Die drei !!!, 85, Ein Fall mit Herz und Huf (drei Ausrufezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-50054-5 (ISBN)
 
Kim, Franzi und Marie sind "Die drei !!!". Mutig und clever ermitteln die drei Detektivinnen und sind jedem Fall gewachsen.

Kurz vor einem wichtigen Turnier wird der teure Champion Feuerherz entführt. Wer steckt dahinter? Den drei !!! liegt dieser spannende Pferdefall besonders am Herzen.
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,62 MB
978-3-440-50054-5 (9783440500545)
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Große Sprünge


Mit roten Wangen lief Franzi neben ihrem Pony Tinka über die Pferdekoppel. Franzi hüpfte über einen Heuballen, den sie mitten auf der Koppel aufgestellt hatte, und das Pferd sprang hinter ihr her. Tinka wurde langsamer und blieb stehen. Franzi saß auf und zusammen drehten sie noch eine Runde im Galopp, ehe sie zu Kim und Marie trabten, die am Holzzaun standen und klatschten.

»Brrrr, Tinka, gut gemacht.« Lächelnd schwang Franzi sich aus dem Sattel und hielt ihrem Pony einen Haferkeks hin, den es sich sofort schnappte.

»Hast du die Kekse selbst gebacken?«, fragte Kim.

Franzi nickte. »Ein Rezept aus meinem neuen Pferdebuch.«

Skeptisch kniff Kim die Augen zusammen. »Schmecken die?«

Franzi schüttelte den Kopf. »Ziemlich krümelig und fad, aber Tinka liebt sie. Hast du Hunger, Kim?«

»Ein wenig.« Kim legte Franzi einen selbst geflochtenen Blumenkranz auf den Kopf. »Super, ihr zwei.«

»Danke.« Franzi pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn. »Ich habe mir überlegt, dass es schön ist, wenn Tinka und ich etwas gemeinsam machen, also wenn nicht nur sie springen muss.«

»Aber beim Springreiten betätigt sich der Jockey doch auch sportlich und nicht nur das Pferd«, wandte Marie ein und legte einen kleinen Kranz aus Löwenzahn auf Tinkas Kopf.

Das Pony schüttelte sich schnaubend, dabei fiel der Löwenzahn wieder herunter. Schnell schnappte Tinka sich die Blätter und fraß sie auf.

»Das stimmt. Jockeys brauchen sehr viel Feingefühl und Balance. Ich finde nur, dass Tinka nicht allein springen soll. Wir machen das als Team.« Liebevoll strich Franzi über die goldbraune Mähne ihres Ponys.

Tinka schnaubte.

»Süß, ihr zwei!« Marie seufzte. »Ich will mit Holger auch mal wieder was im Team machen. Aber er hat nie Zeit. Er beschäftigt sich immer nur mit Mathe, Mathe, Mathe.«

»Du musst ihn aber auch verstehen«, sagte Kim. »Er ist nur ganz knapp versetzt worden, das will er bestimmt nicht noch mal erleben.«

»Außerdem ist es bewundernswert, dass er sich da so reinhängt«, meinte Franzi.

»Du könntest mit ihm zusammen lernen«, schlug Kim vor.

»Deine Ideen waren aber auch schon mal besser, Kim.« Marie pflückte eine Brombeere vom Strauch neben dem Zaun.

Kim schnappte die Beere aus Maries Hand und steckte sie in den Mund. »Dann würdet ihr wenigstens Zeit miteinander verbringen. David und ich sitzen ja auch nicht die ganze Zeit nur verliebt rum und halten Händchen, sondern schreiben an unserem Roman.«

»Das ist etwas anderes!«, schnaubte Marie. »Ihr brennt für das Schreiben. Beide. Holger und ich brennen nicht für Mathe. Ganz im Gegenteil. Es gibt noch nicht mal einen Funken.«

»Einen Funken Hoffnung gibt es vielleicht. Organisiere Holger doch Nachhilfe«, sagte Kim. »Dann ginge das Lernen vielleicht schneller und ihr könntet den Rest der Zeit gemeinsam verbringen?«

Marie strahlte. »Die Idee gefällt mir ganz gut. Aber wo bekommen wir die Nachhilfe her?«

»Ich frage meine Mutter. Wenn sie mal zu Hause ist.« Kims Mutter war Lehrerin. Die Sommerferien waren vorbei und die Schule war seit einigen Wochen wieder in vollem Gange, da hatte Frau Jülich alle Hände voll zu tun.

»Danke, das wäre toll.« Marie lächelte Kim an. »Und wie weit seid ihr mit eurem Fantasy-Krimi? Können wir den bald in der Buchhandlung kaufen?«

Kim und ihr Freund David hatten gemeinsam ein Schreibprojekt gewagt: Sie schrieben zusammen einen Fantasy-Krimi, ein noch junges Genre. Weil beide sehr unterschiedliche Vorstellungen in Bezug auf den Fortgang der Geschichte gehabt hatten, musste das Projekt zwischenzeitlich auf Eis gelegt werden.

Kim war sauer auf David gewesen, weil er die von Kim entwickelte und lieb gewonnene Hauptfigur Junos durch den Stich einer außerirdischen Biene sterben lassen wollte. Sie hätte das Projekt fast an den Nagel gehängt. Zum Glück hatten die beiden dann doch noch einen gemeinsamen Weg gefunden: Der weiblichen Hauptfigur Laurina war es gelungen, ein Gegengift zu besorgen und Junos' Leben zu retten.

»Uns fehlt noch das letzte Kapitel«, berichtete Kim aufgeregt. »Wir haben gestern Ideen dafür gesammelt. Ich darf es schreiben. Natürlich soll es ein Happy End geben. Junos und Laurina finden das entführte Einhorn, bringen es zurück in seinen Wald und endlich wachsen dort auch wieder Blumen. Und Bäume.«

»Das klingt schöööön«, schwärmte Franzi. »Wer sind eigentlich die Entführer?«

»Außerirdische, die den Planeten Erde in Beschlag nehmen wollen«, erklärte Kim.

»Indem sie dafür sorgen, dass keine Pflanzen mehr auf der Erde wachsen?« Marie schüttelte sich. »Das ist ja oberfies!«

»Kommen in dem Buch eigentlich auch drei coole Detektivinnen vor, die alles aufdecken?«, fragte Franzi.

»Ein neuer Fall wäre für uns auch mal wieder ganz gut, oder?«, warf Marie ein.

Kim Jülich, Franziska Winkler und Marie Grevenbroich waren Detektivinnen. Sie nannten sich Die drei !!! und hatten schon mehr als achtzig Fälle erfolgreich gelöst. Ihr letzter Fall lag bereits einige Wochen zurück.

»Das würde auch das Warten auf Blake verkürzen.« Franzi blinzelte in den blauen Himmel.

»Ach ja, nächste Woche kommt er ja schon.« Kim schnupperte. »Täusche ich mich oder duftet es hier nach Kuchen?«

»Die einen freuen sich auf Kuchen, die anderen auf Blake.« Marie lachte.

Franzi seufzte.

»Was ist?«, fragte Kim. »Freust du dich etwa nicht?«

Gedankenverloren strich Franzi durch Tinkas Mähne. »Ich weiß nicht. Jetzt war er so lange weg. Was ist, wenn wir uns nichts mehr zu sagen haben?«

Franzis Freund Blake hatte ein Highschool-Jahr in Fontana absolviert. Seit einem Reitunfall saß Blake im Rollstuhl. Er war sehr sportlich und machte WCMX, was die Abkürzung für Wheelchair Motocross war. Weil es in Amerika bessere Möglichkeiten gab, diese Sportart zu trainieren, hatte er sich für das Auslandsjahr entschieden. In wenigen Tagen würde er zurückkommen. Franzi hatte von Anfang an auf diesen Tag hingefiebert, aber je näher er rückte, desto unsicherer wurde sie.

»Ach, wenn du ihn siehst, wird dein Herz mindestens einen so großen Hüpfer machen wie Tinka.« Kim zeigte zu Franzis Pony, das losgaloppiert war und über den Heuballen sprang.

»Es ist so viel passiert, seit Blake .«, setzte Franzi an, doch sie wurde von lautem Gackern unterbrochen.

Ihr Huhn Polly kam mit einem Regenwurm im Schnabel angehinkt, gefolgt von der kleinen Eule Mathilda. Franzi hatte ein großes Herz für Tiere und Polly lebte schon lange auf dem Winklerhof. Eule Mathilda war erst vor ein paar Wochen bei ihnen eingezogen. Franzi hatte Mathilda gemeinsam mit dem Freund ihrer Schwester Chrissie bei einem Waldbrand gerettet und dann mit Paul, dem Praktikanten ihres Vaters, gepflegt.

Polly wurde langsamer. Das war Mathildas Chance. Sie schnappte sich den Regenwurm aus Pollys Schnabel und verschlang ihn. Polly gackerte laut.

Kim musste lachen. »Warum teilt ihr nicht? So wie wir?« Sie pflückte eine Brombeere und wollte sie gerade essen, als Marie sie ihr wegschnappte und sie sich in den Mund steckte.

»Na, ihr, gibt's schon wieder Futterkämpfe?« Paul kam auf sie zu und grinste. »Franzi, ich hab gesehen, wie du mit Tinka Springen geübt hast. Starke Leistung.« Paul hielt den Daumen hoch.

Franzi wurde rot. »Danke.« Sie merkte, dass ihre beiden Freundinnen sie von der Seite ansahen, und streckte ihnen heimlich die Zunge raus. Seit Franzi bei einem ihrer letzten Fälle gemeinsam mit Paul eine Nacht um das Leben des kleinen Rehs Goldie gebangt hatte, war sie durcheinander. Und obwohl sie wusste, dass Paul zu alt für sie war, kribbelte es jedes Mal in ihrem Bauch, wenn er in ihrer Nähe war.

»Franzi! Kim! Marie!«, rief Frau Winkler über den Hof. »Es gibt frischen Kirschkuchen.«

In ihrer Backküche, die sich auf dem Winklerhof befand, zauberte Franzis Mutter die leckersten Kuchen und Torten. Franzi und ihre Freundinnen waren die größten Fans des köstlichen Backwerks.

»Ha! Meine Spürnase hat sich nicht getäuscht!«, rief Kim.

»Super, Mama! Wir kommen.« Franzi wollte ihrem Pony eine Kusshand zuwerfen, aber Paul trat genau in dem Moment zwischen die beiden. Franzi merkte, wie sie schon wieder rot wurde.

»Oh, danke.« Paul grinste. »Das war bestimmt nachträglich zu meinem Geburtstag.«

»Du hattest Geburtstag?«, schaltete Marie sich ein.

»Ja, ich bin achtzehn geworden.«

»Alles Gute!« Marie umarmte Paul.

»Von mir auch!«, sagte Kim.

»Herzlichen Glückwunsch«, stammelte Franzi. Sie zögerte kurz, aber dann umarmte sie ihn ebenfalls. »Lasst uns Geburtstagskirschkuchen essen.« Bevor sie gleich so rot wie eine Sauerkirsche werden würde, lief sie los.

Frau Winkler hatte den dampfenden Kirschkuchen auf eine Picknickdecke gestellt, dazu Gläser mit Himbeerlimonade.

Marie pflückte schnell ein paar Blüten und legte sie in Form einer Achtzehn auf den duftenden Kuchen. Dann stimmte sie ein Geburtstagslied an. Kim und Franzi fielen mit ein. Franzi gab sich größte Mühe, aber die Töne waren etwas schräg. Sie sang trotzdem weiter, aber es wurde nicht besser, denn Kim hatte den Text vergessen und sang etwas ganz anderes.

»Danke, ihr seid echt vielseitig.« Paul lachte. »Ihr...

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