsetzen darüber, dass die Schönheit von Islinds Schloss mit Blut besudelt wurde. Schwarz zogen sich die Adern der Verderbnis über den Boden und wuchsen mit jedem Pulsieren, das sie im Rhythmus eines schlagenden Herzens durchlief. Dunkelheit raubte dem Baum das Leben. Verwelkte Blätter segelten durch die Luft und das Holz knarzte protestierend.

Es war ein schneller Überfall und die Bewohner von Islinds Baumhaus hatten ihnen nichts entgegenzusetzen. Aber Ciarda hatte auch nicht damit gerechnet. Nur noch ein paar von Islinds treusten Anhängern versuchten in ihrer Abwesenheit den Anschein von Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die wenigen Krieger, die sich ihnen entgegenstellten, waren nur Opfer, die die Soldaten ihrem Gott Eochu darbrachten.

Sie schloss die Augen und nahm die Gefühle derer, die sie umgaben, in sich auf, auch wenn sie wusste, dass sie es später bereuen würde. Unter den Blutrausch, der die Soldaten erfasste, mischte sich Schmerz und Verzweiflung, aber keine Hoffnung. Denn es gab keine. Der Síd und somit auch dieser Ort waren schon seit Langem verloren.

Immerhin hatte sie niemanden getötet. Aber das Blut derer, die sich der Dunkelheit entgegengestellt hatten, klebte anklagend an ihrer Haut. Stille legte sich über das Gebäude und schien ihr laut schreiend ihre Untätigkeit vorzuwerfen.

Tief atmete sie ein und bereute es sofort. Der metallische Geruch des Blutes hing schwer in der Luft und mischte sich mit den modrigen Aromen der Verderbnis.

Das Geräusch von sich kreuzenden Klingen durchbrach ihre Konzentration. Ein warnender Ruf ertönte. Der Kampf schien sich nach draußen verlagert zu haben.

Beide Hände streckte sie nach vorn. An ihren Fingerspitzen bildeten sich kleine rote Flammen, die von ihren Fingern tropften und wie Insekten ausschwärmten, um den Stamm von Islinds Heim in Feuer zu baden und endgültig zu vernichten. Schutzzauber glühten in einem sanften Grün auf und bremsten ihren Angriff. Die Anstrengung trieb ihr den Schweiß aus den Poren. Es war, als würde sie versuchen ein Auto umzuwerfen.

Sie keuchte und steigerte ihre Bemühungen. Schwarzer Rauch begann sich um ihre Finger zu schlängeln, verstärkte ihre Magie. Sie badete in der Macht, die Eochu ihr verliehen hatte. Der magische Schutz gab ein schiefes Kreischen von sich, bevor er wie ein Ballon platzte. Ungehindert stürzten sich die Flammen auf das Holz und begannen es zu verschlingen.

Die Kampfgeräusche von draußen waren noch immer nicht verstummt, schienen sich jedoch weiter vom Gebäude zu entfernen. Sie achtete nicht länger auf das Feuer, das sich langsam in ein Inferno verwandelte, und schritt durch das brennende Foyer in den hinteren Teil des Schlosses. Es knackte und knisterte.

Helle Flocken sanken langsam herab und wirbelten um sie herum. Ihre Schuhe erzeugten ein dumpfes Klacken auf dem Boden, dessen ursprüngliche weiße Farbe unter dem grau-roten Gemisch aus Blut und Asche verschwand. Eine Tür stand offen und führte in den Garten hinaus. Kaum hatte sie das Gebäude verlassen, wurden die Schreie und das Klirren von Waffen, die aufeinandertrafen, lauter. Die Ascheflocken legten sich wie Schneegestöber auf das grüne Laub und ließen alles friedlich wirken.

Sie neigte den Kopf, orientierte sich und rannte los.

Über die zwei toten Soldaten Eochus sprang sie hinweg, ohne sie zu beachten. Blätter klatschten ihr ins Gesicht und sie duckte sich unter einem tief hängenden Ast hindurch. Die Kampfgeräusche waren mittlerweile verstummt. Der schmale Pfad ging in eine Kurve über, hinter der Feinde lauern könnten. Sie wurde jedoch nicht langsamer und schoss um die Ecke. Ein Pfeil verfehlte sie nur knapp und schlug neben ihr in einen Baumstamm. Ihre Füße wirbelten Staub auf, als sie abrupt bremste und auf die silbrige Pfeilspitze starrte, die genau auf sie zeigte. Ihr Blick glitt an dem Schaft entlang und ihr Herz setzte einmal aus, bevor es anfing stärker zu schlagen. Aodh.

