Spirituelle Krise oder Psychose?

Dunkle Pfade zur Erleuchtung
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. April 2020
  • |
  • 392 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-4007-8 (ISBN)
 
Das Schwergewicht dieser Publikation liegt auf spirituellen Krisen und ihren Parallelen zu Stationen des geistigen Entwicklungsweges. Tatsächlich lassen sich, trotz des teilweise sehr chaotischen Verlaufs, auch bei psychotischen Episoden Merkmale erkennen, die mit den Stufen spiritueller Erfahrungen große Ähnlichkeiten aufweisen.
Oft wird behauptet, dass zwischen einem Mystiker und schizophrenen Patienten eine gewisse Verwandtschaft besteht. Tatsächlich sind die zahlreichen Berichte über problematische Entwicklungen ein Zeichen dafür, dass in spirituellen Transformationsprozessen unvorhergesehene Konflikte auftauchen können.
Das Erkennen dieser Übereinstimmungen kann ein Licht auf psychotisches Erleben werfen und Zusammenhänge aufzeigen, die ansonsten im Dunkeln blieben.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,11 MB
978-3-7407-4007-8 (9783740740078)
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Die Autorin

Birgit Waßmann war Bankkauffrau, studierte Pädagogik und arbeitete einige Jahre in einer psychiatrischen Klinik, bis sie die geheimnisvolle Welt der Spiritualität und Parapsychologie für sich entdeckte und erforschte. Sie arbeitete eine zeitlang als mediale Beraterin und entschloss sich, ihre unkonventionellen Erfahrungen und Überzeugungen in schriftlicher Form zur Verfügung zu stellen.

Die geheime Welt der Symbole und Zeichen


Die innere Bilderwelt

Manchmal bricht etwas ohne unser wissentliches Zutun
in unsere Sphäre ein.

Die Frage nach der Entstehung halluzinatorischer Wahrnehmungen ist nicht leicht zu beantworten. Ein Teil der bildhaften Eindrücke bezieht seine Inhalte aus der individuellen Psyche des Menschen. Erinnerungsbilder, gefühlsbetonte Eindrücke, die gesamte Vorstellungswelt der bewussten und der unbewussten Psyche ist bei der Entstehung von halluzinatorisehen Erlebnissen beteiligt.

Zwischen gedanklichen Vorstellungen und Halluzinationen existiert häufig keine scharfe Trennlinie. Es sieht so aus, als habe sich die Psyche von den für die objektive Welt geltenden Begrenzungen befreit. Die Erscheinungen wirken überaus realitätsnah. So beklagt sich ein Patient bspw. darüber, dass er die Dinge, an die er gerade denkt, zum Greifen nah vor sich sieht! Sie erscheinen ihm in photographischer Deutlichkeit.

S. Freud beschäftigte sich eingehend mit der phantastischen inneren Bilderwelt. Eine Phase der ,stürmischen Halluzinationen' fasst er als Heilungsversuch der Psyche im Kampf gegen verdrängte Inhalte auf. (Vgl.: Das Interesse an der Psychoanalyse, in: Gesammelte Werke, Bd VIII, S.313f.) Dieser Heilungsversuch wird von vielen Therapeuten für die Krankheit selbst gehalten. Freud zeigt Verständnis für die Bilderflut und stellt einen Zusammenhang mit dem Seelenleben des Patienten her, indem er die Mittel der Psychoanalyse auf sie anwendet.

Für Delirien, Halluzinationen und Wahnsysteme von Psychotikern gilt: "Überall da, wo bisher nur die bizarrste Laune zu walten schien, hat die psychoanalytische Arbeit Gesetz, Ordnung und Zusammenhang aufgezeigt oder wenigstens ahnen lassen, insoferne diese Arbeit noch unvollendet ist. Die verschiedenartigen psychischen Erkrankungsformen erkennt man aber als Ausgänge von Prozessen, welche im Grunde identisch sind..." (S.401).

