Die verschworenen Acht

Ein Jugendroman
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Mai 2018
  • |
  • 148 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7460-0878-3 (ISBN)
 
Mit einem fremden Jungen im Wald, einem toten Fuchs und einem Computer, der l¿gt, beginnt f¿r Mirco und seine sieben Freunde ein gro¿s Abenteuer. Warum sind alle im Kinderheim krank? Was verheimlichen die Erwachsenen? Und warum riecht es im August nach Pfefferkuchen? Gemeinsam wollen sie diese R¿el l¿sen, denn sie sind die "Verschworenen Acht". Der Roman spielt in der nahen Zukunft im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich. - Ein Roman f¿r Jugendliche von 10 bis 16 Jahren.

Die verbesserte 2. Auflage des Jugendroman ist seit Mai 2018 im Handel. Eine Fortsetzung ist schon in Arbeit und erscheint voraussichtlich Anfang 2019.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,73 MB
978-3-7460-0878-3 (9783746008783)
3746008786 (3746008786)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Andrew Warrior wurde 1964 in Offenbach am Main geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend im Heim. Schon fr¿h entdeckte er seine Leidenschaft f¿r das Schreiben. Seine Jugenderfahrungen bringt er in seinen ersten Roman "Die verschworenen Acht" ein.

4. Der Lauscher


Am nächsten Morgen werden wir durch ein markerschütterndes Geschrei geweckt! Erschreckt fahren wir hoch. Verdutzt schauen wir den Schreihals an. Yannik steht mitten im Raum. Er krakelt, was seine Lunge hergibt.

Alex reibt er sich den Schlaf aus den Augen. "Was 'n los?", murrt er.

"Geht die Welt unter?"

"Nö! Schaut mal aus dem Fenster!", ruft Yannik.

"Was gibt's denn da Besonderes zu sehen?", fragt Lucas gähnend.

"Ihr seid vielleicht Schlafmützen", regt sich Yannik künstlich auf. "Die Sonne scheint!"

Wir schauen durch die verdreckten Fensterscheiben. Sie strahlt, als wolle sie sich für die letzten vier Tage bei uns entschuldigen.

"Deshalb machst du so 'n Lärm?", gibt Alex gereizt von sich.

"Klasse!", rufe ich. "Dann können wir endlich am Bach spielen."

Hoffentlich hat sich René schon verkrümelt. Ich werde wie eine Ente schnattern. Das ist unauffällig. Von denen schwimmen genug im Bach herum. Mein Freund weiß dann, dass er schnell verschwinden muss. Dass er entdeckt wird, geht auf keinen Fall. Ich frage mich, wie lange wir unser Geheimnis noch hüten können. Über kurz oder lang wird es rauskommen. Ich habe keinen Schimmer, wie ich reagieren werde, wenn es so weit ist.

Auf dem Weg zum Waschraum sagt Yannik leise zu mir: "Ihr habt heute wieder eine Besprechung."

Wie vom Schlag getroffen, bleibe ich stehen. "Woher weißt du das?"

"Ich hab's durch Zufall gehört."

"Dann hast du gelauscht", schimpfe ich.

"Nein, nein", wehrt Yannik energisch ab. Dabei fuchtelt er mit den Händen in der Luft herum.

"Halt ja den Mund!"

"Verrätst du mir, was ihr ausheckt?"

"Spinnst du!"

"Die 'Verschworenen Acht' haben ein Geheimnis", lästert Yannik und fügt hinzu. "Keine Angst, ich werde schweigen."

Seine Worte klingen unglaubwürdig. Der Blick, den er dabei hat, sagt mir, er führt was im Schilde. Was kann ich nur raten.

Während wir im Waschraum sind, gebe ich meinen Freunden ein Zeichen. Sie verstehen es sofort.

Beim Anziehen lassen wir uns Zeit. Dadurch erreichen wir, dass wir für einen Moment alleine sind.

"Was ist nun schon wieder los?", meckert Alex. "Ich hab Hunger!"

"Yannik hat was mitbekommen", sage ich ruhig.

Der Schreck fährt meinen Freunden in die Glieder. Dass wir belauscht wurden, ist ein absolutes No-Go.

"Den quetsch ich wie eine Zitrone aus", droht Alex.

"Nein!", bestimmt Peter. "Ich überleg mir während des Frühstücks, was wir machen."

"Gut", stimmt Alex zu.

Wir rennen lärmend den Gang entlang. Gerade noch rechtzeitig erreichen wir zusammen mit den anderen Kindern den Speisesaal. Wir schnaufen tief durch. Erleichterung macht sich in uns breit. Wären wir zu spät gekommen, hätte Herr Nehring eine Erklärung von uns gefordert. Keinen blassen Schimmer was wir ihm hätten sagen sollen, ohne die Überraschung zu verraten.

*

Wie praktisch, dass wir acht Abräumdienst haben. Dabei können wir uns ungestört unterhalten. Peter und ich tragen einige Teller in die Küche.

Ich schaue Peter an: "Was machen wir mit Yannik?"

"Wir werden den Strolch zu uns bitten. Mal hören, was er weiß."

"Wenn er mehr mitgekriegt hat, als uns lieb ist?"

"Weihen wir ihn ein."

Mir bleibt die Spucke weg! Ich bin so nervös, dass ich den Stapel mit den Tellern beinahe fallen lasse: "Hakt's bei dir?! Die anderen werden dagegen sein!"

"Hören wir uns erst mal an, was Yannik zu sagen hat, dann sehen wir weiter", lenkt Peter ein.

Mit diesem Kompromiss kann ich leben.

Andreas und ich suchen Yannik. Wir haben ihn bald gefunden.

