Das Geheimnis der Kastanienvilla

Roman
 
 
dotbooks Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 457 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96655-178-6 (ISBN)
 
Schöne Fassade - dunkle Wahrheiten? Der Familiengeheimnisroman »Das Geheimnis der Kastanienvilla« von Jane Elizabeth Varley als eBook bei dotbooks. Eine viktorianische Villa mit düsterer Vergangenheit ... Beginnt nun das Leben, das sie sich immer gewünscht hat? Zusammen mit ihrem Mann Edward investiert die Schriftstellerin Sally die gesamten Ersparnisse, um ihr Traumhaus im Süden Londons zu kaufen. Eigentlich sollte sie jetzt glücklich sein - aber dass ihr Mann noch immer Kontakt mit seiner Exfrau hat, belastet Sallys Ehe zunehmend. Auf der Suche nach Ablenkung taucht sie tief in die Geschichte der Villa ein - und stößt auf ein düsteres Geheimnis: ein Verbrechen, das vor hundert Jahren begangen und nie aufgeklärt wurde ... Nach und nach deckt Sally die Wahrheit auf - aber sollten einige Rätsel besser ungelöst bleiben? »Ein großartiger Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann und der an die Bestseller von Joanna Trollope erinnert.« Daily Express Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der gefühlvolle Schicksalsroman »Das Geheimnis der Kastanienvilla« von Jane Elizabeth Varley. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
  • Deutsch
  • 1,96 MB
978-3-96655-178-6 (9783966551786)
Jane Elizabeth Varley hat in Oxford studiert und ist Juristin. Sie hat als Dozentin für Jura an der Kingston University gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane sind inspiriert von ihrem eigenen Leben und ihrem leidenschaftlichen Interesse für komplexe Familienbeziehungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Enon, Ohio. Jane Elizabeth Varley veröffentlichte bei dotbooks bereits ihre Romane »Die Sehnsucht der Schwestern« und »Das Geheimnis der Kastanienvilla«.

Kapitel 1


Sally Kirwan-Hughes war sich bewusst, was für ein großes Glück sie hatte, dass sie einen Teil des Nachmittags damit verbringen konnte, in aller Ruhe die Einladungen für das Geburtstagsfest zu schreiben. Diesen Einladungskarten in ihrer enteneierblauen Schachtel, mit einem Band zusammengehalten und am Rand mit Luftballons verziert, hatte sie in Village Voices, einer kleinen Papeterie, die erst vor kurzem in der Church Road aufgemacht hatte, einfach nicht widerstehen können. Sie hatte die Karten auf dem Küchentisch neben einem linierten DIN-A4-Block aufgestapelt, auf dem sie sich mit ihrem Mont-Blanc-Füllfederhalter die Namen der Gäste notiert hatte, die zur Feier von Louis' zweitem Geburtstag eingeladen werden sollten.

Sie hakte die Namen ihrer Eltern ab, sah den nächsten auf der Liste und legte den Stift zur Seite. Sie blickte auf. Die schwache Februarsonne schien durch die bleiverglasten Verandatüren herein und fiel auf den blaugrünen Schieferboden und die Ecke des Küchentischs. Der Garten versprach schön zu werden, obwohl der Bauträger den Rasen und die Beete nur provisorisch angelegt hatte. Edward hatte fast den ganzen letzten Sonntag damit verbracht, Blätter zusammenzurechen und die Beete umzugraben, und er hatte auf die Stellen gedeutet, an denen Rhododendren, Azaleen, Funkien und andere Pflanzen eingesetzt werden sollten, von denen sie gar nicht sicher war, ob sie sie überhaupt identifizieren konnte. Das Grundstück endete an einem morschen Lärchenholzzaun, und dahinter erhob sich majestätisch die Platane des Nachbarn.

Bald würde Louis aufwachen, denn er schlief mittags selten länger als eine Stunde. Deshalb wandte sie sich entschlossen wieder ihrer Aufgabe zu, griff nach ihrem Stift und schrieb den Namen ihrer Stieftochter rechts oben auf die Karte - Hope. Dabei verspürte sie einen Anflug von Verärgerung, gegen den sie einfach machtlos war. Nichts konnte Sallys anhaltenden Groll darüber mindern, dass ihr Sohn am gleichen Tag im März Geburtstag hatte wie ihre Stieftochter - beziehungsweise, dass Hope in diesem Jahr ihren einundzwanzigsten feierte. Sie wusste, dass das lächerlich war. Es war nun einmal nicht zu ändern. Und ihr Mann Edward sah die Sache ganz anders. An dem Tag, als Louis geboren wurde, hatte Edward unbekümmert festgestellt, der gemeinsame Geburtstag sei doch etwas, was die beiden, Louis und Hope, miteinander verbinde. Ihr war nichts eingefallen, was sie darauf hätte antworten können, und nach zwei Jahren hatte sie noch immer Schwierigkeiten, ein gutes Wort für das zu finden, was bestenfalls verdammt unpraktisch war und schlimmstenfalls eine ständige Erinnerung an Edwards Ex-Frau Pia darstellte.