Auch bei in der Normalität verankerten Menschen kann sich die Ideenwelt dissoziieren, wie G. Bychowski aus eigener Erfahrung weiß (S.62f.). Während seine Aufmerksamkeit bei schwieriger Lektüre zeitweilig nachlässt, hat er den unmittelbaren Eindruck, in eine tiefere Schicht des Bewusstseins hineinzugleiten. Bildhafte Formen tauchen auf. Überlässt er sich passiv dem Bilderstrom, dringen immer weitere Eindrücke hervor. Sie versetzen ihn in eine Tagträumerei, in der sich verschiedene Szenerien und Situationen abwechseln. Die Assoziationskette wird dabei immer lockerer. Der Eindruck, durch verschiedene Bewusstseinsschichten zu gleiten, entsteht. Einen ähnlichen Zustand erlebt der Schläfer, kurz bevor er in den Schlaf sinkt, wenn die physische Realität bereits zu einem gewissen Grad verblasst ist.

Der dynamische Charakter der Ideenverbindungen wirft ein Licht auf die schizophrene Assoziationsstörung. Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen normalen und pathologischen Halluzinationen scheint im Grad der Ausprägung und in der bewussten Kontrolle zu liegen. Nur bei einer sehr tiefgehenden Problematik der Grundbeziehung Psyche - Welt ist der schizophrene Mensch von einem totalen Verlust der objektiven, allgemein gültigen Kategorien bedroht. Die Einheitlichkeit der Erfahrungen erleidet weitgehende Veränderungen und Irritationen. "Wir vermuten, dass das Verständnis des Pathologischen und des Normalen auch hier gegenseitig von großem Nutzen sein können", bemerkt Bychowski.

Normalerweise liegt dem menschlichen Denken und Erkennen eine Auswahl zugrunde, so wie auch die Handlungen das Resultat zahlreicher verschiedener Möglichkeiten sind. Zwar sind die bekannten logischen Normen Grundlage und Voraussetzung jeder Erfahrung, doch haben sie auch einschränkenden Charakter und sind daher nicht zum Verständnis von etwas anderem als der allgemein akzeptierten Wirklichkeit geeignet. "Eine Halluzination ist weder irrealer noch realer als jede andere Wahrnehmung. Ihr fehlt lediglich der Beifall des Kollektivs", behaupten T. Detlefsen und R. Dahlke (S.319). Ein Teil der Sinnestäuschungen weise denselben Objektivitätscharakter auf wie die normale Wahrnehmung, während den sogenannten Pseudohalluzinationen dieser Wirklichkeitscharakter fehlt.

Die andrängenden Bilder in der Psychose hingegen haben einen eigenartigen Charakter. Die Inhalte werden als fremd und nicht zur eigenen Psyche zugehörig erlebt, als von außerhalb des eigenen Geistes ins Bewusstsein dringend. Der Eindruck der geschauten Bilder ist fremdartig und gleichzeitig von einer plastischen Deutlichkeit, die Außenstehenden nur schwer vermittelt werden kann. Der Patient fühlt sich in die Rolle eines passiven Beobachters gedrängt, der - teils geängstigt, teils fasziniert - der inneren Bilderflut ausgesetzt ist. Ein eigener Assoziationsvorgang, der immer neue Bilder aus der momentanen Ideenwelt des Geistes entstehen lässt, findet meist nicht statt. Diesem wichtigen Aspekt des Fremden, sich Aufdrängenden, wird bei der Einschätzung der Psychose in der Regel zu wenig Beachtung zugebilligt.

Die Vielfältigkeit der Halluzinationen wird normalerweise von der Suggestibilität der dafür empfänglichen persönlichen Psyche beeinflusst. Einfache äußere Reize genügen oft schon als Auslöser. Das Unterbewusstsein verwendet diese zum Aufbau komplizierter Szenen, die das Bewusstsein gefangen nehmen. Die anfangs zufälligen Bilder gewinnen durch Autosuggestion und äußere Reize einen phantastischen Inhalt, der sich bis zu einem gewissen Grade automatisch weiter fortsetzt.

