Honor Harrington: Die Achte Flotte

Bd. 21. Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2011
  • |
  • 480 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0975-8 (ISBN)
 
Michelle Henke übernimmt zum ersten Mal ein Flottenkommando. Und wenn sie eines kann, dann mit ihren Aufgaben wachsen. Doch kurzerhand gerät sie in eine Raumschlacht, die jeden verzweifeln ließe - selbst jemanden wie sie, die seit der Akademie die beste Freundin der gefürchteten Honor Harrington ist.

Bislang dachten die Feinde des Sternenkönigreichs, Honor allein sei schon schlimm genug. Doch sie kennen Michelle Henke nicht.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,31 MB
978-3-8387-0975-8 (9783838709758)
3838709756 (3838709756)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"ZEHN (S. 144-145)

Eine getarnte Tür glitt geräuschlos zur Seite, und drei Männer betraten das prächtige Büro. Sie erinnerten erstaunlich an jüngere Varianten des vierten Mannes, der bereits an dem Schreibtisch saß. Sie hatten das gleiche dunkle Haar, die gleichen dunklen Augen, die gleichen hohen Jochbeine und die gleiche kräftige Nase; und dafür gab es einen guten Grund. Sie gingen zu den Sesseln, die in einem lockeren Halbkreis vor dem Schreibtisch standen, und setzten sich.

Einer von ihnen wählte den Sessel, in dem kurz vorher eine der beiden Frauen gesessen hatte, und der ältere Mann am Schreibtisch lächelte sie mit bemerkenswert wenig Heiterkeit an. »Nun?«, fragte Albrecht Detweiler schließlich und neigte seinen Sessel nach hinten, ohne den Blick von den Neuankömmlingen zu nehmen. »Wie es aussieht«, sagte der eine, der auf dem zuvor benutzten Sessel Platz genommen hatte, in einer Stimme, die Albrecht Detweilers gespenstisch ähnlich klang, »sind wir in ein Luftloch gefallen.« »Wirklich?« Albrecht zog in spöttisch gespieltem Erstaunen die Augenbrauen hoch.

»Und wie bitte kommst du zu dieser Schlussfolgerung, Benjamin?« Benjamin zeigte wenig Anzeichen der Unruhe, die Albrecht Detweilers Ironie bei den meisten Menschen, die von seiner Existenz wussten, zu wecken pflegte. Vielleicht lag es daran, dass sein Nachname ebenfalls Detweiler lautete ... wie auch der seiner beiden Begleiter. »Das nennt man eine einleitende Bemerkung, Vater«, erwiderte er. »Aha, ich verstehe. Wenn das so ist, warum fährst du dann nicht fort?«

Benjamin lächelte und schüttelte den Kopf, dann lehnte er sich zurück. »Vater, du weißt so gut wie ich - besser als ich -, dass die gegenwärtige Lage zumindest zum Teil auf die gründliche Abschottung zurückzuführen ist. Meiner persönlichen Ansicht nach hätte Anisimovna vielleicht bessere Arbeit leisten können, wenn sie unsere wahren Ziele gekannt hätte, aber das kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich schon seit Jahren dafür einsetze, mehr Angehörige des Strategischen Rates ganz ins Bild zu setzen.

Wie es im Moment aussieht, meine ich, dass die Analyse, die sie und Bardasano angefertigt haben, wahrscheinlich grundsätzlich zutreffend beschreibt, was im Talbott-Sternhaufen schiefgegangen ist. Niemand hätte Vorkehrungen für diesen unwahrscheinlichen Zwischenfall treffen können, der offenbar dazu geführt hat, dass dieser Terekhov über die Verbindung zwischen der Grenzsicherheit und dem Monica-System stolperte. Und selbst wenn einkalkuliert gewesen wäre, dass er entdeckt, was immer er entdeckt hat, so hätte doch niemand ahnen können, dass er zu einem ungenehmigten Präventivschlag ausholt.

Und im Gegensatz zu uns lagen Anisimovna die neuesten Abschätzungen der manticoranischen Fähigkeiten nicht vor. Seien wir ehrlich - was sie mit Monicas neuen Schlachtkreuzern angestellt haben, hat auch uns überrascht, und sie hatte viel weniger Informationen als wir. Außerdem wusste sie nicht, dass unser eigentliches Ziel war, Verrochio und der Grenzflotte einen Denkzettel zu verpassen, auch wenn es eigentlich sehr viel später geschehen sollte. Wenn Bardasano erlaubt gewesen wäre, ihr alles zu sagen, ist es denkbar - nicht wahrscheinlich, aber denkbar -, dass die beiden für diesen Fall eine Rückzugsposition erarbeitet hätten.«"

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