Always on

Macht digitale Kommunikation Unternehmen erfolgreicher?
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. September 2018
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7528-7460-0 (ISBN)
 
Hans-Peter Neurath, Vorstandsvorsitzender des Astrall Konzerns, ist hoffnungslos antiquiert. Zumindest nach Ansicht seiner jungen Vorstandskollegin - verweigert sich Neurath doch weitgehend aktuellen Technologien. Als er behauptet, er könne beweisen, dass sein Arbeitsstil zu besseren Ergebnissen führt, kann Anja Johannsen nur lachen. Dann findet sie sich unvermittelt in einer Wette wieder. Was anschließend geschieht, halten beide in Notizen fest.
Die pointierten Aufzeichnungen der beiden Vorstände sind unterhaltsam zu lesen. Sie zeigen, wie unterschiedlich ein und dieselbe Situation bewertet werden kann. Leser sehen eigene Positionen bezüglich der Digitalisierung bestätigt - und gleichzeitig infrage gestellt.
Eine Lektüre, die Sachbuchinhalte auf eine interessante Art vermittelt, gedacht für alle, die wissen möchten, wie digitale Kommunikation den Unternehmenserfolg beeinflusst - und ganz besonders für Menschen, die den Einsatz elektronischer Arbeitsmittel in ihren Unternehmen verantworten.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,49 MB
978-3-7528-7460-0 (9783752874600)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Günter Weick, geboren 1958, Diplomkaufmann, hat eine Karriere im Softwarevertrieb eines amerikanischen Konzerns hinter sich, als Großkundenbetreuer, Critical Account Manager, Vertriebsleiter, Marketingleiter und Bereichsleiter auf europäischer Ebene. Er baute mehrere Geschäftsbereiche auf und schloß andere. 1996 gründete er die Unternehmensberatung SofTrust Consulting, die Unternehmen bei Change-Prozessen begleitet.

Die Wette


Donnerstag, 22. September


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Dass meine Tage als Vorstandsvorsitzender in knapp fünf Jahren vorbei sein werden kann ich akzeptieren, ebenso, dass meine designierte Nachfolgerin bereits an Bord ist. Ich kann sogar damit leben, dass ich diese Quotenfrau auf ihre künftige Aufgabe vorbereiten soll. Was ich nicht durchgehen lassen kann, ist die fehlende Professionalität, die Anja Johannsen an den Tag legt. In der Vorstandsrunde hat ihr Smartphone heute ständig vibriert und ich wette, auch ihr aufgeklapptes Notebook hat nicht nur Finanzdaten gezeigt. Sie hat ständig auf dem Touchpad herumgespielt und ein paar Mal sogar getippt. In der Pause verschwand sie dann mitsamt ihren Geräten. Weder ihre steile Karriere noch ihre jungen Jahre rechtfertigen eine solche Unhöflichkeit. Ich werde das unter vier Augen thematisieren müssen.

Freitag, 23. September


Sprache-zu-Text-Blog Anja Johannsen:

Ich fass' es nicht! Hans-Peter wollte mich doch tatsächlich darüber "aufklären", wie ich meinen Job zu machen habe. Nicht den als Finanzvorständin der Astrall SE wohlgemerkt, sondern den als Führungskraft. Seiner Meinung nach kommuniziere ich erstens zu viel und zweitens zu viel elektronisch. Wie bitte? Kommunikation gehört nun wirklich zu den Kernaufgaben einer Managerin - eine Aufgabe, der sich Hans-Peter übrigens über weite Strecken verweigert. Zumindest was die direkte Mitarbeiter-Kommunikation angeht, da ist er völlig passiv. Hans-Peter hat weder eine Seite im Astrall-internen Sozialen Netzwerk noch postet er Beiträge. Bei ihm läuft die gesamte Mitarbeiterkommunikation gefiltert über die Kommunikationsabteilung. Das ist echt finsteres Mittelalter. Heute wollen Mitarbeiter auch mit ihrem Top-Management im direkten Austausch stehen. Anlass für Hans-Peters Auftritt als Oberlehrer war offensichtlich, dass ich gestern während des Meetings Messages und ein paar Artikel im Intranet gelesen habe. Dabei nutzte ich lediglich Leerzeiten. Ich sehe nicht ein, am Abend eine Dreiviertelstunde länger im Büro zu bleiben, wenn ich die Arbeit während der Diskussion um Themen erledigen kann, die mich ohnehin nicht betreffen.