»Ciarda«, stieß ihr Bruder ungläubig aus und ließ den Bogen, mit dem er auf sie zielte, sinken.

Welch Ironie, dass sie sich ausgerechnet an diesem Ort, wo sie sich zuletzt gesehen hatten, begegneten. Er hatte sich in den zurückliegenden zwei Monaten verändert. Seine Wangen waren eingefallen und dunkle Ringe umrahmten seine Augen, aus denen das Schelmische verschwunden war. Stattdessen lag in ihnen eine Härte, die ihr ohne die Dunkelheit, die sie vor solchen Gefühlen beschützte, das Herz zerrissen hätte.

»Ich dachte, du bist tot«, stieß er ungläubig und mit einem vorwurfsvollen Ton aus. Er achtete nicht auf den Soldaten, der sich ihm mit gezückter Waffe von hinten näherte.

Abrupt sprang Ciarda vorwärts und warf ihren Dolch knapp an Aodhs Kopf vorbei. Eochus Lakai erstarrte in seinem Angriff und kippte nach hinten um. Der Griff der Waffe schaute aus seiner Stirn.

Entsetzen spiegelte sich auf dem Gesicht ihres Bruders, als er seinen Blick von der Leiche zu ihr zurückwandern ließ. »Deine Augen .«, murmelte er verstört. Sie konnte seine Fassungslosigkeit spüren. Die Frage, ob irgendwo in ihr noch ein Teil Menschlichkeit existierte.

»Du musst gehen. Sofort«, sagte sie kühl.

Er machte keine Anstalten, sich zu bewegen. Also tat sie es. Sie wandte sich ab und wollte zurück zum Schloss laufen, aber seine Finger umfassten ihr Handgelenk und zogen sie zurück.

»Was willst du? Ich sagte dir, du sollst gehen«, herrschte sie ihn an.

»Nicht ohne dich«, stieß er leidenschaftlich aus. In seinem Blick lag Entschlossenheit. Ihr Herz tat einen kräftigen Schlag, der ihr Inneres erschütterte. Dieses Gespräch kam ihr seltsam vertraut vor. Hatte sie Darach nicht genau das Gleiche gesagt, als er wollte, dass sie ohne ihn Athlone verließ?

Es schien eine Ewigkeit her zu sein. Ein anderes Leben, das lange zurücklag. In dem die Sonne geschienen hatte, während sie jetzt nur noch in der Dunkelheit lebte. Sie konnte die wärmenden Strahlen spüren, die Aodh umgaben. Es wäre ein Leichtes, mit ihrem Bruder ins Licht zurückzukehren. Nur ein Schritt in seine Richtung. Sehnsucht erfasste sie. Der Wunsch, dass alles wieder so war wie früher.

Ihr Körper bewegte sich wie von selbst auf ihn zu, bevor ihr bewusst wurde, was sie tat.

Nein!

Zitternd atmete sie aus und trat wieder zurück. Sie hatte sich für das Leben, das sie nun führte, nicht grundlos entschieden.

Darach. Bereits jetzt, nach nur drei Tagen, die sie getrennt waren, vermisste sie ihn. Ohne ihn war sie nicht vollständig, fühlte sich wie ein verirrter Wanderer im Nebel. Sie schloss die Augen, folgte der mentalen Verbindung, die sie besaßen, und badete in der Gewissheit, nicht allein zu sein. »Ich kann nicht«, wisperte sie.

»Ci, egal was es ist, wir bekommen das wieder hin.«

Er hielt sie fest. Ihr Blick klebte an der Stelle, wo seine Finger ihr Handgelenk umspannten. Ihre Gedanken schienen in zähflüssigen Sirup getunkt, der sie langsam und träge machte.

In seiner Stimme lag eine Zuversicht, die ihr schon lange abhandengekommen war. Etwas in ihr sehnte sich nach diesem Gefühl. Im Gegensatz zu ihr besaß Aodh jedoch nicht den Hauch einer Chance gegen Eochu oder Éremón. Schnell riss sie sich von ihm los und drückte ihren Rücken durch. »Geh. Sonst muss ich dir wehtun.«

Zu spät. Sie konnte spüren, wie Éremón sich ihnen näherte.

»Was ist nur mit dir passiert?«

Zu viel. Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals und sie schluckte ihn hinunter. »Es ist zu spät.« Und das in verschiedener Hinsicht.

»Das ist es nicht. Ci, komm einfach mit mir«, beschwor er sie, trat auf sie zu und streckte ihr auffordernd die Hand entgegen.

Ihr Inneres zog sich zusammen. »Ich will nicht.« Ihre Stimme...

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