Alle Bände der "In Between"-Trilogie in einer E-Box!

 
 
Carlsen (Verlag)
  • erschienen am 2. August 2018
  • |
  • 781 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-60405-4 (ISBN)
 
Die "In Between"-E-Box: Drei außergewöhnliche Schicksale im magischen Niemandsland zweier Königreiche.
Kathrin Wandres' Fantasy-Trilogie entführt ihre Leser in eine Welt voller geheimnisvoller Schlösser und sagenumwobener Wälder. Ihre Protagonistinnen und deren Liebesgeschichten sind unvergesslich und absolut einzigartig.
//Diese E-Box enthält alle Bände der romantisch-düsteren "In Between"-Trilogie:
"In Between. Das Geheimnis der Königreiche (Band 1)"
**Prinzessin der Wälder**
Die 17-jährige Keylah lebt inmitten der dunklen Wälder des Landes Benoth, das zwischen zwei mächtigen Königreichen liegt. Nur die hohen Mauern der Siedlungen trennen dort die Menschen von dem, was draußen ist - den Ausgestoßenen, den Wolfsgestalten. Doch im Gegensatz zu den anderen liebt Keylah die freie Natur und kann ganze Tage in ihren selbstgebauten Baumhäusern verbringen. Ihre Gabe, drohende Gefahr körperlich zu spüren, scheint sie vor allem zu beschützen. Bis etwas geschieht, das sie nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald zwingt und auf den unnahbaren Einzelgänger Deven stoßen lässt. Einen Mann, vor dem sie sich fürchten sollte, auch wenn ihre Gabe ihr etwas anderes sagt.
"In Between. Die Legende der Krähen (Band 2)"
**Königin der Lüfte**
Die bildhübsche Naru lebt seit ihrer Kindheit im prunkvollen Schloss des Königreichs Kadosch, das sich unter der Herrschaft Keylahs zu einem der schönsten Länder auf Erden entwickelt hat. Es wäre ein beneidenswertes Dasein, wenn nicht ihre immer häufiger auftretenden Visionen wären, in denen sie sich als Krähe wiederfindet. Derweil wird die Idylle des Königreichs durch mysteriöse Angriffe überschattet, bei denen nichts auf die Identität des Täters hinweist außer zurückgelassene schwarze Federn. Krähen gelten in Kadosch als Boten des Todes, aber nur dann, wenn sie allein auftreten. Es ist fast zu spät, als Naru begreift: Sollte sie tatsächlich die Seele einer Krähe in sich tragen, ist das Königreich so lange in Gefahr, bis sie den ihr vorherbestimmten Lebenspartner findet.
"In Between. Das Mädchen der Schatten (Band 3)"
**Hüterin der Berge**
Die 17-jährige Neela lebt in dem gewaltigen Mitah-Gebirge, das sich als letztes Bollwerk zwischen den Ausgestoßenen in Benoth und dem Königreich Jissurim erhebt. Für den Schutz der Bergkette sind die Harigah, die Todbringer, verantwortlich. Neela ist eine der entschlossensten Kämpferinnen dieses Volkes, doch dann begegnet ihr die eine Person, die ihrer todbringenden Nähe standhält: Der Schattenjunge Jayden. Obwohl er der geheimnisvollen Schönheit nie in seiner menschlichen Gestalt nahe sein kann, verlieben sie sich ineinander. Es scheint alles perfekt, bis Jayden plötzlich verschwindet. Von den mächtigen Ränkeschmieden im Hintergrund ahnt Neela nichts, als sie alles riskiert und sich auf die Suche nach ihm begibt.
//Alle Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden und haben ein abgeschlossenes Ende.//
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kathrin Wandres, geboren 1981, machte 2001 ihr Abitur in Tübingen und studierte bis 2003 in Stuttgart an der Fachhochschule für Technik Mathematik und Informatik. Von 2004 bis 2006 besuchte sie das Theologische Seminar Beröa, nahe Frankfurt. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Göppingen. Seit ihrer Kindheit liebt sie es, sich fremde Welten zu erdenken und in ihnen zu versinken.

