Freunde mit Biss

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. September 2018
  • |
  • 316 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7528-7405-1 (ISBN)
 
Der 16-jährige James Allington zieht mit seinen Eltern in die vermeintlich ruhige Kleinstadt Greenfield in Massachusetts/USA.
Kaum angekommen, wird der Teenager Zeuge eines Verbrechens und nach und nach in einen Sumpf mysteriöser Dinge gezogen. James findet heraus, dass er mitten unter Vampiren und Werwölfen lebt. Auch seine neuen Freunde Riley, Kieran und Cassie hüten dunkle Geheimnisse. Die Teenager müssen einander vertrauen, um einen alten Fluch zu bannen, sonst stirbt Riley. Es beginnt ein ungleicher Kampf gegen einen mächtigen Gegner und gegen die Zeit.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,79 MB
978-3-7528-7405-1 (9783752874051)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Freunde mit Biss" ist der Debütroman des 15-jährigen M. J. Wallenda.
Verpackt in eine witzig-spannende Geschichte, prangert der Teenager im übertragenen Sinn Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit an.
Seine Romanfiguren könnten auch Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Hautfarbe sein, die entgegen aller Vorurteile Freundschaften schließen.

Kapitel 1


Es ist mitten in der Nacht, genauer gesagt 24 Uhr. Ich werde aus dem Schlaf gerissen, weil draußen ein mega Gewittersturm wütet. Zum ersten Mal wache ich in diesem Haus auf. Wir sind umgezogen, in eine Kleinstadt namens Greenfield. Das Städtchen liegt in Franklin County, New England. Genauer gesagt, in Massachusetts an der Grenze zu New Hampshire.

Zuvor haben wir in einem Mini-Dorf gewohnt, am Arsch der Welt. Eine Straße hat ins Dorf hineingeführt und zwei Minuten später wieder hinaus. Dort konnte man nichts machen außer in seinem Zimmer zu gammeln. Ziemlich langweilig für einen 16-jährigen Jungen.

In dem Dorf habe ich nie richtige Freunde gefunden. Dort wohnen ausschließlich Farmer, die meisten miteinander verwandt. Neue Dorfbewohner werden behandelt wie Fremde und jahrelang beäugelt, bevor sie irgendwie im Stiefkind-Dasein dazugehören. Zumindest ist es mir so vorgekommen. Ist ja egal. Jetzt sind wir weg.

Mein Dad hat sich auf den freigewordenen Posten des Sheriffs von Greenfield/Massachusetts beworben und hat die Stelle bekommen. Kein Wunder. Er ist davor ein richtig guter Cop in Boston gewesen. Ich hätte ihm die Stelle des Sheriffs auch gegeben.

Es ist eine coole Sache, der Sohn des Polizei-Chefs zu sein. Dazu kommt, dass meine Mom ebenfalls ein Jobangebot aus Greenfield erhalten und auch angenommen hat. Sie ist Ärztin und arbeitet jetzt im Greenfield Baystate Medical Center Hospital.

Was mich betrifft, so spare ich mir täglich auch viel Zeit. Ich muss nicht mehr so lange mit dem Schulbus herumgondeln wie in dem gottverlassenen Farmerkaff. Seit kurzem kann ich auch endlich heimlich Auto fahren. Heimlich deshalb, weil ich noch keinen Führerschein habe.

Meine Eltern besitzen zwei Autos. Einen weißen und einen schwarzen BMW - die ganze Familie steht irgendwie auf deutsche Autos. Ich nenne die deutschen Karren manchmal liebevoll Black and White.

Momentan steht noch ein weiteres Auto hier. Es ist der Sportwagen von Onkel Joe, natürlich ein weißer Porsche. Er hat ihn bei uns abgestellt, weil Joe mit seiner Frau eine längere Reise macht und eine Heidenangst hat, dass seine Karre geklaut werden könnte.

Benutzen darf den Porsche selbstverständlich niemand. Das Ding ist heilig und jeder Kratzer wäre eine Katastrophe.

Dad arbeitet momentan von Montag bis Freitag bis ungefähr halb fünf abends. Mom ebenfalls. Sie hat aber auch diverse Schichten abzudecken.

Da sie das Haus vor mir verlassen und nach mir nach Hause kommen, kann ich mit dem Porsche zur Schule fahren. Das ist mega cool.

Nun lausche ich dem Regen, wie er auf das Dach prasselt und gegen das Glas der Fensterscheibe trommelt. Normalerweise mag ich es, wenn es draußen in Strömen schüttet, blitzt und donnert. Da kann ich am besten schlafen. Aber heute ist es anders. Heute sind die Regentropfen irgendwie lauter und heftiger. Das Grollen des Donners klingt extrem nah und dadurch ziemlich unheimlich.

Ob das hier immer so laut ist? Oder ist es nur heute so?

Ich stelle mir vor, wie sich draußen riesige Pfützen bilden und immer mehr Wasser auf die Erde niederprasselt.

Wasser. Bei diesem Gedanken spüre ich, wie trocken mein Mund eigentlich ist. Die Zunge klebt schon fast am Gaumen. Ich habe Durst. Also beschließe ich, in die Küche zu gehen, um etwas zu trinken.

Bevor ich nach unten gehe, schaue ich aus dem Fenster. Wir wohnen am Stadtrand, direkt am Wald. Bei Sturm sieht er richtig düster, gar geheimnisvoll aus. Bäume wiegen sich im Wind. Wenn es blitzt, nehmen ihre Konturen schaurig tanzende Formen an. Fast wie kleine Monster springen und hüpfen sie hin und her, festgekettet an ihren Wurzeln.

Mein Blick wandert von den Baumkronen nach unten. Wieder rumpelt ein Donnern durch die Nacht, gefolgt von einem langen, zackigen Blitz und erneutem Donnerschlag. Für einen Moment glaube ich, etwas im zittrigen Lichtschein des Blitzes gesehen zu haben. Angestrengt blicke ich in das Dunkel der Nacht.

Da steht doch jemand mit seinem Auto, rast es mir durch den Kopf.

Ich erschrecke, zucke zusammen. Dann fange ich mich. Neugierig suche ich mit dem nächsten Blitzlicht die Stelle, an der ich meine Beobachtung gemacht habe.

Tatsächlich, ein Auto.

Das Scheinwerferlicht ist aus. Lediglich die Innenraumbeleuchtung geht für einen Moment an, als eine Person aus dem Wagen steigt.

Ein Mann.

Zumindest vermute ich das, weil die Gestalt kräftig aussieht. Ich erkenne die Fahrzeugmarke.

Wow, ein Mercedes. Gibt's in Greenfield noch mehr Liebhaber deutscher Autos?

Die Person schlägt die Autotür zu, wuchtet sich etwas über die Schulter und läuft schnellen Schrittes in den Wald.

Was hat der Typ da? Einen Teppich?

"Irgendwas stimmt hier nicht", presse ich leise über meine Lippen.

Trägt er vielleicht eine Leiche?

Meine Gedanken rasen wild umher.

Was will der komische Typ denn mitten in der Nacht im Wald?

Ich trete vom Fenster zurück und schleiche aus meinem Zimmer, um meine Eltern nicht zu wecken, die im selben Stockwerk schlafen. Statt das Licht anzuschalten, greife ich zu meiner Taschenlampe und gehe hinunter in die Küche. Dort schließe ich die Tür hinter mir und schalte das Licht an. Dann trinke ich ein paar Schlucke aus dem Wasserhahn und trockne meinen Mund mit dem herumliegenden Geschirrtuch ab.

Meine Mom würde wieder sagen, dass das Geschirrtuch nur für Geschirr da ist und dass ich mir ein Glas nehmen soll, blablabla.

Mein Dad hat gerade ein paar Tage frei. Eigentlich hat er sie für den Umzug freibekommen, aber ich hoffe, dass er trotzdem genügend Zeit hat, endlich meinen Computer zu reparieren. Er kennt sich, im Gegensatz zu mir, sehr gut aus. In Sachen Grafikkarten ersetzen, Ram erweitern und so Zeug bin ich vollkommen blank. Ansonsten ist Technik jedoch voll mein Ding.

