Praktikerhandbuch Umsatzsteuer

 
 
NWB (Verlag)
  • 6. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. Februar 2016
  • |
  • 706 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-482-72733-7 (ISBN)
 
Umsatzsteuer für die Praxis - Grundlagen, Detailfragen, Handlungsempfehlungen. Das Umsatzsteuerrecht unterliegt einem ständigen Wandel. Neue Gesetze sowie die Flut von BFH- und EuGH-Entscheidungen machen es dem Praktiker immer schwerer, sich zurechtzufinden. Dieses grundlegende Handbuch stellt die äußerst komplizierte Thematik aktuell, ausführlich und systematisch in einem Band dar. Es bietet Ihnen einen schnellen Zugang zu konkreten Fragestellungen der Umsatzsteuer. Der Aufbau des Handbuchs orientiert sich am umsatzsteuerlichen Prüfungsschema und ermöglicht Ihnen, sich die Grundlagen systematisch zu erarbeiten. Weiterführende Literaturhinweise, zahlreiche Beispiele und Handlungsempfehlungen unterstützen Sie bei der praktischen Umsetzung. Neu in der 6. Auflage: Rechtsstand 1.1.2016. Neuerungen beim Steuerschuldnerwechsel für Bauleistungen. Ausweitung des § 13b UStG auf die Lieferung von Edelmetallen und unedlen Metallen. Einführung eines besonderen Besteuerungsverfahrens ("MOSS"). Neuerungen bei der Ortsvorschrift des § 3a UStG. Inhalt: Einführung. Steuerbarkeit. Steuerbefreiungen. Bemessungsgrundlage. Steuersatz. Entstehung. Rechnung. Vorsteuer. Besteuerungsverfahren. Sonderregelungen.
  • Deutsch
  • Herne
  • |
  • Deutschland
  • Steuerberatende Berufe. Unternehmen
  • 4,83 MB
978-3-482-72733-7 (9783482727337)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dipl.-Finanzwirt Ralf Walkenhorst

- Jahrgang 1962
- Studium an der Fachhochschule für Finanzen in Nordkirchen mit Abschluss als Diplom-Finanzwirt im Jahre
- 1982-1995: Tätigkeit in der OFD Münster im Bereich Abgabenordnung und Umsatzsteuer
- 1995-1997: Lehrtätigkeit in der Landesfinanzschule Haan
- 1997-2000: Einsatz als Konzernbetriebsprüfer
- ab 2000: Einsatz in der OFD Münster im Bereich Umsatzsteuer
- Autor bzw. Mitautor mehrerer Fachbücher (z. B. Praktikerhandbuch Umsatzsteuer, Fallsammlung Umsatzsteuer)
- Mitautor beim Umsatzsteuer-Kommentar, Peter/Burhoff/Stöcker
- Vortragstätigkeit im Rahmen von Steuerberater- und Steuerfachwirtlehrgängen
Inhalt:

- Einführung.
- Steuerbarkeit.
- Steuerbefreiungen.
- Bemessungsgrundlage.
- Steuersatz.
- Entstehung.
- Rechnung.
- Vorsteuer.
- Besteuerungsverfahren.
- Sonderregelungen.

A. Einführung


Literatur: Weber, Der lange Weg zum Ursprungslandprinzip, UR 2003 S. 422; Lohse, 20 Jahre unmittelbar geltende Mehrwertsteuer-Terminologie durch EU-Verordnungen, UR 2012 S. 8; Widmann, Primärrechtliche Defizite der Binnenmarktübergangsregelung, UR 2012 S. 32; Monfort, Hintergrund und Rechtswirkung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/2011, UR 2012 S. 172; Mellinghoff, Deutsches Umsatzsteuerrecht unter unions- und verfassungsrechtlichem Einfluss, UR 2013 S. 5; Engels, Chancen zur Sicherung des Umsatzsteueraufkommens, UR 2013 S. 188; Kube, Verantwortung für ein prinzipiengeleitetes Umsatzsteuerrecht, UR 2013 S. 489.

