Tatsachenkontrolle und Beweisführung im EU-Kartellrecht auf dem Prüfstand der EMRK

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen im Dezember 2013
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  • XV, 269 Seiten
 
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978-3-16-152853-8 (ISBN)
 
Die Geltung strafverfahrensrechtlicher Garantien für das EU-Kartellverfahren ist seit langem Gegenstand der juristischen Diskussion. Dabei wurde gerade in den letzten Jahren vermehrt kritisiert, dass das EU-Kartellverfahren hinter den strafverfahrensrechtlichen Anforderungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zurückbleibe. Durch den im Vertrag von Lissabon vorgesehenen Beitritt der Union zur EMRK und die damit bevorstehende Grundrechtskontrolle durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hat diese Thematik noch einmal an Brisanz gewonnen. Ausgehend von der Qualifizierung des EU-Kartellverfahrens als Strafverfahren im Sinn der EMRK untersucht die Autorin die Vereinbarkeit der unionsgerichtlichen Kontrolle von Sachverhaltsfeststellung und Beweisführung der Kommission im EU-Kartellrecht mit den Vorgaben der EMRK.
 
Die Geltung strafverfahrensrechtlicher Garantien für das EU-Kartellverfahren ist seit langem Gegenstand der juristischen Diskussion. Dabei wurde gerade in den letzten Jahren vermehrt kritisiert, dass das EU-Kartellverfahren hinter den strafverfahrensrechtlichen Anforderungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zurückbleibe. Durch den im Vertrag von Lissabon vorgesehenen Beitritt der Union zur EMRK und die damit bevorstehende Grundrechtskontrolle durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hat diese Thematik noch einmal an Brisanz gewonnen.Ausgehend von der Qualifizierung des EU-Kartellverfahrens als Strafverfahren im Sinn der EMRK untersucht die Autorin die Vereinbarkeit der unionsgerichtlichen Kontrolle von Sachverhaltsfeststellung und Beweisführung der Kommission im EU-Kartellrecht mit den Vorgaben der EMRK.
  • Dissertationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
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  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 2,91 MB
978-3-16-152853-8 (9783161528538)
10.1628/978-3-16-152853-8
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Einleitung
  • Kapitel 1: Die Qualifizierung des Kartellverfahrens
  • I. Die Qualifizierung des Kartellverfahrens im Unionsrecht
  • 1. Die Vorschrift des Art. 23 Abs. 5 VO Nr. 1/2003
  • 2. Die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union
  • a) Qualifizierung als Verwaltungsverfahren
  • b) Geltung allgemeiner Rechtsgrundsätze
  • 3. Zusammenfassung
  • II. Die Qualifizierung des Kartellverfahrens nach der EMRK
  • 1. Die Definition der "strafrechtlichen Anklage"
  • a) "Anklage"
  • b) "strafrechtlich"
  • aa) Die Engel - Kriterien
  • bb) Entscheidungen zur Qualifizierung von Kartellverfahren
  • (1) Die Entscheidung Société Stenuit (EKMR)
  • (2) Die Entscheidung M. & Co (EKMR)
  • (3) Die Entscheidung OOO Neste St. Petersburg (EGMR)
  • (4) Das Urteil Menarini Diagnostics (EGMR)
  • 2. Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • a) Unionsrechtliche Einordnung
  • b) Natur der Zuwiderhandlung
  • c) Art und Schwere der Sanktion
  • d) Vorliegen einer Anklage
  • 3. Kernbereich des Strafrechts und Strafrecht im weiteren Sinn
  • 4. Zusammenfassung
  • III. Die Bedeutung der EMRK-rechtlichen Qualifizierung nach dem Vertrag von Lissabon
  • 1. Die Bedeutung der EMRK für die Auslegung der Grundrechtecharta
  • 2. Die Rechtslage nach dem Beitritt der Union zur EMRK
  • IV. Fazit
  • Kapitel 2: Die Tatsachenkontrolle durch das EuG
  • I. Die Prüfungsbefugnis des EuG im Rahmen der Nichtigkeitsklage
  • 1. Die Klagegründe des Art. 263 Abs. 2 AEUV zur Überprüfung der Tatsachengrundlage des Kommissionsbeschlusses
  • a) Verletzung wesentlicher Formvorschriften
