Mystic Highlands 5: Feenhügel

Knisternde Highland-Fantasy
 
 
Carlsen (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Februar 2020
  • |
  • 364 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-30220-2 (ISBN)
 
**Von Kriegern der Highlands und anderen Gefahren**
Die bildhübsche Ciarda ist eigensinnig, taff und manchmal fast furchterregend - genau so, wie es sich für eine Kriegerin der Highlands gehört. Doch im Inneren der Druidin verbirgt sich ein weiches Herz, das einen großen Schwachpunkt hat: Darach. Der Mann, der ausgerechnet zum magischen Elfenstamm der Síodhach gehört, gegen den Ciarda ihr Leben lang gekämpft hat. Er ist es auch, der dafür verantwortlich ist, dass sie den Highlands den Rücken gekehrt und Zuflucht in Amerika gesucht hat. Doch die Heimat ruft. Ein Konflikt braut sich zusammen, der die Druiden und die Síodhach wieder einmal auf verschiedene Seiten stellt. Ciarda wird gebraucht und macht sich schweren Herzens auf, um ins Land des Mannes zurückzukehren, den sie nicht lieben darf .
Raywen White verzaubert ihre Leser mit einer einmaligen Landschaft und einer atemberaubend romantischen Story.
Alle Bände der sagenhaften Highland-Fantasy-Reihe:?
//Die Geschichte von Rona & Sean
-- Mystic Highlands 1: Druidenblut?
-- Mystic Highlands 2: Druidenliebe?
-- Mystic Highlands: Band 1-2 der fantastischen Highland-Reihe in einer E-Box (Die Geschichte von Rona & Sean) ?
//Die Geschichte von Kathrine & Logan?
-- Mystic Highlands 3: Mythenbaum
-- Mystic Highlands 4: Mythenschwert?
-- Mystic Highlands: Band 3-4 der Fantasy-Reihe in einer E-Box (Die Geschichte von Kathrine & Logan)//?
//Die Geschichte von Ciarda & Darach
-- Mystic Highlands 5: Feenhügel
-- Mystic Highlands 6: Feenkampf//
weitere Ausgaben werden ermittelt
Raywen White lebt gemeinsam mit ihrem Mann im Raum Frankfurt am Main. Erst 2014 entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und erzählt nun Geschichten, in denen Liebe und Magie der Fantasie keine Grenzen setzen. Jedoch haben in ihrem Leben Bücher schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Es gibt nichts Schöneres, als in eine Geschichte einzutauchen und den Alltag vergessen zu können. Dieses Gefühl möchte sie auch ihren Lesern ermöglichen.

1


Eine leichte Meeresbrise spielte mit Ciardas losen Haarsträhnen. Tief atmete sie die kühle Nachtluft ein, die nach dem warmen Sommertag die Hitze in den engen Straßen von New Orleans kaum vertrieb. Genauso wenig wie ihre Erinnerungen. Die Balkontür hinter ihr war einen Spalt geöffnet. Die ersten Töne des Liedes Bad Liar von den Imagine Dragons drangen zu ihr heraus und stimmten sie nachdenklich. Terrors don't prey on innocent victims. Und ob sie das taten. Verzweifelt schloss sie die Augen.

Ein helles Klirren von Glas zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Eine Flasche rollte über den staubigen Asphalt und blieb liegen, bis ein junger Mann sie mit seinem Fuß wegkickte und das Klirren erneut erklang. Sie beugte sich weiter nach vorne und stützte die Unterarme auf dem Balkongeländer ab, während sie die Gruppe junger Menschen beobachtete, von denen die meisten Plastikbecher mit alkoholischen Getränken in der Hand hielten und sich aufgeregt miteinander unterhielten. Die Frauen waren grell geschminkt und ihr Lachen hallte durch die Straße. Der aufreizenden Kleidung nach zu urteilen, waren sie entweder auf dem Weg in einen der nahe gelegenen Clubs, durch die Ciarda bereits die letzten Wochen gezogen war, oder kamen gerade von einer der vielen Partys im French Quarter.

Der junge Mann, der die Flasche durch die Straße gekickt hatte, blieb schwankend stehen und sah zu ihr auf, als hätte er gespürt, dass sie ihn und seine Freunde beobachtete. Ein zufriedenes Grinsen legte sich auf seine schmalen Lippen, als er sie bemerkte. Sein dunkles Haar fiel ihm wirr in die Stirn und beschattete seine Augen, die sie nicht sehen konnte. Der Rest gefiel ihr jedoch ausnehmend gut. Sie beugte sich weiter vor und lächelte, auch wenn ihr gar nicht danach zumute war. Die Stimmen der anderen wurden lauter, als sie unter ihrem Balkon vorbeigingen. Einige grinsten anzüglich, nachdem sie einen Blick zu ihr nach oben geworfen hatten. Der junge Mann winkte und signalisierte ihr hinunterzukommen.

