Anker im Sturm

Wie wir in stürmischen Zeiten Halt finden und den Mut nicht sinken lassen.
 
 
Gerth Medien (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Januar 2018
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96122-311-4 (ISBN)
 
Er kommt oftmals aus dem Nichts - der Sturm, der manches zu zerstören scheint. Vielleicht erschüttert er den Arbeitsplatz, eine Freundschaft, die Ehe, die Gesundheit. Was auch immer das Gesicht des Sturms ausmacht, egal wie laut er tost oder wie hoch die Wellen schlagen, eine Sache haben wir selbst in der Hand: Geben wir der Angst Raum oder stellen wir uns dem Sturm mutig entgegen? Holly Wagner hat selbst viele Stürme durchlebt. Anhand persönlicher Beispiele und biblischer Bezüge gibt sie wertvolle Impulse im Umgang mit den Unwägbarkeiten des Lebens. Die Erkenntnisse, die sie in diesem Buch teilt, können lebensverändernd sein und machen stark für stürmische Zeiten.
  • Deutsch
  • 1,03 MB
978-3-96122-311-4 (9783961223114)
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1

Stehen Sie auf

Außergewöhnliches wurde immer nur von den Menschen geleistet, die zu glauben wagten, dass irgendetwas in ihrem Innern den Umständen gewachsen sei.

· Bruce Barton ·

Und sie ist entsetzlich wild, obschon so klein.

· William Shakespeare ·

Es fühlte sich an, als ob eine Bombe unter meinem Bett explodierte. Unsere Alarmanlage im Haus heulte laut, und ich konnte hören, wie in der Küche das Geschirr auf den Fliesenboden fiel und in tausend Stücke zersprang. Alles um mich herum schien zu beben. Dann fiel der Strom aus und ich konnte meine Hand nicht mehr vor Augen sehen.

Sie werden sich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern, wo Sie sich am 17. Januar 1994 um 4:31 Uhr aufgehalten haben (außer vielleicht im Bett). Aber ich weiß noch ganz genau, wo ich war. In Los Angeles gab es zu diesem Zeitpunkt ein gewaltiges Erdbeben mit einer Stärke von 6,7 auf der Richterskala. Ich hatte in der Vergangenheit schon ein paar kleinere Beben miterlebt, aber keines war so stark wie dieses. Die Erschütterung war schrecklich, aber der Lärm war noch viel schlimmer. Später habe ich erfahren, dass bei einem Erdbeben Wellen, sogenannte seismische Wellen für die Erschütterung verantwortlich sind, die auf verschiedenste Objekte treffen, die dadurch mit lautem Krach zerstört werden. So kommt es zu dem bombenähnlichen Knall.

Im weiteren Verlauf des Erdbebens rief mein Mann Philip mir zu, dass er unsere zweieinhalbjährige Tochter Paris holen würde. Ich sollte mir unseren sechsjährigen Sohn Jordan schnappen. Im Haus war es stockdunkel. Ich warf einen Blick aus dem Fenster und sah, dass auch die gesamte Nachbarschaft im Dunkeln lag. Nicht einmal ein spärliches Licht von den Straßenlaternen würde mir den Weg erhellen. Ich stolperte also, während die Erde immer noch grollte und bebte, durch unser Schlafzimmer in Richtung Flur. Eine Kommode flog um und traf mich so stark am Bein, dass der Schlag mich in die Knie zwang. Nun kroch ich auf allen vieren weiter, um zu meinem Sohn zu gelangen. In meiner Panik spürte ich gar nicht die Scherben der heruntergefallenen und zerbrochenen Bilderrahmen, die sich in meine Hände und Beine geschnitten hatten. Als Mutter, so wie die meisten Mütter, wollte ich nur eins: alles tun, was notwendig ist, um zu meinem Kind zu gelangen!

Endlich hatte ich die Tür meines Sohnes erreicht. Doch ich konnte sie nicht öffnen. Irgendetwas auf der anderen Seite war umgefallen und blockierte sie.

"Jordan? Jordan! Mach die Tür auf!"