1. Kapitel


Die orangerote Sonne hing bereits bedrohlich tief am Himmel. Sie raste dem Horizont entgegen, als könnte sie es nicht erwarten, dieses Land zu verlassen, als hätte selbst sie Angst vor dem, was die Nacht mit sich bringt. Nur noch ein paar Minuten verblieben. Dann würde der Tag das Land Benoth verlassen und der Finsternis Platz gemacht haben. Ich wusste, mir blieb nicht mehr viel Zeit. Bis zur Ausgangssperre, die mit Einbruch der Dunkelheit beginnen würde, könnte ich es kaum bis nach Hause schaffen. Dennoch verharrte ich auf meinem Sitz und genoss die Ruhe hoch oben im Baum. Von hier aus wirkte der Wald kleiner, alles schien friedlicher und ungefährlicher. Ich fühlte mich dem Himmel nahe und das gab mir ein Stück Sicherheit. Und Freiheit. Es war »mein Baum«. Zumindest war er es, soweit ich zurückdenken konnte. Er erinnerte mich an meine Mutter. Oder an meine Vorstellung von ihr, denn bewusste Erinnerungen an sie hatte ich keine. Schon als kleines Kind war ich hierhergekommen. Der Baum war der größte in diesem Teil des Waldes und strahlte eine besondere Ruhe aus, als hätte er schon viel gesehen, ertragen, durchlitten. Seine Zweige erinnerten mich an offene Arme, die mich trösten und beschützen wollten. Etwas, das ich nie gekannt und erfahren hatte. Etwas, das ich von Menschen auch nicht wollte, denn Menschen waren unzuverlässig und unberechenbar. Irgendwann hatte ich angefangen, es mir auf meinem Baum einzurichten. Ich hatte kleine Baumhäuser gebaut, auch wenn man sie anfangs noch kaum so nennen konnte, und je älter ich wurde, desto weiter oben siedelte ich sie an. Ich erinnerte mich noch genau an den Triumph, als ich es endlich schaffte, mein Haus völlig im Baum verschwinden zu lassen, sodass es vom Boden aus nicht zu sehen war. Ich wurde zum Teil des Baumes. Es fühlte sich an, als hätte ich eine neue Welt geschaffen, meine Welt, unsichtbar und abgetrennt von allen anderen. Ich liebte die Vorstellung, dass es irgendwo noch eine andere Welt geben könnte, die nicht so dunkel, gefährlich und einsam war wie meine hier. Es war äußerst unwahrscheinlich, das wusste ich, aber ich trug die Hoffnung daran wie einen Schatz in meinem Herzen.

So wurde mein Baum der einzige Ort, an dem ich mich wirklich sicher fühlte. Und doch wusste ich, dass es eine Lüge war. Sicherheit war etwas, das in dieser Welt nicht existierte, weder am Tag und erst recht nicht in der Nacht. In ein paar Minuten würde dies zum gefährlichsten Ort im ganzen Land werden, genau wie alles draußen in den dunklen Wäldern. Niemand wollte nachts hier sein. Nach Sonnenuntergang trat die Ausgangssperre in Kraft, die es allen verbot, sich außerhalb der Dörfer aufzuhalten. Denn nur innerhalb dieser geschützten Dörfer war Leben, genauer gesagt Überleben, möglich, weshalb sie auch Lebensinseln genannt wurden. Mit hohen Mauern und Feuertürmen hofften die Menschen, die Gefahren der Wälder auszusperren. Und bemerkten gar nicht, dass sie sich damit selber einsperrten. Es war eine der ersten Regeln, die Kinder im Land Benoth lernten. »Die dunklen Wälder sind gefährlich!«, »Da draußen lauert der Tod!«, »Bei Dunkelheit erwachen die Wesen der Nacht!«. Diese Sätze wurden uns eingelöffelt wie Babybrei: »Eins, und noch eins, und noch eins für Oma .«. Sie hingen mir zum Hals raus. Einander die Freiheit rauben für ein vermeintliches Stück an Sicherheit? Das ergab für mich keinen Sinn.

Die Kronen der Bäume waren jetzt nur noch mit winzigen goldenen Kugeln vom Licht der untergehenden Sonne geschmückt. Ich spürte die näherkommende Dunkelheit wie eine Welle über das Land hereinströmen. Und dann spürte ich auch die Kälte. Sie kroch den Baum hinauf wie ein Ameisenvolk auf seiner Straße. Ich erschrak, als sich die Härchen meiner Arme aufstellten und meine Hände anfingen zu zittern. Ich hatte den Rückweg zu lang hinausgezögert. Jetzt war es zu spät und ich schalt mich selbst für meinen Leichtsinn. Schnell streifte ich meine schwarze Jacke über mein dunkles T-Shirt und zog mir die Kapuze tief ins Gesicht. Nur wenn man selbst zur Dunkelheit wurde, hatte man bei Nacht hier draußen eine Chance. Die Finsternis kam nun immer schneller. Unaufhaltsam verlor das Tageslicht mehr und mehr an Kraft. »Wo Finsternis ist, wirst du kein Licht finden«, hatte meine Großmutter mir einmal gesagt und mal wieder wurde mir bewusst, wie recht sie damit hatte. Ein kalter Wind kam auf und ich wusste sofort, dass dies kein natürlicher Wind war. Es war der kalte Wind der Gefahr, den nur ich spüren konnte. Ich hockte mich in eine Ecke meines Baumhauses, versuchte so schwarz wie die Nacht zu werden und hoffte, dass, was immer dort unten mit dieser Kälte näherkam, mich nicht entdecken würde. Meine Hände zitterten nun immer stärker und eine Gänsehaut hatte sich auf meinem ganzen Körper ausgebreitet. Dann kam der Nebel, der letzte Vorbote der nahenden Gefahr, umhüllte den Baum und damit auch mich. Jedes Mal, wenn der Nebel kam, konnte ich nur noch versuchen, nicht mehr zu atmen und mich regungslos zu verhalten. Das Kribbeln auf meiner Haut wurde immer stärker und die Stille im Wald erdrückte mich - wann hatten die Vögel aufgehört zu zwitschern? Mein Herz schlug so laut, dass ich Angst hatte, es könnte mich verraten, als ich leise Schritte unten auf dem Waldboden hörte. Es mussten viele Füße sein, die dort unten entlangliefen, nein, schlichen. Ich musste mich sehr anstrengen, sie von einem gewöhnlichen Blätterrascheln zu unterscheiden. Wer immer dort unten war, wusste, wie man sich unauffällig heranschlich. Einmal mehr war ich dankbar für meine Fähigkeit, nahende Gefahr zu spüren - wobei ich gar nicht wusste, wem ich dafür zu danken hatte. Ich versuchte, so flach wie möglich zu atmen, während ich lautlos zuerst einen dunklen Sichtschutz und dann ein paar Äste zur Seite schob, sodass eine kleine Lücke, nicht mehr als zwei Finger breit, entstand, durch die ich hinunter bis zum Waldweg spähen konnte. Ich kniff meine Augen zusammen, um etwas erkennen zu können. Zunächst schien alles so schwarz wie die Nacht, denn am Waldboden brach die Nacht früher herein, bis ich bemerkte, dass sich das Schwarz dort unten bewegte. Ich vergaß zu atmen, als sich in der Dunkelheit Umrisse abzeichneten: Wölfe! Dort unten liefen Wölfe, viele Wölfe. Sie hatten tiefschwarzes Fell und das nicht nur, weil es dunkel war. So groß hatte ich mir Wölfe nicht vorgestellt. Sie waren unnatürlich groß. Und genau das waren sie auch: unnatürlich! Aufgrund der Kälte wusste ich es mit Gewissheit. Das dort unten waren fremde Wesen und obwohl ich sie noch nie zuvor gesehen hatte, wusste ich, dass es Späher waren.

Die Kälte kroch mir in die Kleidung und ich hoffte inständig, dass sie mich nicht verraten würde. Eine halbe Ewigkeit verstrich, bis die Wölfe und mit ihnen die Kälte wieder verschwanden. Ich wartete noch eine Weile, damit sich auch meine letzten Härchen wieder legten. Erleichtert stieß ich einen lautlosen Seufzer aus. Stille und Finsternis erfüllten die dunklen Wälder Benoths, doch in meinen Gedanken schrie eine Frage gegen diese Stille an: Welches Ziel hatten diese Späher? Ich wusste nicht viel über sie, doch sie waren sicher nicht zufällig in dieser Gegend, sie taten nie etwas ohne einen Zweck. Es gab nur einen Menschen, der mir diese Fragen beantworten konnte. Aber heute nicht mehr, die Dunkelheit stahl alles Leben aus diesem Land. Meine Fragen würden bis morgen warten müssen.

Rasch machte ich mich auf den Nachhauseweg. Dieser Teil des Waldes war wie ein Zuhause für mich, deswegen hatte ich auch nach Sonnenuntergang keine Schwierigkeiten den Weg zu finden. Ich schaffte ihn in der Hälfte der üblichen Zeit. Die zuvor gespürte Kälte trieb mich voran.

Ich sah das Licht meiner Heimat-Lebensinsel Galmud schon von weitem. Die Leuchtfeuer für die Nacht brannten bereits mit voller Stärke auf den hohen Türmen, die in regelmäßigen Abständen aus der Schutzmauer um Galmud hervorragten. Schon nachmittags begannen die Turmwächter die Feuer zu schüren, denn nur Licht und Wärme hatten die Macht, die Wesen der Nacht und andere Gefahren der dunklen Wälder fernzuhalten. Das Tor schloss eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, sodass ich gerade noch rechtzeitig hindurchschlüpfen konnte. Leider nicht unbemerkt .

»Keylah!« Mit einem Seufzer, weil ich erwischt worden war, drehte ich mich um und ging ein paar Schritte auf die dunkle Gestalt zu, die im Schatten eines Torflügels stand. Auch ohne ihn genau zu erkennen, wusste ich, dass es der Turmwächter Agron war. Mein Glück, denn Agron kannte mich schon mein ganzes Leben lang und ließ mich oft gewähren, wo andere Turmwächter schon längst den Regelverstoß gemeldet hätten. Ich streifte die Kapuze meiner Jacke vom Kopf, sodass meine dunklen Haare über die Schulter nach vorne fielen.

»Nun sag schon deinen Spruch, Agron!« Agron war ein sehr gewissenhafter Turmwächter und nahm diese Aufgabe äußerst ernst. Die Turmwächter wurden sehr geschätzt, denn sie trugen große Verantwortung. Sie sorgten dafür, dass das Tor zur richtigen Zeit geschlossen wurde und dass keiner unerlaubt hinein- oder hinausging. Außerdem bewachten sie die zahlreichen Türme innerhalb der Mauern, damit sie niemand unbefugt betrat. Auf den Türmen sorgten die Feuermeister dafür, dass die Feuer die ganze Nacht brannten.

»Wozu? Es scheint, als wärest du die Einzige, die immun ist gegen die Warnungen vor den Gefahren da draußen. Im Gegenteil, manchmal hab ich den Eindruck, dass gerade das dich noch mehr anspornt. Es ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass ich dich nach Einbruch der Dunkelheit hier erwische. Das dritte Mal! Ganz zu schweigen von den letzten Wochen!«

Agron schien sich wirklich zu ärgern. Er war ein großer kräftiger...

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