Sonntag, 25. September


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Robin war übers Wochenende zu Hause. Ulrike kochte für unseren Sohn groß auf. Beim Essen erzählte ich von Anja Johannsens Online-Manie. Robin ergriff sofort Anjas Partei. Er sagte, Anja wäre eben eine moderne Managerin. Das würde jemand wie ich, der noch mit Sekretärin, Diktaphon, Kalendern und Notizbüchern arbeitet, natürlich nicht verstehen. Mit meiner antiquierten Arbeitsweise würde ich es bei Astrall heutzutage nicht einmal mehr zum Gruppenleiter bringen. Was glaubt Robin denn eigentlich? Nur weil er BWL studiert, hat er noch lange keine Ahnung davon, was einen Manager wirklich erfolgreich macht! So ein Ignorant!

Sprache-zu-Text-Blog Anja Johannsen:

Ich ärgere mich immer noch über unseren Herrn Vorstandsvorsitzenden. Weiß Hans-Peter wirklich nicht, dass sein Vertrag vor allem wegen seiner veralteten Denke ausläuft? Ohne Frau Hofer, seine Sekretärin, wäre Hans-Peter hilflos. Ich bezweifle, dass er mit dem Smartphone mehr als telefonieren kann. Dabei ist er erst Ende fünfzig! Theodor Aufsetzer mit seinen siebzig Jahren beherrscht dagegen die modernen Technologien aus dem Effeff. Deshalb wird Aufsetzer wohl den Aufsichtsrat noch immer leiten, wenn Hans-Peter schon lange in Rente ist. Jedenfalls will ich diese Zurechtweisung nicht auf mir sitzen lassen. Morgen werde ich mit Hans-Peter darüber sprechen.

Montag, 26. September


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Anja Johannsen denkt nicht daran, ihren Arbeitsstil zu ändern. Sie hält ihn für zeitgemäß und effizient. Wenn sie in Meetings E-Mails lese, störe das außer mir niemanden. Diesem aus ihrer Sicht nicht existierenden Nachteil stünden angeblich unzählige Vorteile gegenüber. Beispielsweise habe sie aus unserem Vorstandsmeeting heraus am Freitag noch rechtzeitig eine Aktion stoppen können, die Astrall sonst einige hunderttausend Euro gekostet hätte. Das mag schon sein, ich denke aber trotzdem, dass mein Arbeitsstil erfolgreicher ist als dieses Always-on-Getue, das Anja in den Vorstand gebracht hat. Fragt sich nur, wie ich ihr das vermitteln kann.

Mittwoch, 28. September


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Frau Hofer hat bei ihrer Kollegin, Anjas Sekretärin, recherchiert. Laut dieser bearbeitet Anja alle ihre elektronischen Nachrichten eigenhändig - massenhaft, auch in der Freizeit und im Urlaub. Anjas Sekretärin beklagt, dadurch vieles nicht mitzubekommen, was ihre Chefin macht. Anja ist zudem im Astrall-internen sozialen Netz aktiv, pflegt ihr Profil selbst und postet ständig Nachrichten. Ihren firmeninternen Tweet haben angeblich einige tausend Mitarbeiter abonniert. Wusste überhaupt nicht, dass dort außer der Personalabteilung noch irgendjemand etwas veröffentlicht! Wobei laut Tim Bannert die neuen Technologien allgemein nur recht wenig genutzt werden. Gegenüber Tim Bannert hat Anja bereits mehrmals den Wunsch nach WhatsApp im Konzern geäußert. Fragt sich, ob sie mit diesem Verhalten wirklich für den Posten der Vorstandsvorsitzenden taugt. Wer auf ihrer Hierarchieebene derart viel Zeit mit Tippen verbringt, verzettelt sich schnell im Kleinkram und verliert den Gesamtüberblick. Davon, dass dann die Zeit für wirklich Wichtiges fehlt, ganz zu schweigen. Vielleicht sollte ich Theodor Aufsetzer auffordern, die Nachfolge-Entscheidung noch einmal zu überdenken. Wobei Aufsetzer wahrscheinlich nicht zuhören wird. Der hat sich regelrecht in Anja verguckt. Ist immer noch stolz, dass er sie zu Astrall holen konnte.

