Mit ganzer Seele

Soul Screamers
 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. September 2011
  • |
  • 304 Seiten
 
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978-3-86278-106-5 (ISBN)
 
Sie kann keine Toten sehen, aber .
Sie spürt, wenn jemand in ihrer Nähe sterben wird. Und dann zwingt eine unbesiegbare Macht sie zu schreien, so laut sie kann.

Kaylee kann ihr Glück kaum fassen. Der schärfste Typ der Schule hat sie angesprochen! Nash hat die schönsten braunen Augen, die sie je gesehen hat. Als er sie auf die Tanzfläche zieht, glaubt Kaylee zu träumen. Aber das perfekte Date hat sie sich anders vorgestellt. Erst entdeckt sie ein Mädchen, das scheinbar von einem schwarzen Nebel umgeben ist. Dann wird Kaylee übel, und plötzlich lastet eine schreckliche Schwere auf ihr. Um nicht zu schreien, dass die Fensterscheiben zerspringen, rennt sie schweißgebadet raus. Wie peinlich! Nash muss sie jetzt für völlig verrückt halten. Doch seltsamerweise bleibt er ganz ruhig . Am nächsten Tag erfahren sie, dass das Mädchen tatsächlich tot ist. Bald sterben weitere. Und Kaylee ist die Einzige, die weiß, wen es als Nächsten trifft .
  • Deutsch
  • Köln
  • 0,82 MB
978-3-86278-106-5 (9783862781065)
3862781062 (3862781062)
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1. KAPITEL


"Nun mach schon!", flüsterte Emma neben mir. In der kalten Nachtluft kondensierte ihr Atem und bildete weiße Schwaden vor ihrem Gesicht. Wir standen vor einer zerbeulten Stahltür, und Emma starrte mit einer solchen Inbrunst darauf, als könnte sie die Tür allein durch ihre Ungeduld zum Öffnen bewegen. "Sie hat uns vergessen, Kaylee. Ich hätte es mir denken können!" Mehr Schwaden stiegen aus ihrem perfekt geschwungenen Mund auf, als sie auf und ab hüpfte, um sich so gut es ging zu wärmen. In der tief ausgeschnittenen, glänzend roten Bluse aus dem Kleiderschrank ihrer Schwester kamen Emmas Kurven perfekt zur Geltung.

Ja, ich war ein bisschen neidisch auf Emma. Ich hatte weniger Kurven und keine Schwester, von der ich mir heiße Outfits leihen konnte. Aber zumindest hatte ich ein funktionierendes Handy, und die Uhr auf dem Display zeigte vier Minuten vor neun. "Sie kommt bestimmt gleich", sagte ich zuversichtlich und schob das Handy zurück in die Tasche. Prüfend strich ich über mein T-Shirt, während Emma zum wiederholten Mal an die Tür klopfte. "Wir sind früh dran. Gib ihr noch eine Minute."

Kaum hatte ich den Satz ausgesprochen, schwang die Tür quietschend auf. Zuckende Lichter und das Dröhnen stampfender Bässe drang in die dunkle Seitenstraße. Traci Marshall, die jüngste von Emmas älteren Schwestern, hielt die Tür mit der flachen Hand auf. Traci trug ein enges schwarzes T-Shirt, dessen tiefer Ausschnitt betonte, dass sie genauso gut gebaut war wie ihre Schwester. Als wäre das lange blonde Haar nicht schon Hinweis genug auf die Familienzugehörigkeit.

"Wird aber auch Zeit!", murmelte Emma, trat einen Schritt vor und wollte an ihrer Schwester vorbeihuschen.

Doch Traci stellte sich in den Türrahmen und blockierte den Eingang. Sie schenkte mir ein kurzes Begrüßungslächeln, bevor sie ihre Schwester streng ansah. "Ich freue mich auch, dich zu sehen, Emma. Wie lauten die Regeln?"

Emma verdrehte die braunen Augen und rieb sich die nackten Arme, auf denen sich schon eine Gänsehaut gebildet hatte - unsere Jacken lagen im Auto. "Kein Alkohol, keine chemischen Substanzen. Nichts, was Spaß macht." Den letzten Satz sagte Emma ganz leise, und ich musste mir das Lachen verkneifen.

