G. F. Unger Western-Bestseller 2450 - Western

Ohne Kämpferlohn
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9383-5 (ISBN)
 
Um nicht von den Donovans zerbrochen zu werden, ritt Eliot Murray als Junge fort - doch als Mann kehrte er zurück und stellte sich der Satans-Sippe ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 2,92 MB
978-3-7325-9383-5 (9783732593835)

Kurz darauf reißt hinter ihm das wilde Rudel fluchend die Pferde zurück. Die Reiter verstopfen die schwankende Brücke. Einer drängt sein Pferd dicht neben Eliot und brüllt: »He, du Halunke! Was soll das?«

Obwohl nun inzwischen sieben Jahre verstrichen sind, erkennt Eliot Little Jack Donovan sofort wieder, denn Little Jack hat einen Buckel und hockt wie ein wütender Affe auf dem Pferd.

Eliot gibt keine Antwort, er grinst nur und zeigt Little Jack sein Gesicht. Aber der erkennt ihn nicht in seiner Wut, sondern will mit dem Ende der langen Peitsche zuschlagen.

Inzwischen haben sie die Brücke hinter sich gelassen. Eliot macht eine schnelle Bewegung und ergreift das lederüberzogene Peitschenende. Er zerrt mit dem ersten Ruck den kleinen Mann daran halb aus dem Sattel.

Aber da taucht ein riesiger Bursche auf einem mächtigen Pferd auf Eliots anderer Seite auf.

»Hoiii!«, brüllt der Riese wütend, drängt sein Pferd dicht an Eliots Tier und schlägt mit dem Colt mitleidlos zu.

Eliot bekommt den langen Laut über Schläfe und Augenbrauen. Er lässt Little Jack los, den er inzwischen aus dem Sattel gezerrt hat, und wendet sich dem zweiten Angreifer zu, aber er bekommt schon den zweiten Schlag, diesmal ins Genick. Er schwankt im Sattel. In seinem Kopf explodieren Feuerbälle. Er versucht, sich im Sattel zu halten, aber zugleich fühlt er eine Schlinge um seinen Oberkörper. Ein scharfer Ruck presst ihm die Oberarme gegen die Rippen - und dann wird er aus dem Sattel gerissen. Er schlägt schwer auf, wird bewusstlos, erwacht jedoch, nachdem er zehn Yards über den Boden geschleift worden ist. Er schützt sein Gesicht und greift mit der anderen Hand die gespannte Leine.

So wird er etwa hundert Yards geschleift. Seine Lederchaps schützen die Beine zwar, aber er wird dennoch übel zerschunden und gestoßen. Da er nur seine Unterarme bewegen kann, ist er ziemlich hilflos.

Dann liegt er plötzlich still. Er setzt sich auf und zerrt die Lassoschlinge auf. Ein Reiter hält dicht neben ihm und rollt das Lasso zusammen.

»Freundchen«, knurrt Ambrose Donovan - der riesige Ambrose, der seinem Bruder Little Jack zu Hilfe kam. »Freundchen, du bist sicherlich fremd hier, was? Nun, jetzt wirst du aber richtig begriffen haben, dass man den Donovans nicht den Weg versperrt. Beim nächsten Mal wirst du höllisch schnell Platz machen - oder es wird noch schlimmer für dich!«

»Amb, ich möchte ihn erschießen!«, ruft die heisere Stimme Little Jacks. »Er hat mich vom Pferd gezogen. Ich möchte ihn erschießen!«

»Das wirst du nicht tun, Jacky! Das hier ist nur ein Fremder. Er ist zurechtgestutzt worden. Es genügt! Und du weißt, dass Big Jack uns verboten hat, bei Kleinigkeiten den Colt zu gebrauchen. Komm, Jacky!«

Sie reiten von Eliot weg, der noch schwankend im Staub sitzt und gegen seine Not ankämpft. Das wartende Rudel formiert sich wieder hinter den beiden Söhnen von Big Jack Donovan. Sie jagen weiter und erreichen bald die Häuser der kleinen Stadt, die eigentlich nur aus einer einzigen Straße und zwei kleinen Quergassen besteht.

Eliot Murray kommt schwankend auf die Füße.

Er betastet seine blutende Stirn und wischt sich Blut und Schweiß aus dem Gesicht. Dann fühlt er nach dem Colt, doch die Waffe ist aus dem Holster gerutscht und liegt sicher irgendwo im Staub des Weges.

Eliots Pferd trabt heran und folgt seinem Herrn wie ein Hund, als dieser die Poststraße nach dem Colt absucht.

Er findet ihn, pustet und wischt ihn sauber und geht dann mit seinem Pferd zum River hinunter. Dort säubert er sich, wäscht seine Stirnwunde aus und kühlt sie, bis die Blutung zum Stillstand gekommen ist. Seine Kleidung ist jetzt ziemlich mitgenommen, und eine Stiefelsohle hat sich gelöst.

Er setzt sich eine Weile auf den Uferrand, dreht sich eine Zigarette und denkt rauchend über verschiedene Dinge nach.

Nach einer Weile seufzt er, wirft die Kippe ins Wasser und erhebt sich langsam. Groß, mager und sehnig hebt er sich gegen den Sternenhimmel ab.

»Hölle«, murmelt er, »die Nachrichten, die ich bekam, waren nicht übertrieben. Nun, ich werde den Donovans klarmachen, wen sie so rau behandelt haben. Das muss erst mal erledigt werden. Und dann werden wir sehen, was sonst noch ist.«

Er steigt langsam in den Sattel. Hier und da schmerzt und brennt sein Körper, aber das ist nichts für Eliot Murray, gar nichts.

Langsam reitet er der Stadt entgegen, erreicht die ersten Häuser und hält sich mitten auf der Fahrbahn.

Obwohl es dunkel ist, kann er gut erkennen, dass Snakebow, welches in einem Bogen des Snake River liegt, sich in den vergangenen sieben Jahren kaum verändert hat - höchstens vielleicht insofern, als dass die kleine Rinderstadt noch mehr den mächtigen Donovans gehört.

Vor dem Cattlemen Saloon steht eine lange Reihe Sattelpferde am Haltebalken. Eliot sieht im herausfallenden Licht die Brandzeichen der Tiere.

Es ist der Star-D-Brand, das Zeichen der Donovan Ranch. Eliot sitzt ab und bindet den roten Wallach am Ende des Haltebalkens an. Dann zögert er einen Moment, und seine Hand tastet dabei über den Colt an seiner Seite.

Aber dann schnallt er den Waffengurt ab und hängt ihn über das Sattelhorn. Er bückt sich unter dem Gehsteiggeländer durch, macht drei lange Schritte und stößt die beiden Flügel der Schwingtür auf.

Auch im Saloon hat sich in den letzten sieben Jahren nicht viel verändert.

Der lange Schanktisch ist noch da. Hinter der Bar sind die Spiegel allerdings erneuert worden.

Aber der bullige und muskelstarke Noel O'Brien steht immer noch hinter dem Schanktisch. Nur ist sein runder Schädel jetzt, nach sieben Jahren, völlig kahl.

Er bedient die lange Reihe der Star-D-Reiter.

Plötzlich sieht Noel O'Brien zur Tür - und sein scharfer Blick wird starr.

Er hat mich erkannt, nach sieben Jahren, denkt Eliot und richtet seinen Blick auf Ambrose Donovan, der mit seinem verwachsenen Bruder an der Ecke des Schanktisches steht. Er sieht fest über den Raum hinweg in Ambroses Augen hinein, in denen plötzlich ein jähes Erkennen aufblitzt.

Der hat mich auch erkannt, denkt Eliot, bewegt sich einige Schritte vor und bleibt stehen. Seine Stimme klingt nicht sehr laut, aber alle Männer drehen sich nach ihm um.

»Amb«, sagt Eliot mit trügerischer Sanftheit, »großer, prächtiger Amb! Ihr habt wieder einmal einen Mann zurechtstutzen wollen, der euch nicht Platz machen wollte. Aber ihr habt euch den Mann vorher nicht gut genug angesehen. Ihr habt mich an einem Lasso durch den Staub gezogen, um mir den Schneid abzukaufen, aber ich bin jetzt hier! Und kein Donovan ist groß genug, um mich nochmals aus dem Weg zu stoßen!«

Nach diesen Worten bewegt sich Eliot wieder - genau auf den großen Ambrose Donovan zu.

Der kleine Jack heult plötzlich auf: »Bei Gott, das ist Eliot Murray!« Dabei will er nach dem Colt greifen.

Aber Ambrose schlägt ihm hart auf den Arm.

»Lass es sein, Jack! Du siehst doch, er hat seinen Colt nicht mit hereingebracht. Du siehst es doch, Jacky!«

Dann tritt er Eliot langsam, massig und schwer entgegen.

»Eliot«, sagt er grollend, »wir haben uns früher oft geprügelt, und ich habe dich immer wieder geschlagen. Du bist dann weggeritten, weil du stolzer als deine Familie warst und nicht ständig im Schatten der Donovans vegetieren konntest. Dein Stolz war aber größer als dein Mut, denn damals bist du weggelaufen, anstatt zu versuchen, selbst groß zu werden und einen Schatten zu werfen. Nun, jetzt bist du also zurück und wir haben dich vor der Stadt wie einen lausigen Satteltramp durch den Dreck gezerrt. Was willst du noch, um zu erkennen, dass sich hier nichts verändert hat? Den Donovans macht immer noch alles Platz! Muss ich dich erst richtig zerbrechen, damit du erkennst, dass du aus einer Familie stammst, die weniger Mut besitzt als eine Kaninchensippe? Geh lieber, Eliot, und sieh dir erst einmal deinen Bruder und eure Ranch an. Und dann überleg dir, ob du auf etwas stolz sein kannst. Du bist auch ein Murray! Und sie haben noch nie etwas getaugt!«

Er tritt bei seinen Worten dicht an Eliot heran und tippt diesem mit dem dicken und langen Zeigefinger auf die Brust.

Eliot sieht fest in Ambs gelbe Löwenaugen und erwidert sanft: »Damals bin ich weggeritten, weil ich ein Mann werden wollte. Wenn ich geblieben wäre, hättet ihr mich zerbrochen. Ihr habt schon immer alle Männer zerbrochen, bevor ihr sie in eurer Nähe geduldet habt. Ihr hättet auch mir nicht die Chance gegeben, ein Mann zu werden. Ich ritt als Junge fort - und sieben Jahre sind eine lange Zeit. Und jetzt, Amb, werde ich dir was zeigen. Pass auf!«

Die beiden letzten Worte kommen schnell und scharf.

Es wird sofort ein mitleidloser Kampf, bei dem keinerlei Regeln eingehalten werden.

Eliot schlägt seine Linke in Ambroses Magenpartie, und er setzt sein ganzes Gewicht und die Hebelgewalt von Hüfte und Schulter hinter den Schlag.

Ambrose Donovan wiegt gewiss mehr als zweihundertzwanzig Pfund. Er ist also gut vierzig Pfund schwerer als Eliot und gilt selbst in diesem Land der großen Männer als ein furchtloser Riese und Kämpfer.

Aber als Eliots Faust ihm den Magen fast bis zum Rückgrat stößt, verbeugt er sich doch, und als sein Kopf tief genug ist, reißt Eliot sein Knie hoch.

Ambrose Donovan landet krachend auf dem Rücken. Die Sägespäne stauben hoch - und Noel O'Brien brüllt hinter dem Schanktisch: »Er hat keinen Colt! Er hat keinen Colt! Denkt daran, was Big Jack...

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