Dr. Norden 670 - Arztroman

Clarissas Heimkehr
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Januar 2018
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-2506-2 (ISBN)
 
Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Deutlich über 200 Millionen Exemplare verkauft! Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von 'Dr. Norden', der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von 'Dr. Laurin', 'Sophienlust' und 'Im Sonnenwinkel'. Sie hat allein im Martin Kelter Verlag fast 1.300 Romane veröffentlicht, Hunderte Millionen Exemplare wurden bereits verkauft. In allen Romangenres ist sie zu Hause, ob es um Arzt, Adel, Familie oder auch Romantic Thriller geht. Ihre breitgefächerten, virtuosen Einfälle begeistern ihre Leser. Geniales Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Menschen zeichnet Patricia Vandenberg aus. Sie kennt die Sorgen und Sehnsüchte ihrer Leser und beeindruckt immer wieder mit ihrer unnachahmlichen Erzählweise. Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist.

PATRICIA VANDENBERG 1967 in der schönen bayerischen Landeshauptstadt geboren, bin ich ein echtes 'Münchner Kindl'. Bereits im Alter von acht Jahren entdeckte ich die Welt der Bücher für mich, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Sprache war und ist für mich ein fantastisches, vielfältiges Ausdrucksmittel, dessen Gebrauch ich von Kind an in Tagebucheinträgen, Kurzgeschichten und Erzählungen geübt habe. Dieses Talent entdeckte und förderte schließlich meine Schwiegermutter, die wunderbare Romanautorin Gerty Schiede. Sie war es, die mich in die Welt , das Leben und Wirken des Dr. Norden und seiner großen, glücklichen Familie einführte. Sie lehrte mich, die Welt mit seinen Augen zu sehen. Inzwischen selbst Mutter von vier Kindern und ausgestattet mit viel Neugier und einer lebhaften Fantasie fand und finde ich in dieser Serie endlich ein schönes Medium, um über all das zu schreiben, was unser Leben so lebenswert macht: Liebe, Kinder, Freude, Irrungen und Wirrungen. Mit meinen Geschichten möchte ich meinen Leserinnen und Lesern immer wieder aufs Neue schöne, unterhaltsame, spannende Stunden schenken mit der Sicherheit, dass das Gute über das Böse siegt und die Liebe stärker ist als der Hass. Das ideale Umfeld und die Ruhe zum Schreiben finde ich in meinem Haus, das inmitten idyllischer Natur in einer kleinen Stadt nahe München liegt. Hier lebe ich seit vielen Jahren mit meiner Familie, Hund und Katze. Meine größte Inspiration sind meine wunderbaren Kinder, die es mir leicht machen, das lustige, aufregende, mitunter auch anstrengende aber unbezahlbare Leben in einer Großfamilie, wie die Nordens es führen dürfen, am eigenen Leib zu erleben. Sie sind es auch, die mich immer wieder mit neuen Ideen für Titel und Geschichten versorgen. Aber auch meine vielfältigen Interessen, Familie, Freunde und Nachbarn sorgen dafür, dass mir die Ideen für immer neue Erlebnisse rund um meinen täglichen Begleiter Daniel Norden und seine Familie nicht ausgehen.
  • Deutsch
  • 0,18 MB
978-3-7409-2506-2 (9783740925062)

In der Behnisch-Klinik herrschte beträchtliche Aufregung, denn Ulf von Brolin war im Notarztwagen gebracht worden. Er war beim Training für den großen Preis mit seinem Pferd gestürzt. Dem Schimmel Aladin war nichts weiter passiert, das war Ulfs größte Sorge gewesen, aber da hatte er noch nicht erfahren, daß sein dritter Rückenwirbel angebrochen war und er eine ganze Zeit stramm liegen mußte.

Das war beim Röntgen sofort festgestellt worden, und Dr. Michael Graef oblag die Aufgabe, es dem leidenschaftlichen Reiter mitzuteilen.

Ulf war völlig teilnahmslos. Er begriff vorerst gar nichts, obgleich er bei Bewußtsein war. Ihn hatte tatsächlich nur sein Pferd interessiert.

Inzwischen war seine Frau Alexa eingetroffen, die Dr. Jenny Behnisch mit Fragen bestürmte.

Jenny redete beruhigend auf die aufgeregte junge Frau ein. Sie erklärte Alexa, was sie festgestellt hatten. Die junge Frau erblaßte.

»Ihr Mann wird wieder gesund, er muß jetzt nur eine Zeit ruhig liegen«, sagte Jenny.

»Und das vor dem Turnier! Er gehört zu den Favoriten.«

»Ist es nicht wichtiger, daß er wieder auf die Beine kommt? Er könnte unter Umständen auch gelähmt bleiben.«

»Um Himmels willen, daran will ich nicht denken! Ich habe das ja auch nur wegen Ulf gesagt. Ihn wird es arg treffen. Ich habe sowieso jedes Mal Angst um ihn.«

»Sie reiten doch auch«, meinte Jenny.

