Verhängnisvolles Schachrätsel

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. März 2021
  • |
  • 112 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7534-5044-5 (ISBN)
 
Eine staatsgefährdende rechtsextremistische Verschwörung, die mysteriösen Todesumstände seines Onkels, der dieser Verschwörung auf der Spur war und das scheinbar unlösbare Schachrätsel, das der Schlüssel zu den Beweisen ist, all das stellt den Journalisten Sven Fischer vor die eigentlich aussichtslose Aufgabe, die rechtsextremistische Verschwörung rechtzeitig aufzuhalten.

Ein packender Polit-Thriller voller überraschender Wendungen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,20 MB
978-3-7534-5044-5 (9783753450445)
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Der in Hamburg geborene und dort wohnende Autor legt viel Wert auf seine Privatsphäre.

Indizien


Seitdem an wenigen Hamburger Schulen versuchsweise das Finnische Bildungssystem, kombiniert mit dem Konzept der Waldorf-Schulen, eingeführt worden war, empfanden die Schüler dort den Unterricht nicht mehr als ein lästiges Übel.

Sogar für das Fach Politik existierte nun ein verstärktes Interesse.

In der Klasse "Neun b" an der Stadtteilschule Harburg gab es offensichtlich überdurchschnittlich motivierte Schüler und das lag sicherlich an der überdurchschnittlich beliebten Lehrerin Annabel Ahrens. Für sie war es immer wieder ein Wunder, wenn sie mitbekam, dass das Lernen den Schülern Spaß brachte. Zu Annabels Schülerzeit war das noch gänzlich anders gewesen. Schule hatte da Leistungsdruck und verkrampftes Pauken bedeutet.

Da es in Annabels Unterricht keinen Leistungsdruck mehr gab, waren die Köpfe ihrer Schüler frei von Versagensängsten, so dass das natürliche Interesse am Lehrstoff voll zur Geltung kommen konnte.

An diesem Tag sollten die Schüler in Kleingruppen jeweils einen Themenbereich bearbeiten und ihre Ergebnisse nach der Hälfte der Unterrichtseinheit, dem Rest der Klasse vortragen.

Die Zeit war abgelaufen und deshalb stoppte Annabel das eifrige Diskutieren innerhalb der Gruppen.

"So, die Zeit ist um. Ich denke, es sollte die Gruppe beginnen, die sich mit der Gesetzgebung in Deutschland beschäftigt hat.

Wer aus dieser Gruppe möchte uns Anderen von Euren Ergebnissen berichten?"

Raphaela meldete sich zu Wort.

"Tja, auf Bundesebene gibt es Arten von Gesetzen, die mit einer Einfachen Mehrheit im Bundestag beschlossen werden können. Für entscheidendere Gesetze muss eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag vorhanden sein und für noch gravierendere Gesetzesänderungen ist zusätzlich zur Mehrheit im Bundestag auch die Mehrheit im Bundesrat nötig.

Manchmal auch hier eine Zweidrittel-Mehrheit."

Annabel war zufrieden.

"Sehr gut. Hat einer der anderen Mitschüler noch Fragen dazu?"

Als Einziger stellte Jan eine Frage.

"Meine Mutter stammt aus der Schweiz. Sie sagte mal zu mir, das Problem an der deutschen Staatsform ist, dass alleine die Parlamentarier die politische Macht haben und dass es keine Volksgesetzgebung wie in der Schweiz gibt. Ist das wirklich so?"

Annabel schaute zu der Schülergruppe, an die diese Frage gerichtet war. Raphaela versuchte die Frage zu beantworten.

"Also nachdem was wir herausbekommen haben, gibt es eine Volksgesetzgebung in ein paar Bundesländern, aber nicht auf Bundesebene. Und selbst da, wo es eine Volksgesetzgebung gibt, müssen die Parlamentarier nicht überall das Ergebnis einer Volksabstimmung zwingend umsetzen."

Jan war irritiert.

"Es gibt also eine Volksgesetzgebung in der Schweiz und teilweise auch in Deutschland. In der Schweiz müssen die Parlamentarier das Ergebnis der Volksabstimmung umsetzen, aber in Deutschland können die Parlamentarier so ein Ergebnis einfach ignorieren. Hab ich das richtig verstanden?"

Annabel hatte das Gefühl, als Lehrkraft einiges verdeutlichen zu müssen.

"Tja, im Prinzip stimmt das. Allerdings ganz ignorieren können die Parlamentarier das Ergebnis einer Volksabstimmung nicht.

Trotzdem stimmt es, dass die Politiker, bei einer Mehrheit im Parlament, gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit, Beschlüsse durchsetzen können. Anders ist es in der Schweiz.

Dort sind die Volksabstimmungen verbindlich.

Die Parlamentarier müssen das Ergebnis der Volksabstimmung umsetzen. Außerdem entscheiden auch die Bürger und nicht nur die Politiker darüber, ob es eine Volksabstimmung gibt oder nicht. Deshalb heißt die Staatsform in der Schweiz Direktdemokratie.

In Deutschland sollen die Parlamentarier, als gewählte Volksvertreter, die Interessen der Bürger vertreten. Deshalb heißt unsere Staatsform Parlamentarische Demokratie. Für viele Kritiker haben die Politiker dabei zu viel Macht und ..."

Die Pausenglocke unterbrach die Erläuterungen der jungen Lehrerin.

"Gut, wir hören uns dann beim nächsten Mal an, was die anderen Kleingruppen zu ihren Themen ausgearbeitet haben.

Tschüß."

