Historical Saison Band 79

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Februar 2021
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-0293-1 (ISBN)
 
PIKANTES ARRANGEMENT MIT LORD GRAHAM von ELEANOR WEBSTER Zärtliche Stunden? Die gibt es in Beths Ehe nicht. Nur um nicht bettelarm zu enden, hat sie ihren Jugendfreund Ren geheiratet. Gleich darauf hat er sein altes Leben in London wieder aufgenommen. Doch nun kehrt der Lord zu ihr zurück. Vertraut wie einst - aber ungewohnt verführerisch und mit einem Plan, der ihr den Atem raubt ... MISS SILVERDALE SPIELT GEFÄHRLICH von LARA TEMPLE Miss Olivia Silverdale ist in geheimer Mission unterwegs: Sie will die Wahrheit über den Tod ihres geliebten Patenonkels herausfinden. Doch dafür muss sie mit Lucas, Earl of Sinclair, zusammenarbeiten. Als der sündige Earl ihr einen Kuss raubt, entwickeln sich Olivas Nachforschungen in eine höchst gefährliche Richtung ...

1. KAPITEL

Zehn Jahre später

Du solltest mich heiraten."

"Was? Warum?" Beth packte die verschlissenen Armlehnen des Sessels, als suchte sie so Halt in einer Welt, die verrückt geworden zu sein schien. Oder vielleicht hatte sie Rens Worte missverstanden.

"Es ist die beste Lösung."

"Lösung für was? Für deine unerwiderte Liebe während der zehn Jahre deiner Abwesenheit?"

"Natürlich nicht", sagte er mit der für ihn so typischen Unverblümtheit.

Beth war fast beruhigt. Wenigstens hatte er den Verstand noch nicht ganz verloren. "Wenn es wegen Vaters Tod ist, dann brauchst du es nicht zu tun. Jamie und ich werden gut zurechtkommen."

"Nicht, wenn du den Duke heiratest."

"Du hast davon gehört?" Beth musste schlucken und atmete tief ein.

"Schlechte Neuigkeiten verbreiten sich schnell."

"Ich habe nicht . Er hat mich gebeten, ihn zu heiraten, aber das wäre nur der allerletzte Ausweg für mich. Wenn mir gar keine Alternative einfallen sollte."

"Es wäre eine Katastrophe."

Dachte er, das wüsste sie nicht? Schon bei der Vorstellung zog sich ihr der Magen schmerzhaft zusammen. Oft lag sie nachts wach, starr vor Angst.

"Es wäre besser als das Schuldgefängnis", sagte sie scharf. "Nun, ich hoffe, ich brauche ihm nur das Land zu verkaufen."

"Mir wäre das Gefängnis lieber. Außerdem wird er das Land nicht nehmen. Er will das Land und dich."

"Ich verstehe einfach nicht, warum Ayrebourne eine Frau wie mich heiraten will."

Sie hörte, wie Ren heftig einatmete. "Wie immer unterschätzt du dich", sagte er leichthin. "Der Duke ist ein Sammler. Ihm gefallen schöne Dinge. Und du bist unbeschreiblich schön."

"Aber, ich ." Sie legte sich die Hände ans Gesicht. Die Menschen hatten ihr oft gesagt, dass sie eine zarte, feenhafte Schönheit besitze. Und so hatte Beth oft ihre Gesichtszüge abgetastet, um einen Unterschied zwischen ihrem Gesicht und dem anderer Leute festzustellen. Sie ließ die Hände sinken. "Wie hast du überhaupt davon erfahren?"

"Jamie."

"Jamie? Du hast Jamie schon gesehen?"

"Nicht hier. In London. Am Kartentisch", sagte Ren mit ausdrucksloser Stimme.

"Jamie hat gespielt? Ich meine . er kann doch nicht . er begibt sich doch kaum unter Leute."

"Ich habe ihn in einer Spielhölle gefunden. Natürlich habe ich ihn sofort da weggezerrt, bevor er Schaden anrichten konnte."

"Er hasst London. Wann war er überhaupt dort?"