1. Geschichtliche Entwicklung


1Die Umsatzsteuer (USt) wurde durch das Umsatzsteuergesetz (UStG) vom 26. 7. 1918 zu einer selbständigen Reichssteuer. Eine grundsätzliche Reform der USt erfolgte durch das UStG vom 29. 5. 1967,1) das mit Wirkung vom 1. 1. 1968 die Allphasen-Nettoumsatzsteuer mit Vorsteuerabzug einführte. Dies bedeutet, dass die Umsatzbesteuerung grundsätzlich auf jeder Wirtschaftsstufe stattfindet. Die nächste wesentliche Änderung des UStG erfolgte durch das UStG 1980 vom 26. 11. 1979,2) mit dem eine Anpassung des deutschen Rechts an die vom Rat der EWG am 17. 5. 1977 erlassene 6. EG-Richtlinie vorgenommen wurde. Die bisher letzte grundlegende Reform des UStG ist durch das USt-Binnenmarktgesetz vom 25. 8. 19923) mit Wirkung ab dem 1. 1. 1993 eingetreten. Die 6. EG-Richtlinie ist durch die Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. 11. 20064) neu gefasst worden. Diese sog. Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie ist am 1. 1. 2007 in Kraft getreten.

2Der Rat der Wirtschafts- und Finanzminister hat am 16. 12. 1991 die Richtlinie 91/680/EWG zur Ergänzung des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems und zur Änderung der Richtlinie 77/388/EWG im Hinblick auf die Beseitigung der Steuergrenzen verabschiedet. Durch diese Richtlinie wurde die 6. EG-Richtlinie vom 17. 5. 1977 zur Harmonisierung der USt umfassend ergänzt. Diese Richtlinie stellt einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Beseitigung der Steuergrenzen und Grenzkontrollen innerhalb der Europäischen Union (EU) dar. Die in der Richtlinie vom 16. 12. 1991 vorgesehene Regelung musste von den Mitgliedstaaten bis zum 1. 1. 1993 in das jeweilige nationale Recht umgesetzt werden (Art. 28l der 6. EG-Richtlinie). Die Bundesrepublik Deutschland ist dieser Verpflichtung mit dem USt-Binnenmarktgesetz vom 25. 8. 1992, das hinsichtlich der umsatzsteuerlichen Bestimmungen am 1. 1. 1993 in Kraft trat, nachgekommen.

3Die durch die Richtlinie vom 16. 12. 1991 getroffene Regelung stellt gem. Art. 28l der 6. EG-Richtlinie (nunmehr: Art. 402 Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie) nur eine Übergangsregelung dar. Eine endgültige Regelung, die eine allumfassende Besteuerung im Ursprungsland, d. h. eine umsatzsteuerliche Behandlung von Lieferungen und sonstigen Leistungen wie Umsätze im Inland, regelt, konnte nicht verabschiedet werden. Die von deutscher Seite vorgeschlagene Regelung, Besteuerung im Ursprungsland mit einem Clearing-Verfahren, wurde von den übrigen Mitgliedstaaten abgelehnt, da sie bezüglich der Ausgleichsmechanismen mit erheblichen Haushaltsrisiken rechneten.

4Nach langwierigen Verhandlungen wurde schließlich mit der Richtlinie vom 16. 12. 1991 eine Einigung erzielt, die im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Unternehmen eine Belastung mit USt im Bestimmungsland herstellt. Da das endgültige Ziel eines einheitlichen Binnenmarktes durch diese Regelung noch nicht erreicht ist, handelt es sich um eine Übergangsregelung, die gem. Art. 28l der 6. EG-Richtlinie auf zunächst 4 Jahre - bis 31. 12. 1996 - befristet war, allerdings mit der Maßgabe, dass sich die Geltungsdauer automatisch bis zum Inkrafttreten der endgültigen Regelung verlängert. Um den Übergangscharakter im UStG deutlich zu machen, sind die entsprechenden Regelungen durch Kleinbuchstaben gekennzeichnet, z. B. §§ 1a, 1b und 6a UStG.

5Das Ursprungslandprinzip ist bisher nur im Bereich des privaten Reiseverkehrs umgesetzt worden. Der private Letztverbraucher kann seit dem 1. 1. 1993 - ohne jede mengen- und wertmäßige Beschränkung - Waren aus einem Mitgliedstaat mit der USt dieses Mitgliedstaates belastet in seinen Wohnsitzmitgliedstaat mitbringen, ohne dass bei Grenzübertritt eine umsatzsteuerliche Erfassung erfolgt.

