Dr. Laurin 163 - Arztroman

Die Musik darf uns nicht trennen
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Januar 2018
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-2505-5 (ISBN)
 
Dr. Laurin ist ein beliebter Allgemeinmediziner und Gynäkologe. Bereits in jungen Jahren besitzt er eine umfassende chirurgische Erfahrung. Darüber hinaus ist er auf ganz natürliche Weise ein Seelenarzt für seine Patienten. Die großartige Schriftstellerin Patricia Vandenberg, die schon den berühmten Dr. Norden verfasste, hat mit den 200 Romanen Dr. Laurin ihr Meisterstück geschaffen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von 'Dr. Norden', der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von 'Dr. Laurin', 'Sophienlust' und 'Im Sonnenwinkel'. Sie hat allein im Martin Kelter Verlag fast 1.300 Romane veröffentlicht, Hunderte Millionen Exemplare wurden bereits verkauft. In allen Romangenres ist sie zu Hause, ob es um Arzt, Adel, Familie oder auch Romantic Thriller geht. Ihre breitgefächerten, virtuosen Einfälle begeistern ihre Leser. Geniales Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Menschen zeichnet Patricia Vandenberg aus. Sie kennt die Sorgen und Sehnsüchte ihrer Leser und beeindruckt immer wieder mit ihrer unnachahmlichen Erzählweise. Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist.
  • Deutsch
  • 0,19 MB
978-3-7409-2505-5 (9783740925055)

Als Dr. Leon Laurin heimkam, vernahm er als Erstes das Klingeln des Telefons. Unwillkürlich hielt er sich die Ohren zu. Er hatte einen sehr anstrengenden Vormittag mit zwei schweren Operationen hinter sich und wollte endlich seine Ruhe haben. Aber da hörte er Antonias freu­dig-staunenden Ausruf. »Toni, darf das wahr sein, gibt es dich auch noch?«

Toni? Wer war dieser Toni? Dr. Laurin runzelte die Stirn. Und seine Miene wurde noch unwilliger, als Antonia fortfuhr: »Komm doch gleich heute Nachmittag. Ich freue mich.«

Seine Miene war so brummig, dass Antonias Lächeln erlosch, als sie ihm einen Begrüßungskuss gab.

»Wer ist dieser Toni?«, fragte er grimmig.

Nun konnte Antonia wieder lächeln. »Die Toni«, erwiderte sie. »Erinnerst du dich nicht mehr an Toni Falkner?«

Er musste lange zurückdenken. So an die vierzehn Jahre wohl.

»Meinst du diese verrückte Person, die Architektin?«, fragte er.

»Sie ist auch älter und vernünftiger geworden«, meinte Antonia. »Jedenfalls der Stimme nach, die klingt sehr distinguiert. Es ist doch nett, wenn man mal erfährt, was aus früheren Bekannten geworden ist.«

»Geben wir uns keinen Erinnerungen hin«, sagte er. »Ich habe Hunger.«

In dem Moment kamen die Kinder aus der Schule. Lebhafte Gegenwart beanspruchte Leon und Antonia.

Begeistert waren die Kinder nicht gerade, als Antonia ihnen erklärte, dass sie nachmittags Besuch bekäme.

»Wir spielen sowieso Tennis«, sagte Konstantin sofort.

»Warum soll Mami nicht mal Besuch bekommen?«, lenkte seine Zwillingsschwester Kaja sofort ein.

»Da wird dann bloß wieder geredet, wie es früher war, als wir noch nicht auf der Welt waren«, meinte Kevin unwillig.

»Wir können ja zu Omi und Opi gehen«, meldete sich nun auch noch Kyra zu Wort.

»Ihr könntet Toni wenigstens guten Tag sagen«, schlug Antonia vor. »Sie wird staunen, wie groß meine Kinder geworden sind.«

»Unsere Kinder«, berichtigte Leon vorwurfsvoll. »Hatte sie nicht auch ein Kind? Oder bringe ich das durcheinander?«

»Aus ihrer ersten Ehe hat sie eine Tochter, die muss jetzt siebzehn sein«, erwiderte Antonia.

»Wie oft war sie denn verheiratet?«, erkundigte sich Kaja interessiert.