Die Schüler stürmten wie zu Annabels Schulzeit aus dem Klassenzimmer in die Pause. Ansonsten hatte sich das Schulwesen in Hamburg jedoch grundlegend verändert. Und zwar, wie Annabel fand, zum Positiven.

Hamburg

Freitag 24.Mai

Hauptkommissar Schmeichel war genervt. Auf Grund der von Sven Fischer dargestellten Ungereimtheiten war eine genauere Untersuchung der Todesumstände seines Onkels in die Wege geleitet worden. Herausgekommen war dabei allerdings nichts wesentlich Neues.

Der Auslöser für die allergische Überreaktion des Professors war tatsächlich ein Wespenstich gewesen. Wie bisher deutete nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Da Hauptkommissar Schmeichel wirklich Wichtigeres zu tun hatte, als falschen Verdachtsmomenten nachzugehen, erläuterte er Sven Fischer kurz und schroff die Sachverhalte.

"...Also Herr Fischer, wenn Sie wieder einmal einen verschwörungstheoretischen Verdacht haben, dann sollten Sie auch gleich handfeste Beweise mitbringen. Wir haben schon alle Hände voll damit zu tun, tatsächliche Verbrechen aufzuklären."

Sven hatte sich die Zusammenarbeit mit der Polizei, als Freund und Helfer, wirklich anders vorgestellt.

"Aber die Ungereimtheiten sind doch eindeutig."

Hauptkommissar Schmeichel versuchte höflich, aber bestimmt aufzutreten.

"Es ist mir völlig egal, ob es für Sie Ungereimtheiten gibt. Wir haben getan was zu tun war und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Tschüß."

Er stand auf und ging in den Nebenraum. Sven blieb nichts Anderes übrig, als ebenfalls den Raum zu verlassen. Gerade auf diesem Flur des Polizeipräsidiums gab es keinen Getränkeautomaten. Dabei konnte Sven Fischer gerade jetzt einen starken Kaffee gut vertragen. Zum Glück war er nicht das Erste Mal hier in der Gegend und kannte deshalb das kleine Steh-Cafe in der Nähe. Auf dem Weg dorthin ging ihm vor Allem eines durch den Kopf. Was wollte ihm sein Onkel mit der geheimnisvollen Nachricht mitteilen?

Sven hatte einige Schachbücher durchforstet gehabt und sogar Mitglieder von Schachvereinen um Rat gebeten. Es lief aber immer wieder auf das gleiche Ergebnis hinaus. Es war nicht möglich, dass der Weiße König die noch nicht gezogene Schwarze Dame schlägt. Trotzdem lautete genau so die Anweisung seines Onkels. Auch wenn es keine schlüssigen Beweise gab, Sven glaubte weiterhin an einen Mord als Todesursache. Er ließ den geplanten Cafe-Besuch ausfallen und fuhr statt dessen nochmals zu Thomas Uhlig`s Wohnung.

Es war schon etwas unheimlich, als er diesmal die Wohnung seines toten Onkels betrat. Im Gegensatz zu vorher war Sven nun davon überzeugt, dass sich auch Onkel Thomas Mörder in diesen Räumlichkeiten aufgehalten hatte.

Wonach sollte Sven suchen? Er wusste es einfach nicht.

Deprimiert fing er deshalb an, Dinge aus den Schränken, in Kartons zu verfrachten. Das musste er schließlich sowieso machen, damit die Wohnungsauflösung pünktlich über die Bühne laufen konnte. Es gab viel Kleinkram, der in die vorhandenen Kartons verfrachtet werden musste. Unter Anderem auch Zeitungsausschnitte mit Bildern seines Onkels.

Bei einem Bild hielt Sven inne. Auf diesem Bild sah man Professor Uhlig mit einigen Studenten, die von ihm eine Auszeichnung entgegennahmen. Abgesehen vom Professor erkannte Sven noch einen weiteren Menschen auf dem Foto. Es war seine ehemalige Mitschülerin Annabel Ahrens.

Dieses Bild der Zeitung war nicht sehr alt und deswegen war es gut möglich, dass Annabel als ambitionierte Studentin etwas genaueres über Professor Uhlig`s politische Forschung an der Universität wusste.

Sven hatte von seinen ehemaligen Mitschülern zwar nur die Adressen der Eltern, aber über die konnte er sicherlich auch Kontakt zu Annabel aufnehmen.

Hamburg

Montag der 27.Mai

Annabel hatte sich am Empfang den Weg zu den Räumen der Redaktionen erklären lassen. Dort hatte Sven mit ihr ein Treffen vereinbart.

Als ihr ehemaliger Mitschüler angerufen hatte, war sie schon überrascht gewesen. Noch überraschter war sie allerdings, als sich herausstellte, dass Professor Uhlig Sven`s Onkel gewesen war.

Von den rätselhaften Todesumständen ihres Lehrmeisters hatte sie ebenfalls nichts gewusst und so stimmte sie schon allein wegen ihrer Neugierde dem Treffen mit Sven zu.

In der dritten Etage des Zeitungsgebäudes zeigte ihr eine nette ältere Mitarbeiterin die Zimmertür, hinter der sich Sven Fischer gerade aufhielt. Hier gab es ein digitales Videoarchiv und als Annabel den Raum betrat, erblickte sie ihren ehemaligen Mitschüler, beim Durchstöbern von Video-Aufzeichnungen. Es lief gerade die Aufzeichnung einer Talk-Show, an der auch Professor Uhlig teilgenommen hatte. Sven drehte den Kopf zu Annabel.

"Hallo Annabel, komm doch rein. Ich bin gleich fertig."

Sie nahm auf einem Stuhl neben Sven Platz.

Auf dem Bildschirm...

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