6Es ist zz. nicht absehbar, wann die Übergangsregelung durch eine endgültige Regelung abgelöst werden wird. Eine endgültige Regelung in absehbarer Zeit wäre nach dem derzeitigen Stand eine große Überraschung. Man wird also noch länger mit der Übergangsregelung leben müssen. Als erster wichtiger Schritt wäre die Angleichung der Steuersätze innerhalb der EU durchzuführen. Die Spannbreite liegt derzeit zwischen 17 % (Luxemburg) und 27 % (Ungarn).

7Der EU gehören zz. folgende Mitgliedstaaten an:

Belgien

Bulgarien (ab 1. 1. 2007)

Dänemark

Deutschland

Estland (ab 1. 5. 2004)

Finnland (ab 1. 1. 1995)

Frankreich

Griechenland

Irland

Italien

Kroatien (ab 1. 7. 2013)

Lettland (ab 1. 5. 2004)

Litauen (ab 1. 5. 2004)

Luxemburg

Malta (ab 1. 5. 2004)

Niederlande

Österreich (ab 1. 1. 1995)

Polen (ab 1. 5. 2004)

Portugal

Rumänien (ab 1. 1. 2007)

Schweden (ab 1. 1. 1995)

Slowakei (ab 1. 5. 2004)

Slowenien (ab 1. 5. 2004)

Spanien

Tschechien (ab 1. 5. 2004)

Ungarn (ab 1. 5. 2004)

Vereinigtes Königreich

Zypern (teilweise) (ab 1. 5. 2004)

Eine detaillierte Auflistung der Mitgliedstaaten enthält Abschn. 1.10 UStAE.

8Zur Erweiterung der EU zum 1. 5. 2004 hat das BMF mit Schreiben vom 28. 4. 20045) Stellung genommen. Zum Beitritt von Bulgarien und Rumänien zum 1. 1. 2007 hat das BMF mit Schreiben vom 26. 1. 20076) Stellung genommen. Zum Beitritt der Republik Kroatien zum 1. 7. 2013 wird auf das BMF-Schreiben vom 28. 6. 20137) hingewiesen.

9Seit dem 1. 1. 1993 ist das UStG durch zahlreiche Änderungsgesetze in mehr oder weniger erheblichem Umfang geändert worden. Die letzten Änderungen erfolgten durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 vom 24. 3. 1999,8) das Steuerbereinigungsgesetz 1999 vom 22. 12. 1999,9) das Steuersenkungsgesetz vom 23. 10. 2000,10) das Steuer-Euroglättungsgesetz vom 19. 12. 2000,11) das Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetz vom 19. 12. 2001,12) das Steueränderungsgesetz 2001 vom 20. 12. 2001,13) das Fünfte Gesetz zur Änderung des Steuerbeamten-Ausbildungsgesetzes und zur Änderung von Steuergesetzen vom 23. 7. 2002,14) das Gesetz zur Neuregelung der Energiestatistik und zur Änderung des Statistikregistergesetzes und des Umsatzsteuergesetzes vom 26. 7. 2002,15) das Gesetz zur Sicherstellung einer Übergangsregelung für die Umsatzbesteuerung von Alt-Sportanlagen vom 1. 9. 2002,16) das Gesetz zum Abbau von Steuervergünstigungen und Ausnahmeregelungen vom 16. 5. 2003,17) das Gesetz zur Förderung von Kleinunternehmern und zur Verbesserung der Unternehmensfinanzierung vom 31. 7. 2003,18) das Zweite Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften vom 15. 12. 2003,19) das Gesetz zur Modernisierung des Investmentwesens und zur Besteuerung von Investmentvermögen vom 15. 12. 2003,20) das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24. 12. 2003,21) das Gesetz zur Einordnung des Sozialhil­ferechts in das Sozialgesetzbuch vom 27. 12. 2003,22) das Haushaltsbegleitgesetz 2004 vom 29. 12. 2003,23) berichtigt am 13. 1. 2004,24) das Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes zur Sicherstellung einer Übergangsregelung für die Umsatzbesteuerung von Alt-Sportanlagen vom 23. 4. 2004,25) das Gesetz zur Änderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze vom 21. 7. 2004,26) das Gesetz zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und der damit zusammenhängenden Steuerhinterziehung vom ...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

79,99 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen