Katzenfreundschaften

Die Lebensgeschichte eines jungen Katers
 
 
Papierfresserchens MTM-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. Juni 2020
  • |
  • 70 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96074-270-8 (ISBN)
 
Hallo! Ich bin Benni, ein junger Kater. Vor Kurzem lebte ich noch glücklich in meiner kleinen Familie und hatte viel Spaß mit meinem besten Freund Rolli. Vor Kurzem. Jetzt bin ich zusammen mit zwei durchgedrehten, rappenden Wellensittichen im Haus eines fremden Mannes eingesperrt und habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich die anderen wiederfinden könnte. Wie soll ich mich hier bloß so ganz allein eingewöhnen?
Und warum geschehen hier aller Pfote merkwürdige Dinge?
Erstauflage
  • Deutsch
  • Langenargen
  • |
  • Deutschland
  • Für Kinder
  • 3,40 MB
978-3-96074-270-8 (9783960742708)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Jana Veit wurde am 18. März 1996 in Mainz geboren. Schon immer dachte sie sich Geschichten aus und schrieb mit elf Jahren eine ihrer Ideen in Buchlänge auf. Neben dem Schreiben sind Tiere ihre große Leidenschaft. Sie will diese wie auch die Natur intensiv schützen und mit weiteren Büchern versuchen, mehr Menschen auf Tierquälerei aufmerksam zu machen und dazu anzuregen, sich für den Erhalt der Tierwelt einzusetzen.

Zudem liest, bastelt, kocht, backt und reitet sie gerne und liebt es ihrer cleveren Katze Kunststücke beizubringen.

*

Ein schrecklicher Umzug


Als ich eines Morgens aufwachte und aus dem Fenster blickte, regnete es wie aus Eimern. "Na prima, Regen, pfui", dachte ich. "Das wird bestimmt kein guter Tag."

Aber jetzt musste ich erst einmal die anderen aufwecken. Zu Beginn natürlich meinen Bruder und gleichzeitig besten Freund: Rolli. Der Name passte zu ihm, denn er war, na ja, ein richtiger Fettsack eben. Wenn er so weiterfressen würde, könnte er sich bald nur noch rollend fortbewegen.

Also mal an die Arbeit: Ich lief ein paar Schritte zurück, ging in Startposition, streckte meinen Po in die Luft (wie Mama es mir beigebracht hatte), schrie laut: "Abschuss!", und sprang mit viel Karacho auf meinen besten Freund.

Die Folge war eine wenig freundliche Begrüßung: "Spinnst du, Alter? Wir haben zwölf Uhr und du weckst mich? Hast du nicht mehr alle Näpfe voll oder was?"

"An deiner Stelle würde ich mich langsam mal zusammennehmen und aufstehen. Die Milchbar kommt", sagte ich. Bei diesem Satz war Rolli plötzlich hellwach. Die Milchbar (unsere Mutter) bedeutete für ihn nämlich schlabbern nach Herzenslust. Inzwischen waren unsere anderen Geschwister auch schon aufgewacht und das übliche Drängeln an der Milchbar begann.

Wir hatten bereits einige Male dieses pappige Futter aus der Dose zu fressen bekommen, aber es gab einfach nichts, was mit der warmen Muttermilch mithalten konnte.

Glücklich ließ ich mir den weichen, wohligen Geschmack auf der Zunge zergehen, ohne zu ahnen, dass dies zum letzten Mal in meinem Leben geschah.

Ab und zu leckte uns unsere Mutter liebevoll und zärtlich mit ihrer warmen Zunge über die Köpfchen und stupste Rollis dickes Bäuchlein mit ihrer weichen Nasenspitze an. Dieser jedoch dachte gar nicht daran, mit dem Trinken aufzuhören, und so lächelte sie bloß und schnurrte zufrieden weiter.

Leider regnete es immer noch, das war ein sehr schlechtes Zeichen.

