Die Jahresprinzessin 2: Klinge der Zeit

Magischer Fantasy-Liebesroman
 
 
Carlsen (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2020
  • |
  • 476 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-60577-8 (ISBN)
 
**Schaue hinter den trügerischen Schleier der Ewigkeit**
Marlowe ist im Land des ewigen Sommers etwas Besonderes. Zur Jahresprinzessin erwählt, hat sie die Fähigkeit, den Stillstand der Zeit zu bewahren. Doch die Ewigkeit hat einen Preis, den sie nicht länger zu zahlen bereit ist. Gemeinsam mit der mutigen Charis, die Marlowes Herz immer wieder zum Stolpern bringt, begibt sie sich auf die Suche nach einem Weg, den Fluss der Zeit zurückzubringen. Bald wird klar: Nur wenn die beiden zusammenhalten, können sie die Königin der Ewigkeit besiegen und das Land von ihrer Herrschaft befreien. Doch Charis hat Geheimnisse, die nicht nur das Schicksal der Welt bestimmen, sondern auch Marlowes Gefühle auf eine harte Probe stellen .
Tauch ab in eine magische Fantasywelt!
Leni Wambach hat wieder einmal gezaubert: ein Land, in dem die Zeit keine Grenzen kennt. Eine Königin, die für die Unsterblichkeit jeden Preis bezahlt. Und ein Mädchen, das auf magische Weise mit der Ewigkeit verbunden ist.
//Dies ist der zweite Band der magisch-gefühlvollen Buchserie "Die Jahresprinzessin". Alle Romane der Fantasy-Liebesgeschichte:
-- Band 1: Die Jahresprinzessin. Blüte der Ewigkeit
-- Band 2: Die Jahresprinzessin. Klinge der Zeit
-- Sammelband zur märchenhaften Fantasy-Serie "Die Jahresprinzessin"//
weitere Ausgaben werden ermittelt
Leni Wambach wurde 1997 geboren und lebt noch in ihrem Geburtsort Essen. Derzeit studiert sie Anglistik und Linguistik und belegt Sprachkurse in Italienisch, um eines Tages in ihrer Herzensheimat Italien wohnen zu können. Sie schreibt, seit sie denken kann, und taucht am liebsten in fantastische Welten ein - sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben. Wenn sie keines von beidem tut, macht sie Musik oder ist auf einem Pferderücken zu finden.

1. Kapitel - Daria


»Mama, guck mal!«, rief ich und sprang in eine große Pfütze. Kaltes Wasser schwappte mir in die Gummistiefel und ich quietschte erschrocken auf, als meine Socken nass wurden.

»Ach Marlowe.«

Ich warf einen Blick über meine Schulter und bemerkte erleichtert, dass meine Mutter zwar mahnend den Kopf schüttelte, dabei aber lächelte. Zufrieden watete ich durch die Pfütze, die in der Mitte so tief war, dass ich fast bis zu den Knien in ihr versank. Hinter mir hörte ich, wie meine Mutter das Gespräch mit ihrer Freundin wieder aufnahm, die mit uns in den Wald gekommen war. Ich konzentrierte mich wieder auf das, was vor mir lag. Eigentlich wartete ja zu Hause ein neues Spielzeug auf mich . aber ein Klassenkamerad hatte von einem Schatz erzählt, der im Wald vergraben war! Wenn ich den vor allen anderen fand, würde ich berühmt werden!

Ich nutzte aus, dass keiner auf mich achtete, und rannte vorwärts, aus der Pfütze hinaus. Den Weg ließ ich dabei hinter mir und kämpfte mich durch das feuchte Unterholz auf der Suche nach besagtem Schatz. Seit Tagen versank die Welt vor unserer Haustür im Nebel, der meinen Abstecher zwischen die Bäume noch aufregender machte. Während ich mich immer weiter von den vertrauten Stimmen entfernte, summte ich ein Lied, das ich in der Schule aufgeschnappt haben musste. Nur der Text fiel mir nicht ein!

Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Bewegung und neugierig sah ich den Busch zu meiner Rechten an. Seine Blätter zitterten und als sich seine Äste teilten, machten sie . einem Eichhörnchen Platz!

»Oh«, stieß ich leise hervor und blieb stocksteif stehen. Braune, kleine Augen blinzelten mich an, der buschige, rote Schwanz zuckte neugierig. Das Fell sah so weich und flauschig aus, dass ich es am liebsten gestreichelt hätte! Aber wenn ich mich bewegte, würde das Tier sicher wegrennen.

