NICHTS WIE ES IST Codename Mary

 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. Februar 2020
  • |
  • 239 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7502-2393-6 (ISBN)
 
NICHTS WIE ES IST Codename Mary Eine amüsante Kriminalsatire, mit vielen überraschenden und unerwarteten Momenten, die betulich wie ein Frauenroman beginnt, sich aber schnell als spannender Krimi entpuppt. Warum wird Mary observiert? Sie will doch nur aus dem verhassten, goldenen Käfig einer gescheiterten Ehe fliehen, reist von Köln, für einen Neuanfang, nach Frankreich, an die Cote d¿Azur, ändert ihren Namen, das Aussehen, und spielt mit amourösen Abenteuern, auf der Suche nach dem kleinen Glück Doch wer sind ihre Verfolger? Von einem brutalen, russischen Gangsterboss entführt, kann sie zwar entfliehen; aber nach der Verhaftung durch deutsche Zielfahnder, muss sie erkennen, welche weitreichenden Folgen, die kriminellen Machenschaften ihres Ehemannes, auf ihr bisheriges Leben haben. Doch sie lernt sehr schnell, sich durchzusetzen. Es gelingt ihr, sich gegen ein übermächtiges Syndikat, die Verdächtigungen der Frankfurter Ermittler, und die Bedrohung durch gefährliche Freunde zu behaupten. Findet sie die verschwundenen Millionen? Sind die Dinge immer, wie sie scheinen? Oder ist NICHTS WIE ES IST? In unterhaltsamer Weise gelingt es der Autorin, die Leser, immer mit einem kleinen Augenzwinkern, in den Bann zu ziehen. Manchmal wird man an der Nase herum geführt, und die Lösung ist völlig anders, als man erwartet. Belustigtes Schmunzeln und Lachen sind sicher. Garant dafür ist eine Hauptdarstellerin, die vom unscheinbaren Hausmütterchen zur femme fatale mutiert, ein wenig verrückt, unkonventionell, erfolgreich in Angriff und Verteidigung, mit einem Hang zu Rotwein und wilden Männergeschichten, schön, wohlhabend, liebenswert und ziemlich anstrengend, aber immer mit viel Herz und dem unbändigen Willen, erfolgreich gegen alle Schwierigkeiten anzukämpfen. Eine erfrischende Lektüre, für den Sommer; mit Orten wie Paris, Marseille, das Mittelmeer und Bora Bora als exotischem Schauplatz, ist dies so recht eine Lektüre für das leichte Urlaubsgepäck, oder die winterlichen Lesestunden am Kamin. Einen herzlichen Dank an die Schauspielerin, Mica Bara, deren Porträt das Cover zieren darf.
  • Deutsch
  • 0,81 MB
978-3-7502-2393-6 (9783750223936)
Keine Angaben

Paris Paris Paris




Paris, Paris, Paris. Der Name klang wie Musik, wie eine lockende Verheißung in ihren Ohren. Nur noch wenige Stunden, und sie würde in Paris eintreffen. Nicht zu einem Wochenendausflug, nein, die Stadt der Liebe sollte als inspirierendes Sprungbrett für die nachfolgenden Etappen dienen.


Die Freisprechanlage zeigte im Display an, dass eine SMS von Peter eingetroffen war. Bestimmt wollte er sie wie üblich, scheinheilig fürsorglich darüber informieren, dass es wieder einmal später werden könnte. Sie presste die Luft angewidert zwischen den halb verschlossenen Lippen hindurch, hielt kurz den Atem an, dann schaltete sie das Smartphone aus; ständige Erreichbarkeit war ihr nicht wichtig. Sollte er ruhig so viele Nachrichten schicken, wie er wollte, sollte er doch wieder einmal in einem teuren Edelbordell verschwinden, um vor seinen Freunden zu protzen, was für ein toller Mann er war, und was er sich in seiner lockeren, von ihm geregelten und befehligten Ehe, alles erlauben durfte. Heute Nacht war es ihr endgültig egal, aus und vorbei; nie wieder eine Kränkung hinnehmen, keine seiner überheblichen, abgenutzten Sprüche und versteckten Beleidigungen dulden, welch eine Erlösung.


Vor ihr lag die leere Autobahn im Licht des Mondes, sie fühlte sich auf dem Asphalt und in ihrem schnellen Wagen wie zu Hause. Frei, unangreifbar, schneller als alle Schwierigkeiten, die lauern mochten.


Seit den frühen Morgenstunden war Thekla an diesem Tag schon unterwegs, hatte sich für kleine Besorgungen und Reisevorbereitungen in den Einkaufstraßen der Innenstadt von Köln, regelrecht versteckt, und doch wurde sie in den nächsten Stunden nicht müde, war aufgekratzt und euphorisch übermütig, wie ein junges Mädchen. Die vom Ehemann so verpönte Rock Musik dröhnte aus den Lautsprechern. Wie schön, wenn man machen durfte, was man wollte, das hören, wozu man Lust hatte, und den Lautstärkeregler voll aufdrehen konnte, ohne einen mahnenden Blick, einen erhobenen Finger, oder die gekräuselte Stirn eines selbsternannten Paschas, hinnehmen zu müssen. Von nun an durfte er mit seinen Nebenfrauen und diversen Freundinnen den Alltag teilen, nein, er durfte nicht, jetzt musste er. Thekla war für seine Wünsche und Anordnungen taub, das Telefon verstummt. Der Focus ihrer Interessen lag in einer Zukunft ohne Ehemann.


Sie kuschelte sich bequem in den ergonomisch angepassten Sportsitz. Die Sitzheizung verteilte wohlige Wärme auf ihren Rücken, und die leichten Vibrationen ihres Wagens, verursachten ein anregend kribbelndes Gefühl. Die Fantasie begann, ihr verruchte Bilder vorzuspielen. Sie lächelte entspannt und voller Vorfreude. Paris war nahe, am Horizont war die leuchtende Lichtkuppel über der Stadt zu erkennen. Ein ausgezeichnetes Hotel hatte sie vorsorglich bereits gebucht; sie musste erst einmal verschnaufen, die aufgeputschten Nerven besänftigen, den Morgen abwarten, ein Frühstück mit Croissant, Konfitüre und einem starken Kaffee genießen, dann sollte es, derart gestärkt, weiter gehen.


Doch sie konnte nicht sofort einschlafen. Im Hotelzimmer überfielen sie wieder die dunklen Geister ihrer lange und tief eingebrannten Befürchtungen und Unsicherheit. Hatte sie den richtigen Schritt gewagt, war sie nicht doch zu waghalsig gewesen, zu voreilig, unbedacht, übermütig?


Aber sie war zum Glück finanziell abgesichert, besaß ein beachtlich gefülltes Bankkonto aus dem Nachlass ihrer verstorbenen Mutter, einige Wertpapiere in einem Schließfach, von denen ihr Mann ebenfalls nichts wusste, da sie dies aus einer ahnenden Regung heraus und Dank ihres ausgeprägten weiblichen Instinktes, immer wohlweislich verschwiegen hatte. Endlich, noch zögerlich, verbreitete sich wieder diese selbstbewusste Gelassenheit und die innere Kraft, die sie nach ihrer viel zu frühen Heirat schnell verlassen hatten, die einer fast krankhaften Geringschätzung der eigenen Persönlichkeit gewichen waren; von ihrem selbstgefälligen Ehemann, Tag für Tag mit neuer, boshafter Nahrung gestärkt, um seine Ehefrau dann, mit kalter Nichtbeachtung und unerträglicher Lieblosigkeit, in willkürlich auferlegte Schranken zu weisen. Dabei liebte sie ihn lange Zeit mit einer schmerzhaften Besessenheit, die einer lähmenden Hörigkeit gleich kam.


Am Morgen wollte sie in aller Frühe den ersten Tag ihrer Neugeburt mit einem ausgiebigen Besuch des hoteleigenen Spa Bereiches beginnen. Sauna, Schwimmen, Gesichtspflege, und eine ausgiebige Ganzkörpermassage mit warmen, wohlduftenden Mandel-, Rosen- und Nachtkerzenölen. Ihr Masseur war jung, sehr jung, sah überraschend attraktiv aus, fast schämte sie sich, so nackt, bäuchlings, vor ihm zu liegen, dargeboten und ausgeliefert. Derartige Freizügigkeiten vor einem wildfremden Mann waren ungewohnt für sie, ihr Herz pochte heftig.


Aber sanfte Hände arbeiteten zügig und professionell, die Beklemmung wich; Thekla entkrampfte ihren Körper, die Verspannungen lösten sich, und eine angenehme Wärme, die sich vom Kopf bis in die Zehenspitzen verteilte, verführte sie zu amourösen Träumereien, die ihre bisherigen Wünsche nach Zärtlichkeit weit überschritten. Die befreite Phantasie spiegelte Bilder wieder, für deren Freizügigkeit sie sich früher geschämt hätte. Warum sollte sie auch nur die geringste Rücksichtnahme auf ihren Ehemann nehmen, auch er tat das nicht. Ab heute lebte sie als eigenständige Singlefrau, der Ehering war abgelegt, lag achtlos im Handschuhfach ihres Wagens und besaß keine Bedeutung mehr. Ab jetzt wollte sie alle Möglichkeiten und Schönheiten des neuen Lebens ohne Einschränkungen auskosten. Das Bewusstsein der Freiheit strömte wie eine starke Droge durch ihren Körper, und ihre Sinne kosteten, vorerst noch zögerlich, den lange entbehrten Hauch der Sinnlichkeit. Thekla fühlte sich wohl, wie schon lange nicht mehr.


