Tochter der Schatten

Roman
 
Mona Vara (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 11. Oktober 2011 | 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06639-0 (ISBN)
 
Im Herzen der Dunkelheit
Gabrielle besitzt eine besondere Fähigkeit: Sie kann die Bewohner der Grauen Welt sehen, schemenhafte Grenzgänger zwischen dem Reich des Diesseits und des Jenseits. Der Jäger Darran ist einer von ihnen. Er folgt Gabrielle, er wacht über sie - und er verliebt sich in sie. Damit bringt er sich und Gabrielle in große Gefahr. Denn es ist ihm unter Androhung höchster Strafen untersagt, Kontakt zu den Menschen aufzunehmen ...


Mona Vara, geboren 1959 in Wien, absolvierte an der Universität Wien eine Ausbildung als Übersetzerin. Sie ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen erotischer Literatur. Mona Vara lebte, arbeitete und schrieb in Wien. Nach langer Krankheit verstarb sie im Januar 2016.
Deutsch
0,69 MB
978-3-641-06639-0 (9783641066390)
3641066395 (3641066395)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Mona Vara, geboren 1959 in Wien, absolvierte an der Universität Wien eine Ausbildung als Übersetzerin. Sie ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen erotischer Literatur. Mona Vara lebte, arbeitete und schrieb in Wien. Nach langer Krankheit verstarb sie im Januar 2016.
Dreiundzwanzigstes Kapitel (S. 254-255)

Es war kurz vor Einbruch der Nacht, als Strabo die Stufen des Pavillons hinabstieg. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatten die Ahnen zu ihm gesprochen. Aber ihre Worte hatten ihm Angst gemacht, sie verhießen Krieg und Gefahr. Gefahr vor allem für Gabriella. Sein Herz wurde schwer, als er an seine Tochter dachte. Alles war umsonst, wenn er Gabriella nicht schnell wieder in ihre Welt zurückbrachte. Die Nebel würden sie aufsaugen, sie töten. Ihre Magie war zu schwach, um ihnen zu widerstehen. Auch seine eigene Kraft ging verloren. Wie sollte er länger das Land und die wachsende Unzufriedenheit seines Volkes beherrschen, wenn sogar seine eigene Tochter gegen ihn arbeitete? Malina hatte nie begriffen, dass nicht er es war, der die Nebel rief, um zu urteilen und … zu vernichten.

Er hüllte sich in seinen Mantel, als ein Windstoß ihm Sand ins Gesicht schleuderte. Strabo schauderte. Es war ihm, als raunte ihm der aufkommende Sturm eine Warnung vor Tod und Unheil zu. Er blieb stehen, als plötzlich mehrere Gestalten aus der Dämmerung vor ihm auftauchten. Tabor und zwei seiner Wächter. Er nickte ihnen zu, wollte weitergehen, als Tabor ihm den Weg vertrat. Das Gefühl von nahendem Unheil verstärkte sich.

»Was ist? Gib den Weg frei.« Eine Kopfbewegung von Tabor. »Packt ihn!« Die Männer stürmten auf Strabo zu, die Schwerter in den Händen. Er wich dem Ersten aus, rammte ihm die Faust unter die Achsel des Schwertarms, als der Zweite schon heran war. Er spürte sie mehr, als er die Klinge kommen sah, duckte sich darunter hinweg und schlug dem Ersten das Schwert aus der Hand, als dieser sich unter dem Faustschlag krümmte. Strabo hatte nicht nur geherrscht. Er hatte auch lange Jahre gekämpft, zuletzt an der Spitze seines Heeres, das sich gegen die Rebellen gestellt hatte.

Er hatte keine Wahl gehabt, die Nebel hatten ihm niemals eine gegeben. Und sie würden auch Gabriella keine lassen. Bei diesem Gedanken erfasste ihn eine verzweifelte Wut. Seine Hand griff wie von selbst nach dem Schwertknauf, als er auch schon herumwirbelte und dem zweiten Angreifer das Schwert tief in die Seite stach. Zwei weitere Männer stürmten aus der Dunkelheit auf ihn zu, als hätte der aufkommende Sturm sie an diesen Ort getragen. Einen konnte er zurückstoßen, dem Zweiten fuhr sein Schwert zwischen Hals und Schulter. Sein Schrei verklang in einem Röcheln.

Er erkannte in ihm einen weiteren seiner eigenen Männer. Wachen, denen er vertraut hatte. Er blickte sich nach Tabor um. Markus hatte – wie in so vielen anderen Dingen – recht gehabt, Tabor war ein Verräter. Markus hatte ihn gewarnt, aber er hatte dem Falschen vertraut. Plötzlich spürte er hinter sich eine Bewegung, wirbelte herum und sah Tabor mit erhobenem Schwert auf sich zuspringen. Er wich dem Schlag aus, stolperte, taumelte zurück, aber da war Tabor schon da. Er holte aus, Strabo sah das Schwert auf sich zukommen, und da schien es plötzlich, als würde sein Berater mitten in der Bewegung erstarren.

Er sah an sich herab. Eine Pfeilspitze ragte aus seiner Schulter. Er starrte Strabo an, öffnete den Mund, aber nur ein Keuchen kam hervor, dann sackte er in die Knie. Das Schwert fiel aus seiner kraftlosen Hand, und schließlich fiel er langsam nach vorn. Der Pfeil, der aus seinem Rücken ragte, federte leicht im Wind. Schwer atmend drehte Strabo sich im Kreis, das Schwert zur Verteidigung erhoben, auf weitere Angriffe gefasst. Der Wind nahm an Stärke zu, trieb mit dem Staub nun schon größere Sandkörner mit sich, die wie Nadeln in die Haut und die Augen stachen. Strabo blinzelte, als er jemanden durch den Vorhang aus Staub und Sand auf sich zukommen sah. Als er ihn erkannte, fasste er sein Schwert fester. Und zugleich wusste er, dass er endgültig verloren hatte. »Du bist zurück. Malina hat dich also schon erweckt.« »Natürlich. Hast du daran gezweifelt? Hast du nie daran gedacht, dass es ein Fehler war, ihren Liebhaber einfach in die Zwischenwelt zu schicken?«

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