Das Eichhörnchen entfernte sich ein paar hopsende Sprünge vom Busch und ich beobachtete es gebannt. Ich wagte kaum zu atmen, geschweige denn einen Finger zu rühren. Als es ein paar Meter von mir entfernt zwischen den Bäumen angekommen war, drehte es sich halb herum und erwiderte meinen Blick. Es sah beinahe ungeduldig aus.

»Soll ich . soll ich mitkommen?«, fragte ich und mein Herz begann in meiner Brust zu hüpfen. Vielleicht konnte ich ja wirklich mit Tieren sprechen, wie das Mädchen in dem Buch, das meine Mutter mir am Abend zuvor vorgelesen hatte!

Das Eichhörnchen sprang wieder ein Stück vorwärts, ehe es sich erneut zu mir umdrehte. Das musste eine Aufforderung sein!

Vorsichtig und sehr langsam folgte ich ihm. Fast rechnete ich damit, dass es ganz plötzlich verschwinden würde, aber es sprang nur tiefer in den Wald hinein. Immer schneller musste ich laufen, um das Tier nicht aus den Augen zu verlieren. Die Bäume standen inzwischen so dicht zusammen, dass ich im Zickzack um sie herumgehen musste. Die Geräusche hinter mir verschwanden, bis nur noch dumpfe Stille auf meine Ohren drückte. Nichts davon konnte mich aber davon abhalten, mich weiter auf das Eichhörnchen zu konzentrieren. Als ich nach einiger Zeit dann doch den Kopf hob, bemerkte ich, dass der Boden in einen dicken Teppich aus Nebel gehüllt war und eine graue Wand den Wald vor mir verschluckte. Im nächsten Moment war das Eichhörnchen in dem Grau verschwunden und ohne zu zögern folgte ich ihm. Oder zumindest versuchte ich es, denn da war kein Boden mehr unter mir, kein Wald, kein Nebel.

Ich stürzte in ein leeres Nichts und etwas riss an meinem Körper. Zerrte ihn in tausend Richtungen, zerriss ihn und setzte ihn neu zusammen.

»Marlowe!«

Die Kälte des Herbsttages wurde durch beinahe unerträgliche Hitze ersetzt, die sich durch meinen Körper brannte. Das Blut kochte in meinen Adern und trotzdem spürte ich, wie meine Glieder zitterten.

Etwas Kühles berührte meine Stirn.

»Es wird alles gut.«

In rasender Geschwindigkeit zogen die Bilder meiner Kindheit an meinem inneren Auge vorbei. Mein Leben im Sommerland wechselte sich mit meinem alten ab, eine wirre Abfolge von dumpfen Erinnerungen. Das Gesicht meiner leiblichen Mutter nur noch ein bunter Fleck, der nach und nach durch Anriles ersetzt wurde. Im nächsten Moment aber zerbarst auch meine Ziehmutter in tausend Farben.

Mein Körper schien außerhalb meiner Kontrolle, doch ich meinte zu spüren, dass ich auf einem weichen Untergrund lag und von etwas Warmem bedeckt wurde. Meine Hände lagen ebenfalls auf etwas Weichem, mein Brustkorb hob und senkte sich. Mein Mund fühlte sich so ausgetrocknet an wie eine Wüste. Als ich versuchte einen Laut von mir zu geben, schien meine Kehle in Flammen aufzugehen und nur ein leises Wimmern kam über meine Lippen. Mein Verstand schien noch nicht richtig wach zu sein, denn ich hatte keine Ahnung, wo ich war oder was als Letztes passiert war. Irgendjemand hatte meinen Namen gerufen. Ein dumpfes Gefühl der Beunruhigung sagte mir, dass es einen ziemlich guten Grund geben müsste, mir Sorgen zu machen. Nur - er fiel mir nicht ein. Das Einzige, was ich wusste, war, wie wohlig warm es um mich herum war, auch wenn ich mich vollkommen zerschlagen fühlte.

Komisch. Mir war, als hätte ich so etwas schon einmal empfunden. Vor sehr langer Zeit.

»Oh, du bist wach. Das ging schneller, als ich gedacht habe«, sagte jemand aus weiter Ferne.

Es kostete mich meine ganze Kraft, die Augen zu öffnen. Nur half mir das nicht viel weiter, da meine Sicht verschwommen war. Eine Gestalt stand über mir. Ein silbrig blonder Fleck, darunter nur ein dunkler Schemen.

Ich wollte antworten, aber erneut entkam mir nur ein unartikulierter Laut.

Finger legten sich auf meine Stirn und fühlten sich eisig kalt an. Hatte ich etwa Fieber?

»Überanstreng dich nicht«, sagte die gleiche Person und die Finger verschwanden. Eine Frauenstimme. Sie klang freundlich, aber unnahbar. Als wäre Freundlichkeit nur eine Angewohnheit und nichts, was ihr wirklich naheging.

»Ich .« Das war zumindest das, was ich sagen wollte, aber es klang mehr wie ein raues Keuchen.

Sie, wer auch immer sie war, drückte mir etwas gegen die Lippen und automatisch öffnete ich den Mund. Eine lauwarme, bittere Flüssigkeit rann meinen Hals hinab, als ich mühsam schluckte. Mehr musste ich eigentlich nicht tun, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, als würde diese winzige Bewegung die Energie aus mir heraussaugen.

Entkräftet schloss ich die Augen.

»Ruh dich weiter aus. Du hast viel durchgemacht.«

Die Stimme wehte davon wie ein Blatt in einer stürmischen Nacht und wieder versank ich in einem Malstrom aus bunten Farben. Kein einziges klares Bild stand mir mehr vor Augen. Stattdessen hatte ich das Gefühl zu rennen. Nein, ich floh. Aber vor wem? Bevor sich wieder eine klare Szenerie aus den Farben bilden konnte, war die Empfindung auch schon vorüber. Aber ich spürte, dass etwas in meinen Erinnerungen lauerte. Es wartete darauf, dass ich zu ihm vordrang und unaufhaltsam trudelte ich darauf zu, von Seilen gefesselt, die mich näher und näher heranzogen. Ich versuchte mich zu wehren, aber ohne einen Körper, der mir gehorchte, war das ein aussichtsloses Unterfangen.

Augen öffneten sich. Riesige braune Augen, die mich verschlangen. Goldene Funken tanzten in ihnen, Feuer schlug mir entgegen.

Ich schrie und schlug die Augen auf. Mein eigener Atem dröhnte mir laut in den Ohren und mein Herz pumpte das Blut so schnell durch meine Adern, als wolle es sie zum Platzen bringen. Statt in Augen starrte ich nun an eine Decke aus Holz. Nur ein Traum. Oder eine Erinnerung, vom Fieber entstellt. Fieber? Ja, ich hatte Fieber gehabt . Und ich war schon einmal wach gewesen, hatte auf derselben, weichen Oberfläche gelegen, die ich nun eindeutig als Bett identifizieren konnte.

Obwohl es so schien, als wäre mein letztes Erwachen erst wenige Augenblicke her, sagte mir mein ausgeruhter Körper, dass das nicht stimmen konnte. Auch wenn ich immer noch das Gefühl hatte, als wären meine Glieder mit Steinen beschwert, konnte ich wieder klar sehen. Mein Mund fühlte sich nicht mehr taub an und mein Verstand war nicht mehr so umnebelt und schwerfällig. Ich sah mich um. Ich befand mich in einem winzigen Zimmer, mit einer kleinen Kommode neben der Tür und einem Spiegel. Das Bett, auf dem ich lag, war schmal und der Nachttisch zu meiner Rechten schien seine besten Jahre auch hinter sich gelassen zu haben. Neben dem Bett stand ein Stuhl.

»Hallo?« Meine Stimme klang krächzend, als hätte ich sie sehr lange nicht mehr benutzt.

Schritte ertönten und die Tür wurde geöffnet. Eine junge Frau trat ein, mit langen, fast weiß-blonden Haaren, die ihr über die Schulter fielen. Sie kam zu mir und beugte sich über mich, um mich zu betrachten. Sie war bleich wie der Frost, der Ausdruck ihrer hellblauen Augen ebenso kühl und sie schien nur ein paar Jahre älter als ich zu sein. Ein angedeutetes Lächeln kräuselte ihre schmalen Lippen.

»Endgültig wach?«, fragte sie. »Du hast in der letzten Nacht viel geschrien. Ich dachte mir schon, dass das der letzte Fieberschub ist und du heute aufwachen wirst.«

Irgendetwas an ihrer Stimme sagte mir, dass ich gar nicht wissen wollte, was ansonsten passiert wäre. Ich beschränkte mich darauf, vorsichtig zu nicken. Das letzte Mal hatte mich eine einfache Schluckbewegung schon völlig entkräftet.

»Hier, trink das«, sagte die Fremde und hielt mir wieder einen Becher an die Lippen.

Dieses Mal war er mit kaltem Wasser gefüllt, das ich gierig trank. Meine Kehle brannte nicht mehr so sehr, war aber immer noch trocken. Ich hätte noch drei weitere Becher leeren können, aber sie stellte das leere Gefäß mit einem vernehmlichen Geräusch auf den...

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