Sophienlust (ab 351) Box 15 - Familienroman

E-Book 76-80
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. September 2020
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-7064-2 (ISBN)
 
In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie wird die von allen bewunderte Denise Schoenecker als Leiterin des Kinderheims noch weiter in den Mittelpunkt gerückt. Neben den alltäglichen Sorgen nimmt sie sich etwa des Schicksals eines blinden Pianisten an, dem geholfen werden muss. Sie hilft in unermüdlichem Einsatz Scheidungskindern, die sich nach Liebe sehnen und selbst fatale Fehler begangen haben. Dann wieder benötigen junge Mütter, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben, dringend Unterstützung. Denise ist überall im Einsatz, wobei die Fälle langsam die Kräfte dieser großartigen Frau übersteigen. Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Doch auf Denise ist Verlass. Der Sophienlust Bestseller darf als ein Höhepunkt dieser Erfolgsserie angesehen werden. Denise von Schoenecker ist eine Heldinnenfigur, die in diesen schönen Romanen so richtig zum Leben erwacht. E-Book 76: Von der Mutter ein Gruß E-Book 77: Liebeserwachen E-Book 78: Binnie sucht Eltern E-Book 79: Ein Freudentag für Uschi E-Book 80: Die große Verantwortung

1967 in der schönen bayerischen Landeshauptstadt geboren, bin ich ein echtes 'Münchner Kindl'. Bereits im Alter von acht Jahren entdeckte ich die Welt der Bücher für mich, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Sprache war und ist für mich ein fantastisches, vielfältiges Ausdrucksmittel, dessen Gebrauch ich von Kind an in Tagebucheinträgen, Kurzgeschichten und Erzählungen geübt habe. Dieses Talent entdeckte und förderte schließlich meine Schwiegermutter, die wunderbare Romanautorin Gerty Schiede. Sie war es, die mich in die Welt , das Leben und Wirken des Dr. Norden und seiner großen, glücklichen Familie einführte. Sie lehrte mich, die Welt mit seinen Augen zu sehen. Inzwischen selbst Mutter von vier Kindern und ausgestattet mit viel Neugier und einer lebhaften Fantasie fand und finde ich in dieser Serie endlich ein schönes Medium, um über all das zu schreiben, was unser Leben so lebenswert macht: Liebe, Kinder, Freude, Irrungen und Wirrungen. Mit meinen Geschichten möchte ich meinen Leserinnen und Lesern immer wieder aufs Neue schöne, unterhaltsame, spannende Stunden schenken mit der Sicherheit, dass das Gute über das Böse siegt und die Liebe stärker ist als der Hass. Das ideale Umfeld und die Ruhe zum Schreiben finde ich in meinem Haus, das inmitten idyllischer Natur in einer kleinen Stadt nahe München liegt. Hier lebe ich seit vielen Jahren mit meiner Familie, Hund und Katze. Meine größte Inspiration sind meine wunderbaren Kinder, die es mir leicht machen, das lustige, aufregende, mitunter auch anstrengende aber unbezahlbare Leben in einer Großfamilie, wie die Nordens es führen dürfen, am eigenen Leib zu erleben. Sie sind es auch, die mich immer wieder mit neuen Ideen für Titel und Geschichten versorgen. Aber auch meine vielfältigen Interessen, Familie, Freunde und Nachbarn sorgen dafür, dass mir die Ideen für immer neue Erlebnisse rund um meinen täglichen Begleiter Daniel Norden und seine Familie nicht ausgehen.
  • Deutsch
  • 1,12 MB
978-3-7409-7064-2 (9783740970642)

Der Morgen des Tages, an dem Dr. Anja Karsten, die Ärztin der Kinder von Sophienlust, Dr. Stefan Frey heiraten soll, war strahlend und voller Sonne.

Im Garten ihres künftigen Heimes, des Doktorhauses in Wildmoos, spielte Stefans fünfjährige Tochter Felicitas mit ihrem Hund. Sie hatte ihn Stoffel genannt.

»Komm, Stoffel, komm!«, rief sie dem Hund übermütig zu, sodass der braun-weiß-gefleckte Spaniel ihr auf Schritt und Tritt folgte. Dann sang das hübsche Kind: »Heute heiraten wir, heute heiraten wir«, und klatschte erfreut in die Händchen.

Elise Karsten, eine Tante von Anja, beobachtete Felicitas schmunzelnd. »Aber du heiratest doch nicht, Filzchen. Dein Papi heiratet«, korrigierte sie. Schon seit einigen Tagen wohnte sie mit Dr. Stefan Frey und seiner Tochter in dem Haus, in das nach der Hochzeit auch ihre Nichte Anja einziehen sollte.

Felicitas blieb stehen und schaute die Tante mit ihren großen graublauen Augen an, die so hübsch mit ihrem braungelockten Haar kontrastierten. »Aber wenn mein Papi Tante Anja heiratet, dann heirate ich sie doch auch. Sie wird doch dann meine Mutter. Endlich wird sie für immer meine Mutti.«

Aus den Augen des Kindes leuchtete eine solche Freude, dass Elise Karsten die Kleine gerührt an sich zog. »Aber sie ist doch schon jetzt wie eine Mutti zu dir«, meinte sie. »Du nennst sie doch auch schon Mutti.«

Felicitas nickte ernst. »Sie ist die liebste Mutti von der ganzen Welt. So eine Mutti haben wir uns immer gewünscht, Papi und ich.« Über das Gesicht der Kleinen huschte nun ein Schatten. »Aber dann hat Papi mich ganz allein gelassen«, murmelte sie.

»Denk nicht mehr daran«, sagte Elise Karsten tröstend. Sie ahnte, dass die Erinnerung an die furchtbare Zeit nur ganz allmählich aus dem Gedächtnis des Kindes schwinden würde -?an die Zeit, in der Felicitas in Sophienlust aufgetaucht war. Ihr Vater hatte sie damals zur Adoption freigegeben. Wenn ihre Nichte Anja sich des Kindes nicht angenommen hätte . Die ältere Frau seufzte. Wer weiß, wie es dem Kind dann gegangen wäre.

Aber nicht nur um das Kind hatte sich die junge Ärztin in aufopfernder Weise bemüht, nein, auch um den verbitterten, gelähmten Mann hatte sie sich gekümmert. Und das, obwohl Stefan sie anfangs brutal zurückgewiesen hatte.

Doch heute würde er mit genau derselben Anja vor den Traualtar treten. Elise Karsten musste lächeln. Wie seltsam die Wege des Schicksals doch oft waren .

Als sich hinter ihr eine Tür öffnete, wandte sie sich um. Im gleichen Moment flog Felicitas ihrem Vater an den Hals. »Papi! Papi, wann heiraten wir nun endlich?«

Der große, schlanke Mann mit dem dunklen, leicht melierten Haar und den grauen Augen presste sein Töchterchen zärtlich an sich. Prüfend betrachtete Elise Karsten sein sympathisches Gesicht in der frühen Morgensonne. Außer den beiden Linien am Kinn, die sich etwas tiefer eingegraben hatten, deutete nichts mehr darauf hin, dass er einmal als verbitterter, gelähmter Mann am Leben hatte verzweifeln wollen. Aber Anja hatte ihn mit der ihr eigenen Energie nach Kopenhagen zu einem Spezialisten gebracht. Von dort war er erst vor wenigen Tagen geheilt zurückgekommen.

Seine Bewegungen waren wieder völlig normal, als er Felicitas jetzt auf den Arm hob. »Heute, heute um zehn Uhr heiraten wir, Filzchen.«

»Und dann bleibt unsere Mutti für immer bei uns?«, vergewisserte sich das Kind. Wieder und wieder wollte es die Bestätigung hören.

»Ja, dann bleiben wir alle drei beisammen und trennen uns nie mehr«, versprach der glückliche Vater feierlich. Seine Liebe zu Anja war an jeder Geste und an jedem Wort zu erkennen. Er wollte nicht mehr an die Vergangenheit denken. An seine erste Frau Diana, die ihn nach seinem Unfall leichtfertig verlassen und später Selbstmord begangen hatte. Diese verzweifelte Zeit war vorüber -?dank Anja, der schönen, jungen Ärztin von Sophienlust.

»Wann kommt Mutti?«, wollte Felicitas nun auch noch wissen.

»In einer Stunde holen wir sie ab«, versprach Stefan feierlich und setzte Felicitas zurück auf den Boden. »Was hältst du davon, wenn wir jetzt erst einmal gemeinsam frühstücken? Oder hast du keinen Hunger?«

»Wie ein Wolf!«, stöhnte Felicitas.

»Na, dann komm!« Er nahm sie bei der Hand und ging mit ihr zurück ins Haus, in dem sich die frühere Praxis Dr. Wolframs befand. Anja und Stefan hatten sie nun gemeinsam übernommen. Das heißt, sie hatten beschlossen, sie zu übernehmen. Ihre wirkliche gemeinsame Arbeit würde erst nach der Hochzeit beginnen.

»Wird sich Mutti weiter um die Kinder in Sophienlust kümmern?«, hörte Stefan seine Tochter fragen.

»Aber ja«, bestätigte er.

»Ganz allein, oder hilfst du ihr, Papi?«

»Nein, das will sie ganz allein machen«, erklärte Stefan. Er wusste, dass Anja sehr stolz darauf war, »ihre Kinder«, wie sie sie nannte, allein zu behandeln. Die Praxis würden sie jedoch gemeinsam übernehmen. Er freute sich unsagbar auf die Arbeit und auf die Zukunft zu zweit. Doch ein Blick auf sein Töchterchen veranlasste ihn, seine Gedanken zu revidieren. Erst zu dritt würde ihr Glück vollkommen sein. Anja hatte ihn oft genug daran erinnert.

Anja! Seine Lippen formten ihren Namen. Allein der Gedanke an sie vermochte ihn schon glücklich zu machen. Sie hatte so vieles für ihn getan, aber ihr schönstes Geschenk für ihn war ihre Liebe. Die zärtliche, fürsorgliche Liebe für Felicitas und ihn.

»Dürfen wirklich alle Kinder von Sophienlust dabeisein, wenn wir Mutti in der Kirche heiraten?«, fragte Felicitas aufgeregt.

Stefan strich seiner Tochter schmunzelnd übers Haar. »Ja, Filzchen, sie werden alle bei uns sein. Ist das nicht schön?« Erst durch Anja wusste er wieder, wie viel Freude und Glück ein Kind schenken konnte.

»Es ist ganz furchtbar aufregend, Papi«, seufzte Felicitas und presste die Händchen vor die Brust.

Nach dem Frühstück wurde es Zeit aufzubrechen. Stefan ging schnell nach oben, um sich fertig anzuziehen. Filzchen trug bereits ihr weißes Spitzenkleidchen. Sie musterte sich jetzt sehr kritisch und ernst vor dem großen Spiegel im Korridor. Der Spaniel stand daneben und wartete andächtig auf ein Wort von ihr.

»Gefalle ich dir, Stoffel?«, wandte sie sich an den Hund.

Er neigte den Kopf ein wenig zur Seite und gab einen leisen Winselton von sich.

»Also, ich gefalle dir«, entschied Felicitas. »Dann gefalle ich Mutti bestimmt auch.« Es war für sie ungeheuer wichtig, dass Anja zufrieden mit ihr war.

*

»Ich bin entsetzlich nervös, Mutti!« Unruhig lief Nick hin und her und zählte schon zum fünften Mal die Kinder. »Es sind alle da!«

»Ich weiß«, meinte Denise ruhig. »Du bestätigst es mir bereits zum dritten Mal.« Sie war mit ihrer Familie nach Sophienlust gekommen, um selbst die Abfahrt der Kinder zur Kirche zu überwachen.

»Hoffentlich kommen wir nicht zu spät«, sagte Nick aufgeregt. »Wann findet denn die Trauung statt?«

»Genau um zehn Uhr«, antwortete Pünktchen, die auf einmal neben ihm stand. »Aber sie würden bestimmt nicht mit der Zeremonie anfangen, bevor wir da sind.«

Schmunzelnd verfolgte Denise diese Unterhaltung. Sie zeigte ihr, wie sehr sich die Kinder mit »ihrer Frau Doktor« verbunden fühlten. Aber dieses innige Verhältnis beruhte auf Gegenseitigkeit. Anja Karsten hatte es sich von ganzem Herzen gewünscht, alle Kinder von Sophienlust bei ihrer Hochzeit dabeizuhaben. Dabei ging es ihr nicht einmal um eine große pomphafte Hochzeit. Sie wollte nur all die Menschen, die ihr so nahe standen und so viel bedeuteten, an ihrem schönsten Tag in ihrer Nähe wissen. Diesem Wunsch war Denise von Herzen gern nachgekommen, denn sie schätzte Dr. Anja Karsten als Mensch und als Ärztin ganz außerordentlich.

Als die Busse vorfuhren, begannen die Kinder einzusteigen. Dabei zählte Nick sie zum letzten Mal. Als seine Rechnung stimmte, stieg er aufatmend hinter Pünktchen als Letzter ein.

Denise und Alexander folgten den Bussen im Personenwagen. Erschrocken zuckte Denise zusammen, als plötzlich Nicks ganzer Oberkörper aus einem Busfenster herausragte.

Sofort tastete Alexander nach der Hand seiner Frau und beruhigte sie. »Er hat nur Andreas Wagen vor dem ersten Bus entdeckt«, erklärte er Nicks ungewöhnliches Manöver.

Die Trauung fand in der Dorfkirche von Wildmoos statt. So hatten Anja und Stefan es sich gewünscht. Es entsprach ihrem Wunsch nach einer schlichten, aber stimmugsvollen Feier.

Da der Ort sehr klein und Dr. Anja Karsten auch für die Dorfbewohner eine Persönlichkeit war, hatten sich nicht nur die Kinder und Bewohner von Sophienlust, sondern auch der größte Teil der Dorfbewohner vor der Kirche eingefunden, um als Gratulanten oder Zuschauer an der Hochzeit teilzunehmen.

Anja Karsten und Stefan Frey waren bereits da, als die Kinder von Sophienlust und die Familien von Schoenecker und von Lehn vor der Kirche eintrafen. Vorübergehend entstand ein verwirrendes Durcheinander. Von der Feierlichkeit der Stunde erfüllt, wollte jedes einzelne Kind der geliebten Frau Doktor und deren Bräutigam gratulieren, wobei besonders die Kleineren vor Aufregung fast kein Wort hervorbrachten.

Doch die junge Ärztin hatte Verständnis für das Lampenfieber ihrer Schützlinge. Sie dankte allen mit der gleichen Herzlichkeit, sodass jeder Bub und jedes Mädchen das Gefühl hatte, Anja Karsten habe auf diesen speziellen Glückwunsch besonderen Wert gelegt. Sie trug das mattschimmernde blonde Haar in einer kunstvollen Hochfrisur. Ihre dunkelbraunen Augen leuchteten in ernster Feierlichkeit.

Da Anja Karsten von den Kindern geradezu belagert war, gelang es...

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