  • b) Verletzung der Verträge oder einer bei ihrer Durchführung anzuwendenden Rechtsnorm
  • aa) Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Kommissionsbeschlusses
  • bb) Prüfungsdichte
  • 2. Die unbeschränkte Ermessensnachprüfung nach Art. 261 AEUV i.V.m. Art. 31 VO Nr. 1/2003
  • a) Überprüfung von Recht- und Zweckmäßigkeit der Geldbuße
  • b) Prüfungsdichte
  • 3. Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • a) Das Recht auf eine öffentliche Verhandlung vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht
  • aa) Zulässigkeit einer nicht gerichtlichen Entscheidung erster Instanz
  • bb) Umfassende Prüfungs- und Entscheidungsbefugnis
  • cc) Der Ermessensspielraum der Verwaltung
  • b) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • aa) Vorliegen einer "leichten Zuwiderhandlung"
  • bb) Auswirkungen der jüngeren Rechtsprechung des EGMR
  • cc) Gerichtliche Prüfung
  • 4. Zusammenfassung
  • II. Die gerichtliche Sachverhaltsaufklärung
  • 1. Die Pflichten der Parteien bei der Sachverhaltsaufklärung
  • a) Tatsachenvortrag in Klageschrift und Klagebeantwortung
  • b) Bezeichnung der Beweismittel in Klageschrift und Klagebeantwortung
  • c) Bedeutung des Bestreitens der Parteien und Substantiierungsgebot
  • aa) Keine Sachverhaltsermittlung des EuG bei unstreitigen Tatsachen
  • bb) Keine Sachverhaltsermittlung des EuG bei unsubstantiiertem Parteivortrag
  • d) Zusammenfassung
  • 2. Die Befugnis des EuG zur Tatsachenermittlung von Amts wegen
  • a) Befugnis zur Beweisaufnahme von Amts wegen
  • aa) Vorlage von Urkunden und Erteilung von Auskünften
  • bb) Einholung von Gutachten
  • cc) Vernehmung von Zeugen
  • dd) Persönliches Erscheinen der Parteien und Einnahme des Augenscheins
  • b) Befugnis zur Anordnung prozessleitender Maßnahmen
  • c) Zusammenfassung
  • 3. Die Pflicht des EuG zur Tatsachenermittlung von Amts wegen
  • a) Das europäische Verfahrensrecht
  • b) Die Rechtsprechung
  • aa) Die Praxis des EuG
  • bb) Stellungnahmen des EuGH
  • c) Die Ansicht des Schrifttums
  • d) Zusammenfassung und eigene Stellungnahme
  • 4. Die Pflicht des EuG zur Tatsachenermittlung auf Antrag einer Partei
  • 5. Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • a) Grundsätzlich keine Amtsermittlungspflicht in Strafverfahren
  • b) Grundsätzlich kein Anspruch auf Beweiserhebung
  • c) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • 6. Zusammenfassung
  • Kapitel 3: Die Überprüfung der Beweisführung
  • I. Die Beweislast
  • 1. Die verschiedenen Aspekte der Beweislast
  • a) Die subjektive Beweislast - die Beweisführungslast
  • b) Die objektive Beweislast - die Feststellungslast
  • c) Fazit
  • 2. Die Beweislastverteilung im EU-Kartellrecht
  • a) Art. 101 Abs. 1 AEUV
  • aa) Die abstrakte Beweislast
  • bb) Die konkrete Beweisführungslast
  • cc) Gründe für die Beweislastverteilung
  • dd) Zusammenfassung
  • b) Art. 101 Abs. 3 AEUV
  • aa) Die abstrakte Beweislast
  • bb) Die konkrete Beweisführungslast
  • cc) Gründe für die Beweislastverteilung
  • dd) Zusammenfassung
  • 3. Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • a) Die Zulässigkeit tatsächlicher Vermutungen
  • aa) Die Rechtsprechung des EGMR
  • bb) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • b) Die Zulässigkeit einer Beweislastumkehr für Rechtfertigungsgründe
  • aa) Die Rechtsprechung des EGMR
  • bb) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • 4. Zusammenfassung
  • II. Die Beweismittel
  • 1. Der Grundsatz der Beweismittelfreiheit
  • 2. Beweisverwertungsverbote aus Grund- oder Verfahrensrechten
  • a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör
  • aa) Das Unionsrecht
  • (1) Mitteilung der Beschwerdepunkte
  • (2) Recht auf Akteneinsicht
  • (a) Grundsatz
  • (b) Ausnahmen für interne Schriftstücke
  • (c) Ausnahmen für vertrauliche Informationen
  • (3) Mündliche Anhörung im Kommissionsverfahren
