Familie Dr. Norden Classic 51 - Arztroman

Ein gefährliches Geschenk
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. Juni 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-6744-4 (ISBN)
 
Dr. Daniel Norden ist verzaubert von der jungen Ärztin Dr. Fee Cornelius. Fee und Daniel heiraten. Er hat eine Praxis in München eingerichtet, Fee hilft ihm. Beide sehen den Beruf nicht als Job, sondern als wirkliche Berufung an. Aber ihr wahres Glück finden sie in der Familie. Fünf Kinder erblicken das Licht der Welt; zunächst Daniel jun., bald darauf sein Bruder Felix. Nach den beiden Jungen, die Fee ganz schön in Atem halten, wird Anne Katrin geboren, die ganz besonders an dem geliebten Papi hängt und von allen nur Anneka genannt wird. Weiterhin bleibt die Familie für Daniel Norden der wichtige Hintergrund, aus dem er Kraft schöpft für seinen verantwortungsvollen Beruf und der ihm immer Halt gibt. So ist es ihm möglich, Nöte, Sorgen und Ängste der Patienten zu erkennen und darauf einfühlsam einzugehen. Familie Dr. Norden ist der Schlüssel dieser erfolgreichsten Arztserie Deutschlands und Europas. Fröhlich und unbekümmert, wie man es von ihr gewohnt war, betrat Lisa Marie Anderson die Praxis von Dr. Norden. 'Wie geht's, Wendy, ist viel zu tun?' fragte sie. 'Als ob es keinen anderen Arzt weit und breit gäbe!' seufzte Wendy. 'Was für die Beliebtheit unseres lieben Onkel Doktors spricht', neckte Lisa. 'Ich will ihn auch nicht von der Arbeit abhalten, nur mein Gesundheitsattest holen und mich verabschieden.' 'Ist es schon soweit?' fragte Wendy. 'Morgen früh fliege ich.' 'Da wird die Mami aber traurig sein.' 'Sie hat doch noch Tim und Pam. Ich bin ja nicht bei Fremden, und wir können telefonieren. Es ist nicht mehr so wie früher, daß man wochenlang mit dem Schiff unterwegs war. Wenn die Maschine um acht Uhr startet, bin ich um sechzehn Uhr in New York und dort ist es gerade zehn Uhr vormittags.' 'Wenn es nur nicht gerade New York wäre', sagte Wendy besorgt. 'Die Familie Travis wohnt in einer ganz feudalen Gegend.

1967 in der schönen bayerischen Landeshauptstadt geboren, bin ich ein echtes 'Münchner Kindl'. Bereits im Alter von acht Jahren entdeckte ich die Welt der Bücher für mich, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Sprache war und ist für mich ein fantastisches, vielfältiges Ausdrucksmittel, dessen Gebrauch ich von Kind an in Tagebucheinträgen, Kurzgeschichten und Erzählungen geübt habe. Dieses Talent entdeckte und förderte schließlich meine Schwiegermutter, die wunderbare Romanautorin Gerty Schiede. Sie war es, die mich in die Welt , das Leben und Wirken des Dr. Norden und seiner großen, glücklichen Familie einführte. Sie lehrte mich, die Welt mit seinen Augen zu sehen. Inzwischen selbst Mutter von vier Kindern und ausgestattet mit viel Neugier und einer lebhaften Fantasie fand und finde ich in dieser Serie endlich ein schönes Medium, um über all das zu schreiben, was unser Leben so lebenswert macht: Liebe, Kinder, Freude, Irrungen und Wirrungen. Mit meinen Geschichten möchte ich meinen Leserinnen und Lesern immer wieder aufs Neue schöne, unterhaltsame, spannende Stunden schenken mit der Sicherheit, dass das Gute über das Böse siegt und die Liebe stärker ist als der Hass. Das ideale Umfeld und die Ruhe zum Schreiben finde ich in meinem Haus, das inmitten idyllischer Natur in einer kleinen Stadt nahe München liegt. Hier lebe ich seit vielen Jahren mit meiner Familie, Hund und Katze. Meine größte Inspiration sind meine wunderbaren Kinder, die es mir leicht machen, das lustige, aufregende, mitunter auch anstrengende aber unbezahlbare Leben in einer Großfamilie, wie die Nordens es führen dürfen, am eigenen Leib zu erleben. Sie sind es auch, die mich immer wieder mit neuen Ideen für Titel und Geschichten versorgen. Aber auch meine vielfältigen Interessen, Familie, Freunde und Nachbarn sorgen dafür, dass mir die Ideen für immer neue Erlebnisse rund um meinen täglichen Begleiter Daniel Norden und seine Familie nicht ausgehen.
  • Deutsch
  • 0,20 MB
978-3-7409-6744-4 (9783740967444)

Fröhlich und unbekümmert, wie man es von ihr gewohnt war, betrat Lisa Marie Anderson die Praxis von Dr. Norden.

»Wie geht's, Wendy, ist viel zu tun?« fragte sie.

»Als ob es keinen anderen Arzt weit und breit gäbe!« seufzte Wendy.

»Was für die Beliebtheit unseres lieben Onkel Doktors spricht«, neckte Lisa. »Ich will ihn auch nicht von der Arbeit abhalten, nur mein Gesundheitsattest holen und mich verabschieden.«

»Ist es schon soweit?« fragte Wendy.

»Morgen früh fliege ich.«

»Da wird die Mami aber traurig sein.«

»Sie hat doch noch Tim und Pam. Ich bin ja nicht bei Fremden, und wir können telefonieren. Es ist nicht mehr so wie früher, daß man wochenlang mit dem Schiff unterwegs war. Wenn die Maschine um acht Uhr startet, bin ich um sechzehn Uhr in New York und dort ist es gerade zehn Uhr vormittags.«

»Wenn es nur nicht gerade New York wäre«, sagte Wendy besorgt.

»Die Familie Travis wohnt in einer ganz feudalen Gegend. Passieren kann einem überall was, Wendy, wenn es einem so bestimmt ist.«

Ein Trost wird das für Frau Anderson nicht sein, dachte Wendy.

Dr. Norden kam aus seinem Sprechzimmer, sah Lisa und winkte sie gleich zu sich.

»Dein Gesundheitsattest liegt bereit, Lisa, und es ist ein Trost, daß dir überhaupt nichts fehlt. Ich hoffe nur, daß du auch wieder so gesund zurückkommst.«

»Ich werde mich an alle Vorschriften halten, und mit fast food kann man mich ohnehin jagen. Also keine Bange. Ich lasse von mir hören, und bitte kümmern Sie sich ein bißchen um Mami.

Sie umarmte ihn spontan und küßte ihn auf beide Wangen. Sie durfte das, denn für sie war er seit ihrem fünften Lebensjahr der liebe Onkel Doktor, und er freute sich immer wieder an diesem natürlichen, reizenden Mädchen mit den strahlenden blauen Augen, die so wißbegierig in die Welt schauten, die sie nun erobern wollte. Lisa Marie Anderson hatte sich viel vorgenommen.

Aber Daniel Norden wußte auch, daß es Margret Anderson besonders deshalb so schwer ums Herz war, daß ihre Älteste nach Amerika gehen wollte, weil dort ihr Mann, der Vater ihrer drei Kinder, vor vierzehn Jahren tödlich verunglückt war, als er auf einer Geschäftsreise auch seinen Vater hatte besuchen wollen.

Sie hatten zu dieser Zeit in Spanien gelebt, wo Gregory Anderson die Niederlassung eines großen Automobilkonzerns leitete. Nach seinem Tod war Margret mit ihren drei Kindern in ihre Heimat München zurückgekehrt. Hier hatte sie wenigstens noch ein paar gute Freunde und auch noch ihre Mutter, die aber vor zwei Jahren gestorben war.

Margret konnte Lisa Marie den Wunsch, nach New York zu gehen, nicht abschlagen, hatte sie diesen doch auch gehabt, als sie neunzehn gewesen war. Sie hatte viel Mühe gehabt, diesen bei ihren Eltern durchzusetzen.

Aber sie hatte das gesteckte Ziel, Schauspielerin zu werden, aufgegeben, als sie Gregory Anderson kennen- und liebengelernt hatte. Sie war bald seine Frau geworden, um ihn auf seinen Reisen um die Welt zu begleiten, denn er wollte sie immer bei sich haben, als ahne er, daß ihr Glück nicht lange währen sollte.

Sechs Jahre waren sie verheiratet gewesen, als Lisa Marie geboren wurde. Sie hatten nichts geplant, alles dem Zufall überlassen, aber es schien so zu sein, als würde ihr Leben dadurch in ruhigere Bahnen geraten. Lisa Marie war ein entzückendes Baby, daß sie sich dann auch auf das zweite freuten, das zwei Jahre später kam. Es war ein Sohn, Timothy, und er war genauso niedlich wie seine Schwester.

Gregory war ein Bilderbuch-Daddy, wie Margret voller Stolz feststellen konnte. Als dann wieder zwei Jahre später Pamela zur Welt kam, war das Glück vollkommen und sie wollten es genießen. Das konnten sie gerade ein Jahr, dann schlug das Schicksal zu.

Margret konnte und wollte es nicht begreifen, daß Gregory nie mehr kommen würde. Er war beim Absturz einer Privatmaschine mit fünf Geschäftsfreunden ums Leben gekommen. Nur einer hatte schwerverletzt überlebt, und Margret klammerte sich an die Hoffnung, daß dieser eine ihr Mann war. Sie flog nach Amerika, um mit ihm zu sprechen, aber das konnte sie nicht, denn er lag im Koma und war so schwer verletzt, daß er nur durch eine zerfetzte Sportjacke mit seinem Namensschild identifiziert wurde.

Er hieß Roger Burlitt.

Margret hatte die ganze Geschichte einmal dem Ehepaar Norden erzählt. Sie hatte zu Fee Norden einen engeren Kontakt gefunden, weil Tracy und Tim sich mit Danny und Felix Norden angefreundet hatten. Sie besuchten dasselbe Gymnasium, Pamela und Danny dieselbe Klasse.

Fee wurde natürlich immer auf dem laufenden gehalten, was Lisa betraf, und als Dany und Felix an diesem Tag aus der Schule kamen, sagte Danny auch gleich: »Morgen fliegt Lisa nach New York, jetzt steht es fest.«

Fee dachte sofort an Margret Anderson. Sie konnte mit ihr fühlen, da sie auch eine liebevolle Mutter war. Der Gedanke, eines ihrer Kinder ein ganzes Jahr lang nicht sehen zu können, war für sie unvorstellbar.

Margret dagegen mahnte sich zur Vernunft. Immer wieder hatte sie sich gesagt, daß sie es ja auch durchgesetzt hatte und hatte genau wie Lisa auf die Schauspielschule gehen wollen.

Sie versuchte sich jetzt immer wieder mit dem Gedanken zu beruhigen, daß Lisa bei der Familie Travis gut untergebracht war und sich nicht um eine Unterkunft sorgen mußte.

Jason Travis war ein Kollege von Gregory gewesen, damals erst als junger Ingenieur, aber jetzt als Manager tätig. Damals hatte er sich sehr bemüht, Licht in das Geschehen um den Absturz zu bringen, der viele Rätsel aufgab, die nie gelöst wurden. Er hatte Margret auch besucht, als er mit Leslie auf der Hochzeitsreise war und Margret hatte sich mit der sympathischen Leslie angefreundet. So waren sie immer in Verbindung geblieben in den zehn Jahren, die sie sich nun schon kannten. Als dann davon die Rede war, daß Lisa in New York auf die Schauspielschule gehen wollte, hatten sie sofort angeboten, daß sie bei ihnen wohnen könne.

»Reg dich bitte nicht so auf, Mami«, hatte Lisa gesagt, als sie die letzten Sachen einpackte. »Weihnachten bin ich bei euch, oder ihr kommt nach New York. Du wirst sehen, wie schnell die Zeit vergeht. Wir können jeden Tag telefonieren, es kostet nicht mehr viel, oder wir faxen uns Briefe. Es ist alles viel einfacher als früher.«

»Es ist ja okay, ich rege mich nicht auf. Ich habe es ja auch nicht anders gemacht, und dann habe ich die Liebe meines Lebens gefunden.«

»Und das könnte bei mir auch so sein, meinst du?« fragte Lisa lachend.

»Warum nicht?«

»Weil ich mich nicht drausbringen lasse. Ich will eine richtige Schauspielerin werden, nicht so ein Soapsternchen, das nur Quatsch daherreden muß.«

Wenn sie es will, dachte Magret resignierend.

Lisa hatte schon einige Rollen in Fernsehspielen gehabt, kleinere und auch größere und dabei hatte sie auch recht gut verdient. Margret hatte sich manches Mal über die Höhe der Gagen gewundert, am meisten dann, wenn sie zu Werbespots geholt wurde. Es bestand kein Zweifel, daß Lisa sehr fotogen war und auch talentiert. Sie wollte ernsthaft etwas daraus machen.

Pamela, die jüngste, war genauso eigensinnig. Allerdings war ihr Wunschtraum seit ihrem vierten Lebensjahr ein Pferd gewesen, und das war auch so geblieben. Als sie acht war, hatte Magret ihr ein Pferd gekauft, damit sie nicht auf fremden Ponys oder Pferden reiten mußte. Ihr Aramis war ihr ein und alles, jetzt bereits neun Jahre alt. Pamela hatte mit ihren nun fünfzehn Jahren keine anderen Interessen.

Allein Tim hatte noch kein rechtes Ziel und keine Ambitionen, abgesehen von Computerspielen. Er spielte Tennis, ging ab und zu auch mal mit zum Reiten, war ein ganz guter Schwimmer, hatte aber keinerlei Ehrgeiz, etwas mit Akribie zu betreiben. Er hatte auch noch kein berufliches Ziel, und Margret meinte, daß es damit auch noch Zeit hätte. Er sollte erst mal die Schule möglichst gut zu Ende bringen, und dazu hatte er auch noch zwei Jahre Zeit.

Im Augenblick hatten aber auch Tim und Pamela nichts anderes im Sinn als Lisas Reise nach Amerika.

Sie nahmen zusammen das letzte gemeinsame Abendessen ein.

Es wollte keine rechte Unterhaltung zustande kommen, bis Lisa plötzlich fragte: »Hatte Daddy eigentlich noch Verwandte in den Staaten?«

»Entfernte sicherlich, aber er selbst hatte keine Kontakte und kannte manche gar nicht. Seit Großpapa tot ist, habe ich nichts mehr gehört.«

»Hatte er eigentlich nichts hinterlassen, auch kein Testament?« fragte Tim.

Margret war darüber so überrascht, daß ihr fast der Bissen im Hals stecken blieb. Sie mußte husten und sah Tim dann verwirrt an, denn es war äußerst ungewöhnlich, daß er sich für so etwas interessierte.

»Ich weiß nichts davon und habe auch keine diesbezügliche Nachricht bekommen«, erwiderte sie. Aber sie erinnerte sich plötzlich, daß Gregory einmal davon gesprochen hatte, daß sein Vater für die drei Kinder ein Bankkonto eingerichtet hätte.

Sie wollte jetzt nicht darüber nachdenken, für Morten Andersons Finanzen hatte sie sich nie interessiert. Eigentlich wußte sie nur, daß er schon in jungen Jahren nach Amerika ausgewandert war, erst spät geheiratet hatte und seine Frau starb, als Gregory zehn war. Das sagte sie jetzt auch den Kindern, um überhaupt etwas zu sagen.

»Es ist schade, wenn man Großeltern überhaupt nicht kennenlernt«, sagte Pamela betrübt.

»Omi haben wir doch gekannt«, warf Lisa ein. »Mir gefällt es auch nicht, wenn jemand, den man liebt, stirbt. Ich hätte Großvater auch gern kennengelernt. Opa natürlich auch. Aber das kann kein Mensch bestimmen, es ist alles...

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