Eigentlich war es genau das, was sie wollte. Feiern und vergessen. Deswegen war sie hier. Dennoch richtete sie sich auf und schüttelte bedauernd den Kopf.

Enttäuscht verzog der junge Mann die Lippen und trollte sich.

Eine Weile sah sie ihm nach und fragte sich, warum sie nicht mitgegangen war. Sie hatte sich bereits für das ausschweifende Nachtleben in New Orleans fertig gemacht, trug ein blutrotes Korsett mit schwarzen Stickereien, das ihre Brüste betonte und ihre Arme frei ließ. Keltische Symbole umrahmt von Blütenranken waren darauf tätowiert. Der schwarz-rot karierte Rock bedeckte gerade so ihren Po. Smokey Eyes, dunkelrote Lippen und die wild hochgesteckten Haare vervollständigten das Bild eines furchtlosen Vamps, das sie anderen gerne von sich zeigte. Doch irgendwie wollte sie heute nicht in Partystimmung kommen. Schon die letzten beiden Nächte hatte sie sich gezwungen das Hotelzimmer zu verlassen, zu tanzen. Doch die dröhnende Musik in den Clubs übertönte weder ihre Gedanken, noch übernahm sie die Kontrolle über ihren Körper wie noch zu Beginn.

Seufzend legte sie den Kopf in den Nacken und betrachtete wehmütig die wenigen Sterne am Himmel, der dem in Schottland kaum ähnelte. Wenn sie die Augen schloss, war das Bild von dem silbernen Band der Milchstraße und das grünliche Glühen der Polarlichter nur noch eine schwache Erinnerung, die immer mehr verblasste. Sie hatte ihre Heimat noch nie verlassen und langsam vermisste sie sie.

Genervt stieß sie den Atem aus und ließ den Kopf hängen. Eine maßlose Untertreibung. Wie ein Sog zerrte etwas an ihr. Sie sehnte sich so sehr nach den kahlen Berghängen, dass es regelrecht schmerzte.

Wie hatte sie nur auf den Gedanken kommen können, dass es eine gute Idee sei hierherzureisen, um sich ein wenig abzulenken?

Schon seit Tagen verspürte sie einen dumpfen Druck auf ihrer Brust, der ihr das Atmen erschwerte. Sie fühlte sich wie ein gefangenes Tier. Eingesperrt in einem viel zu engen Käfig. Die Stadt war laut und stickig. Viel zu viele Menschen. Nicht zu vergleichen mit der Abgeschiedenheit in den Highlands, ihrem Zuhause.

Ein Handyklingeln ertönte und die Musik aus dem Zimmer hinter ihr, die sie schon eine Weile nicht mehr bewusst wahrgenommen hatte, verstummte. Ihr plötzliches Fehlen riss sie aus ihren schwermütigen Gedanken.

»Was gibt's?«, hörte sie die kräftige Stimme ihres Bruders und kräuselte genervt die Lippen. Eigentlich hatte er vorgeschlagen nach Barcelona zu fahren, wo er ein Semester lang studiert hatte, um ein bisschen Sonne am Strand zu tanken und die Clubs unsicher zu machen. Um Abstand zu gewinnen. Die Idee klang verlockend, nur dass ihr das europäische Festland nicht weit genug entfernt war. Einen ganzen Ozean hatte sie zwischen sich und dem, was passiert war, bringen müssen.

Doch jetzt . Sie hatte das Gefühl, etwas Schreckliches braute sich am Horizont zusammen. Sie drehte den Kopf zur Seite, um besser lauschen zu können.

Aodhs Antworten waren einsilbig und sein Ton verriet, dass er nicht glücklich war, über das, was sein Gesprächspartner ihm erzählte. »Wir sind schon unterwegs.«

Stille.

Ciarda kam es vor, als würden Ameisen über ihre Haut krabbeln. Es fröstelte sie. Wir. Das schloss sie mit ein.

Ihr Bruder schob die Balkontür auf und trat hinter sie.

»Ich geh nicht mit«, erklärte sie tonlos und wandte den Blick wieder auf die Gasse. Auch wenn sie fürchterliches Heimweh hatte, würden sie keine zehn Pferde zurück nach Schottland bringen.

Einen Moment schwieg Aodh und die Atmosphäre um sie herum schien sich zu verdichten. Der Druck auf ihrer Brust nahm zu. Es kam ihr so vor, als würde ihre Haut zerreißen. Als sie es nicht mehr aushielt, drehte sie sich langsam um.