Dass ich mit dieser Vermutung völlig richtig lag, erfuhr ich am Nachmittag. Rolli, Moni, Nelli und ich hatten gerade aufgegeben, das kleine, braune Schränkchen mit den Leckerlis öffnen zu wollen und waren damit beschäftigt, mit der bunten Stoffmaus zu spielen. Ich befand mich kurz davor, sie den flinken Mädels wegzuschnappen, als plötzlich ein schrilles "Ding Dong" aus Richtung Tür ertönte.

Unser Spiel schien zu erstarren, niemand rührte sich, bis: "Guten Tag!" Eine fremde Stimme!

"Die Entführer!", schrie Moni und versteckte sich unter dem kleinen Leckerlischrank. Nelli rannte hinterher.

"Alarm, Alarm! Hilfe, die Entführer kommen!", rief Rolli erschrocken und blickte sich nach mir um. "Benni, versteck dich!" Er kroch unter ein kleines Kissen.

Weil mir nichts Besseres einfiel, wollte ich mich zu ihm quetschen. Das war ein Fehler. Rolli war zu fett. "Mach Platz da!", brüllte ich ihn panisch an.

Als ich gerade den Kopf unter das Kissen gesteckt hatte, wurde ich unsanft von einem Mann hochgerissen. "Hey, Kleiner, bleib da!", sagte eine Person, deren Geruch mir völlig fremd war.

"Oh nein", dachte ich. Jetzt war ich verloren. Das letzte Mal, als die Entführer da gewesen waren, hatten sie Milli von uns gerissen. Von diesem Tag an hatten wir Milli nie wieder gesehen.

Die Person öffnete einen kleinen Käfig. Milli hatten sie damals auch in so ein Ding gestopft. Voller Panik schlug ich mit den Pfoten um mich. Nein! Es durfte nicht noch einmal geschehen. Nein! Doch schwuppdiwupp war ich in dem Gefängnis drin und die Öffnung wurde mit einem Gitter geschlossen. "Hilfe!", schrie ich. "Lasst mich hier raus!"

Ich hatte panische Angst. Ich kratzte an dem Gitter, warf mich dagegen, nichts half. Hektisch drehte ich mich nach links, nach rechts, aber ich fand keinen weiteren Ausgang."Rolli, hilf mir! Ich will hier raus!"

Zwei Menschen unterhielten sich: "Sind Sie sich sicher? ... Gut, dann viel Spaß mit ihm", sagte die Frau, die immer mit uns gespielt hatte.

"Rolli!", brüllte ich. "Hilfe! Hilf mir!"

Der Käfig wurde hochgehoben. Ich rutschte zur Seite und stieß mir den Kopf mit einem lauten Rums an der harten Plastikwand. Ich versuchte, durch das Gitter zu schauen, doch der Käfig schwankte so heftig hin und her, dass mir ganz übel wurde und ich nur noch verschwommen sah.

"Nein, ich will hier raus!"

Der fiese, fremde Mann sagte: "Gut, dann vielen Dank."

Ich merkte, wie ich Treppen hinuntergetragen wurde, und nahm den Geruch der Blumen und Gräser wahr. Von fern hörte ich Vogelgezwitscher. "Es ist zu spät", sagte ich mir. Wir waren schon im Freien.

Plötzlich durchdrang ein Fauchen das Gezwitscher.

"Au!", rief der Mann und drehte sich um.

"Rolli, lass das!", schimpfte jemand.

"Miiiaauuuu", heulte Rolli.

"Du lässt dich jetzt gefälligst hochheben! Zurück ins Haus mit dir!", befahl die Frauenstimme.

Der Käfig wurde auf einem Sitz, der sich in einer dieser fahrenden Maschinen der Zweibeiner befinden musste, abgestellt.

"Rolli! Rolli!", kreischte ich. Was konnte ich nur tun?

"Nein! Nein! BENNI!", hörte ich meinen besten Freund verzweifelt schreien.

Mit einem lauten Knall wurde eine Tür vor meinen Augen zugeschlagen und weg war es, mein altes liebevolles Zuhause. Benommen starrte ich geradeaus. Es konnte nicht wahr sein, das konnte einfach nicht die Wirklichkeit sein. Konnte das gemütliche Leben denn so ein abruptes Ende nehmen? Ein Ende ohne Abschied? Mama hatte schon oft davon gesprochen, von dem neuen Leben, das uns bald erwarten würde. Doch ich wollte kein neues Leben. Nicht alleine und einsam. Ich hatte doch alle so gemocht und so viel Spaß mit ihnen gehabt. So viele schöne Momente. Sollte nun alles vorbei sein? Wie sollte es weitergehen? Ich hatte keine Vorstellungen. Ging es überhaupt weiter? Das waren viel zu viele Gedanken für den Kopf eines kleinen Katers, der fast noch ein Baby war.

Ich fing an zu schniefen. Ich wollte zurück. Nur zurück. Zu Mama, zu Nelli, zu Moni und vor allem zu Rolli.

Doch den Gefallen tat man mir nicht.

Die nächste Zeit in meinem Käfig war schrecklich. Es rumpelte und polterte fürchterlich. Vor den eisernen Gitterstangen, die mein Gefängnis verschlossen, konnte ich nichts als eine schwarze Tür erkennen. Auch wenn ich nicht wusste, wo ich war, war mir klar, dass ich mich immer weiter von all jenen entfernte, die mich kannten und liebten.

Auf einmal hörte das Wackeln mit einem Ruck auf. Die schwarze Tür öffnete sich, mein Käfig wurde hochgehoben und in ein großes Haus getragen. Dann stellte der Mann mein Gefängnis behutsam auf den Boden, öffnete das Gitter und sagte: "Na, komm schon raus, Benni."

"Pah, ich denke nicht daran!" Ich beschloss, so lange in dem Käfig zu bleiben, bis Rolli da war. Auch wenn es den Rest meines Lebens dauern würde.

Der Mann fuchtelte mir mit einem kleinen Ding vor der Nase rum: "Komm schon raus, Benni. Komm, dann gibt's Leckerli."

"Das ist Erpressung!", dachte ich.

"Na ja, dann komm eben, wenn du willst." Der Mann legte das Ding vor meinem Käfig ab und ging fort.

"Hey Pit, der Neue!" Eine seltsame Krächzstimme, die unmöglich von einem Menschen, geschweige denn einer Katze stammen konnte, meldete sich zu Wort.

"Hä, der Neue?" Noch eine verzogene Piepsstimme dieser Art.

"Ja, Mann, das is doch der Neue. Scheint ein ganz schöner Angsthase zu sein."

"Ich würde eher sagen Angstkater. Haa, ha, haa. Verstehst du? Angstkater!"

"Hey, komm schon raus du braver, kleiner Schnurri!"

"Genug", dachte ich. "Es reicht!"

Ich rannte aus meinem Gefängnis und brüllte: "Noch ein Ton und der brave Schnurri wird zu einem bösen Faucher!"

"Reg dich ab, Alter", sagte einer der beiden vorwitzigen Wellensittiche, die mich aus ihrem Käfig anstarrten, als wäre ich ein Verrückter. "Also, was du bist, wissen wir ja schon. Du bist ein Staubwedel, ist ja nicht zu übersehen. Nun stellen wir uns erst mal vor." Was jetzt kam, machte mich baff: ein Wellensittich-Rap!

"Jo, jo, jo, jo

Wir sind die coolen Vögel

und heißen Pit und Pat.

Wir erobern die Lüfte

und machen alle platt.

Wir sind die coolen Flieger,

niemand fliegt wie wir!

Wir können ganz toll fliegen

im Gegensatz zu dir!

Wir sind die coolen Vögel

und heißen Pit und Pat.

Wir erobern die Lüfte,

Schachmatt!"

"Ach ja? Gut, dass ich das weiß", probierte ich so unbeeindruckt wie möglich zu sagen...

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