»Aber keine Turniere. Sie ahnen ja nicht, welchem Druck die Reiter da ausgesetzt sind.«

»Es ist für Ihren Mann nur ein Sport, kein Muß.«

»Das Gut ist schon ein Muß. Die Pferdezucht hat ihn gereizt, aber Landwirtschaft ist eigentlich nicht sein Wunschtraum gewesen. Die hätte er lieber Konstantin überlassen, aber der hat sich beizeiten abgesetzt.«

Es klang sehr vorwurfsvoll.

Jenny hatte anderes zu tun, als sich mit den Familienproblemen der Brolins zu beschäftigen. Dr. Graefs Erscheinen erlöste sie, und sie überließ es ihm, Alexa weitere Auskünfte zu geben.

Viel mehr konnte er ihr vorerst auch nicht sagen, nur, daß ihr Mann apathisch sei und wahrscheinlich noch unter Schock stünde.

»Vielleicht können Sie besser mit ihm sprechen«, meinte er. »Er muß begreifen, daß er nicht aufstehen darf.«

»Sie kennen ihn doch am besten«, erwiderte er.

Alexa machte sich Mut. Sie liebte ihren Mann, mit dem sie seit drei Jahren verheiratet war, aber er hatte seinen Kopf für sich und wenn es ums Reiten und um die Pferde ging, konnte man schwer mit ihm einig werden.

Aber vor allem hatte sie großes Mitgefühl mit ihm. Als sie ihn so blaß und verstört in dem weißen Bett liegen sah, bekam sie Herzklopfen.

Er sah sie blicklos an. »Lexi, hast du Clarissa schon gesprochen?« fragte er heiser.

Sie meinte, er phantasiere. »Wie kommst du auf Clarissa, Ulf? Sie ist immer noch in Kapstadt.«

»Ich habe sie gesehen. Sie war beim Gestüt. Was hat sie dort gemacht?«

Alexa hielt den Atem an. Sie dachte, daß er womöglich an Halluzinationen gelitten hätte, denn sie meinte, daß ihre Schwester Clarissa bestimmt eine Nachricht geschickt hätte, wenn sie kommen wollte. Sie hatte die Heimat bereits vor vier Jahren verlassen und war nicht mal zu ihrer Hochzeit gekommen. Man konnte gewiß nicht sagen, daß sie feindliche Schwestern waren, aber Clarissa hatte schon immer, auch als Kind, ihren eigenen Willen gehabt und war unbeirrbar ihren Weg gegangen.

»Du hast Clarissa also noch nicht gesprochen«, fing Ulf wieder an.

»Du wirst dich geirrt haben«, sagte Alexa geistesabwesend. »Vielleicht war Sophie dort, sie sieht Clarissa auf Entfernung ähnlich.«

Sophie war die älteste der Schwestern Lichtenberg, das Dreimäderlhaus waren sie früher scherzhaft genannt worden. Unterschiedlicher konnten Schwestern allerdings nicht sein. Alexa, die jüngste, war von den beiden älteren unterdrückt worden, aber sie hatte als einzige geheiratet, kaum zwanzig Jahre jung und sie hatte ausgerechnet den begehrtesten Junggesellen der Umgebung bekommen. Alexa war sanft, nachgiebig und einfühlsam, was man weder von Sophie noch von Clarissa sagen konnte, wobei man Clarissa nachsagen mußte, daß sie die Konsequenteste war und sich beizeiten auf eigene Füße gestellt hatte. Sophie hatte Medizin studiert und ihren Eltern das meiste Geld gekostet, wenn ihr das auch nie vorgeworfen wurde. Sie lebte auch noch immer bei ihren Eltern, weil sie das nichts kostete und hatte in dem großen Haus eine eigene abgeschlossene Wohnung.

Reich waren die Lichtenbergs nicht, aber immerhin so gut situiert, daß sie auch nach der Pensionierung des Bankdirektors gut leben konnten.

Sie hatten gut für ihre drei Töchter gesorgt, keine sollte zu kurz kommen, wie der überkorrekte Vater gesagt hatte.

Besorgt waren sie nur gewesen, als die Jüngste zuerst heiratete, da es im Volksmund hieß, daß die älteren Schwestern dann keinen Mann bekämen. Ob es Sophie und Clarissa tangierte, wußte niemand.

Alexa war jetzt beunruhigt, weil Ulf daran festhielt, daß er Clarissa gesehen hätte. Was könnte sie denn zu dem Gestüt geführt haben, bevor sie sich bei der Familie meldete, oder wußten es die Eltern, daß sie gekommen war? Alexa wollte es noch nicht glauben. Clarissa hatte zwar nicht häufig von sich hören lassen, aber doch einigermaßen regelmäßig. Am meisten hatte sie die Eltern angerufen, ohne irgendwelche wichtige Information zu geben. Sie hatte schnell Karriere gemacht, war Managerin einer Weltfirma für Gold und Diamanten und verdiente entsprechend. Wieviel genau, sagte sie nicht, aber wenn man bedachte, daß sie gerade erst sechsundzwanzig war, verdiente sie schon Bewunderung.