Der hübsche Masseur war ein perfekt ausgebildeter Könner seines Fachs, er arbeitete ruhig und konzentriert, strich an den Oberschenkeln entlang, durchknetete ihren wohlgeformten Apfelpo; Thekla wurde sich der Situation und Örtlichkeit bewusst, und in einem plötzlich aufwallenden Gefühl aus Verlegenheit und Scham, wollte sie ein Badetuch nehmen, ihre Blöße bedecken, sich umdrehen, aufstehen und den Raum unter einem Vorwand verlassen. Stattdessen blieb sie wie hypnotisiert liegen, unfähig sich zu bewegen; zum einen erschrocken über sich selbst und ihre erwachende Begierde, zum anderen fasziniert und im Banne dieser weichen, warmen Männerhände. Der Masseur, dessen Namen sie nach der Vorstellung schlichtweg vergessen hatte, streifte ihr einen Ölfilm mit langen Bewegungen über den Rücken, den Po, die Schenkel, bis zu den Zehenspitzen. Sie entspannte sich und ohne es recht zu merken, fiel sie in einen erholsamen, tiefen Schlaf.


Als sie wieder erwachte, es war nur eine kurze Zeit vergangen, lag sie allein in der Kabine, der Masseur war verschwunden; vorsorglich hatte er noch eine leichte Wolldecke über seine Kundin gezogen. Schnell glitt sie vom Massagetisch, zog sich rasch den Hotelbademantel über, blickte am Türrahmen stehend, verstohlen rechts und links aus dem Raum und verschwand schnell im Aufzug, in Richtung ihrer Suite. Sie hatte niemanden gehört oder gesehen, und war froh, dass sich so früh am Morgen, noch keine anderen Gäste im Spa aufhielten.


Thekla schloss hastig ihre Zimmertür auf, lehnte sich an den Rahmen, und rutschte am glänzend weißen Lack entlang, bis sie auf dem dicken flauschigen Teppichboden saß. Sie musste lauthals lachen. Die Unabhängigkeit, begann ihr zu gefallen und tat ihr unglaublich gut. So durfte ein wundervoller Tag und eine herrliche Reise zu neuen Ufern beginnen. Vorerst legte sie sich aber wohlig erschöpft für eine halbe Stunde aufs Bett; sie fühlte die Hände des Fremden immer noch auf ihrem Körper und träumte sich in eine verrucht amouröse Welt, voll rotem Samt, dezent abgedunkeltem Kerzenlicht und dem pudrigen Duft von Vanille und Amber.


Es klopfte an der Tür, der Zimmerservice. Schlaftrunken verpasste es Thekla, rechtzeitig eine Antwort zu rufen, um das Zimmermädchen auf einen späteren Termin zu vertrösten. Da wurde die Tür schon mit dem Generalschlüssel geöffnet, und eine junge Frau trat ein. Thekla zog hastig den Bademantel über ihre Blöße, lächelte verlegen und eilte ins Bad.


"Oh, Madame. Entschuldigen sie, ich habe sie nicht gehört. Ich komme später wieder."


Aber Thekla drehte bereits das heiße Duschwasser auf und rief in möglichst lässigem Tonfall:


"Kein Problem. Fangen sie ruhig an, ich bin gleich fertig."


Sie wusste selbst nicht, welcher Teufel plötzlich in sie gefahren war, als sie sich unter dem dampfenden Wasser lasziv drehte, wendete und genussvoll einschäumte. Sie erkannte, dass sie durch das Milchglas der Duschkabine beobachtet werden konnte, genau so, wie auch sie das Zimmermädchen als Schattenumriss bemerkte, und es machte ihr ein bisher durch Schamhaftigkeit verwehrtes Vergnügen, ihre fraulichen Rundungen, als reizvollen Scherenschnitt zu präsentieren. Sollte die Kleine doch sehen, was eine reife Frau an Sexappeal ausstrahlte, und welche Freiheiten sich ein weiblicher Gast in einer der teuersten Suiten des Hotel leisten durfte.


"Für das Badezimmer komme ich später noch einmal, Madame."


Aber Thekla trat bereits in ein Badetuch eingewickelt aus der Dusche, und tänzelte auf Zehenspitzen in das Schlafzimmer.


Dem Hausmädchen war die Verlegenheit deutlich...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: ohne DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "glatten" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Ein Kopierschutz bzw. Digital Rights Management wird bei diesem E-Book nicht eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB ohne DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen