Griechischer Liebeszauber

 
Jane Waters (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 11. September 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-743-9 (ISBN)
 
Auf der malerischen griechischen Insel Amorgos sucht Jennifer nur eins: Erholung pur. Doch mit seinen unergründlichen Blicken versetzt der attraktive Leonardo ihre Sinne bald in Aufruhr. Will er nur einen Flirt? Oder wirbt er tatsächlich um ihr Herz? Jennifer ist hin- und hergerissen. Bis sie sich bei einem Ausflug an einen romantischen Strand wie verzaubert fühlt. Hingebungsvoll genießt sie Leonardos Liebe. Doch schon am nächsten Morgen muss sie fürchten, auf einen unverbesserlichen Don Juan hereingefallen zu sein - der zudem keineswegs ein einfacher Tauchlehrer ist ...
Romana Romane | 1913
Deutsch
0,44 MB
978-3-86349-743-9 (9783863497439)
3863497430 (3863497430)

1. KAPITEL

Der weite Horizont versprach in glühenden Farben, dass gleich die Sonne über dem Meer auftauchen würde. Still und endlos erstreckte sich das tiefblaue Wasser. Seichte Wellen leckten am hellen Strand, der um diese Zeit verlassen dalag. Jennifer atmete tief durch und setzte sich neben einen großen Felsen in den kühlen Sand. Von hier aus hatte sie die lang gezogene Bucht ganz im Blick. Fröstelnd zog sie die Knie an die Brust und blickte aufs Meer hinaus. In ihrem Inneren mischten sich Freude und Schmerz.

Dann lächelte sie. Also gut, sagte sie sich, ich gebe mich vor so viel Schönheit geschlagen. Es wäre doch wirklich zu dumm, wenn ich meinen Aufenthalt hier auf Amorgos nicht nur einfach genießen würde! Die kleine Insel im Ägäischen Meer war ihr von ihrer Schwester Nicky ans Herz gelegt worden, allerdings nicht ohne Auflagen: "Du musst mal abschalten! Du musst vergessen! Du musst dich öffnen!" Du musst, du musst, du musst! Jennifer merkte, wie das Lächeln auf ihren Lippen erstarb. Musste sie das alles wirklich? Sie bohrte die Füße tief in den Sand, als könnte sie damit all die schmerzlichen Erinnerungen begraben, und kehrte mit ihren Gedanken schnell wieder auf das malerische Fleckchen Erde zurück, auf dem sie saß. Die griechische Insel bot mit ihren kleinen Fischerdörfern, den vielen Stränden und Buchten, dem kristallklaren Wasser und den gastfreundlichen Bewohnern ideale Voraussetzungen für einen entspannten Urlaub. Ganz sicher würde sie das Beste aus ihrer Zeit hier machen. Und damit es ihr - sie war nun mal ein Mensch, der sich immer herausforderte - nicht zu eintönig wurde, wollte sie gleich auch noch das Tauchen erlernen.

"Bestimmt das Richtige für einen Neuanfang, du wirst schon sehen!", hatte Nicky begeistert zugestimmt, als Jennifer ihr von ihren Plänen erzählte, und dann augenzwinkernd hinzugefügt: "Meistens sind die Tauchlehrer ja auch nicht ohne ." Jennifer hatte daraufhin nur geseufzt. Sie mochte Nicky sehr, und ihre Schwester hatte ihr in der Trauerzeit viel geholfen. Aber es war völlig unnötig, dass sie sich auch noch um ihr Liebesleben sorgte.

Die Wölkchen am Himmel sahen nun aus, als stünden sie lichterloh in Flammen. Nur noch wenige Minuten bis Sonnenaufgang - wie lange hatte Jennifer dieses Farbenspiel nicht mehr in freier Natur erlebt! In den letzten vier Jahren hatte sie oft nächtelang wach gelegen und in ihrem Londoner Apartment ungeduldig auf den Anbruch des Tages gewartet, der Albträume und schlechte Gedanken vertreiben sollte. Doch das graue Licht, das dann durch die Ritzen sickerte, hatte sie lediglich daran erinnert, dass ein neuer Tag begann - unerbittlich. Hier und jetzt aber, an diesem wundervollen Morgen, wurde ihr endlich klar, dass das Leben auch für sie noch Schönes bereithielt: Plötzlich fühlte sie sich so froh und zuversichtlich wie schon lange nicht mehr. Wie gut es tat, einmal so ganz allein zu sein und Zeit zu haben. Schließlich hatten die vergangenen Jahre nur noch aus Arbeit bestanden. Mit viel Disziplin und Spürsinn hatte sie sich als freie Journalistin einen Namen gemacht, bis hin zur Aufdeckung eines großen Lebensmittelskandals, bei dem ihr Name auch durch die internationale Presse gegangen war. Doch der Trubel war ihr schnell zu viel gewesen. Auf einmal musste sie zu Pressekonferenzen in alle Ecken des Landes reisen und hatte unendlich viele Radio- und TV-Interviews zu geben. Das wollte sie so nicht. Sie war kein Mensch, der gern im Rampenlicht stand, und alles war wie eine große Welle über ihrem Kopf zusammengeschlagen. Amorgos hatte sie sozusagen aus den Fluten gerettet . Hier kannte niemand sie, und so sollte es auch bleiben. Ihren wahren Namen würde sie verschweigen und über ihren Beruf erst gar nicht reden. Sie wollte einfach nur ihre Ruhe haben.

Gerade wollte Jennifer aufstehen, um die Bucht ein wenig zu erkunden, als ein Geräusch sie aufhorchen ließ. Wer, außer ihr und ein paar Fischern auf dem Meer, trieb sich zu dieser frühen Stunde denn hier draußen schon herum? Sie verharrte still und hörte immer deutlicher, dass jemand schnell näher kam. Und dann sah sie ihn. Unten am Wasser joggte ein Mann vorbei, der sie schon beim ersten Anblick in den Bann zog. Er war von großer und athletischer Gestalt, und wie er da so sportlich am Meeressaum entlanglief, strahlte er große Ruhe und Kraft aus. Er mochte um die dreißig sein und hatte schwarzes, dichtes Haar. Deutlich konnte sie die ausgeprägten Muskeln an seinen Beinen erkennen.

Wahrscheinlich ein Einheimischer, überlegte Jennifer. Gespannt wartete sie darauf, ob der attraktive Unbekannte am Ende des Strandes wieder umkehren würde. Hatte er sie hier, im Schutz des Felsens, bemerkt? Doch nein. Als er wieder auf ihrer Höhe war, blickte er immer noch konzentriert vor sich hin. Sie allerdings konnte sich erneut davon überzeugen, dass er ziemlich gut aussah. Seine Gesichtszüge waren ebenmäßig, er hatte dunkle Augen, und um Mund und Kinn zeigte sich ein dunkler Bartschatten.

Jennifer fühlte sich ein wenig beklommen. Es war das erste Mal seit Langem, dass sie einen Mann so unverhohlen betrachtete. Das war ihr nicht recht, denn schließlich wusste er nicht, dass er beobachtet wurde. Dennoch konnte sie den Blick von diesem schönen Südländer nicht lassen. Sollte sie sich vielleicht bemerkbar machen? Unvermittelt unterbrach der Fremde seinen Lauf, zog sich das Hemd über den Kopf, entledigte sich der Schuhe und der Sportkleidung und zeigte ihr auch noch seinen perfekt gebauten, muskulösen Körper, den die gut sitzende Badehose noch betonte. Jennifer beobachtete gebannt, wie er sich streckte und sich, ohne zu zögern, ins Wasser stürzte. Mit kräftigen Zügen schwamm er dem funkelnden Horizont entgegen.

Fasziniert sah sie zu. Wie furchtlos, ging es ihr durch den Kopf. Und: Jetzt müsste ich unbemerkt gehen. Doch sie blieb sitzen. Hatte sie sich hier nicht den Sonnenaufgang ansehen wollen? Nur weil ein einsamer Jogger - wenn auch ein sehr gut aussehender - hier seine Bahnen zog, hieß das doch nicht, dass sie gehen musste! Sie unterdrückte den Impuls, aufzustehen, und blickte wieder aufs Meer hinaus.