Ein bekanntes Beispiel hierfür schildert C.G. Jung: Er erwähnt Goethe, der, " wenn er mit vornüber geneigtem Kopf dasitze und sich eine Blume lebhaft vorstelle, sehe, wie sich dieselbe selbständig verändere, indem neue Kombinationen und Gestaltungen auftreten" (vgl.: Psychiatrische Studien, S.15). In seiner Schrift Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen beschreibt Goethe selbst diese Gabe. Bei dem Dichter hielt sich die Gestaltung der Bildmotive in gewissen Grenzen, im Unterschied zu Tagträumereien, bei denen die anfängliche Vorstellung automatisch auf benachbarte Gebiete übergreift und sich immer neue Bilder hinzugesellen. Eine gewisse Kontrolle über die geistige Bilderflut trägt dazu bei, dass das psychische System standhält und nicht einen irreversiblen Schaden davonträgt.

Bei Menschen mit erweiterten Wahrnehmungen, die zu heftigen Gefühlsausbrüchen neigen und deren Innenleben unausgeglichen ist, besteht die Gefahr von Horrorvisionen und alptraumhaften Vorstellungen und als Folge davon die Destabilisierung der Psyche und seelische Zerrüttung.

Psychiater schieben die lebhaften Bilder einem ausufernden Vorstellungsvermögen zu ohne irgendeinen Bezug zur Realität. Doch diese Sichtweise wird dem Phänomen in keiner Weise gerecht. Denn eine Erscheinung, die nicht in gewisser Hinsicht real ist, könnte auch nicht wahrgenommen werden. Es geht darum, eine Unterscheidung zu treffen zwischen der physischen und der seelischen Wirklichkeit.

Auch wenn etwas physisch nicht greifbar ist, kann es dennoch existieren, wie die Physik hinreichend bewiesen hat. Halluzinative Bilder, die wahrgenommen werden, entspringen keineswegs lediglich der eigenen Psyche des Erlebenden. Er sieht ganze Szenen vor seinem geistigen Auge ablaufen und nimmt Gestalten wahr, die auf der astralen Ebene tatsächlich, unabhängig von seiner Phantasie, existieren.

Phantasie und astrale Wirklichkeit vermischen sich und erschweren die Einordnung der Halluzinationen. Die kreative geistige Tätigkeit des Individuums korrespondiert mit astralen Eindrücken und zieht diese aufgrund einer gewissen Affinität an. Weder den eigenen noch den fremden Bildern mangelt es an Realität; letztere entspringen lediglich einem anderen Bereich, einer feinstofflichen Ebene.

Manche Menschen sind umsessen von Wesen aus der Astralsphäre. Diese spiegeln dem Bewusstsein Illusionen vor, die als sehr real empfunden werden. Medien können diese Wesen, die eine Person umschwirren, wahrnehmen und mit ihnen in telepathischen Kontakt treten.

Die Fähigkeit zur Hellsicht ist eine Tatsache und die geschauten Bilder sind ebenso real, wie ein Gedanke real ist, der, wenn er mit genügend Nachruck und Dauer wiederholt wird, sogar materielle Formen annehmen kann. Die Frage nach der Entstehung von Halluzinationen findet eine plausible Erklärung in der magischen Schulung.

Eine der wichtigsten Forderungen bei der magischen Ausbildung ist die Schulung der Vorstellungskraft, der plastischen Imagination. Die Fähigkeit, Gedanken nach eigenem Wollen zu lenken und zu beherrschen, ist eine wichtige Voraussetzung für ein praktisches Arbeiten in magischen Disziplinen.

Um die Fähigkeit ur Imagination zu steigern, konzentriert sich der Magier-Lehrling auf eine einfache Zeichnung oder ein einfaches Symbol, wie z.B. einen Kreis, ein Dreieck, ein Quadrat etc. Er betrachtet dieses Bild einige Minuten und versucht, es im Geiste so genau wie möglich zu rekonstruieren.

Anschließend geht der Übende zu einfachen dreidimensionalen Körpern über, dann zu Gegenständen des täglichen Lebens. Ist er in der Lage, auch komplexere Körper plastisch vor dem geistige Auge vor sich zu sehen mit den...

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