Latin Reloaded

Von wegen Denglisch - alles nur Latein!
 
 
Primus in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Juni 2013
  • |
  • 128 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86312-773-2 (ISBN)
 
Sprachpuristen können >relaxen<, denn >that's life< - und nur Latein!
Ob >City-Center< oder >Service-Point< - die längst alltäglich gebrauchten Anglizismen sind vielen Sprachpuristen ein Dorn im Auge. In der Mischung aus Deutsch und Englisch (respektive >Denglisch<) sehen sie den schleichenden Verlust der deutschen Sprache. Dabei ist der Einfluss einer fremden Sprache auf das Deutsche durchaus kein neues Phänomen.
Für Karl-Wilhelm Weeber müsste es deshalb richtig heißen: >Denglatein<. Denn mindestens die Hälfte des heftig umstrittenen >Denglisch< hat seinen Ursprung im Lateinischen. Wer also beispielsweise durch die City geht, durchstreift im Grunde die lateinische civitas.
Weebers lateinische Spurensuche geht dabei quer durch alle Bereiche, in denen sich Anglizismen fest etabliert haben: Wirtschaft, Medien, Werbung, Kultur, Sport, Mode, Verkehr, Bildung, Essen und Trinken und viele mehr.
 
Sprachpuristen können >relaxen<, denn >that's life< - und nur Latein!
Ob >City-Center< oder >Service-Point< - die längst alltäglich gebrauchten Anglizismen sind vielen Sprachpuristen ein Dorn im Auge. In der Mischung aus Deutsch und Englisch (respektive >Denglisch<) sehen sie den schleichenden Verlust der deutschen Sprache. Dabei ist der Einfluss einer fremden Sprache auf das Deutsche durchaus kein neues Phänomen.
Für Karl-Wilhelm Weeber müsste es deshalb richtig heißen: >Denglatein<. Denn mindestens die Hälfte des heftig umstrittenen >Denglisch< hat seinen Ursprung im Lateinischen. Wer also beispielsweise durch die City geht, durchstreift im Grunde die lateinische civitas.
Weebers lateinische Spurensuche geht dabei quer durch alle Bereiche, in denen sich Anglizismen fest etabliert haben: Wirtschaft, Medien, Werbung, Kultur, Sport, Mode, Verkehr, Bildung, Essen und Trinken und viele mehr.
  • Deutsch
  • Darmstadt
  • |
  • Deutschland
  • 0,88 MB
978-3-86312-773-2 (9783863127732)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber, geb. 1950, ehem. Direktor des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums in Wuppertal und Professor für Alte Geschichte an der Universität Wuppertal sowie Lehrbeauftragter für die Didaktik der Alten Sprachen an der Ruhr-Universität Bochum. Bei Primus zuletzt von ihm erschienen: Musen am Telefon (2008), Ganz Rom in 7 Tagen (2008), Luxus im alten Rom, 2 Bde. (2009) sowie Circus Maximus (2010), Pompeii und die römische Goldküste. Ein Zeitreiseführer in das Jahr 78 (2011).

Jil Sanders Giving-Story für Latein - Starting Point für unseren Denglatein-Approach


Jahre-, ach was, jahrzehntelang haben wir Latin lovers (Latinus, «lateinisch») dem Treiben der Denglisch-community (communitas, «Gemeinschaft») tatenlos zugesehen, haben die Hochstapelei mit dem uns eigenen spirit (spiritus, «Geist») von Zurückhaltung, ja Demut ertragen, diesen stylishen mix (stilus, «Stil»; miscere, «mischen») aus Blödsprech und Imponiervokabeln hingenommen, ohne der Denglisch-lobby (lobia, ml, «Klostergang», «Halle») das sprachliche copyright (copia, «Fülle») für ihr nonsense-Geschwätz (non, «nicht»; sensus, «Sinn») streitig zu machen. Natürlich haben wir das alles nicht ohne emotions (emotio, «Gefühl») verfolgt, natürlich waren wir nicht gerade amused (mussari, «brummen»).