Da endlich stieg die Sonne über den Horizont und schickte kräftige Strahlen in den Himmel, der in einem Farbspektakel explodierte. Ein tiefes Glücksgefühl durchströmte Jennifer. Gleichzeitig bemerkte sie, dass der Mann wieder zum Ufer zurückschwamm. Wenn er nun zum Strand hinsah, musste er sie einfach entdecken, es sei denn, er war blind. Doch was kümmerte sie das eigentlich? Sie schloss die Augen und genoss einfach nur, wie hinter ihren Lidern das Licht immer stärker und wärmer wurde. Ganz bestimmt würde es ein wundervoller Tag werden.

Leonardo war fast am Ufer angelangt, als er die reglose Gestalt bei dem Felsen bemerkte. Eine Frau um diese Zeit allein am Strand? Er traute seinen Augen kaum. Rasch stieg er aus dem Wasser und griff nach dem Handtuch, das er bei seiner Joggingrunde immer dabeihatte. Er trocknete sich ab und ließ die Person nicht aus den Augen, die dort so unbeweglich dasaß. Wie lange sie ihn wohl schon beobachtete? Beobachtete sie ihn überhaupt? Er sah, dass die Frau jung und anmutig war, ihr schulterlanges, glattes braunes Haar funkelte rötlich in den Strahlen der aufgehenden Sonne. Er hob eine Hand zum Gruß, doch die Unbekannte rührte sich nicht, was ihn ein wenig irritierte und auch ärgerte. Er mochte keine ungebetene Gesellschaft, erst recht nicht, wenn sie sich nicht zu erkennen gab. Schließlich war es nicht das erste Mal, dass ihm jemand auflauerte. Doch von der Brünetten schien keine Gefahr auszugehen.

Mit weniger Eile als sonst streifte er seine Hose über. Sah ihm diese Frau vielleicht dabei zu, wollte es aber nicht zeigen? Seltsamerweise bereitete ihm das heute Vergnügen. Immerhin konnte er sich sehen lassen: Er trieb Sport, und er war in bester Verfassung. Morgens, mittags, abends - er lief, schwamm und tauchte, wann immer es ihm möglich war, denn er liebte das Gefühl von Kraft und Stärke, das dann durch seinen Körper pulsierte. Nie wieder wollte er sich schwach fühlen, so schwach und hilflos wie damals, an jenem furchtbaren Tag .

Leonardo straffte sich. Er durfte sich nicht unnötig mit Erinnerungen quälen. Entschlossen nahm er seine Schuhe, warf sich das Handtuch über die Schultern und - zögerte. Eigentlich führte sein Weg in eine andere Richtung, doch er war neugierig geworden. Denn normalerweise gehörte ihm der Strand um diese Zeit ganz allein.

Langsam ging er auf den Felsen zu. Wie eine Statue saß die Frau dort, aufrecht und erhaben. Er kam näher und sah nun, dass sie ihre Augen tatsächlich geschlossen hielt. Vielleicht war sie ja eine von jenen Menschen, die am Strand meditierten und Yoga machten? Davon gab es schließlich immer mehr. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Sie war wirklich sehr schön, mit heller glatter Haut und vollen Lippen. Welche Farbe wohl ihre Augen hatten? Doch die Antwort darauf behielt sie ihm vor.

Nun blieb er stehen. Was tat er denn da? Es war gewiss nicht seine Art, andere Menschen, die ihre Ruhe haben wollten, zu stören. Es war doch offensichtlich, dass diese Frau nicht mit ihm sprechen wollte, denn sonst hätte sie ja einmal aufgeblickt. Er wandte sich ab und ging langsam, ohne sich noch einmal umzusehen, davon. Und während er die schöne Unbekannte hinter sich ließ, gestand er sich ein, was er eigentlich längst wusste: Viel zu lange schon war er allein. Wie lange wollte er sich denn noch verstecken?

Als er wenig später den schmalen Weg zur Straße hinaufstieg, fasste er einen Entschluss: Sobald er das nächste Bauprojekt...

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