Mottentanz

 
Lynn Weingarten (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 14. April 2011 | 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05600-1 (ISBN)
 
Die packende Suche eines Mädchens nach ihrer verschwundenen Schwester
Seit Ellies heißgeliebte, temperamentvolle Schwester Nina vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist, hat Ellie nur noch einen Gedanken: Nina wiederzufinden. Vergeblich - selbst Ellies beste Freundin ist überzeugt: Nina ist nicht mehr am Leben. Da trifft Ellie den attraktiven Sean. Sean will Ellie bei ihrer Suche helfen, hat er doch selbst einen Bruder verloren. Ellie lässt alles stehen und liegen, um mit Sean einen verrückten Roadtrip zu unternehmen, auf den Spuren Ninas. Bald verliebt sich Ellie rettungslos in Sean - doch er verbirgt ein dunkles Geheimnis ...


Lynn Weingarten verbringt einen Großteil ihrer Zeit in den Coffee Shops von New York, ihrer Heimatstadt. Sie war bereits Lektorin, hat als Barkeeperin und Kellnerin gejobbt, war Aushilfe in einer Bäckerei in Irland und hat kleine, selbstgemachte Tontiere verkauft. »Mottentanz« ist ihr erster Roman.
Violeta Topalova
Deutsch
0,76 MB
978-3-641-05600-1 (9783641056001)
3641056004 (3641056004)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kapitel 22 (S. 124-125)

Ich wache auf, und die Ereignisse der vergangenen Nacht schieben sich mir ins Gedächtnis wie ein Traum: Lippen an Lippen, geöffnete Münder. Die Zeit verlangsamt sich, beschleunigt sich, verlangsamt sich. Wir liegen auf der Couch. Wir liegen auf dem Bett. Wir liegen auf dem Boden. Wir sind Magneten. Wir schmelzen. Wir sind betrunken. Wir bestellen mehr Champagner. Wir trinken ihn aus unseren Mündern. Wir trinken ihn von unserer Haut. Wir atmen schwer. Wir fiepfiepfiepen. Wir lachen uns krank.

Wir spielen Strip-Poker mit Pommes als Karten. Wir gewinnen. Wir verlieren. Wir sind nackt. Wir sind schweißbedeckt. Wir lecken den Schweiß ab. Wir drücken uns aneinander. Schnell. Schneller, schneller. Wir hören nicht auf. Es geht zu schnell. Wir machen langsamer. Wir rollen uns zu einer Kugel zusammen. Wir vergleichen unsere Narben: weiße Linien auf meinen Schienbeinen, wo ich auf nassen Felsen ausgerutscht bin, ein winziger weißer Kreis von einer Windpocke auf meiner Hüfte, Kratzer auf seinen Armen, weil er immer Hunde hatte, aufgeschlagenes Knie, als er vom Fahrrad gefallen ist.

Die verschlungenen weißen Linien auf seinem Innenarm, über die er nicht sprechen kann. Wir atmen im Takt. Unsere Herzen schlagen im Takt. Wir fangen wieder an. Wir wissen nicht, wo sein Körper aufhört und meiner anfängt. Wir driften in eine Art Schlaf ab.   Ich liege hier jetzt, auf diesem schönen Bett in diesem schönen Hotelzimmer. Die seidene Schlafmaske ist wie ein Armreif um mein Handgelenk gewickelt. Ich trage einen Socken. Mein Kopf ist gegen das Kissen gedrückt, in meinem Gesicht hat sich ein Lächeln festgesetzt. Ich greife nach Sean. Aber das Bett ist leer, ich bin allein. Allein. Allein?

Ich setze mich auf. Neben dem Bett steht ein Glas Wasser, ich weiß nicht, wie es da hingekommen ist. Ich nehme es und leere es in einem Zug. Mein Kopf tut weh, als sei mein Schädel ein bisschen zu klein für mein Gehirn. Meine Lippen sind wund. Ich klettere aus dem Bett. Ich bin nackt, bis auf den Socken, und plötzlich verlegen. Deshalb ziehe ich das Leintuch vom Bett und wickle mich hinein. »Hallo?«, rufe ich. Meine Stimme klingt komisch. »Sean?« Er ist nicht hier. Mein Körper fühlt sich zerbrechlich an, wie aus Glas. Ich laufe im Zimmer herum, das Leintuch schleift auf dem Boden. Alle Beweisstücke für gestern Nacht sind weggeräumt worden.

Keine Champagnerflaschen, kein Rollwagen. Sogar die zerknüllten Servietten, mit denen wir Schneeballschlacht gespielt haben, sind wie durch Zauberei verschwunden. Mein Handy liegt auf dem Tisch. Es blinkt. Ich habe zwei neue SMS bekommen: Hör auf, mich zu ignorieren und Ich mache mir Sorgen um dich. Beide von Amanda. Und vier verpasste Anrufe. Alle von ihr, nichts von Sean. Und mir wird bewusst, dass ich ihn nicht mal anrufen kann, denn ich habe seine Nummer gar nicht. Witzig.

Ich gehe zu dem riesigen Bad. Die Tür steht halb offen, keine Spur von Sean. Ich lehne mich gegen die Wand. Mein Herz schlägt plötzlich heftig und ich kneife die Augen zusammen. Habe ich mir gestern Nacht nur eingebildet? Oder habe ich alles in meinem Kopf so hingedreht, wie ich es haben wollte? Ein neues Bild steigt in mir auf. Ich, betrunken umhertaumelnd. Zu viel redend, zu laut lachend. Dem armen Sean mein Herz ausschüttend, der nur etwas essen und dann pennen wollte.

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