Schön wie ein griechischer Gott

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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978-3-7337-5891-2 (ISBN)
 
Bei einem letzten gemeinsamen Urlaub auf einer romantischen Insel in der Ägäis wollen Sapphira und Athanasios prüfen, ob ihre Ehe noch zu retten ist. Aber alles scheint vergebens - bis sich ihr kleiner Sohn verletzt und Sapphira erkennt, wie sehr ihr Mann und ihre Kinder sie brauchen ...

2. KAPITEL

Sapphira zögerte vor der Tür zum Kinderzimmer, durch die Kinderlachen und die leisere kehlige Stimme von Spiridoula drang. Vielleicht wäre unser Verhältnis von Anfang an besser gewesen, wenn ich besser Griechisch oder Spiridoula ein paar Brocken Englisch verstanden hätte, überlegte sie müde. Als Athanasios damals das junge Mädchen aus dem Dorf als Kindermädchen einstellte, hatte sie in der Wortkargheit des Mädchens nur Feindseligkeit und Unverschämtheit gesehen. Heute, mehr als drei Jahre später, hatte sich die Wahl als richtig erwiesen. Sie wäre niemals vor neun Monaten zu Lorna gezogen, ohne sicher zu sein, dass die Kinder in guten Händen waren. Seitdem hatte sie die Kleinen natürlich jeden Tag besucht - außer, wenn sie wusste, dass Athanasios zu Hause .

Zögernd betrat sie das Zimmer, und Spiridoula begrüßte sie mit einem leichten Nicken des Kopfes.

"Stephanos kommt auch mit, Mummy!", rief Victoria, die Lebhaftere und Redseligere der Zwillinge aufgeregt und stürzte sich in Sapphiras Arme.

"Dürfen wir unsere Spielsachen mitnehmen? Daddy sagt, ich soll meine ganzen Anziehsachen mitnehmen - darf Stephanos seine auch mitnehmen? Daddy hat mir extra für heute ein neues Kleid gekauft, aber ich habe es selbst ausgesucht. Es ist weiß. Sieh mal!" Verzückt zog sie an der englischen Baumwollspitze.

Sapphira drückte ihre Tochter noch einmal an sich und breitete dann die Arme für ihren Sohn aus.

Stephanos, ruhiger und weniger überschwänglich als seine Schwester, ähnelte im Aussehen sehr seinem Vater. Er war der Erstgeborene, und Sapphira fragte sich nicht zum ersten Mal, ob das Ärzteteam bei der Kaiserschnittgeburt vielleicht bewusst zuerst dem männlichen Nachkommen auf die Welt geholfen hatte. In Griechenland war auch heute noch die historische Familien- und Gesellschaftsform des Patriarchats zu spüren - wie sie selbst es zu ihrem Kummer gerade erlebt hatte.

"Daddy sagt, er wird einsam sein ohne mich", sagte der Junge ernst. "Er sagt, man kann nicht immer tun, was man möchte . und er will dafür mit mir ans Meer fahren. Aber ich will lieber mit dir und Victoria gehen. Kannst du ihn nicht dazu bringen, Ja zu sagen?"

"Es war nicht wirklich Daddys Entscheidung, mein Herz", erklärte Sapphira und drückte das Kind an sich, das plötzlich ein verwirrtes Gesicht machte. "Außerdem hat sich eine Änderung ergeben", fügte sie übertrieben fröhlich hinzu. "Ihr bleibt alle beide bei Daddy und Spiridoula, und ich besuche euch so oft wie möglich. Dann gehen wir spazieren und machen uns einen ganz tollen Tag . du wirst sehen."

"Du bringst uns gar nicht mehr ins Bett, und gestern Abend hatte Victoria Bauchweh und hat nach dir gerufen!", klagte er schmollend.

Sapphira wurde das Herz schwer. Im Moment war die Kleine völlig in Ordnung, aber was war mit der Zukunft? Angenommen, eines der Kinder bekam eine Kinderkrankheit? Wie sollte sie es ertragen, dann von ihnen getrennt zu sein?