Betreten stand Aodh vor ihr und hatte die Hände in seine Jeanstaschen vergraben, die Daumen in den Gürtelschlaufen verhakt. Sein kupferrotes Haar war zerzaust und stand in alle Richtungen ab. Deutlich zeigte ihr sein Gebaren, wie tief seine Schuldgefühle ihr gegenüber saßen. Man könnte meinen, dass ihm jemand in die Weichteile getreten hätte.

In diesem Moment spürte sie, wie die unterschiedlichsten Gefühlsregungen in ihr aufstiegen. Genugtuung und Hass ihm gegenüber, gefolgt von Abscheu vor sich selbst.

Er hat es für mich getan.

Verzeihen konnte sie ihm dennoch nicht so einfach, auch wenn sie es wollte. Aber es gab Schlimmeres. »Ich gehe nicht zurück«, wiederholte sie bestimmt. »Nie wieder.«

»Die anderen brauchen uns«, erwiderte er lediglich, als würde es genügen sie umzustimmen. Dabei gingen ihr die anderen am Arsch vorbei. Und das beruhte wahrscheinlich auf Gegenseitigkeit.

Immer war sie es gewesen, die zur Stelle war, wenn es brenzlig wurde. Keinem Kampf war sie ausgewichen, hatte trainiert bis zum Umfallen und hätte ihr eigenes Leben jederzeit breitwillig gegeben. Und irgendwie hatte sie das auch. Hatte nie einen Schulabschluss gemacht oder über ein Leben außerhalb von Gorm nachgedacht. Der Druidenorden und seine Aufgabe waren ihr wichtiger gewesen als ihre eigene Zukunft oder Wünsche. Sie hatte ihr Leben dem Kampf geopfert.

Aber das war vorbei. »Die kommen auch gut ohne uns aus.« Mittlerweile erschien ihr dieser Krieg so sinnlos. Alles nur ein Gespinst aus Lügen und Verrat. Sie war eine Wächterin. Eine Kriegerin. Doch inzwischen wusste sie nicht mehr, wofür sie überhaupt kämpfen sollte. Ihre eigenen Träume hatte sie so tief vergraben, dass sie sie schon längst vergessen hatte. Sie fühlte sich ziellos und verloren.

»Gavin hat gesagt, dass .«

»Es interessiert mich nicht, was Gavin dir erzählt hat«, unterbrach sie ihn sofort.

»Aber .«, begann Aodh erneut.

»Nichts aber!«

»Sei doch nicht so stur und hör mir wenigstens zu«, stieß Aodh frustriert aus.

»Es ist mir scheißegal. Und wenn Gorm in Flammen aufgeht.« Allein der Gedanke sorgte bei ihr für ein schmerzhaftes Ziehen in der Brust. Sie umfasste das Balkongeländer fester, bis das Metall sich verformte.

Ihr Bruder schüttelte den Kopf. »Du bist eine schlechte Lügnerin. Gorm ist dein Zuhause.«

Ihr Herz brach. »Das war es einmal. Jetzt ist es nur noch ein verseuchtes Vipernnest«, zischte sie und versuchte ihren Schmerz zu verbergen, doch ihr Bruder kannte sie zu gut. Besorgt musterte er sie. »Ci, wir sollten endlich darüber reden.«

Sie hätte doch in irgendeinen Club gehen sollen. Über dem lauten Musikpegel hätte Aodh gar nicht erst versucht mit ihr zu sprechen. Sie hätte getanzt, bis sie zu erschöpft gewesen wäre, um überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen. Zu müde, um irgendetwas anderes zu tun, als kraftlos aufs Bett zu fallen und in einen traumlosen Schlaf zu gleiten, sobald sie im Hotel angekommen wäre. Wie auch schon die Nächte zuvor.

»Die Síodhach .«

»Ich will nicht darüber sprechen«, unterbrach sie ihn, rauschte an ihm vorbei ins Zimmer und schnappte sich ihre schwarze Lederhandtasche.

Sie kam nicht einmal bis zur Tür, da stand Aodh bereits davor und versperrte ihr den Weg. »Diesmal wirst du nicht flüchten!«

»Ich flüchte nicht!«, herrschte sie ihn an und versuchte ihren Bruder aus dem Weg zu schieben. Immerhin schaffte sie es, ihn aus der Balance zu bringen, doch statt zur Seite trat er einen Schritt zurück und lehnte sich mit verschränkten Armen gegen die Tür. »Doch, das tust du. Wie ein verschrecktes Kaninchen vor einer Meute Jagdhunde. Allerdings kannst du deinem Hass nicht entkommen.«

Ihre Augen formten sich zu schmalen Schlitzen. »Du denkst, ich laufe vor den Síodhach weg? Das tue ich nicht.«

Sein Blick glitt musternd und ungläubig über...

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