"Los komm!", fordert ihn Andreas barsch auf. Er packt ihn am Arm.

"Finger weg!", schnauzt der Kleine meinen Freund an.

Andreas lässt ihn los. Yannik schaut mich fragend an. Ich stelle mich unwissend. Dabei weiß ich ganz genau, worum es geht.

Minuten später sind wir zusammen mit ihm bei unseren Freunden im Schlafsaal. Sie werfen Yannik finstere Blicke zu.

"Setz dich!", befiehlt Alex.

Energisch drückt er den Kleinen auf einen Stuhl. Yannik wird es mulmig zumute. Das sehe ich in seinen Augen.

"Was, was wollt ihr von mir?", stottert er.

"Du brauchst keine Angst zu haben", beruhigt ihn Peter.

Alex Gesichtsausdruck spricht eine andere Sprache. Wehe, Yannik spuckt nicht aus, was wir hören wollen, dann funkt es!

"Sag uns einfach, was du gestern gehört hast", sagt Peter. "Dann kannst du gehen."

"Ich hab nix mitgekriegt", wehrt Yannik mit unsicherer Stimme ab.

"Was weißt du?!", zischt Alex ihn an.

Yannik überlegt eine Weile lang. Dann sagt er, ohne zu stottern: "Ich rück nur damit raus, wenn ich mitmachen darf."

"Bei dir piept's wohl!", kontert Alex aufgeregt, dabei tippt er sich mit dem Finger an die Stirn.

"Dann schweige ich wie ein Grab", trotzt Yannik.

Mein Freund hat keine Geduld mehr. Er packt den Kleinen am Kragen. Wütend faucht er ihn an: "Raus mit der Sprache, sonst mach ich Hackfleisch aus dir!"

Alex ist kurz davor, Yannik eine zu knallen. Wie ein Wunder beherrscht er sich. Er stößt den Kleinen auf den Stuhl zurück.

Yannik ist total verdattert. Zögerlich fängt er, zu reden an: "Gestern wollte ich meinen Tischtennisball aus dem Schrank holen. Da hab ich mitbekommen, wie Peter gesagt hat, ihr wollt euch heute nochmal treffen."

Alex blickt ihn grimmig an. "Und dann?"

"Ich bin sofort abgezischt. Wir wissen, wenn ihr hier drin seid, darf niemand anderes rein."

"War das alles?", hakt Peter nach.

"Ja", entgegnet Yannik.

Unruhig rutscht er auf seinem Stuhl herum. Ich bin ziemlich sicher, da steckt noch mehr dahinter. Peter schaut mich an. Auch er scheint die gleiche Vermutung zu haben wie ich. Peter kniet sich vor Yannik hin. Behutsam berührt er dessen Hände. Mit sanftem Blick sieht mein Freund Yannik an.

"Hast du Angst?", fragt er mit butterweicher Stimme. "Vor Alex?"

Der Kleine schweigt. Wir deuten es als Ja. Peter gibt uns ein Zeichen. Wir stellen uns zwischen Alex und Yannik. Der Große kann ihm nun nichts mehr tun. Wir passen auf. Dieses Ärgernis wäre also beiseitegeschafft. Es scheint jedoch, als quälte Yannik ein noch größeres Problem.

Peter spricht ganz ruhig mit ihm. "Nun sag uns mal die Wahrheit."

Yannik zögert. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Vor irgendetwas hat er Höllenangst.

"Na komm, so schwer kann's nicht sein. Wir helfen dir", ermuntert ihn Peter.

Yannik ringt innerlich mit sich selbst. Wir alle sind still. Niemand will ihn beeinflussen. Diesen Kampf muss er mit sich selber ausfechten. Nach ausgiebigem Nachdenken gibt Yannik sich einen Ruck. Seinen Kopf leicht nach vorne geneigt, flüstert er Peter ins Ohr. Augenblicklich versteinert sich die Miene meines Freundes. Genauso schnell nimmt sie wieder freundlichere Züge an.

"Na siehste, war doch ziemlich einfach. Toll gemacht!", lobt er den Kleinen.

Ein tiefer Stoßseufzer entfährt aus Yanniks Brust. Seine Gesichtszüge zeigen, dass ihm ein großer Stein vom Herz gefallen ist. Yannik anschauend legt Peter den Finger auf seine Lippen.

"Schon klar, ich bin stumm wie ein Fisch", verspricht der Kleine.

Diesmal glaube ich ihm.

"Geh spielen. Wir rufen dich später", sagt Peter zu Yannik.

Der Kleine verschwindet wie der Blitz aus dem Zimmer.

Kaum sind wir alleine, überhäufen wir unser Genie mit Vorwürfen.

"Was soll das heißen?!", empört sich Andreas. "Kommt gar nicht in die Tüte!"

Alex drückt es derber aus: "Bei dir ist wohl 'ne Schraube locker!"

"Wir sind Acht und bleiben Acht!", gebe ich meinen Senf dazu. Die Zustimmung der anderen ist mir sicher.

"Nun haltet mal die Luft an! Wisst ihr denn, was Yannik mir gesagt hat?", empört sich Peter.

"Woher denn?"

"Haltet euch fest. Yannik soll sich bei uns einschleimen. Jens will alles über uns wissen."

"Was ist, wenn Yannik sich weigert?", hake ich nach.

"Wird Jens ihn verdreschen."

Wenn wir es nicht längst wüssten, jetzt haben wir den Beweis. Jens ist der größte Stinkstiefel, den es gibt. Seinem eigenen Bruder mit Prügel drohen, schlägt echt den Boden aus dem Fass. Wir sind stocksauer auf Jens. Das ist gegen jede Moral.

"Wer ist dafür, Yannik zu helfen?", fragt...

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