Sie kämpfte gegen die aufsteigende Übelkeit an, als Victoria dazwischenplapperte: "Spiridoula sagt, ich habe nur zu viel Sprudellimonade getrunken. Musst du abends immer weggehen? Daddy tut das auch nicht. Aber gestern Abend war er weg. Er wollte nicht gehen, weil ich krank war. Dann kam Angelia, damit Daddy weggehen konnte, weil es wichtig war. Aber Spiridoula hat Angelia gesagt, dass ich bald wieder gesund bin!"

"Kostas' Mummy geht auch jeden Abend weg", erzählte Stephanos. "Sie arbeitet in einer Taverne und verdient viel Geld, weil Kostas' Daddy nicht alles kaufen kann. Tust du das auch?"

Was sollte sie den Kindern sagen? Obwohl sie sehr aufgeweckt waren, ließ sich nur schwer beurteilen, wie viel sie verstehen konnten.

"Nein, ich muss nicht arbeiten", erklärte sie ihrem Sohn. "Aber ich habe eine sehr gute Freundin, und sie hat mich eingeladen, eine Weile bei ihr zu wohnen. Sie heißt Lorna."

"Aber du kommst doch ganz bald zurück, Mummy?"

Victoria stellte die lange befürchtete Frage. Die ganzen Monate über schien es, als hätten die Kinder ihr regelmäßiges Kommen und Gehen akzeptiert, aber im Grunde ihres Herzens hatte Sapphira gewusst, dass es nur eine Frage der Zeit sein konnte, bis diese Frage kam.

"Ich werde nicht weit weg sein", gebrauchte sie Ausflüchte. "Wir müssen dafür noch viele Pläne machen. Das wird eine aufregende Zeit für uns alle!" Sie bemühte sich, optimistisch zu klingen, auch wenn sie weit davon entfernt war, so zu empfinden.

"Bist du noch böse mit Daddy?", fragte Stephanos völlig unerwartet.

"Nein, natürlich nicht, ich ." Bestürzt konnte sie nur denken, dass es falsch wäre, etwas zu sagen, was die Kinder beunruhigen könnte.

"Du hast doch immer mit ihm geschrien!", beharrte der Kleine.

"Daddy hat immer geschrien!", warf Victoria unbekümmert ein. "Spiridoula hat die Musik lauter gestellt, aber ich habe es doch gehört!"

Sapphira zwang sich zu einem Lachen, während sie sich auf den Weg zur Tür machte. "Die Menschen bekommen immer lautere Stimmen, wenn sie aufgeregt oder glücklich sind, wisst ihr? Das hat nichts zu bedeuten. Lieber Himmel! Ihr solltet euch selbst manchmal hören. Ich wundere mich nur, dass Spiridoula noch nicht taub geworden ist."

"Taub, taub, taub!", sang Victoria begeistert mit immer lauterer Stimme.

"Leise!", tadelte Sapphira streng, konnte aber ein erleichtertes kleines Lächeln nicht unterdrücken. "Wollen wir nicht lieber hinunter in den Garten gehen?"

"Bleibst du jetzt bei uns, Mummy?", fragte Stephanos zaghaft und berührte ihre Hand.

"Oh, mein Liebling, ich glaube nicht ." Unglücklich öffnete sie schnell die Tür. "Daddy rechnet nicht damit, dass ich bleibe, und Lorna ."

"Lorna kann jederzeit angerufen werden." Überraschend stand Athanasios vor ihr. "Ich habe mich gewundert, worüber ihr wohl so lange redet? Es gibt noch ein paar Dinge, die wir besprechen müssen."

"Das kann doch sicher noch warten?" Sapphira fühlte sich durch die nervliche Anspannung völlig erschöpft.

"Ich fürchte, nein. So sehr ich deine Geste auch schätze, kommt sie unerwartet und bringt einige Probleme mit sich." Er wartete, bis Spiridoula mit den Kindern die Treppe hinunterging.