Edward äußerte sich über Hopes Pläne für ihren einundzwanzigsten Geburtstag aufreizend vage. Sally hatte ihren Mann letzten Sonntag wieder darauf angesprochen, als er hinten die Rabatte umgrub.

»Bist du sicher, dass Hope nichts gesagt hat? Sie gibt doch bestimmt eine Party?«

Er hatte weitergegraben. »Nein.« Er hatte innegehalten, sich auf den Spaten gestützt und dann zu den Ästen des Nachbarbaums hinaufgeblickt, der über ihnen aufragte. »Platanen entziehen dem Boden Wasser. Der Rasen braucht einen nassen Sommer.«

»Edward! Was ist mit Pia? Hast du mit ihr geredet?«

Er schüttelte den Kopf. »Nein.« Dann machte er sich wieder ans Graben. »Warum rufst du sie nicht an?«, fügte er sinnigerweise hinzu.

Da hatte Sally auf dem Absatz kehrtgemacht. Sie hatte nie an sogenannte Freundschaften zwischen früheren und jetzigen Ehefrauen geglaubt. Am Anfang hatte sie gedacht, dass es möglich sei, mit Pia zurechtzukommen - wenn sie sich als zivilisierte, durchaus erwachsene Menschen zum Wohl der Kinder zusammenrissen und sich Mühe gaben -, und eine Zeit lang hatte es höfliche Kontakte und steife Telefongespräche gegeben. Aber nach den Ereignissen letztes Jahr an Weihnachten war das vorbei gewesen: Wie war es nur möglich, dass sich zwei intelligente Frauen wegen eines Haufens schmutziger Wäsche so in die Haare kriegen konnten?

Sie steckte Hopes Einladung in einen Umschlag und schrieb die Universitätsadresse darauf. In letzter Zeit weigerte sich Louis immer häufiger, Mittagsschlaf zu halten, aber wenn er schlief, dann nahm sie sich die eine oder andere Aufgabe vor, die Ruhe oder Konzentration erforderte und die sie nur erledigen konnte, wenn er nicht um sie herum war. Noch immer hatte sie im obersten Geschoss nicht alles ausgeräumt. Nach der anfänglichen Begeisterung hatte sie das Interesse verloren, weitere Kartons auszupacken, und inzwischen verstand sie, warum man noch Jahre nach einem Umzug Kisten herumstehen haben konnte.

Aber Sally liebte ihr neues Haus. Die helle und geräumige Wohnküche befand sich auf der Rückseite. In der Mitte stand ein Küchentisch, eine federleicht wirkende große Platte aus heller Eiche auf schlanken, sich verjüngenden Beinen. Die Stühle, deren Lehnen einen eleganten Bogen beschrieben, waren aus dazu passendem Holz gefertigt. Edward hatte, als er den Tisch bei Conran entdeckte, darauf gedeutet. »Das ist er.« In solchen Momenten konnte er sie noch immer überraschen: wenn seine Gelassenheit auf einmal in Entschlossenheit umschlug. Sein Geschmack und seine Vorlieben ließen sich einfach nicht vorhersagen.

Die Küche war aus weißem Holz. Angeblich von Hand lackiert, mit einer Arbeitsplatte aus Buche, die phantastisch aussah und schrecklich unpraktisch war. Die Wände waren bis auf Hüfthöhe mit acht Zentimeter breiten Paneelen verkleidet und weiß angemalt, der Verputz darüber magnolienfarben gestrichen. Inzwischen hegte Edward den Verdacht, dass man die Verkleidung angebracht hatte, um Feuchtigkeit im Mauerwerk zu verbergen, da sich das Holz in der Ecke der Außenwand verzog.

Aber es gab auch hübsche Dinge - ein Wandgestell, an dem ihre blauen Le Creuset-Töpfe hingen, und das praktische Regal darüber für ihre Kochbücher, die weiße Spüle mit den schönen, auf antik gemachten Messinghähnen - und das Beste von allem: der Blick in den Garten. Die Verandatüren führten auf eine Backsteinterrasse und den Rasen hinaus. Edward sagte, dass auf der Terrasse im Sommer mittags eine Gluthitze herrschen und sie dann unbedingt einen Sonnenschirm brauchen würden.

Ihr war gar nicht klar gewesen, dass Edward so viel von Gartenarbeit verstand. In der Mietwohnung in Putney und davor im Apartment im Barbican-Komplex hatte sie nie die Gelegenheit gehabt, das herauszufinden. Es war gar nicht in Frage gekommen, im Barbican-Komplex zu bleiben. Pia hatte dort mehr als einmal übernachtet.

Monatelang hatten sie nach einem Haus gesucht und schon fast die Hoffnung aufgegeben, da jede Immobilie schäbiger und teurer war als die vorherige. Sally hatte protestiert, dass es keinen Sinn hätte, das Haus am North Walk u zu besichtigen: »Das liegt weit über unserer Preisklasse.«

Aber Edward, der an diesem Samstagmorgen gerade beim Kaffeetrinken war, hatte darauf bestanden. »Wir brauchen ein Haus. Und wir wollen doch bis Weihnachten eingezogen sein. Deshalb werden wir an diesem Wochenende eins finden.« Er hatte zum Telefon gegriffen, für den Nachmittag sechs Besichtigungstermine vereinbart und vorgeschlagen, dass sie Louis zu ihrer Mutter bringen sollte.

North Walk stand als Letztes auf ihrer Liste, und es hatte schon zu dämmern angefangen, als sie auf der schmalen Straße unweit von Cannizaro Park vor dem roten viktorianischen Backsteinreihenhaus vorfuhren.

Der junge Makler begrüßte sie mit einem Blick auf seine Uhr. »Das Objekt ist gerade zu einem Einfamilienhaus mit separater Souterrainwohnung umgebaut worden.« Er zog die Schlüssel heraus. »Der Bauträger verkauft gegen Höchstgebot«, fügte er hinzu, während er sich mit dem Sicherheitsschloss abmühte.

Schließlich öffnete er die Tür und knipste das Licht im Flur an. Da sah sie die Farben und das Muster des schönen Buntglasfensters in der viktorianischen Eingangstür und die breite Treppe mit dem kunstvoll gedrechselten Eichengeländer und den geschnitzten Pfosten.

»Ein Großteil der Originalausstattung ist erhalten geblieben«, erklärte der Makler und führte sie ins vordere Zimmer. »Das Haus war jahrelang vermietet.« Das geräumige Zimmer mit dem Erkerfenster, das mit einer Fensterbank versehen war, besaß die für die damalige Zeit typische hohe Decke mit einem reichverzierten Stuckmedaillon aus Blättern und Rosen in der Mitte sowie einen großen verputzten offenen Kamin.

Edward ging als Erster wieder in den Flur zurück und deutete auf den neuen Teppich. »Darunter könnten noch die Originalfliesen liegen.« Dann wandte er sich an den Makler. »Wir sehen uns allein ein bisschen um.«

»Gern.«

Sie bewunderten die Küche, schauten sich die rotgestrichene Garderobe im Erdgeschoss an, und als sie schließlich im großen Schlafzimmer im Obergeschoss ankamen, wünschte sich Sally, sie wären erst gar nicht zur Hausbesichtigung hierhergefahren. Zuerst fiel ihr Blick auf den kleinen, wunderschönen Kamin aus rotem belgischem Marmor, dann auf die Schiebefenster, die den Blick auf den Wimbledon-Common-Golfplatz freigaben. Nichts, was sie bei ihrer monatelangen Suche gesehen hatten, reichte auch nur annähernd an dieses Haus heran.

Edward schaute sich alles andere als flüchtig um. Als Nächstes inspizierte er das zweite kleine Schlafzimmer im Obergeschoss. »Gäste- oder Arbeitszimmer?« Schließlich sprang er die Treppe hinauf, hielt bei dem weißgefliesten Bad auf dem Zwischengeschoss an und deutete auf die Powerdusche, dann lief er weiter zu den Schlafzimmern im Dachgeschoss. »Es gibt also zwei Zimmer hier oben und zwei im Obergeschoss.«

»Edward! Das ist viel zu teuer für uns.«

Er wirkte ungerührt. »Alle nehmen am Ende einen...

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