Sophie war inzwischen auch Assistenzärztin, aber doch mit einem sehr mäßigen Gehalt. Sie war in einer Privatklinik untergekommen, die sich keines besonders guten Rufes erfreute, was sie jedoch nicht wahrhaben wollte. Sie spielte sich gern als die Frau Doktor auf, und davon bekam man auch in der Behnisch-Klinik eine Kostprobe, denn als Alexa gehen wollte, erschien Sophie. Sie war gleich auf Dr. Graef zugesteuert und erklärte, daß sie eingehend über den Zustand ihres Schwagers unterrichtet werden wollte.

»Ich bin Ärztin und würde ihn gern an unsere Klinik verlegen lassen, damit er sehr persönlich betreut wird.«

Dr. Graef war verblüfft und sah jetzt Alexa fragend an, die schnell nahte.

»Das hast du wohl nicht zu bestimmen, Sophie. Ich möchte nicht, daß du dich einmischst.«

»Meinst du nicht, daß Ulf entscheiden sollte, was mit ihm geschieht?« fragte Sophie spitz.

»Er ist hier sehr gut untergebracht. Was soll er in einer Klinik für innere Krankheiten? Sein dritter Rückenwirbel ist angebrochen, er muß liegen.«

»Ich möchte ihn sehen«, sagte Sophie herrisch.

»Er schläft jetzt, deshalb bin ich gegangen. Bitte, mach hier kein Theater, du bist hier nicht kompetent.«

Sophies Miene verzerrte sich. Solche Kritik vertrug sie schon gar nicht.

Michael Graef merkte natürlich, daß hier beträchtliche Spannungen vorhanden waren. Es amüsierte ihn, wie die Klingen gekreuzt wurden. Seine Sympathie galt Alexa, denn für Intrigen hatte er gar nichts übrig.

»Es ist so, wie Frau von Brolin sagt«, erklärte er.

»Der Patient muß liegen und braucht Ruhe. Jetzt schläft er, nachdem er eine Infusion bekommen hat.«

»Du hast es gehört, Sophie, wir können gehen«, sagte Alexa.

Dr. Graef nickte ihr zu und ging zu Schwester Hilde, die ihm gewinkt hatte.

»Spiel dich doch bitte nicht so auf, Sophie«, sagte Alexa warnend. »Dies hier ist eine renommierte chirurgische Klinik, und Ulf ist bestens untergebracht. Du kannst in Moosheims Klinik solche Töne anschlagen, hier nicht.«

»Dir paßt es ja nur nicht, daß ich mich so gut mit Ulf verstehe«, brauste Sophie auf. »Du bist eifersüchtig!«

»Du liebe Güte, wie kommst du denn darauf?« sagte Alexa spöttisch. »Etwas anderes. Weißt du, ob Clarissa wieder im Lande ist?«

Sophie starrte sie fassungslos an. »Wie kommst du denn darauf?« stieß sie jetzt hervor.

»Ulf meint, sie beim Gestüt gesehen zu haben.«

»Und ist gleich vor Schreck vom Pferd gefallen?« höhnte Sophie. »Nun ja, immerhin hatten die beiden ja mal was miteinander und es dürfte ihm nicht angenehm sein, wenn sie sich wieder an ihn heranmacht.«

»Ich weiß nicht, was du dir immer zusammenreimst«, sagte Alexa mit äußerster Beherrschung, »warum bist du in letzter Zeit nur so boshaft? Früher konnten wir doch vernünftig miteinander sprechen.«

Sophie drehte sich von ihr weg. »Ich muß in die Klinik, für Rederei habe ich keine Zeit«, sagte sie barsch und ging zu ihrem Auto.

Gedankenverloren blickte Ale­xa dem Cabrio nach, das mit aufheulendem Motor davonfuhr. Rücksichtnahme war noch nie Sophies Eigenschaft gewesen. Man hatte ihr viel nachgesehen, um nicht Streitereien anzuheizen, aber jetzt ging es Alexa durch den Sinn, was es wohl sein konnte, daß sie so boshaft und aggressiv wurde.

Sie fragte sich auch, ob ihre Eltern darunter zu leiden hatten, vor allem ihre Mutter. Und weil sie sich selbst momentan auch nicht ganz wohl fühlte, fuhr sie zu Dr. Norden.

*

Ihm hatte man schon zugetragen, was Ulf von Brolin zugestoßen war. Als Alexa kam, wurde sie von Wendy gleich ins kleine Wartezimmer geführt, weil sie gar so mitgenommen wirkte.

Es war verständlich, daß sich Alexa um Ulf sorgte, aber hinzu kam auch die Bestürzung, daß Clarissa tatsächlich ganz plötzlich wieder im Lande sein könnte. Sophie hatte in ihr eine unterschwellige Angst geweckt, die sie nicht wahrhaben wollte aber doch beunruhigte. Hatte es tatsächlich eine...

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