"Du kannst die Kinder vom Wohnzimmer aus im Garten beobachten, und wir können reden." Er bedachte sie mit einem prüfenden Blick. "Komm, Sapphira, du hast doch wohl keine Angst mehr, mit mir allein zu sein, oder?"

Schweigend schüttelte sie den Kopf und ließ sich hinunterführen. Mit diesem Mann hatte sie alle Gefühle erlebt, die eine Frau erleben kann. Jetzt empfand sie nur noch Leere.

"Du erinnerst dich an Konstantinos?", fragte Athanasios.

Die Frage überraschte Sapphira. "Die kleine Kykladeninsel im Ägäischen Meer? Ja, natürlich. Wir sind den ersten Sommer nach unserer Hochzeit dahin gefahren." Sie lächelte bei der Erinnerung an die drei Wochen, die sie dort verbracht hatten. "Du hattest das alte Bauernhaus gekauft, weil du einen Zufluchtsort haben wolltest, wenn dir der Arbeitsdruck zu groß wurde. Und du hast gesagt, ich sei die erste Frau, die das Haus betreten hätte ."

"Die einzige Frau", korrigierte er leise, während Sapphira sich so setzte, dass sie die Aktivitäten im Garten verfolgen konnte. "Ich habe vor, ein paar Tage auf die Insel zu fahren, um in Ruhe ein Programm fertigzustellen, das uns ziemliche Kopfschmerzen bereitet. Ich wollte Stephanos mitnehmen."

"So?" Sie wollte nicht an die friedlichen Sommertage denken, die sie gemeinsam auf diesem unberührten, himmlischen Fleckchen Erde ohne geteerte Straßen und mit nur wenigen Touristen verlebt hatten. Die Erinnerung an jene wundervolle Zeit brachte ihr die traurige Lage nur noch deutlicher zu Bewusstsein. Außerdem, was ging es sie an, wohin Athanasios fuhr.

"Also, ich kann zwar mit einem Kind zurechtkommen, aber nicht mit allen beiden, wenn ich arbeiten muss."

"Nun, Spiridoula .", begann sie.

"Ihr Verlobter hat ihr verboten, auf einer einsamen Insel das Haus mit einem Mann zu teilen, der erst seit Kurzem von seiner Frau getrennt lebt, wenn nicht eine Anstandsdame dabei ist."

Diese chauvinistische Entscheidung war für das junge Mädchen natürlich Gesetz, das stand außer Frage. Andererseits hatte Athanasios recht, es würde ihn sicher Zeit und Energie kosten, die Zwillinge diszipliniert zu halten, damit er sich auf die komplizierte Programmentwicklung konzentrieren konnte.

Stephanos, das ruhigere und empfindsamere Kind, allein wäre leitbar, aber Victoria . Sapphira lächelte kläglich bei der Vorstellung, wie Athanasios versuchte, seine übermütige kleine Tochter im Zaum zu halten.

"Ich soll also Victoria ein paar Tage zu mir nehmen?"

"Ganz im Gegenteil." Er machte eine bedeutungsvolle Pause. "Ich möchte, dass du mit uns kommst."

"Das ist doch verrückt!" Sie starrte ihn entgeistert an. "Wie kann ich mit dir irgendwohin fahren? Ich bin deine Ex-Frau."

"Meine von mir getrennt lebende Frau", korrigierte er kühl. "Das bedeutet nicht, dass wir nichts gemeinsam unternehmen dürfen, oder?" Er hob fragend eine Augenbraue und fuhr dann unbeirrt fort. "Du hast doch wahrscheinlich den Kindern gerade erzählt, dass sie zusammenbleiben. Da Stephanos weiß, dass ich mit ihm nach Konstantinos fahren will, wird Victoria sich auch schon auf die Reise freuen. Es ist deshalb die beste Lösung. Wenn du...

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