Freitag, 30. September


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Habe mich heute bei unserer Personalvorständin erkundigt, ob jene jungen Mitarbeiter, die sparsamer mit modernen Kommunikationsmitteln arbeiten, erfolgreicher sind als jene, die ständig an Smartphone und E-Mail hängen. Franziska Zannoni meinte, das könne sie nicht beantworten, weil es solche jungen Mitarbeiter schlichtweg nicht mehr gebe. Alle Jungen nutzten E-Mail, Messaging etc. intensiv. Das gehört jetzt anscheinend zur Grundausstattung neuer Mitarbeiter. Meine Frage, wer denn im Konzern für die E-Work- und E-Communication-Kultur zuständig sei, hat Franziska zunächst nicht verstanden. Dann meinte sie, das müsse im Verantwortungsbereich von Timo Bannert liegen. Als CIO habe er alle Themen rund um die Informationstechnologie unter sich.

Montag, 3. Oktober


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Auch Timo Bannert wusste mit dem von mir erfundenen Begriff "E-Work- und E-Communication-Kultur" nichts anzufangen. Als ich ihm erklärte, dass ich damit eine einheitliche, effiziente und vor allem effektive Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel im Konzern meine, winkte er ab. Damit habe er nichts zu tun. Er stelle lediglich moderne Kommunikations-Systeme bereit. Was die einzelnen Fachbereiche und Mitarbeiter damit machten, liege in deren Verantwortung. Mein Versuch bei Anina Reichelt von der Konzernkommunikation lief ebenso ins Leere. Sie fühlt sich nur für das Bespielen der offiziellen Kommunikationskanäle (Website, Intranet, ...) zuständig. Dafür, wie unsere Mitarbeiter untereinander und mit der Außenwelt kommunizieren, sei sie nicht verantwortlich. Eine zentrale Steuerung sei auch gar nicht möglich. Bei der elektronischen Kommunikation würde jeder Mitarbeiter traditionell nach eigenem Gusto verfahren. Ich halte fest: Bei Astrall kümmert sich niemand um eine übergreifende Kommunikationskultur. Jeder Mitarbeiter macht im Endeffekt, was er will. Frage: Kann es Astrall wirklich gleichgültig sein, wie und was die Mitarbeiter kommunizieren? Ist jeder Arbeitsstil für unsere Ziele gleich gut geeignet? Ich glaube nicht! Falls aber doch: Sollte es trotzdem einen einheitlichen Standard geben? Beim Straßenverkehr ist es ja auch prinzipiell gleichgültig, ob auf der linken (England) oder rechten Straßenseite (Kontinent) gefahren wird. Aber es wäre extrem ineffizient und unsicher, wenn jeder einzelne Autofahrer entscheiden dürfte, auf welcher Seite er gerade fährt. Deshalb ist auch noch kein einziger Staat auf die hirnrissige Idee gekommen, den Fahrern diese Entscheidung zu überlassen. Bei der elektronischen Kommunikation tut Astrall das aber offensichtlich.

Mittwoch, 5. Oktober


Tagebuch Hans-Peter Neurath:

Die Sache mit dem Arbeitsstil lässt mich nicht mehr los. Ich bin davon überzeugt, dass die sogenannte "moderne Arbeitsweise" schlecht für Astrall ist. Meine Art zu arbeiten dagegen wurde bereits von meinen Vorgängern perfektioniert. Sie hat den Wirtschaftsaufschwung Deutschlands zustande gebracht und auch in meiner Vorstandsägide Astralls Börsenwert mehr als verdreifacht. Braucht es mehr Beweise? Astrall könnte einen Quantensprung machen, wenn sich...

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