Die drei !!!, 65, Heuler in Not (drei Ausrufezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juli 2020
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-50298-3 (ISBN)
 
Kim, Franzi und Marie sind "Die drei !!!". Mutig und clever ermitteln die drei Detektivinnen und sind jedem Fall gewachsen.

Endlich Ferien! Doch statt Strandurlaub warten schon die nächsten Ermittlungen auf die drei !!!: Am Strand der Nordseeinsel entdecken sie eine Blutlache! Sie verfolgen ein davon rasendes Auto und es stellt sich heraus, dass es einer Seehundjägerin gehört! Kim, Franzi und Marie sind empört: Das ist doch verboten. Als sie Anja Kramer zur Rede stellen, stellt sich heraus, dass alles ganz anders ist, als gedacht und die Ermittlungen jetzt erst richtig beginnen ...
weitere Ausgaben werden ermittelt

Hofcafé mit Huhn


Franzi rannte. Ihre Turnschuhe trommelten über den Boden und ihr Herz klopfte im Takt dazu. Hinter ihr ertönten aufgeregte Stimmen.

»Haltet den Dieb!«

»Schneller, Franzi, du schaffst es!«

Franzi setzte über eine niedrige Buchsbaumhecke und lief weiter, ohne das Tempo zu verringern. »Gleich hab ich dich«, murmelte sie zwischen zwei Atemzügen, während sie einem Rosenbusch auswich. Jetzt! Sie machte einen Hechtsprung, warf sich auf den Verdächtigen und packte mit beiden Händen zu. »Hiergeblieben, Freundchen!«

Ärgerliches Gackern ertönte. Hektisch schlagende Flügel wirbelten Staub auf, der Franzi einen Moment die Sicht nahm. Im selben Augenblick pickte ein spitzer Schnabel nach ihrer Hand.

»Au!« Franzi zuckte zusammen und lockerte den Griff, was der Täter sofort zur Flucht nutzte. »Mist!«

Das Huhn hinkte hinter den nächsten Busch und plusterte vorwurfsvoll sein schwarz-golden gesprenkeltes Gefieder auf. Die rote Kordel, die es gestohlen hatte, hielt es immer noch fest im Schnabel.

»Komm sofort zurück, Polly!«, schimpfte Franzi. »Ich hab jetzt keine Zeit für Spielchen!«

Kim und Marie, die die Verfolgungsjagd amüsiert beobachtet hatten, lachten. Als Detektivinnen jagten sie öfter Verdächtige und Franzi schnappte sich normalerweise auch die schnellsten Verbrecher. Dass sie sich von ihrem hinkenden Zwerghuhn abhängen ließ, war schon ziemlich lustig. Immerhin hatten die Freundinnen mit ihrem Detektivclub Die drei !!! bereits über sechzig Fälle gelöst!

»Lass sie doch«, sagte Kim. »Wir haben noch genug Kordeln.«

Franzi zuckte resigniert mit den Schultern und kehrte zu ihren Freundinnen zurück. Seit sie Polly mithilfe eines roten Schnürsenkels beigebracht hatte, wie man Würmer fing, war das Huhn völlig besessen von roten Bändern aller Art.

»Warum ist Polly eigentlich nicht in ihrem Gehege?«, fragte Marie.

Normalerweise lebte das Huhn in einem großen Freigehege mit Schlafstall.

»Ich hab sie vorhin rausgelassen, damit sie ein bisschen auf dem Hof rumlaufen kann, bevor die Gäste kommen«, erklärte Franzi. Sie seufzte. »Das hat man jetzt davon, wenn man nett zu seinem Huhn ist.«

»Sind die Stehtische fertig, Mädels?« Franzis Mutter kam auf die Freundinnen zu.

»So gut wie.« Franzi breitete schnell eine weiße Tischdecke über den letzten Tisch, die Kim mit einer roten Kordel festband.

»In einer halben Stunde geht's los.« Frau Winkler strich sich nervös eine rote Haarsträhne hinter das Ohr. Sie hatte ihre Haare zu einem lockeren Knoten aufgesteckt und trug eine hellgrüne Schürze über ihrem geblümten Sommerkleid.

»Mein Gott, bin ich aufgeregt!«

Franzi klopfte ihrer Mutter auf die Schulter. »Wird schon schiefgehen.«

Kim nickte. »Die Leute werden garantiert begeistert sein.« Sie sah sich um. »Es ist aber auch alles superschön geworden!« Seit Monaten arbeitete Frau Winkler daran, ihren großen Traum zu verwirklichen: ein eigenes Hofcafé! Sie hatte Pläne geschmiedet und wieder verworfen, ihren Mann überzeugt, der anfangs ziemlich skeptisch gewesen war, und schließlich in dem alten Gewächshaus hinten im Obstgarten den perfekten Ort für ihr Café gefunden. Die ganze Familie hatte mitgeholfen, das Glashaus, das seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, wieder herzurichten. Sie hatten die blinden Scheiben geputzt, Holzboden und Stromkabel verlegt und rundherum bunt blühende Sommerblumen gepflanzt. Auf dem frisch gemähten Rasen vor dem Gebäude warteten grün lackierte Holztische und Stühle mit karierten Sitzkissen auf die ersten Besucher.

»Könntet ihr bitte noch den Blumenschmuck verteilen?«, bat Frau Winkler. »Ich schneide schon mal die Kuchen an und setze den Kaffee auf.« Sie eilte zurück ins Gewächshaus. Franzis Mutter hatte in den letzten Tagen pausenlos gebacken. Sie betrieb schon länger einen florierenden Backservice, der inzwischen viele Stammkunden hatte und den sie auch fortführen würde. Das Café sollte nur in den Sommermonaten bei gutem Wetter an den Sonntagnachmittagen öffnen.

Die drei !!! drapierten die Einmachgläser, die Franzis Schwester Chrissie mit Lavendel, Rosen und Wiesenschaumkraut bestückt hatte, auf den Tischen. Die Junisonne schien zwischen den knorrigen Zweigen der Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume hindurch und malte leuchtende Kringel auf die Tische.

»Perfekt«, stellte Marie fest.

Kim nickte. »Also, von mir aus kann's losgehen!«

Wie aufs Stichwort radelten die ersten Gäste auf den Hof. Das Bauernhaus der Winklers, in dem sich auch die Tierarztpraxis von Franzis Vater befand, lag etwas außerhalb, war aber mit dem Rad gut von der Stadt aus zu erreichen. Winklers hatten gehofft, dass heute, am Pfingstsonntag, viele Leute eine kleine Radtour unternehmen und dabei einen Abstecher zum neuen Café machen würden. Franzis Vater hatte extra einen Wegweiser mit der Aufschrift Hofcafé Winkler, sonntags ab 14.00 Uhr geöffnet an der Abzweigung von der Landstraße angebracht. Neben Kaffee und Kuchen sollte es ein buntes Eröffnungsprogramm mit Musik, Ponyreiten für die Kinder und einer kleinen Skate-Vorführung geben.

Franzi klatschte in die Hände. »Auf geht's, Mädels!

Hiermit erkläre ich das Hofcafé Winkler offiziell für eröffnet!«

Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug. Die Tische vor und im Gewächshaus waren im Nu besetzt, sodass Herr Winkler und Franzis Bruder Stefan die alten Bierzeltgarnituren aus dem Keller holen mussten, damit alle Gäste Platz fanden. Franzi, Marie und Kim halfen als Kellnerinnen aus. Sie liefen zwischen den Tischen hin und her, nahmen Bestellungen auf, servierten Kuchen, Kaffee, Tee und Limonade, kassierten ab und räumten schmutziges Geschirr weg.

Frau Winkler stand mit Chrissie hinter der Theke, beriet die Kunden und verteilte Kuchenstücke auf die Teller. Es gab cremige Schoko-Zimt-Torte, saftigen Mascarpone-Apfelkuchen vom Blech, duftenden Marmorkuchen nach Oma Lottis Rezept, Erdbeerkuchen mit Vanillecreme und weißen Schokoraspeln, Zimtschnecken, Heidelbeer-Bananen-Muffins und Walnuss-Cookies.

»Die Schokoladentorte sieht superlecker aus.« Kim betrachtete sehnsüchtig das Tortenstück auf dem Teller, den Frau Winkler ihr gerade in die Hand gedrückt hatte. »Die würde ich am liebsten selbst essen.«

Franzi grinste. »Untersteh dich! Der Kuchen ist heute ausschließlich für die Gäste!«

Kim liebte Süßes und Kuchen über alles. Wenn der Detektivclub in einem kniffligen Fall ermittelte, stieg ihr Süßigkeiten-Konsum meist sprunghaft an, weil sie Zucker als Nervennahrung brauchte.

»Der Apfelkuchen ist alle!«, rief Frau Winkler und winkte Franzi zu. »Kannst du schnell ein neues Blech holen? Es steht zwischen der großen Dose mit den Zimtschnecken und den beiden Marmorkuchen in der Backstube.«

»Klar!« Franzi rannte durch den Obstgarten zum Haus. Die Backstube lag direkt neben der Küche. Franzi stürmte in den kleinen Raum und sah sich suchend um. Doch sie konnte weder ein Blech mit Apfelkuchen noch die Zimtschnecken-Dose oder einen Marmorkuchen entdecken. Geschweige denn zwei. Die Arbeitsfläche war ordentlich abgewischt und leer. Auch in der Küche stand kein Kuchen.

»Wo bleibst du denn?«, fragte Frau Winkler ungeduldig, als Franzi unverrichteter Dinge ins Gewächshaus zurückkehrte.

»Die Gäste warten schon!«

»In der Backstube steht kein Kuchen«, sagte Franzi.

»Doch, natürlich!« Frau Winkler strich sich eine verschwitzte Haarsträhne aus der Stirn.

»Nein, da ist nichts mehr.«

»Bist du sicher? Was ist mit den beiden Marmorkuchen? Den Zimtschnecken und der Erdbeertorte?«

»Auch weg«, antwortete Franzi knapp.

Frau Winkler wurde blass und ließ sich auf einen Hocker fallen. »Unmöglich! Haben wir etwa schon alles verkauft? Das ist eine Katastrophe! Was soll ich denn den Leuten sagen? Wir können doch nicht alle wieder nach Hause schicken!« Ihre Gesichtsfarbe spielte jetzt leicht ins Grünliche. Kim goss schnell etwas Leitungswasser in ein Glas und reichte es Frau Winkler. »Hier, trinken Sie einen Schluck. Und dann überlegen wir gemeinsam, was zu tun ist.«

Marie runzelte die Stirn. »Ich hab vorhin gesehen, wie Chrissie mit einer Erdbeertorte durch die Gegend gelaufen ist. Hat sie den restlichen Kuchen vielleicht woandershin gebracht?«

Frau Winkler setzte sich mit einem Ruck auf. »Natürlich! Jetzt fällt es mir wieder ein! Ich hatte Chrissie gebeten, den Kuchen in den Keller zu bringen, weil es dort kühler ist. Das hatte ich in der Aufregung völlig vergessen.« Sie trank das Wasserglas in einem Zug leer und erhob sich. »Du meine Güte, was für ein Schreck!«

Chrissie, die gerade eine kurze Pause gemacht hatte, kam zurück und band sich ihre Schürze um.

»Könntest du bitte ein Blech Apfelkuchen aus dem Keller holen?«, bat Frau Winkler ihre älteste Tochter. Sie wandte sich an Kim, Franzi und Marie. »Und ihr drei macht jetzt Pause. Nehmt euch ein Stück Kuchen. Chrissie und Papa kümmern sich so lange um die Gäste.«

Das brauchte sie nicht zweimal zu sagen. Fünf Minuten später saßen die drei !!! etwas abseits vom Gewimmel unter einem Apfelbaum im Gras und ließen sich Frau Winklers Kuchen schmecken.

»Himmlisch!« Kim verdrehte genießerisch die Augen, während sie ihre Schokoladentorte im Rekordtempo auffutterte. Franzi knabberte zufrieden an einem...

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