"Am vergangenen Wochenende."

"Er sagte, er wolle in Horbury Mews zwei Pferde verkaufen."

"Offenbar hat er eine nicht ganz so direkte Route gewählt", meinte Ren trocken.

Beth schwirrte der Kopf. Sie presste unruhig die Hände zusammen. Es ergab einfach keinen Sinn. Jamie war ganz anders als Vater. Ihr Vater war redegewandt gewesen, Jamie war meist einsilbig oder erging sich in pedantischen Einzelheiten und wissenschaftlichen Theorien. Und vor allem spielte er nicht. "Aber warum? Warum hat er so etwas getan? Er weiß doch genau, wie gefährlich das Spielen sein kann."

"Ich vermute, er hoffte, seine Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen würden es ihm ermöglichen, erfolgreicher darin zu sein als euer Vater."

"Nur dass seine Unfähigkeit, die Menschen einzuschätzen, es ihm erschweren würde."

Einen Moment blieb sie stumm, dann stand sie auf, als würde es sie ihre ganze Kraft kosten. Die Hand ließ sie auf dem Sesselrücken, um sich zu orientieren. Das war nicht Rens Problem. Sie hatte ihn seit Jahren nicht gesehen, und er konnte es sich nicht leisten, sich für sie oder ihre Familie heldenmütig aufzuopfern.

"Danke, dass du mir das erzählt hast. Ich werde mit Jamie reden", sagte sie steif.

"Mit Logik kommt man der Verzweiflung nur selten bei."

"Er hat keinen Grund, verzweifelt zu sein."

"Er liebt dich, und er liebt dieses Land. Er würde es nicht ertragen, dich den Duke heiraten zu sehen, und ebenso wenig, auch nur einen Grashalm eures Lands zu verkaufen. Schon im Alter von drei Jahren hat er doch angefangen, Saatgut zu katalogisieren."

"Im Alter von sieben Jahren", korrigierte sie ihn. "Aber ich werde eine andere Lösung finden."

"Ich habe dir eine andere Lösung genannt."

"Dich heiraten?"

"Ja, warum nicht? Ich bin schließlich nicht der Teufel. Nur ein naher Verwandter."

Beth ließ den Sessel los und tat die vier Schritte bis zum Fenster, als könnte der Abstand zu Ren ihr helfen, ihre Gedanken zu ordnen. Sie spürte seine Anwesenheit überdeutlich. Auch ohne ihn sehen zu können, war sie sich seiner Größe genau bewusst, hörte seine tiefe Stimme und vernahm den Duft nach Heu und Seife, ein wenig vermischt mit Tabak. Es war eine verwirrende Mischung aus Vertrautem und etwas Neuem, Fremdem. Heute war er gleichzeitig der Junge, den sie einst so gut gekannt hatte, und dieser Fremde, der gerade eben erst in ihrem Leben aufgetaucht war.

Sie wünschte, sie könnte sein Gesicht berühren. Es drängte sie danach zu versuchen, seine Züge zu lesen, so wie sie es früher getan hätte, ohne weiter zu überlegen - es wäre so selbstverständlich gewesen wie atmen.

"Du bleibst zehn Jahre lang fort, und jetzt erscheinst du plötzlich mit einem . einem Heiratsantrag. Und warum würde eine Heirat überhaupt helfen? Wir könnten Vaters Schulden dennoch nicht zurückzahlen. Ich habe deinem Bruder bereits vorgeschlagen, das Land zu kaufen, aber er ist ebenso arm wie wir."

Ren lachte freudlos. "Im Gegensatz zu meinem Bruder bin ich ein wahrer Krösus. Und du brauchst keine Angst zu haben. Ich weiß, dass du deine Unabhängigkeit schätzt und gegen die Ehe bist. Es wäre in jedem Fall nur eine Ehe dem Namen nach."

"Aber warum?", fragte sie, errötete und wandte sich ab. "Ich meine, warum musst du mich heiraten? Könntest du nicht einfach das Land kaufen oder uns das Geld leihen, wenn du reich und so darauf erpicht bist, uns zu retten?"