"Mama, ich bin okay!" Seine verängstigte Kinderstimme drang durch die Tür und zerriss mir das Herz. Letztlich schafften wir es, die Tür zu öffnen. Anschließend drückte ich ihn fest an mich und blieb mit ihm im Türrahmen stehen, so wie es den Bewohnern in erdbebengefährdeten Gebieten stets geraten wird.

Philip stand ebenso mit Paris im Türrahmen vor ihrem Schlafzimmer. Wir drückten uns alle ganz fest aneinander, als das erste Nachbeben kam. Es war nicht mehr so stark wie das erste Beben, aber immer noch beängstigend. Philip meinte, wir sollten besser das Haus verlassen, und so griffen wir nach einer Decke, liefen die Treppe hinunter und bis nach draußen in den Vorgarten. Irgendeiner von uns dachte sogar noch daran, unseren Hund zu holen, und schließlich kauerten wir alle zusammengedrängt unter der Decke. Die Menschen, die mir am allerwichtigsten waren, und unser Hund lagen nun unter dieser Decke auf dem Rasen vor unserem Haus.

Dann explodierten auf einmal einige Häuser in der Nähe, weil die Gasleitungen geplatzt waren. Und uns war angst und bange zumute, als glühende Asche über unsere Köpfe flog.

Schließlich dämmerte es und die Sonne ging auf. Da erst konnten wir die Zerstörung um uns herum sehen. Und Blut sickerte mein Bein hinunter, wo die Kommode mich getroffen hatte. Bis dahin war mir die Verletzung gar nicht aufgefallen. Eine Narbe ist aber noch heute zu sehen.

Ich ging ins Haus und war fassungslos angesichts des Chaos. Im Tageslicht sah ich das ganze Ausmaß der Zerstörung: Alle Wände hatten Risse bekommen, und der Kronleuchter war so heftig hin und her geschwungen, dass er eine Wand stark beschädigt hatte. Unser Fernseher und unser Computer waren quer durchs Zimmer geflogen. Alle Teller und Gläser waren in tausend Teile zerbrochen und die Küchengeräte befanden sich nicht mehr an Ort und Stelle. Der Schaden belief sich auf ungefähr 60 000 Dollar.

Ich wusste überhaupt nicht, was ich als Nächstes tun sollte. Nur, dass dieses Erlebnis ein Albtraum war, dessen Ende ich mir sofort herbeiwünschte. Auf der Stelle!

Vielleicht werden Sie nie ein solches Erdbeben erleben wie ich damals. Ich wünsche es Ihnen auch nicht! Aber ich habe festgestellt, dass nicht nur richtige Erdbeben aufwühlend sein können. Auch ein Erdbeben im übertragenen Sinn kann unser Leben in Angst und Chaos stürzen. Mit "Nachbeben", die genauso verheerend sein können.

Denn leider ist es so, dass wir alle irgendwann einmal in unserem Leben mit einem solchen Erdbeben konfrontiert werden - einer Herausforderung, die düster und beängstigend ist. Und die Entscheidungen, die wir in einer solchen Zeit treffen, sind ausschlaggebend dafür, ob wir die Situation mit Hilfe unseres Glaubens, unserer Beziehungen und eines klaren Verstandes meistern werden. Philip und ich trafen inmitten des Erdbebens ein paar gute Entscheidungen, durch die wir unsere Familie in Sicherheit bringen konnten. Wir hätten aber auch beinahe ein paar schlechte getroffen, die meines Erachtens noch mehr Schaden angerichtet hätten (dazu später mehr).