Ich trinke nochmal einen Schluck und gehe dann wieder nach oben. Bei der ersten Stufe bin ich sehr vorsichtig. Die knarzt. Danach kann ich normal weitergehen. In meinem Zimmer schalte ich das Licht an und gehe zu meinem Bett. Ich schüttle mein Kissen auf, lege die Taschenlampe zurück in meine Nachttischschublade, flacke mich hin und decke mich zu.

Klick.

Ein Griff zum Schalter der Lampe und es ist wieder dunkel. Schnell haben sich meine Augen an die Finsternis gewöhnt. Mein Blick wandert durch das Zimmer. Vorbei an meinen Postern, am Bücherregal entlang bis hinunter zu meiner Schultasche und schließlich zu meiner Gitarre. Meine Eltern haben sie mir vorletztes Jahr zu Weihnachten geschenkt.

Draußen tobt noch immer der Sturm. Ich schaue auf meinen Wecker und beobachte den fluoreszierenden Sekundenzeiger, wie er seine Runden dreht. Jetzt ist es 00:15 Uhr. Als ich noch jünger gewesen und zu dieser Zeit aufgewacht bin, habe ich immer Angst gehabt. Aber jetzt nicht mehr. Jetzt ist das nur eine Uhrzeit wie andere Uhrzeiten auch und keine Geisterstunde mehr.

Mein Blick fällt wieder auf die Schultasche. Morgen ist der letzte Tag der Sommerferien. Danach beginnt die Schule.

Übermorgen bin ich der Neue. Dann besuche ich die Greenfield High School und es wird sich schnell herauskristallisieren, ob ich der willkommene Neue oder wie im Farmerkaff der außerirdische Neue bin. Sozusagen das Alien auf dem Land.

Mir ist klar, dass der erste Eindruck entscheidet, ob es ein gutes oder schwieriges Jahr wird. Ich habe es also in der Hand, ob ich für meine Mitschüler cool oder uncool bin.

Diesbezüglich habe ich auch einen Plan. Ich will mit dem Porsche meines Onkels zur Schule fahren. Einfach nur so. Aber ich möchte keinen Ton über das Auto verlieren, damit ich nicht als Angeber dastehe. Ich will einfach nur lässig wirken. Meine Mom wird im Krankenhaus und mein Dad unterwegs sein, um ein paar Dinge zu besorgen. Ich kann also heimlich den Porsche aus der Garage holen und meinen Plan in die Realität umsetzen.

Geile Sache.

Mit diesen Gedanken schlafe ich ein. Im Hintergrund trommelt immer noch heftig der Regen gegen meine Fensterscheibe. Das grollende Donnern wird jedoch nach und nach seltener. Das Gewitter scheint seine Kraft zu verlieren.

Ich werde unsanft geweckt. Jemand knallt die Haustür laut zu. Verschlafen reibe ich mir die Augen und drehe mich nochmal um. An Schlaf ist allerdings nicht mehr zu denken. Zu viel Zeug schwirrt mir durch den Kopf.

Wer hat denn jetzt das Haus verlassen?

Mom und Dad müssen heute beide nicht arbeiten.

Hm, vielleicht der Wind?

War ja ein krasser Sturm letzte Nacht. Oder ist mein Dad alarmiert worden? Schließlich ist er der Sheriff.

Ich drehe mich zu meinem Wecker, der 8:23 Uhr anzeigt. Zwar ist in den Ferien 9:00 Uhr so meine Standardaufstehzeit, aber ich will wissen, wer das Haus verlassen und die Tür so hastig zugeknallt hat.

Außerdem drückt meine Blase.

Zu viel Wasser um Mitternacht getrunken, denke ich.

Also stehe ich auf und gehe aufs Klo. Danach dusche ich und ziehe mich an. Ich mache mein Bett und latsche gemütlich die Treppe herunter. Mom sitzt am...

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