»So genau weiß ich das nicht«, meinte Antonia. »Ich werde es aber bestimmt erfahren.«

»Na, das wird so eine sein, wenn sie gleich öfter heiratet«, stellte Kyra missbilligend fest. »So was kann deine Freundin nicht sein, Mami.«

»Es ist nicht gesagt, dass ein Mensch leichtfertig ist, wenn er mehr als einmal heiratet«, antwortete Antonia verweisend. »Schluss jetzt mit der Debatte.«

Aber nun fiel ihr selber ein, dass so mancher an Toni etwas auszusetzen fand, damals, als diese kapriziöse, extravagante junge Architektin sich durchzusetzen begann. Toni war immer und in jeder Beziehung ein bisschen aus dem Rahmen gefallen. In erster Ehe war sie mit einem Schweden verheiratet gewesen.

Das war eine Blitzhochzeit gewesen. Über ihre Männerbekanntschaften hatte Toni jedoch nie gesprochen. Sie wollte ganz als emanzipierte Frau gelten. Immer war sie zum Spotten aufgelegt, und oft war sie mit ihrem Ton angeeckt.

Als Toni dann aber kam, konnte Antonia nur staunen. Zwar war sie noch genauso schlank und biegsam wie früher, hatte noch dieselben schönen Beine und dasselbe pikante Gesicht, aber sie war sehr damenhaft gekleidet, eine Lady vom Scheitel bis zur Sohle.

Ein weicher Schimmer war in ihren dunklen Augen, als sie Antonia umarmte. »Noch schöner als früher«, sagte sie anerkennend. »Liebste Antonia, ich bin glücklich, dich zu sehen.«

Die Kinder kamen anmarschiert. Sie hatten sich dazu durchgerungen, ihre Mami nicht zu enttäuschen und wenigstens da zu sein, wenn der Besuch kam.

»Vier?«, rief Toni erstaunt aus, »ich wusste nur von dreien.«

»Ich bin aber auch noch gekommen«, sagte Kyra leicht beleidigt.

»Und wie gut ist das. So ein süßes Nesthäkchen«, meinte Toni begeistert.

»Wie viele Kinder hast du denn?«, fragte Kyra.

»Nur eine Tochter«, erwiderte Toni leise, und Antonia hörte einen bedrückten Unterton heraus.

»Wie heißt sie?«, fragte Kyra, »und wie alt ist sie?«

»Sie ist siebzehn, heißt Sabine, und ich rufe sie Binni.«

»Warum hast du sie nicht mitgebracht?«, fragte Kyra, während die drei anderen fasziniert Tonis ringgeschmückten Hände betrachteten. Sie trug ein Vermögen mit sich herum. Schlecht konnte es ihr wirklich nicht gehen, wenigstens finanziell nicht.

»Dürfen wir uns verabschieden, Mami?«, fragte Konstantin höflich.

»Wir haben den Platz bestellt.«

»Sie wollen Tennis spielen«, erklärte Antonia.

»Und wir wollen zu Omi und Opi gehen«, fügte Kevin hinzu.

»Du bist doch nicht böse?«, fragte Kyra den Gast schüchtern.

»Aber nein, mein Besuch kam ja so überraschend. Aber ich hoffe, dass wir uns noch öfter sehen werden. Zu meiner Hauseinweihung werdet ihr hoffentlich alle kommen.«

Antonia ahnte, dass Toni mit ihr allein sprechen wollte, und sie war schon neugierig, was sie nun alles erfahren würde.

*

»Mit meinen Ehen bin ich baden gegangen«, berichtete Toni. »Drei Versuche langen mir. Ich habe wieder meinen Mädchennamen angenommen. Aber sonst geht es mir gut.«

Über ihre verflossenen Ehemänner sprach sie nicht. In dieser Beziehung hatte sie sich gar nicht geändert, aber sonst war es nicht mehr die Toni, die Antonia früher gekannt hatte.

»Bei euch hat es wohl nie Differenzen gegeben?«, fragte Toni.

»Nein«, erwiderte Antonia ehrlich.

»Wird Leon immer noch so angeschwärmt wie früher?«

»Manchmal, aber mich kann es nicht mehr aufregen. Er ist ein treuer Ehemann und liebevoller Vater.«

»Wer hätte ihm das zugetraut«, meinte Toni. »Ich hoffe, ihn auch bald wiederzusehen. Ich lasse mich ganz in eurer Nähe nieder. Ich habe mir ein Haus am Starnberger See gebaut. Ich werde sesshaft, habe genug vom Herumzigeunern. Und es wird auch Zeit, dass Binni weiß, wohin sie gehört. Deine Kinder sind im Schoß der Familie geborgen. Wie geht es eigentlich deinem Vater?«

»Gut. Er ist glücklich mit seiner Teresa.«

»Und Bert?«

»Er ist glücklich mit Hanna.«

»Klingt sehr positiv. Negatives hast du wohl gar nicht zu berichten? Mit wem von früher steht ihr eigentlich noch in Verbindung?«

»Ab und zu hört man mal was von diesem oder jenem, aber jeder lebt sein Leben, Toni. Natürlich freut man sich, wenn man von früheren Freunden gute Nachrichten bekommt, und ich freue mich wirklich, dass wir uns wiedersehen.«

»Obwohl ich euch alle so manches Mal schockiert habe? Es hat lange gedauert, bis ich zur Vernunft gekommen bin.« Nun sprach sie doch von ihren Männern. »Bei Arne hätte ich vielleicht Ruhe gefunden, aber er verunglückte tödlich. Rick nahm mich mit nach Florida, aber er hatte es auf mein Geld abgesehen. Da habe ich ihm den Laufpass gegeben, und Bon hat sich in ein junges Ding verliebt. Immerhin kaufte er sich mit zwei Millionen frei. Binni soll mal ein anderes Leben führen als ich. Ich habe uns ein wunderschönes Haus gebaut. Sie soll sich wohlfühlen, und ich werde aufpassen, dass sie an den richtigen Mann gerät und nicht erst so viele Umwege machen muss. Sie ist ganz anders als ich und viel hübscher.«

Sie nahm ein Foto aus ihrer Brieftasche, das wahrlich ein hübsches Mädchen darstellte. Rank und schlank, mit den schönen Beinen ihrer Mutter und einer unverkennbaren Ähnlichkeit mit Toni, wenngleich ihr Gesicht weicher und verträumter wirkte.

»Ich habe ein bisschen Angst, dass sie mich nicht akzeptiert«, sagte Toni leise. »Ich habe mich zu wenig um sie gekümmert.«

Hoffentlich will sie nicht alles nachholen, was sie versäumt hat, dachte Antonia, denn sie wusste, wie selbstständig Teenager heute schon waren.

Alles in allem war aber das Wiedersehen mit Toni erfreulicher gewesen, und das konnte sie dann auch ihrem Mann berichten. Als sie aber von Binni erzählte, verfinsterte sich sein Gesicht.

»Das passt zu Toni«, stellte er fest. »Siebzehn Jahre ist das Kind Nebensache gewesen, und nun will sie sein Leben bestimmen. Da wird sie wohl ein Fiasko erleben.«

»Es muss ja nicht sein«, meinte Antonia versöhnlich. »Irgendwie sind die jungen Leute doch bestechlich, und Toni kann ihr alles bieten.«

Ja, darüber konnte Sabine Stevenson nicht klagen. Sie trug den Namen von Tonis erstem Mann, und sie wollte ihn behalten. Sie konnte sich an diesen Vater zwar kaum noch erinnern, aber an die anderen beiden Väter, die ihr später präsentiert worden waren, wollte sie sich nicht erinnern.

Sabine war auch gern in ein Internat gegangen. Sie hatte rasch Freundinnen gefunden, und mit ihrem versöhnlichen Wesen und ihrer Anpassungsfähigkeit erfreute sie sich auch bei den Lehrkräften großer Beliebtheit.

Dass sie dennoch nicht bis zum Abitur bleiben wollte, hatte Gründe, von denen Toni nicht die geringste Ahnung hatte. Sabine hatte sich nämlich verliebt, und der Auserwählte war ein Jazzpianist.

Bei einem Konzert, das sie mit ihren Freundinnen besucht hatte, hatten Binni und Jerry sich kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, wenigstens bei Sabine. Bei Jerry Recken war es Liebe auf den zweiten Blick, als Sabine nämlich auch sein nächstes Konzert besuchte und in der ersten Reihe saß.

Im Internat genossen sie einige Freiheiten. Man konnte Siebzehnjährige nicht anbinden, und gerade bei der sonst so zurückhaltenden Sabine hatte man überhaupt keine Bedenken.

Sie war sehr musikalisch, spielte Gitarre, und hatte eine...

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