In der Bibel steht, dass wir uns nicht darüber wundern sollen, wenn wir vor harten Proben, Stürmen oder Feuerstürmen1 stehen. Nur, dass Sie es wissen: Ich wundere mich jedes Mal. Vielleicht müssen wir uns manchmal dafür bewusst entscheiden, nicht jede Herausforderung, der wir begegnen, auch anzunehmen. Andererseits haben wir manche Schwierigkeiten auch selbst zu verantworten, weil wir schlechte Entscheidungen getroffen haben (dazu später mehr). Vieles haben wir aber schlicht deshalb zu durchleben, weil wir hier auf der Erde leben. Gott ist nicht wütend auf Sie oder mich und er bestraft uns auch nicht. Herausforderungen treffen die Guten wie die Bösen, die Gerechten wie die Ungerechten. Sie treffen einen jeden von uns. Herausforderungen gehören nicht zu den Wahlfächern auf dem Stundenplan unseres Lebens, sie gehören zu den Pflichtfächern unserer Lebensschule.

Brauchen wir solche Herausforderungen?

In unserer Welt, unserem Land, unserer Stadt, unseren Freundschaften, unserer Familie und unserem Herzen werden wir mit allen möglichen Situationen konfrontiert. Jesus hat vorausgesagt, dass wir in dieser Welt mit Problemen, Leid und Frustrationen zu kämpfen haben werden. Wir sollen aber trotzdem keine Angst haben, weil er die Welt besiegt hat. Er hat uns gezeigt, wie wir sie überwinden können.2

Als meine Tochter Paris die weiterführende Schule besuchte, musste sie an einer naturwissenschaftlichen Projektwoche teilnehmen. Laut Anweisungen der Lehrer durften die Eltern ihren Kindern bei den Projekten aber nicht helfen. Ich war ein bisschen froh darüber, denn ich war ja schließlich fertig mit der Schule und hatte absolut keine Lust auf ein naturwissenschaftliches Projekt. Paris interessierte sich für Pferde. Deshalb beschloss sie, ein Pferd aus Pappmaché zu bauen. Als es fertig war, konnte man eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pferd erkennen. Allerdings hatte es einen starken Drall nach links. Ich half ihr, ihre Projektarbeit zu der Ausstellung zu tragen und war gespannt, die Projekte der anderen Sechstklässler zu sehen. Nachdem wir Paris' Pferd aufgestellt hatten, sah ich mich um. Manche Projekte waren wirklich erstaunlich - zum Beispiel die riesigen Lungenflügel, die atmen konnten oder die Landkarte der Vereinigten Staaten, die je nach Stromverbrauch der einzelnen Städte hell aufleuchtete. Ich warf einen Blick zurück auf Paris' einzigartiges, schiefes Pferd, und mir wurde schnell klar, dass entweder einige Eltern geschummelt hatten, oder aber wir beide waren irgendwie versehentlich auf die Wissenschaftsmesse einer Universität geraten.

Nachdem ich Paris noch einmal versicherte, dass ihr Projekt wirklich interessant war, begab ich mich auf einen Rundgang durch den Raum, denn ich brauchte etwas Zeit für mich, um all den Eltern zu vergeben, die betrogen hatten. Ich nahm jedes eingereichte Modell genau unter die Lupe und entdeckte schließlich ein Projekt, das mich am meisten verblüffte: eine Miniatur der "Biosphäre 2", die selbstverständlich von einem Sechstklässler gebaut worden war. Aber mich ließ das natürlich völlig kalt.

1991 ließen sich acht Menschen in Oracle (Arizona) zum Test in einem riesigen Treibhaus einsperren. Dieses Treibhaus wurde "Biosphäre 2" genannt. (Wie sie es dort drinnen ohne einen Starbucks-Kaffee aushielten, ist mir schleierhaft!) Innerhalb dieses ungefähr zwei Fußballfelder großen und luftdicht versiegelten Systems befanden sich ein See, ein Regenwald, eine Wüste und eine Savanne. Die Wissenschaftler produzierten von extern jede Art von Wetter, außer Wind. Irgendwann aber wurden durch den fehlenden Wind die Baumstämme schwächer, sodass sie sich zur Erde neigten. Nur durch den Druck des Windes werden Baumstämme widerstandsfähig und stark und können sich dadurch mit ihrem ganzen Gewicht aufrecht halten.

Während ich das Projekt dieses Sechstklässlers anstarrte und mir Gedanken über die Lehren machte, die aus der "Biosphäre 2"...

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