Die Sündenburg

Historischer Roman
 
 
Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Juli 2011
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05834-0 (ISBN)
 
Machtspiele und Liebe, Verrat und Rache

Eine Grafschaft am Oberrhein, anno domini 907. Der alte Graf wird in der Burgpfalz hinterrücks ermordet. Von dem Täter keine Spur. Kurz darauf heiratet seine Witwe, Gräfin Claire, seinen schärfsten Kontrahenten, Aistulf, einen Idealisten, der für mehr Gerechtigkeit eintritt. Hat Claire ihren Gatten ermorden lassen, ihn womöglich selbst getötet? Claires Tochter Elicia will den Tod ihres Vaters nicht ungesühnt lassen und stellt Ermittlungen an. Hatte ihre Mutter schon seit Längerem eine Liebesaffäre mit Aistulf? Von Tag zu Tag werden ihr die Mutter und der neue Stiefvater immer verdächtiger.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 0,81 MB
978-3-641-05834-0 (9783641058340)
3641058341 (3641058341)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Elicia (S. 113-114)

Vater, o Vater, so kann es nicht weitergehen. Es liegt mir nicht im Blut, die Hände in den Schoß zu legen und ergeben zu warten, in welche Richtung sich das Schicksal entwickelt. Ich weiß, dass man das im Allgemeinen von Frauen erwartet – die Männer erwarten es, die Priester erwarten es (es sind Männer), die Mächtigen erwarten es (es sind Männer), ja, sogar die Frauen erwarten es (ihre Meinung darüber ist von Gatten, Priestern, Mächtigen und Vätern geprägt worden).

Der Vater, der du warst, war anders. Du ermutigtest mich, eine eigene Meinung zu haben und für sie einzustehen, und du ermutigtest mich, zu handeln, wenn mir danach ist. Ich bin dein Blut. Nach dem Eid meiner Mutter wollte ich handeln. Ich wusste, dass sie log. Zugegeben, ich war nicht dabei, als Aistulf ihr das Kind gemacht hat, und ich habe zurzeit keinen Beweis dafür, dass das Kind nicht Vaters Kind ist, aber ich weiß dennoch, dass sie Gott und die Welt belogen hat. Unmittelbar nach diesem Schauspiel zog ich mich erregt in meine Kemenate zurück. Wie eine Schwachsinnige saß ich auf der Kante meines Lagers, ohne mich zu rühren. Würde Bitterkeit die Eigenschaft besitzen, das Gesicht zu färben, wäre das meine grün wie Waldmeister gewesen. Wie konnte sie mir das nur antun! Sie brachte mich durch diesen Eid in eine unmögliche Situation, denn von da an war jeder Schritt, den ich für meinen eigenen Anspruch unternahm, gleichbedeutend mit einem Hinarbeiten auf die Verstümmelung meiner Mutter.

Gewiss, ich war nicht zimperlich gewesen, als es um die Aufdeckung ihrer Mutterwerdung ging, und ihr neuer Gemahl Aistulf war nach wie vor mein Hauptverdächtiger als Mörder – wenngleich ich noch nicht wusste, wie er an Raimund vorbei unbemerkt ins Bad hatte gelangen können, und Mitwisserschaft wollte ich dem treuen Raimund nicht unterstellen. Wie auch immer, bei allem Tadel an meiner Mutter war ich nie so weit gegangen, etwas zu tun, was ihr schadete. Durch ihren Eid stürzte sie mich in einen schrecklichen Gewissenskonflikt. Ich wandte mich an Malvin von Birnau, denn er war der Einzige, der mir in dieser Sache raten und helfen konnte (so sehr ich Bilhildis vertraue, so begrenzt sind die Möglichkeiten einer Leibeigenen, die überdies stumm ist).

Außerdem hatte Malvin bei mir einen guten Eindruck hinterlassen, ohne dass ich hätte sagen können, was genau er eigentlich getan hatte, um dieses günstige Urteil über ihn zu rechtfertigen. Seine Untersuchung des Mordes hatte gerade erst begonnen. Ein Teil meiner Wertschätzung für Malvin speiste sich sicherlich aus der Tatsache, dass Baldur ihn nicht mochte und Aistulf und meine Mutter ihn fürchteten. Ein weiterer Teil speiste sich aus der Hoffnung, die ich in ihn setzte. Das genügte mir fürs Erste als Erklärung für das Vertrauen, das ich ihm entgegenbrachte. Ich traf ihn in seinem Gemach an, wo er etwas schrieb. Als er mich sah, ließ er alles stehen und liegen und ging mir entgegen. »Störe ich Euch?«, fragte ich. »Keineswegs. Im Übrigen habe ich erwartet, dass Ihr mich dieser Tage aufsucht.« »Wieso das?« »Es ist zu viel passiert, als dass jemand wie Ihr sich untätig verhält.« »Ihr seid ein großer Menschenkenner.« »Angesichts dessen, dass Ihr in der Öffentlichkeit das Kleid Eurer Mutter entzweigerissen habt, um ihren Bauch zu entblößen, würde jeder Tropf Euch für wenig zurückhaltend halten.« Er lächelte, und das brachte mich zum Lächeln. »Ich mache so etwas nicht jeden Tag, wisst Ihr?« »Heißt das, mein Gewand ist vor Euch sicher?« »Gebt mir kurze Bedenkzeit … Ich meine – ja, ihm geschieht nichts.« »Ein Glückstag.« »Würdet Ihr …« Ich kämpfte gegen das Lächeln an, das mir hartnäckig auf den Lippen lag. »Würdet Ihr mich auf einem kurzen Streifzug begleiten, Vikar? Ich hätte einige Fragen an Euch.«"

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