  • (a) Kein Recht auf Befragung von Belastungs- und Entlastungszeugen
  • (b) Kein Ausschluss anonymen Beweismaterials
  • (4) Rechtliches Gehör im Gerichtsverfahren
  • (5) Zusammenfassung
  • bb) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • (1) Unterrichtung über die Beschuldigung und Akteneinsicht
  • (2) Recht auf Gehör in einem kontradiktorischen Verfahren
  • (a) Recht auf Befragung von Belastungszeugen
  • (b) Grundsätzlicher Ausschluss anonymer Zeugenaussagen
  • (3) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • (a) Mitteilung der Beschwerdepunkte und Akteneinsicht
  • (b) Fehlende Befragungsmöglichkeit von Belastungszeugen
  • (c) Anonyme Zeugenaussagen
  • b) Das Auskunftsverweigerungsrecht ("Nemo tenetur se ipsum accusare")
  • aa) Das Unionsrecht
  • (1) Geständnisverweigerungsrecht
  • (2) Keine Geltung bei freiwilligen Angaben
  • bb) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • (1) Die Reichweite der Selbstbelastungsfreiheit
  • (2) Das Vorliegen unzulässigen Zwangs zur Selbstbelastung
  • (3) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • (a) Umfassendes Auskunftsverweigerungsrecht aus Art. 6 EMRK
  • (b) Kein unzulässiger Aussagezwang durch Kronzeugenregelung
  • c) Das Recht auf Achtung der Wohnung
  • aa) Das Unionsrecht
  • (1) Grundrechtsschutz bei Nachprüfungen gemäß Art. 20 VO Nr. 1/2003
  • (2) Grundrechtsschutz bei Nachprüfungen gemäß Art. 21 VO Nr. 1/2003
  • bb) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • (1) Der Schutzbereich des Art. 8 Abs. 1 EMRK
  • (2) Die Rechtfertigung nach Art. 8 Abs. 2 EMRK
  • (a) Gesetzlich vorgesehen
  • (b) Berechtigtes Ziel
  • (c) Notwendig in einer demokratischen Gesellschaft
  • (3) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • (a) Nachprüfungen gemäß Art. 20 VO Nr. 1/2003
  • (b) Nachprüfungen gemäß Art. 21 VO Nr. 1/2003
  • (4) Auswirkungen auf die Zulässigkeit der Beweisverwertung
  • d) Das Anwaltsprivileg ("Legal professional privilege")
  • aa) Das Unionsrecht
  • (1) Die materielle Reichweite des Anwaltsprivilegs
  • (a) Zeitlich
  • (b) Sachlich
  • (c) Persönlich
  • (2) Die verfahrensrechtliche Absicherung
  • bb) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • (1) Art. 6 Abs. 3 lit. b und c EMRK
  • (2) Art. 8 EMRK
  • (3) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • (a) Eingriff
  • (b) Rechtfertigung
  • e) Die Wahrung der Verteidigungsrechte bei Beweismitteltransfer
  • aa) Das Unionsrecht
  • (1) Beweise aus anderen Kommissionsverfahren
  • (2) Beweise aus dem Europäischen Wettbewerbsnetz
  • (a) Art. 12 VO Nr. 1/2003
  • (b) Art. 22 Abs. 2 VO Nr. 1/2003
  • (c) Auswirkung eines Verstoßes gegen nationales Verfahrensrecht
  • (3) Beweise aus Drittstaaten
  • bb) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • (1) Beweismitteltransfer und Beachtung der Verteidigungsrechte
  • (2) Verwertung von Zufallsfunden
  • (3) Verwertung national-rechtswidrig erlangter Beweismittel
  • (4) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • 3. Zusammenfassung
  • III. Das Beweismaß und die Beweiswürdigung
  • 1. Das Beweismaß
  • a) Das Unionsrecht
  • aa) Das erforderliche Beweismaß
  • (1) Art. 101 Abs. 1 AEUV
  • (2) Art. 101 Abs. 3 AEUV
  • bb) Unterscheidung zwischen Beweismaß und Beweisanstrengungen
  • b) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • aa) Die Rechtsprechung des EGMR
  • bb) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • 2. Die Beweiswürdigung
  • a) Das Unionsrecht
  • aa) Gesamtbetrachtung aller Beweise
  • bb) Beweiswert einzelner Beweismittel
  • (1) Dokumente
  • (2) "Corporate Statements"
  • (3) Sonstige Erklärungen
  • b) Die Vereinbarkeit mit den Vorgaben der EMRK
  • aa) Die Rechtsprechung des EGMR
  • bb) Übertragung auf das EU-Kartellrecht
  • 3. Zusammenfassung
  • Kapitel 4: Zusammenfassung und Ausblick
  • Literaturverzeichnis
  • Sachverzeichnis
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