Das neue Tal

Roman
 
 
DuMont Buchverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. August 2011
  • |
  • 126 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8321-8567-1 (ISBN)
 
Stillman Wing ist 71 Jahre alt. Er lebt, wie schon der Held in Josh Weils erster, viel gelobter Novelle >Herdentiere<, in den Blue Ridge Mountains in Virginia. Gerade wurde ihm gekündigt - um sich zu rächen, stiehlt er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Schmuckstück aus der Traktorensammlung seines alten Bosses, den Deutz Diesel, Baujahr 1928.
Fünf Jahre lang renoviert er ihn als Geschenk für seine Tochter. Er macht sich Sorgen um Caroline, sie ist schon 35, fettleibig und lebt in den Tag hinein, immer bringt sie neue, nutzlose Liebhaber nach Hause. Sie ist sein Ein und Alles. Und dann geht sie, zieht zu den lauten Kommunarden am Ende des Tals, nimmt gefährliche rituelle Bäder in einem verseuchten Teich und erwartet ein Kind. Stillmans Welt gerät vollständig aus dem Gleichgewicht. Da steigt er zum ersten Mal auf den funkelnden Deutz und fährt dorthin, wo die Rinder begraben sind und wo die jungen Leute tanzen und singen.
  • Deutsch
  • 2,79 MB
978-3-8321-8567-1 (9783832185671)
3832185674 (3832185674)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Josh Weil, geboren 1976, wurde 2009 von der Jury des National Book Award zu den '5 Under 35' gezählt und erhielt 2010 für seine Novellensammlung >The New Valley< (als >Herdentiere< und >Das neue Tal< bei DuMont erschienen) den Sue-Kaufman-Debütpreis. Er lebt mit seiner Familie in der Sierra Nevada.
www.joshweil.com
Stephan Kleiner, geboren 1975, ist in Köln als Lektor und Übersetzer tätig. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen T. C. Boyle, Chad Harbach, Keith Gessen, Tao Lin, Josh Weil und Michel Houellebecq.
(S. 45-46)

Das Haus roch nach warmem Kuchen. Er dachte, Caroline würde in der Küche sein, aber sie war nicht dort. Nur ein aberwitziges Durcheinander aus Kochgeschirr und verschmiertem Teig. Die Ofentür stand offen. Stillman blieb in der Restwärme stehen, zog die nassen Schuhe von seinen Füßen, warf die feuchten Stützstrümpfe darauf, schälte sich aus der Hose und dem Rollkragenpullover. Dann griff er sich ein feuchtes Geschirrtuch und rieb sich damit die Haare trocken, während er in der Unterwäsche dastand. Sie kam aus dem Esszimmer; in der einen Hand hielt sie ein Streichmesser, in der anderen ein Feuerzeug.

»Riecht gut«, sagte er. »Eine Kuchen de la Schokolah«, sagte sie. »Du wirst schimpfen, aber du wirst ihn mögen.« In behaglicher Stille gingen sie ihren jeweiligen Aufgaben nach; Caroline bereitete das restliche Mittagessen vor, und Stillman kochte seinen Tee: Er legte vier Beutel in einen Topf – Ingwer, Kamille, Ginseng und zuletzt, um die Gesundheit seiner Prostata zu fördern, einen Beutel mit einer hausgemachten getrockneten Mischung aus Hortensie, Stechwinde und Nessel. Als sein Tee gezogen hatte, war auch sie mit allem anderen fertig. Er trug den Topf zusammen mit einem Untersetzer und einer Tasse ins Esszimmer.

Er hatte es aufgegeben, sie zum Teetrinken bringen zu wollen, nachdem er vor einigen Jahren einmal über fünfzig Dollar für ein Pfund fertiger Mischung aus Großer Klette, Vogelmiere und Labkraut bezahlt hatte, die, wie die Versandfirma schwor, beim Abnehmen helfen sollte; sie hatte sich bedankt, war die 684 hinuntergefahren und hatte das komplette Paket noch am selben Tag an Don Demastus’ Limousin-Bullen verfüttert. Das Esszimmer war für besondere Anlässe reserviert, was bedeutete, dass sie es nur zwei- oder dreimal im Jahr benutzten. Es war ihm immer wie Verschwendung vorgekommen, aber Caroline sagte, dieses Zimmer sei das Einzige, was Besucher glauben lassen könnte, dass in diesem Haus eine echte Dame lebte.

Durchsichtige Plastikfolie bedeckte die sechs Stühle, und ein weiteres Stück Kunststoff, oval, weiß und gepolstert, bedeckte den Tisch. Darauf lagen zwei Platzmatten, eine an jedem Ende, die mit Essstäbchen, kleinen Tütchen mit Salz und Pfeffer sowie Bierkrügen versehen waren – seiner zur Hälfte mit Wein gefüllt, ihrer bis zum Rand. Der Kuchen ruhte in der Mitte des Tisches, er war groß genug für ein Dutzend Gäste. Sie hatte sein Müsli so auf den weißen Zuckerguss gestreut, dass dort DAD stand und daneben die Zahl 74.

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