Aber jetzt, auf dem Höhepunkt des Denglisch-booms, ist Schluss. Jetzt kriegt der boom, was er sprachlich verdient: Wir lassen die Bombe platzen (boom und «Bombe» gehen beide auf bombus, gLw, zurück, «dumpfes Geräusch»). Die Pansch-party (pars, «Teil») ist zu Ende. Von wegen Denglisch! Künftig wird nur noch von Denglatein gesprochen. Denn die Hälfte aller denglischen Vokabeln, na gut, sagen wir ein Drittel, sind Kinder von Mutter Latein, der regina linguarum («Königin der Sprachen»).

Das ist mal ein ganz neuer approach in der Denglisch-discussion (appropiare/appropinquare, «sich nähern»; discutere, «erschüttern»). Wir verdanken ihn der Mode- und Sprachschöpferin Jil Sander. Sie hat uns mit einem legendären Denglisch-statement (statuere, «festsetzen») die Augen geöffnet:

«Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das future-Denken haben muss (.). Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann die Sachen, die refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches haben will, searcht eben nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.» (Kursivierung durch K.-W. W.)

Nonstop Nonsense - Copyright bei Frau Dr. ling. mix. Sander


Sie finden den Text kreuzdämlich? Wir auch - und sprechen Jil Sander unsere congratulations (congratulari, «beglückwünschen») dafür aus, dass der Verein Deutsche Sprache e. V. ihr dafür den Sprachpanscher-Preis des Jahres 1997 verliehen hat. Den hat sie sich redlich verdient. Doch was entdecken wir bei genauerem Hinsehen unter der peinlichen Denglisch-Oberfläche? Ist ja alles Latein, was so penetrant Neudeutsch daherkommt! Wollen wir das mal kurz checken (vl, rekonstruierbares scaccus, der besonders zu schützende «König», dem das «Schach»-Spiel seinen Namen verdankt)?

Bitte sehr, oder, wenn's besser gefällt: please (placere, «gefallen»): Die story kommt von historia, gLw, «Geschichte»; contemporary ist etwas, das «mit» (cum/con-) der «Zeit» (tempus) geht. Die Vorsilbe co-, con- zeigt, wie sehr Jil auf das Miteinander abzielt: co-ordinare, «zusammen-ordnen»; con-cipere, «zusammen-fassen»; com-binare, «je zwei zusammen-stellen»; col-ligere, «zusammen-lesen», «sammeln». Soziale Kompetenz unter dem Deckmantel semantischer Rekurrenz - das hat was! Und wir begreifen: con- hat future (futurus, «künftig»). Auch darin, nicht nur mit unserem money (moneta, «Münze») supporten wir Jil (sup-portare, «herbeitragen»), zumal sie uns als audience (audire, «hören») ein so schönes Zeugnis ausstellt. Ja, wir haben spirit (spiritus, «Geist») und ja, wir bekennen uns zu refined Qualitäten. Das sind - warum eigentlich nicht qualities, qualitates, «Beschaffenheiten»? - Qualitäten, die immer «wieder» (re-) «bis zum Ende» durchdacht und durchgeführt sind. In refined steckt finis, «Grenze», bzw. finire, «beenden». Das wirklich «Vollendete», finitum, hat sich übrigens auch das Deutsche von Mutter Latein abgeschaut, und zwar im Lehnwort «fein».

Beim appreciaten sind wir besonders gut - sicher auch, weil wir den sprachlichen Ursprung von appreciaten kennen: ap- aus ad-, «zu»; pretium, «Preis»; appretiare, «einschätzen». Da kann Jil auf unsere voice zählen, so wie die Römer sich auf unsere vox, «Stimme», verlassen können. Searchen hört sich englisch an, ist aber ebenfalls lateinstämmig: circare, «herumgehen», «erkunden», stand am Anfang der Suche. Magic geht auf magicus zurück, ein Wort, das zu den nicht ganz seltenen lateinischen Entlehnungen aus dem Griechischen gehört: «zauberisch». Oder sagen wir doch, zumal angesichts dieses Kontextes: «zauberhaft»! Und für uns Lateiner ist es, verehrte Jil, auch effortless, Ihre Sprach-compilation zu decoden (de-, «weg»; codex, «Buch», «Verzeichnis»). Wir erkennen neben dem verneinenden (zugegeben: englischen) -less auch das exfortiare, «stark machen» im effort. Alles also total easy (vielleicht von ansa, «Henkel», daraus «Möglichkeit»).