Sie hörte das Rascheln von Stoff, als hätte Ren mit den Schultern gezuckt, und sie konnte sich gut vorstellen, wie sein Mund sich zu einem spöttischen Lächeln verzog. "Mit mir hättest du einen Vormund."

"Ich brauche keinen Vormund."

"Du bist noch nicht volljährig."

"Ich habe Jamie."

"Jamie ist noch nicht zwanzig. Außerdem ist er Ayrebourne nicht gewachsen. Eine Heirat mit mir würde eine Heirat mit dem Duke ausschließen." Er hielt inne. "Du warst meine beste Freundin, weißt du."

Beth fuhr mit den Fingern am glatten Fensterrahmen entlang und lehnte die Stirn an die Scheibe. Eine wahre Flut von Erinnerungen überfiel sie - lange Nachmittage am Bach, Winterspaziergänge im Schnee, der unter ihren Füßen knirschte, und im Herbst lange Wanderungen durch Wind und Regen.

"Eine Kindheitsfreundschaft verlangt kein so großes Opfer. Wir beide haben uns seit Jahren nicht gesehen."

Einen Moment antwortete er nicht, aber als er es tat, ließ sein Tonfall sie erschauern, und das Atmen fiel ihr plötzlich schwerer.

"Du weißt, dass das in unserem Fall keine Rolle spielt."

Sie spürte dieses unsichtbare Band zwischen ihnen, diese Verbundenheit, die in ihrer Kindheit verwurzelt war, die sich aber auch verändert hatte. Beth hörte, dass er sich bewegte. Sein Atem ging schneller.

Sie biss sich auf die Unterlippe. "Warum hast du nicht geschrieben oder bist zu Besuch gekommen?"

Es folgte kurze Stille. Beth hörte sein Unbehagen, denn er sog scharf den Atem ein. "Ich konnte nicht."

"Es wäre nicht schwer gewesen. Man atmet einfach ein und redet. Oder man nimmt die Feder zur Hand oder sattelt sein Pferd."

"Du wirst mir einfach glauben müssen, Beth."

"Und jetzt erwartest du von mir, dich nach all diesen Jahren zu heiraten?"

"Ich erwarte nichts. Ich biete dir ganz einfach nur einen Ausweg an, damit du den Duke nicht heiraten musst", sagte er scharf.

Beth erschauderte. Wenige Dinge machten ihr Angst, aber der Duke jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken, wenn sie nur an ihn dachte. Ihn heiraten zu müssen würde sie zerstören, das wusste sie. Doch selbst wenn sie das verhindern könnte und er zustimmte, das Land zu kaufen, wäre es eine unglückliche Lösung und würde ihm noch mehr Grund geben, im Dorf oder Wald herumzulungern. Unwillkürlich rieb sie sich die Arme. Sie hasste die Vorstellung, ihm könnte der Grund gehören, der an ihr Haus grenzte. Schon jetzt fühlte sie sich beobachtet. Manchmal, wenn sie im Wald spazieren ging, roch sie jenes seltsam süße Aroma, das vom Duke ausging.

Er würde alles gegen sie ins Feld führen - ihr Geschlecht, ihre Jugend, ihre Armut, ihre Blindheit, ihren wundervoll eigenartigen Bruder.

Ren kam näher. Sie spürte seinen Atem im Nacken, seine hohe Gestalt hinter ihr und seine Hand auf ihrer. Eine wundervolle Wärme erfüllte sie, gleichzeitig beruhigend und aufwühlend. Das Verlangen nach Abstand ließ nach, sodass Beth sich einen verrückten Moment lang nur wünschte, sich an Ren zu lehnen und sich in die Obhut seiner Stärke zu geben. Er war ihr Freund. Er hatte ihr über Flüsse und steile Hügel hinauf geholfen.

Seine Hand stoppte die fahrige Bewegung ihrer Finger auf dem Fensterrahmen. "Du kannst mir vertrauen."

Sie nickte.

...

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