"Was noch?", fragte Traci fest. Sie strengte sich offensichtlich an, um ihren finsteren Gesichtsausdruck beizubehalten.

"Wir bleiben die ganze Zeit zusammen und gehen auch gemeinsam nach Hause", antwortete ich schnell. Traci hatte uns schon zweimal in den Club geschleust, und jedes Mal mussten wir diese Sätze herunterbeten. Die Regeln waren der Witz, aber ich wusste genau, dass Traci uns nur unter der Bedingung hineinließ.

"Und .?"

Emma trat von einem Fuß auf den anderen, um sich warm zu halten, die Absätze klapperten auf dem Beton. "Wenn wir geschnappt werden, kennen wir dich nicht."

Als ob uns das irgendjemand abkaufen würde! Dafür sahen sich die Marshall-Mädchen viel zu ähnlich: groß und sehr weiblich, also das genaue Gegenteil von mir.

Traci nickte zufrieden und ließ uns hinein. Als Emma an ihr vorbeiging, stutzte Traci und griff nach dem Arm ihrer Schwester. "Ist das Caras neue Bluse?"

Emma funkelte Traci ärgerlich an und riss sich los. "Sie wird nicht einmal merken, dass sie weg war!"

Traci lachte trocken, streckte den Arm aus und bahnte sich den Weg in Richtung Tanzfläche. "Dann genieß den Rest deines kurzen Lebens", rief sie über das Wummern der Bässe hinweg, "denn dafür wird Cara dich mit Sicherheit umbringen!"

Emma ließ sich von der Drohung nicht beeindrucken. Stattdessen warf sie die Hände in die Luft und tanzte mit schwingenden Hüften den Gang entlang zur Tanzfläche. Ich folgte ihr, und als ich die Menschenmenge sah, die sich ausgelassen zur Musik bewegte, verspürte ich ein freudiges Kribbeln im Bauch.

Wir mischten uns ins Gedränge, schoben uns zur Mitte der Tanzfläche und ließen uns von der Hitze, den Menschen und dem Beat mitreißen. Mal tanzten wir alleine, mal zu zweit, bis ich nach unzähligen Songs völlig verschwitzt und außer Atem war. Ich gab Emma das Zeichen dafür, dass ich etwas trinken wollte. Sie nickte, und ich bewegte mich auf den Rand der Tanzfläche zu.

Traci stand hinter der Bar neben einem Barkeeper, einem großen dunklen Typ in einem engen schwarzen T-Shirt. Die blauen Neonröhren an der Decke tauchten die beiden in ein seltsames Licht. Ich setzte mich auf den ersten freien Barhocker, woraufhin Tracis Kollege zu mir herüberkam und sich fragend zu mir beugte.

"Ich übernehme das", sagte Traci schnell und legte die Hand auf seinen Arm. Sofort kümmerte er sich um einen anderen Gast. "Was darf es sein?" Sie strich sich eine Strähne ihres hellen, im Neonlicht blau schimmernden Haars aus dem Gesicht.

Ich stützte die Ellenbogen auf den Tresen und grinste sie frech an. "Eine Whisky-Cola, bitte!"

Traci lachte. "Die Cola kannst du haben!" Sie füllte ein Glas mit Cola, gab Eiswürfel dazu und stellte es vor mir auf den Tresen. Ich schob ihr einen Fünfer zu, schnappte mir das Getränk und schwang den Hocker herum, sodass ich die Tanzfläche im Blick hatte. Emma tanzte mit zwei älteren Jungs, die ihren T-Shirts nach zu urteilen einer Studentenverbindung der Universität von Dallas, Texas, angehörten. Beide trugen leuchtende Armbänder, die sie als volljährig auswiesen und somit zum Trinken von Alkohol berechtigten.

Typisch Emma - sie stand immer im Mittelpunkt.

Immer noch lächelnd, setzte ich das Glas an und stürzte die Cola in einem Zug hinunter, bevor ich es zurück auf den Tresen stellte.

"Kaylee Cavanaugh."

Als ich meinen Namen hörte, zuckte ich zusammen und drehte mich schnell zum Barhocker zu meiner Linken um. Im nächsten Moment blickte ich in die schönsten braunen Augen, die ich je gesehen hatte. Wie gebannt betrachtete ich die dunkel-braunen und hellgrünen Strudel, die sich im Rhythmus meines Herzschlags zu drehen schienen - es musste an den Lichtern der Scheinwerfer liegen, die sich darin spiegelten. Erst als ich blinzeln musste, kam ich wieder zu mir.

Und begriff, wen ich da anstarrte.

Nash Hudson! Ach du Scheiße. Ich hätte fast nachgesehen, ob meine Füße festgefroren waren und in Eisblöcken steckten. Denn anscheinend war die Hölle zugefroren. Oder war ich auf dem Weg von der Tanzfläche zur Bar etwa in eine Zeitverschiebung geraten? Nash Hudson lächelte mich an. Mich!

Mein Hals fühlte sich plötzlich staubtrocken an, und ich hob das Glas an die Lippen. Einen flüchtigen Augenblick lang fragte ich mich, ob Traci mir doch etwas in die Cola gemischt hatte. Doch es war kein Tropfen mehr im Glas.

"Willst du noch eine?", fragte Nash und deutete auf das leere Glas.

Ich nahm allen Mut zusammen und antwortete ihm. Selbst wenn ich träumte - oder im falschen Film gelandet war -, ich hatte schließlich nichts zu verlieren.

"Nein, ist schon gut, vielen Dank." Ich lächelte zaghaft. Als sich Nashs perfekt geschwungene Lippen ebenfalls zu einem Lächeln verzogen, machte mein Herz einen gewaltigen Satz.

"Wie bist du hier reingekommen?" Er zog amüsiert eine Augenbraue hoch. "Etwa durchs Fenster?"

"Durch die Hintertür", flüsterte ich und merkte, dass ich knallrot wurde. Nash wusste genau, dass ich noch in die Unterstufe ging und damit viel zu jung war für einen Club wie das Taboo, in den man erst ab achtzehn durfte.

"Wie bitte?" Die Musik war so laut, dass Nash sich ganz nah zu mir beugen musste, um mich zu verstehen. Sein Atem strich über meinen Hals, und mein Herz klopfte so wild, dass mir fast schwindlig wurde. Er roch unglaublich gut.

"Durch die Hintertür", wiederholte ich dicht an seinem Ohr. "Emmas Schwester arbeitet hier."

"Emma ist hier?"

Ich deutete auf die Tanzfläche - Emma tanzte inzwischen mit drei Jungs gleichzeitig - und erwartete im Stillen, dass Nash Hudson mich nun sang- und klanglos stehen ließ. Doch zu meiner Überraschung schenkte er Emma keine weitere Beachtung, sondern blinzelte mich aus seinen Wahnsinnsaugen mutwillig an.

"Tanzt du gar nicht?"

Mir brach der kalte Schweiß aus. Wollte er etwa mit mir tanzen? Oder fragte er nur, weil er den Barhocker für seine Freundin brauchte?

Nein, Moment. Das war nicht möglich. Nash hatte erst vor einer Woche mit seiner Freundin Schluss gemacht. Und auch wenn die neuen Anwärterinnen schon Schlange standen, war im Moment keine von ihnen zu sehen. Genauso wenig wie Leute aus Nashs Clique, weder an der Bar noch auf der Tanzfläche.

"Doch, klar tanze ich", entgegnete ich und starrte wie gebannt in die braunen und grünen Strudel seiner Augen, die ab und zu blau aufzublitzen schienen. Ich hätte stundenlang in die Augen schauen können. Aber das hätte er wahrscheinlich für gestört gehalten.

"Dann los!" Nash griff nach meiner Hand und zog mich auf die Tanzfläche. Ich musste unwillkürlich lächeln, und mein Herz zersprang schier vor Aufregung. Ich kannte Nash zwar schon eine ganze Weile - Emma war mit einigen seiner Freunde ausgegangen -, aber seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte noch nie mir gegolten. Davon hatte ich bisher nicht einmal zu träumen gewagt.

Wenn die Eastlake Highschool das Universum war, dann war ich einer von vielen Monden auf Emmas Umlaufbahn, vollkommen zufrieden damit, in ihrem Schatten meine Kreise zu ziehen. Nash Hudson dagegen war ein Stern: ein Stern, der so hell strahlte, dass man ihn kaum ansehen konnte, und der definitiv...

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