Ein Wort noch zur compilation. Die Ursprungsbedeutung macht die Sache nicht besser: com-pilare heißt «zusammenrauben», «ausplündern». Womit wir ja fast, allerdings ausdrücklich ohne das mit Frau Dr. ling. mix. Sander combinen zu wollen, bei einer gewissen copy-and-paste-affair (copia; pasta, ml, «Teig» als «Klebemasse»; ad+facere, «an-tun») wären, die im Jahre 2011 die Republik erschütterte. Weitere details (de- + ml taliare, «abschneiden») dazu im city-Kapitel - ein bisschen suspense (suspendere, «schwebend halten») muss bleiben.

Klar, man kann Jils giving-story auch unter nonstop nonsense abheften. Beim stop sind römische Klempner mit im Sprach-Boot. Sie pflegten nämlich, tropfende Abflüsse mit stuppa, «Werg», abzudichten. Die Tätigkeit des stuppare lebt außer im englischen to stop im deutschen «stopfen» weiter. Aber wir ziehen es in diesem editorial (e-dere, «heraus-geben») vor, Jils comment zu ihrer success story (commentari, «überlegen», «niederschreiben»; successus, «Fortgang», «Erfolg»; historia) vom denglateinischen point of view aus (punctum, das «Gestochene»; videre, «sehen») als giving-story für Latein zu werten. Oder, mit noch größerer Anerkennung, zu appreciaten.

Rules für ein Me-Too-Product


Mit dieser Ermutigung haben wir uns, mit Latein- und etymologischen Wörterbüchern der englischen Sprache unterm Arm, auf den Weg gemacht und haben mal alles notiert, was uns im zeitgenössischen - oh, Entschuldigung: contemporary - Englisch-Sprech spanisch vorkam, weil es aus dem Lateinischen stammt. Wobei wir über genügend self confidence (confidere, «vertrauen») verfügen, um einzuräumen, dass der größere Teil des lateinstämmigen Sprachmaterials über «französische» Vermittlung auf die Insel gelangt ist. Die normannische Invasion nach der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 hat tiefe Spuren im englischen Wortschatz hinterlassen, wenngleich auch schon die Angelsachsen wie andere Germanen reichliche Anleihen bei der römischen Sprachenkönigin aufgenommen hatten.

Auch die Sprache der alten Römer hat sich weiterentwickelt und im...

»Dringende Warnung: Nehmen Sie sich nicht vor, von diesem Buch nur ein, zwei Seiten als Bettlektüre zu konsumieren! Sie werden nicht eher einschlafen, als Sie es ganz gelesen haben werden, so spannend und unterhaltsam ist es.« Rundbrief Niedersächsischer Altphilologenverband

»Das Buch ist voller kleiner Aha-Erlebnisse beim immer-wieder-Reinschauen.« Westdeutsche Zeitung

»Ein ganz vergnüglich zu lesendes Buch.« HR2 Mikado

»Gewitzt und humorvoll entlarvt der Philologe und Althistoriker das unter Sprachpuristen so verpönte "Denglisch" als "Denglatein".« swr.de

»Der Alt-Philologe Karl-Wilhelm Weeber enthüllt, dass es statt Denglisch eigentlich Denglatein heißen müsste. Von Wirtschaft über Kultur, Sport, Medien bis zur Gastronomie unternimmt der Autor eine humorvolle lateinische Spurensuche« Praxis Fremdsprachenunterricht

»Man kann dieses mit viel Humor geschriebene Bändchen als Übungsbüchlein für Lateinschüler nutzen. Davon abgesehen, dass sie dabei Vokabeln lernen, bekommen sie gratis auch noch ein Gespür dafür, wie sich Sprachen und Sprachgemeinschaften, zumal die führenden ihrer Zeit, gegenseitig beeinflussen - damals Latein, heute Englisch.« Südthüringer Zeitung

»Ein in Summe gelungenes Werk für Sprachpuristen wie -kontaministen.« Anzeiger für die Altertumswissenschaft

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